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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-04-01 · 4 (Abril, 1973) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
4 (Abril, 1973)
Date
1973-04-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 ABRIL 1973 ‘TluwUiÄau BUNDESREPUBLIK Gedenktafel an der Wannsee- Villa Zur Erinnerung an die Massenvemichtungen durch das nationalsozialistische Regime wurde kürzlich in Anwesenheit des Vorstandes und der beiden Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin in jenem Haus Wannsee, in dem am 20. Januar 1942 der damalige chef der Sicherheitspolizei, Heydrich, führenden Staatsbeamten die von Hitler befohlene “Endlösung der Judenfrage” bekanntmachte, eine Gedenktafel angebracht. Der Bezirksbürgermeister Neuköllns erinnerte an das furchtbare Geschehen, das jener Zusammenkunft gefolgt war. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Heinz Galinski, sprach sein Bedauern darüber aus, dass man erst so reichlich spät eine Tafel an dem Hause anbringe, das eine besonders tragische und schicksalhafte Bedeutung für die gesamte jüdische Gemeinschaft besitzt. Hier hätten die Nazis darüber entschieden, dass und wie elf Millionen europäische Juden ausgerettet werden sollten. Die von den Alliierten erbeuteten und erhalten gebliebenen Protokolle der berüchtigten Wannsee-Konferenz geben eindeutig Auskunft über die damaligen Gespräche. Das Grauen jener Jahre, so betonte Galinski, soll eine Mahnung sein, die gerade heute not tut. Die Gedenktafel am “Haus der Endlösung” soll für alle Zeiten an das Furchtbare erinnern und der heutigen Generation eine Warnung sein. DEUTSCHE DEMOKRATISCHE REPUBLIK Wiedergutmachungs. anspriiche Der Präsident des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes, Simon Wiesenthal, hat an den österreichischen Bundeskanzler Dr. Kreisky im Zusammenhang mit der bevorstehenden Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der DDR ein Schreiben gerichtet. In diesem Schreiben wird daran erinnert, dass die DDR es bisher abgelehnt hat, sich an Wiedergutmachungsleistungen für politisch und rassisch Verfolgte zu beteiligen. Nur die Bundesrepublik Deutschland hat mit westlichen Staaten, die von den Nazis besetzt waren, diesbezügliche Abkommen getroffen. Bei Rückerstattung geraubter Vermögenswerte verlangt die Bundesrepublik den Nachweis, dass das geraubte Gut auf das Gebiet der Bundesrepublik oder Westberlins gebracht worden ist. Diesen Nachweis konnten aus Ostdeutschland Stammende nicht erbringen und gingen leer aus. Nach Meinung des Verbandes sind beide deutschen Staaten, die Bundesrepublik und die DDR, wiedergutmachungs- und rückerstattungspflichtig. Mit den Verbänden der Résistance und Deportation in Belgien, Dänemark, Frankreich, Holland, Norwegen und Luxemburg ist Kontakt aufgenommen worden, und diese Organisationen treten an ihre Regierungen mit derselben Forderung heran, von der DDR Wiedergutmachungsleistungen zu verlangen. SÜDAFRIKA Öffentlicher Angriff jüdischer Studenten auf Gemeindeführer Eine Gruppe von 23 jüdischen Studenten der Université Witwatersrand, darunter der Präsident und der Sprecher des Studentenrates, haben in der Tagespresse einen Offenen Brief eingerückt, in dem sie erklären, “wenig oder gar nichts zu tun” zu haben mit der Judenheit, in die sie “hineingeborenen” wurden. Den Aufruf verfassten sie als Antwort auf eine Erklärung von Rabbiner B. M. Casper, dem geistlichen Oberhaupt der United Hebrew Congrégation von Johannesburg und