Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXV (1973)
- Issue
- 4 (Abril, 1973)
- Date
- 1973-04-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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ABRIL 1973 17 SHRAGA HOR-GIL Israelisches Theater kaempft um seine Existenz Die Gründerzeit des israelischen Theaters Das israelische Theater hat seinen Ursprung in der ersten hebräischen Theatergruppe, die Ende des 19. Jahrhunderts in Rischon Lezion ein selbstgeschriebenes Stück aufführte. Die Angelegenheit erregte die ganze damalige jüdische Bevölkerung, da viele der Konservativen die Ansicht vertraten, dass man in einer anständigen jüdischen Familie eben kein Theater spielt. Es kam damals zu einer grossen Aufregung, denn die türkische Polizei, welche von Denunzianten zu Hilfe gerufen worden war, verbot die “ungebührliche Versammlung”. Danach gab es einige Schülergruppen, die zu Schlussfeiern zumeist in Tel Aviv und Jerusalem Theater spielten. Doch das erste professionelle Theater wurde erst 1921 in Tel Aviv unter dem Namen Thai (Abkürzung von “Theatron Israeli” — israelisches Theater) gegründet. Seine Vorstellungen waren verhältnismässig gut besucht, denn mit den neuen Einwanderungswellen änderte sich das Bevölkerungsbild, und viele, die passionierte Theaterliebhaber in ihren Herkunftsländern waren, wollten auch in ihrer neuen Heimat nicht auf diesen Genuss verzichten. Das Publikum damals war begrenzt. Die jüdische Bevölkerung von Mandatspalästina der zwanziger Jahre war im Vergleich zu heute gering und verteilte sich auf das ganze Land. Die Einwohner waren verhältnismässig arm, so dass man keine hohen Eintrittsgebühren erheben konnte. Trotz des grossen Interesses kam dieses Theater in finanzielle Schwierigkeiten. Hinzu kamen noch Kontroversen zwischen den einzelnen Schauspielern sowie die Tatsache, dass keine Mittel da waren, um gute Regisseure aus dem Ausland zu berufen. Als 1927 das Habima-Theater-Ensemble aus Russland einwanderte, schloss sich diesem ein Teil der Mitglieder der Thai-Theatergruppe an. Daraufhin musste das erste hebräische Theater geschlossen werden. Die Habima kam bereits mit hebräischer Theatertradition ins Land. Als erstes und einziges hebräisches Theater Russlands wurde sie nach der russischen Revolution gegründet. Geleitet wurde sie von dem grossen russischen Regisseur Wachtangow. Die ersten Aufführungen dieses Theaters waren eine Sensation für ganz Palästina. Der “Dybbuk” der Habima fand seinen Platz in der klassischen Theatergeschichte. In die Habima musste "man” damals gehen und jedes ihrer Stücke sehen. Der Theaterbesuch war eine Hauptfreizeitbeschäftigung, da es Kinos noch kaum gab. Als Mosche Halevi, einer der Habima-Sehauspieler und Regisseure, diese verliess, gründete er das erste Arbeitertheater Ohel. Dessen Schauspieler waren in erster Linie Arbeiter, deren Hobby es war, in ihren Mussestunden für wenig Geld Theater zu spielen. Erst einige Jahre später konnte es sieh das Theater leisten, vollberufliche Schauspieler zu beschäftigen. Zu Beginn der dreissiger Jahre wurde der Bedarf an Theatern immer grösser. Daraufhin wurden einige satirische Kleinkunstbühnen ins Leben gerufen. Die bedeutendste unter ihnen war Matate (Besen), die sich bis in die fünfziger Jahre halten konnte. Sie brachte meistens Stücke, die Satire und Kritik gegen die damalige britische Mandatsmacht enthielten. Nach Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 verlor diese Bühne ihre ursprüngliche Zugkraft. Die damalige jüdische Bevölkerung zeigte noch kein Verständnis für Kritik an dem neu von ihr gegründeten Staat. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren auch einige junge Schauspieler zurückgekommen, die ihre ersten Erfahrungen in Unterhaltungsgruppen für jüdische Soldaten innerhalb der britischen Armee gesammelt hatten. Es handelte sich hier um junge Leute, die alle der Meinung waren, dass die bestehenden beiden Theater alt und verstaubt seien. Ausserdem dessen die dortigen “alten Theaterhasen” die jugendlichen Schauspieler nicht auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Als einziges gestattete man ihnen, als Statisten mitzuwirken. Die Situation grenzte fast ans Groteske. Vierzig- bis fünfzigjährige Frauen spielten oft Mädchenrollen, und manch einer, dessen Locken schon lange einer Glatze hatten weichen müssen, spielte die Rolle des jugendlichen Romeo. Aus Protest gründeten die unzufriedenen jungen Leute ein neues Theater, das sie (Tel Aviver) Kammertheater nannten. Mit ihm brach frischer Wind ins israelische Theaterleben ein. Der Befreiungskrieg 1948 brachte einen neuen Unterhaltungsstil in das damals noch nicht entwickelte israelische Unterhaltungsprogramm. Das Kino hatte inzwischen grössere Bedeutung