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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-06-01 · 6 (Junio, 1973) · p. Seite 22

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
6 (Junio, 1973)
Date
1973-06-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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22 JUNIO 1973 Israels Problematische Auslandshilfe Erst jetzt kann eine erste Bilanz gezogen werden, wie hoch der Preis ist, den der Staat Israel für seine besondere Wirtschaftskontakte zu gewissen afrikanischen Staaten zu zahlen hat. Vor einem Jahr hat der unberechenbare General Idi Amin, der Präsident von Uganda, die Israelis ausgewiesen. Seither weigert sich die Staatsbank Ugandas, alle Wechsel und Schuldscheine zugunsten Israels zu honorieren. Auch die noch nicht fäll1 gen Wechsel kann man mit ruhigem Gewissen abschrciben. Die Bilanz sieht für Israel mehr als bedenklich aus. Israelische Bauträgerfirmen, unter ihnen die Solei Bone Overseas Ltd., Exporteure von Waren und Gütern, sowie die Machteschim-Gruppe aus Beer Schewa, die eine Fabrik zur Herstellung von Schädlingsbekämpfungsmitteln errichtete, haben eine Schuld von ca. 20 Millionen Dollar errechnet. Nachdem kaum Aussicht besteht, dass der Staat Uganda diese Schulden in absehbarer Zeit tilgen wird, haben die israelischen Firmen jetzt die staatliche Gesellschaft zur Absicherung von Ausfuhrrisiken in Tel-Aviv zur Kasse gebeten. Bisher sind Forderungen in Höhe von ca. 60 Millionen IL angemeldet worden. Bekanntlich sichert diese Gesellschaft, die mit staatlichen Bürgschaften versehen ist, für einen gewissen Prämiensatz Auslandsgeschäfte und Lieferungen in risikoreiche Länder. Sie deckt vertraglich bis zu 80% der getätigten Geschäfte. Jetzt steht die Gesellschaft vor einem schweren Problem. Sie muss, vorerst ihre Rücklagen auflösen, aber diese können nicht mehr als 50% der Forderungen decken. Um den Rest zu zahlen, muss die Gesellschaft den Fiskus um Hilfe ersuchen. Die Versuche von Finanzminister Sapir bei seinem letzten Besuch in Washington, die Leitung der Weltbank und der amerikanischen Export- Importbank zu spürbarem Druck auf Uganda zu bewegen, scheinen nicht recht erfolgreich gewesen zu sein. Sapir verlangte, dass diese beiden grossen internationalen Geldinstitute dem Staat Uganda nur dann neue Kredite gewähren sollen, wenn er sich verpflichtet, trotz Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel, die ausstehenden Schulden termingemäss zu tilgen. Bei allen Sympathieerklärungen hat man in Israel -nur wenig Illusionen, denn man weiss genau, dass die Kreditgewährung an Entwicklungsländer nicht nur durch wirtschaftliche Überlegungen entschieden wird. Inzwischen hat auch die Regierung Ghana» ein Moratorium erklärt und ist israelischen Exporteuren ca. 2 Millionen Dollar schuldig geblieben, die nicht termingerecht getilgt werden. Ghana verlangt eine Neuordnung und Umschuldung seiner Auslandsverpflichtungen. Auch hier wird wohl, über kurz oder lang, die Staatskasse Israels die Schulden bezahlen müssen. Der grosse Verlust in Uganda und die nicht allzu günstigen Aussichten in anderen afrikanischen Staaten, haben das Aussenministerium in Jerusalem veranlasst, das Thema Wirtschaftshilfe an Entwicklungsländer neu zu überdenken. Zwar versucht man, sich damit zu trösten, dass Uganda ein Einzelfall und in Tanzania oder an der Elfenbeinküste in Abidjan die Lage wesentlich günstiger sei. Das ist jedoch Selbstsuggestion, denn jeder weiss, dass die Stunde der Entscheidung gekommen ist. Für Israel steht das Barometer auf diesem Gebiet niedrig. Inzwischen hat auch der Rechnungshof einen zwar nicht unerwarteten, aber dennoch schockierenden Bericht über die Misswirtschaft bei der Führung der Bauträgerfirma “Vered” gegeben. Diesem Bericht zufolge hat dieses Unternehmen, das inzwischen seine Tätigkeit eingestellt hat und nur noch als Tochtergesellschaft von “Mekorot”, der israelischen Wasserversorgungsgesellschaft, im offiziellen Firmenregister eingetragen ist, mehr als 84 Millionen IL im afrikanischen Busch oder in den Anden von Südamerika verloren. Dies sind umgerechnet ca. 20 Millionen Dollar. Bei “Vered” handelte es sich um den typischen Versuch, durch Bestechungen, Schmiergelder und undere nicht orthodoxe Methoden Staatsaufträge