der südafrikanischen Synagogenföderation, in der es geheissen hatte, dass die Juden dankbar seien, in Südafrika zu leben, wo sie Gastfreundschaft genössen. Die opponierenden Hochschüler schreiben im Offenen Brief weiter: “Als jüdische Studenten müssen wir betonen, dass wir ganz und gar nicht dankbar sind, in einem Lande zu leben, wo Millionen unserer Mitbürger we- Memorándum En caso de fallecimientos de socios dirigirse al Fono 2 2 2 9 7 3 (horas de oficina) y fuera de estas horas a los Fonos 2 7 2 1 7 7 ó 743754. Traslados pueden efectuarse solamente entre las 8 y 22 horas._ SAN ANTONIO 367 FONO 1!7]8 . bANHAGO A gen ihrer dunklen Hautfarbe verfolgt werden.” Die Studenten schrieben ferner, beschämt zu sein, dass Anhänger und Führer einer Religion, die auf Gerechtigkeit und Nächstenliebe basiere, schweigen und zuschauen könnten, wie rund um sie ein Versagen der Gerechtigkeit und der Bruderliebe überhandnehme. Sollte der Oberrabiner dies tatsächlich nicht wahrgenommen haben, müsste er einige seiner Glaubensgenossen besuchen und einen Blick auf deren Gehaben werfen, ihre Bediensteten zu behandeln. Rabbiner Casper, der die in Frage stehende Äusserung in einer Rosch-Haschana-Botschaft gemacht hatte, gab seiner Verwunderung über diese in aller Öffentlichkeit unternommene Aktion Ausdruck, da die damalige Erklärung in keiner Weise ein Desinteresse an Problemen der Rassendiskrimination im Lande bedeutet habe. VEREINIGTE STAATEN Dunkelhäutige sprechen Jiddisch Im Zensus der Vereinigten Staaten 1970 wurde auch die Frage nach der Muttersprache gestellt. 1,6 Mio bezeichneten Jiddisch als Muttersprache, von denen 1,15 Mio schon in Amerika geboren waren. In 27 Staaten und in Washington D.C. nannten auch 1400 Neger und andere “Nichtweisse” Jiddisch als ihre Muttersprache. 33.000 Nichtweisse sprachen französisch, 4000 deutsch, 1100 italienisch und 120.000 spanisch als erste Sprache. Diese Angaben lassen sich schwer deuten. Die “schwarzen Juden”, von denen in letzter Zeit viel die Rede war, und von denen manche versuchen, in Israel Fuss zu fassen, sprechen kein Jiddisch. Anfragen an die Behörden führten zu keiner Erklärung; vielmehr wurde geantwortet, dass dies die tatsächlichen Angaben in den Fragebögen sein. W. BRASILIEN Starke Aktivität arabischer Einwanderer Während die in Brasilien veröffentlichten Listen neuer Bürger kaum mehr jüdische Namen enthalten, zeigen sie deutlich den Zufluss von Einwanderern aus Syrien, dem Libanon und auch aus Japan, Formosa, Portugal. Viele Lebensmittelgeschäfte werden von Arabern geführt, und diese schreiben an die Mauern Slogans in arabischer Sprache gegen Israel. Man schätzt die Zahl der Syrier auf eine Million, und nicht viel geringer die aus dem Libanon; die Einwanderung auch von palästinensischen Flüchtlingen aus den früheren Flüchtlingslagern hält noch an. In Städten ausserhalb von Rio bestehen zwei grosse Konzentrationen von Arabern, wo man nach dem Muster der Lager weiterlebt und wo El-Fatah- Clubs existieren und wo “palästinensische Politik” betrieben wird. Vor einiger Zeit wurde ein arabischer Jugendlicher ermordet, weil er abstritt, dass Israelis Araber misshandeln, und bestätigte, dass er, als er einmal in Haft geriet, gut behandelt wurde. Damaskus hält enge Beziehungen zu den Syriern in Brasilien; die Polizei entdeckte kürzlich in einer Arabern gehörenden elektronischen Firma ein Lager antisemitischen Propaganda-Materials. Es versteht sich, dass die arabischen Wochenzeitungen, die in Brasilien erscheinen, Israel