als Freizeitbeschäftigung gewonnen. Trotz Television gilt auch heute noch der Durchschnittsisraeli als einer der eifrigsten Kinogänger der Welt. Das Theater konnte sich trotzdem bisher behaup- "Das Ende der Welt” von Chaim Hazaz in der Habima ten. Wer nicht nur ernste oder problematische Stücke sehen wollte, besuchte die Aufführungen der “leichten Bühne”, die sich auf Kleinkunst spezialisierten. Die Mitglieder dieser Bühnen rekrutierten sich aus ehemaligen Soldatenunterhaltungsgruppen. Im Laufe weiterer Jahre änderte sich wiederum die Bevölkerungsstruktur. Die Einwanderer aus orientalischen Ländern brachten in ihrer überwiegenden Mehrzahl keine Theatertradition mit und besuchten lieber das Kino. Die israelische Unterhaltungs-“Industrie” musste sich nach neuen Wegen umsehen, um auch dieses Puklikum zu erreichen. Um sich diesem anzupassen, wurde das Niveau gesenkt. Die bereits bestehenden Theater Habima, Kammertheater und Ohel konnten diesen neuen Ansprüchen nicht genügen. Die Kleinkunstbühne begann wieder zu florieren. Weitere Mitglieder ehemaliger Soldatenunterhaltungsgruppen gründeten ein neues satirisches Theater, Die grüne Zwiebel benannt. Obwohl diesem viel Erfolg beschieden war, ging es wegen Differenzen zwischen einzelnen Schauspielern und Mangels an geeigneten zugkräftigen Themen ein. Seitdem entstanden weitere Kleinkunstbühnen, die sich auf leichte Unterhaltung spezialisierten. Doch eine satirische Bühne, wie sie vor dem Befreiungskrieg bestand, wurde bis heute nicht mehr eröffnet. Wegen finanzieller Schwierigkeiten musste das Ohel-Theater seine Pforten schliessen. Doch entstand ein weiteres Repertoire-Theater, das Städtische Theater Haifa. Um den Ansprüchen des Publikums nach leichter Unterhaltung gerecht zu werden, mussten auch die drei Repertoire-Theater (Habima, Kammertheater und Städtisches Theater Haifa) ihr Niveau senken. Heute bringen alle diese Theater neben ernsten — zum Teil klassischen — auch Unterhaltungsstücke, welche grösstenteils aus Amerika und anderen Ländern importiert werden, über die aktuelle Theatersituation wird ein weiterer Bericht Aufschluss erteilen. IM ISRAELISCHEN ALLTAG HUMOR Gewerkschaftliches Bewusstsein. Religionsminister Seraeh Warhaftig bot in der Absicht, die "Berufsbettler” von der Klagemauer fernzuhalten, einem dieser Leute ein Wochengelialt an, das ungefähr dem wöchentlichen “Ertrag” dieser Beschäftigung entsprach. “Und wie steht’s mit der Bezahlung für Überstunden?“ — fragte der Schnorrer. Retter in der Not. Kaum hatte Mischa Noj, israelischer “Televisionskoch”, auf dem Bildschirm die Zubereitung einer Speise demonstriert, als das Telephon im Studio klingelte. Eine Dame am anderen Ende des Drahtes fragte ganz aufgeregt, ob sie wohl das soeben aus dem Backofen herausgezogene Essen haben könnte. Ihr Mann habe nämlich gerade angerufen, dass er unerwartete Gäste zum Nachtmahl heimbringe. Nicht die Störche sind schuld. Das Dorf Or Jehuda, in unmittelbarer Nachbarschaft des Flughafens Lod, weist die höchste Geburtenrate Israels auf. Die Erklärung dafür? Die Einwohner werden durch den Flugzeuglärm des öfteren in der Nacht geweckt... Barmizwafeier — Steurreduktion. Ein Tel Aviver Vater verlangte, dass ihm die Kosten, die er mit der Barmizwafeier für seinen Sohn gehabt hatte, von den Steuern abgezogen würden. Er habe sich nämlich aus geschäftlichen Gründen genötigt gesehen, alle seine Kunden und Klienten zur Feier einzuladen. Es wurde ihm ein Abzug von 30 Prozent der Ausgaben gewährt. Neue Exportmöglichkeiten? Eine israelische Delegation im tiefsten Afrika traf auf einen Eingeborenenstamm, dessen Zugehörige sich israelische Konserven an die Ohrläppchen hängten, um diese besser auszudehnen. Bis! Bis! Als eine Gruppe von Studenten an der Bar-Ilan- Universität ihre Unzufriedenheit darüber äusserte, dass sie gewisse Prüfungen im selben Semester noch einmal zu wiederholen hatten, gab ihr Vortragender, Dr. Baruch Chasan, ihnen folgende Erklärung: “Euere antworten beim ersten Mal haben uns derart beeindruckt, dass wir Euch einladen mussten, sie uns nochmals zu wiederholen”! Es hat sich gelohnt! Jehudit und Jossi Feldman begaben Sich eines Abends ins Kino. Da sie nur eine 50-Pfund-Note bei sich hatten und man ihnen diese bei der Kasse nicht wechseln konnte, kauften sie im Kiosk nebenan ein Los, bezahlten aus dem rückerhaltenen Kleingeld die Kinokarte und genossen den Film. Am nächsten Tag gab es Ziehung der Lotterie, und die Feldmans waren glückliche Gewinner von IL 150.000. Carl Alpert, Haifa. ALFOMBRAS SERVICIO OC LIMPIE» SISTEMA NORTEAMERICANO Venta F! vtvACETA 11V0 - TU. JUOfg Recepción limoic-ro^ FI Mali no \7h'A IRARRAZAVAL 3020 Cfe ALFOMBRAS ® WIENER S.A. 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