in afrikanischen und südamerikanischen Ländern zu erhalten. In einem Fall wurden einem Würdenträger im Rang eines Ministers ca. eine Million Dollar als Schmiergeld bezahlt unter dem vagen Versprechen, der israelischen Firma die ausgeschriebene Arbeit zuzuschanzen. Wider Erwarten verstarb der Empfänger, und eine Million Dollar mussten als Nettoverlust abgeschrieben werden. Auch die Solei Bone Overseas Ltd. scheint sich jetzt eines Besseren besonnen zu haben. Sie hat ihre Arbeiten in Afrika auf drei Staaten zusammengestrichen und will auch in Asien einige Niederlassungen schliessen. Das Geschäft zahlt sich nicht mehr aus. Aber hat es sich bis jetzt rentiert? Es dürfte nicht schwer fallen, die politische Bilanz der technischen und wirtschaftlichen Hilfe Israels an Entwicklungsländer zu ziehen. Die Erwartungen,.. dass die Länder, in denen wir am wirtschaftlichen Aufbau mitgeholfen haben, in den Vereinten Nationen nicht gegen uns stimmen werden, ist nicht in Erfülung gegangen. Die wirtschaftliche Bilanz ist etwas schwerer zu errechnen, aber auch dies ist nicht unmöglich. In Nigérien haben israelische Bauträgerfirmen und Exporteure viel Geld verloren. Auch in Ghana musste bereits 1957 ein Verlust von 700.000 Dollar hingenommen werden. Ähnliches geschah in Sierra Leone — hier schlugen die Verluste mit 500.000 Dollar zu Buch. Auch in Burma hatten wir das Nachsehen und blieben mit 750.000 Dollar hängen. Der Aussenhandel mit Afrika ist klein und wächst kaum. Israel liefert besonders hochwertige Konsumartikel, die Afrika nicht kaufen kann, weil es nicht genug Devisen hat. Viele afrikanische Länder können keine Gegenleistungen anbieten, denn Israel kommt als Abnehmer für Kaffeebohnen, Kakao und Därme kaum in Frage. Nach Abzug des Warenaustausches mit Südafrika nimmt der afrikanische Kontinent kaum 1,4% der israelischen Ausfuhr ab. In diesem Jahr dürfte der Jahresumsatz der Solei Bone Overseas Ltd. bei 84 Millionen Dollar liegen. Nach Abzug aller Kosten und Ausgaben übersteigt der Gewinn, vor den Steuern, kaum 1% vom Umsatz. Zahlt es sich noch aus, bei einem so risikoreichen Unternehmen so hohe Einlagen aufs Spiel zu setzen? Die Schlussfolgerung ist klar. Israel ist zu arm, um Millionen-Beträge im afrikanischen Busch oder in den Einöden von Südamerika zu investieren und später von politischen Umwälzungen abhängig zu sein. Grossmächte können es sich leisten, ihre politische Präsenz mit namhaften Dollarbeträgen zu untermauern. Israel sollte auf diesem Gebiet schnell zum Rückzug blasen. ("M.B.”, Tel-Aviv) ZUM Tode Dr. van Dams Kürzlich verstarb in Düsseldorf im Alter von 67 Jahren der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr.. Hendryk Georg van Dam. Der Verstorbene, der seit 1950 diesen wichtigen Posten bekleidet hatte, war gebürtiger Berliner und konnte noch sein Studium beenden, musste aber Hitler-Deutschland kurz nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs verlassen und entkam nach England, wo er bei den allierten Streitkräften diente. Für die in der Bundesrepublik lebenden Juden bedeutet der Tod van Dams, der auch bei den Wiedergutmachungsverhandlungen eine wichtige Rolle gespielt hatte, einen schweren Verlust und mit Recht hat der Zentralrat den Verstorbenen als eine seiner hervorstechendsten Persönlichkeiten bezeichnet. Dr. van Dam übernahm vor kurzem auch die Herausgabe und Chefredaktion der bekannten und verbreiteten “Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung”, die in Düsseldorf erscheint. Den jüdischen-Gemeinden in Deutschland stand Hendrick van Dam jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Seine vielen Leitartikel wie auch seine bedeutungsvollen Vorträge haben dazu beigetragen, das Verständnis zwischen Juden und Christen, aber auch das Verständnis zwischen den Juden inDeutsch- Iand und den Brüdern und Schwestern in Israel zu verliefen. Er war ein unermüdlicher Streiter für gerechte Entscheidungen in all den Sitzungen und Gremien, in denen er meist führend teilgenommen hat. * Fabricados por Colchones de Resortes Camas Danesas Camas Americanas Camarotes (Literas) Sofá-camas para cada necesidad Sommieres plegables Sommieres para closet Colchones Record S. A. LAS DALIAS 3237 (MACUL) — FONOS 213975 - 41669

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