feindlich gesinnt sind. FRANKREICH Streit um Sammlungserträge Zwischen dem Fonds Social Juif Unifié und der Jewish Agency droht sich ein Zwist anzubahnen über die Quoten der Sammlungen, die auf Israel und die Bedürfnisse der französischen Gemeinschaft aufgeteilt werden müssen. Vor den Delegierten des FSJU in Paris sprach dessen Präsident, Baron Guy de Rothschild, die Warnung aus, dass, sollte die Jewish Agency nicht einer Verminderung ihres Anteils zustimmen, die Leitung der französichen Organisation von sich aus eine einseitige Modifikation vornehmen würde. Der FSJU steht dieses Jahr vor einem Defizit, da anstelle der erwarteten rund 45 Millionen Franken nur knapp 40 Millionen eingehen dürften, wodurch die Zuteilung für die innerfranzösische Hilfe bedeutend reduziert werden müsste. Infolge der andauernden Inflation könnte die Verminderung der französischen Quote die Situation für die jüdische Gemeinschaft des Landes noch ernster gestalten, um so mehr als auch bereits eine Anzahl ökonomischer Sparmassnahmen eingeführt werden mussten. Baron Rothschild erklärte ausdrücklich, dass die französischen Juden eine Verstümmelung ihrer Gemeinschaft nicht akzeptieren wollen. Er sei sicher, dass die Jewish Agency, die zugesichert hatte, zur Erhaltung starker jüdischer Gruppen in der Diaspora beizutragen, diese Probleme verstehen werde. Wenn sich aber die Situation jn anderem Sinne entwickeln sollte oder die Notwendigkeiten des israelischen Staates dessen Eingehen auf die Bedürfnisse der französischen Juden und die Neuverteilung der Ertragsquoten unmöglich machen sollten, wäre der FSJU gezwungen, eine eigene Lösung zu suchen. ITALIEN KP-Führer beschuldigt den Kreml des Antisemitismus. In der Tageszeitung “La Stampa” hat einer der führenden italienischen Kommunisten, Umberto Terracini, den sowjetischen Parteigewaltigen vorgeworfen, mit Vorbedacht den Antisemitismus zu ermutigen. Während die Bevölkerung der Sowjetunion nicht immer in der gleichen Richtung marschiere, würden die sowjetischen Autoritäten, die für die Veröffentlichungen antisemitischer Literatur verantwortlich seien, immer einen Schritt weiter gehen. Aus diesem Grunde, schreibt Terracini, wollen so manche Juden die Sowjetunion verlassen, um sich nach Israel oder in ein anderes Land zu begeben, wo es keinen Antisemitismus gibt. Derjenige in der UdSSR gehe noch auf die Zeiten der Zaren zurück und manifestiere sich immer wieder in regelmässigen Abständen. Als Beispiel für einen offiziellen sowjetischen Antisemitismus aus jüngster Zeit bezeichnete Terracini eine Meldung der Presseagentur Novosti, in der aus dem Zusammenhang gerissene Zitate den Hass geegn die Juden rechtfertigen könnten. Bezüglich der italienischen Kommunistischen Partei ist Terracini überzeugt, dass diese nie vom Antisemitismus verseucht werden könnte, obwohl sie einen anti-israelischen Kurs steuere. Die KPI hatte allerdings den von Arabern geführten Terror eindeutig verurteilt. EUROPÄISCHE GEMEINSCHAFT LÄSST KEINEN AITIISRAELI SCHEN BOYKOTT ZU Die Kommission der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft hat bestätigt, von Ägypten und anderen Ländern die Zusage erhalten zu haben, dass keine Firmen des gemeinsamen Marktes wegen ihrer wirtschaftlichen Beziehungen mit Israel boykottiert werden sollen. Bereits abgeschlossene oder vor dem Abschluss stehende Vertrags-Vereinbarungen enthalten entsprechende Klauseln. . Anzeigen . bis 26. April Portugal 810 Tel. 222973

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