Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXV (1973)
- Issue
- 4 (Abril, 1973)
- Date
- 1973-04-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 ABRIL 1973 JUUebe* Alte Leute in Israel (Elternheime und Fürsorge) Von S. BEN-JAAiKOW Alte Leute bilden in der Welt überall ein Problem, das nur durch Vorsorge und Hilfe gelöst werden kann. Das Natürlichste und Selbstverständlichste wäre, dass die erwachsenen K‘nder ihre Eltern zu sich nehmen und sie bei ihnen ihren Lebensabend verbringen. Das tun manche; aber in unserer heutigen materialistischen Welt herrscht in vielen Familien der Verstand über das Gefühl. Die Eltern oder die Schwiegereltern werden daheim oft als Störung des Familienlebens empfunden. So wurde das, Altersheim oder das Elternheim oder Väterhaus — wie es in Israel genannt wird — für viele zum dringenden Bedürfnis. Die Israeli haben immer ihrer Alten gedacht. Doch indes in den fünfziger Jahren einzelne Altersheime in den Städten die meisten hilfsbedürftigen alten Leute aufnehmen konnten, hat sich die Lage heute stark verändert. Von der über drei Millionen umfassenden Bevölkerung Israels sind etwa 7 Prozent (oder nahezu 200 000 Personen) über 65 Jahre alt und von diesen 2,1 Prozent bettlägerig und 13 Prozent hausgebunden. Es gibt heute in Israel etwa 100 Alters- oder Elternheime. Diese befindetn sich hauptsächlich in oder an den Grenzen der grossen Städte, aber auch viele kleinere Orte haben oft ihr Altersheim, das gewöhnlich von der Stadt- oder Ortsverwaltung unterstützt wird. Es existiert in Israel ein “Verband zur Planung und Entwicklung von Diensten für das Alter”, an dem sich zwei Ministerien (Finanz- und Gesundheitsministerium) beteiligen, ausserdem auch Joint-Malben. Sie haben Pläne auf viele Jahre hinaus aufgestellt, zur Errichtung von Heimen in allen zentralen Wohnorten für die überauterte Bevölkerung. Neben der Regierung haben auch viele private Organisationen in Israel Eltemheime errichtet, etwa diejenigen der Oie Merkaz, Europa (Einwanderer aus Zentraleuropa), dann die Heime der amerikanischen Hilfsorganisationen und anderer. Einst baute man ein- oder zweistöckige Häuser, doch heute zwingt der Platzmangel, auch für die alten Leute Hochhäuser von 8, 10 und mehr Stockwerken zu errichten, um Platz für mehr Einwohner zu schaffen. Mehrere Lifte bringen hier die Bewohner ¡n ihre Räume, indes der Speisesaal gewöhnlich im Parterre liegt. Auch die Arbeiterorganisation der Histadrut hat derartige Heime für ältere Leute errichtet; hier gibt es auch Häuser mit kleinen Appartements, wo alte Menschen (oder Paare) wohnen und sich selbt verpflegen. Die Preise in all diesen Heimen und Institutionen bestehen gewöhnlich in einer einmaligen Eintrittszahlung von beträchtlicher Höhe und einer monatlichen Zahlung. In den Histadrutheimen der allgemeinen Krankenkasse z. B. beläuft sich die Eintrittszahlung auf 7000 IL (U$S 1.— entspricht z. Z. ca. 4,20 IL [Lirot), und etwa 300 IL monatliche Zahlungen. In den bürgerlichen Altersheimen beträgt die Eintrittszahlung zwischen 16 000 bis 18 000 IL, der monatliche Beitrag zwischen 450 bis 600 IL. Die meisten Heime lassen ihre Kandidaten auch eine gewisse Probezeit im Heim verbringen, und zahlen ihnen dann, falls diese unbefriedigend verlaufen ist, die Eintrittszahlung zurück. Schliesslich gibt es auch teure “Clubs” für ältere Leute, wo die monatliche Zahlung 1000 IL beträgt. Hier ist natürlich für besonderen Komfort gesorgt; die Pensionäre sollen sich wie zu Hause fühlen und nichts vermissen, woran sie gewöhnt sind. Heute befinden sich in den Altersheimen neben den Israelis auch viele Ausländer, die nach Israel einwanderten, um ihren Lebensabend dort zu verbringen. Für Amerikaner ist dieser Schritt oft ziemlich preiswert; sie können z. B. mit ihrer Wohlfahrtsrente, die in Amerika unbedeutend erscheint, in Israel ein sehr bequemes Leben führen, denn hier steht der Dollar noch hoch. Natürlich können nicht alle alten Leute in den Altersheimen Unterkunft finden, schon nicht aus rein materiellen Gründen. In den bestehenden Heimen sind etwa 8000 Menschen untergebracht. Sonst gibt es im Lande etwa 100 Clubs für Alte zum zeitweiligen Verbringen des Tages. Es existieren auch Dienste, die heimgebundene Alte mit warmen Speisen und anderer Pflege versorgen. Etwa 2 000 Leute in Israel sind in Pflegeheimen für chronisch Kranke untergebracht. Diese Uebersicht zeigt wohl, dass die Behörden in Israel ihrer alten Leute gedenken und vieles tun, um deren Lebensabend zu erleichtern. Auch zu dieser Stunde sind Heimstätten für das Alter im Bau. Wer für die Alten sorgt, hilft auch sich selber; denn letzten Endes muss jeder mit dieser “Zukunft” rechnen und möchte ihr gern ruhiger entgegensehen. Gespräch auf dem Bahnsteig: “Wohin färst du eigentlich?” “Nach Warschau, Holz einkaufen”. “Weisst du, es gefällt mir nicht, dass du mich dauernd belügst. Ich weiss, doch, wenn du sagst, du fährst nach Warschau, Holz einkaufen, dann fährst du in Wirklichkeit nach Lemberg, Getreide verkaufen. Zufällig weiss ich aber, dass du diesmal tatsächlich nach Warschau fährst, um Holz zu kaufen. Warum lügst du also?” Ein Jude, der in Karlsbad die Kur macht, schreibt an seine zu Hause gebliebene Frau: “Wir stehen hier jeden Morgen so früh auf wie an den Slichottagen, ziehen uns so gut an wie zu Simchat Thora, fasten wie am Tischa beaw und eilen dann zum Wasser wie am Rosch Haschana”. Der Melamed liest mit David in der Bibel; er übersetzt ihm vor: “Watamot — ist gestorben Sara — Sara”. Also, wer ist gestorben. David? Davidl: “Watamont ist gestorben”. Der Melamed: “Du Dummkopf, du verstehst mich nicht. “Watamot” heisst deutsch “ist gestorben”. Also, wer ist gestorben?” Davidl: “Deutsch ist gestorben”, Der Melamed: Idiot, Rindvieh! Watamot — ist gestorben, Sara — Sara, Watamont Sara: Sara ist gestorben. Also, wer ist gestorben?”. David schluchzend: “Rebbe,_nun kenn ich mich überhaupt nicht mehr aus. Das ist doch die reinste Seuche. Watamont ist gestorben, Deutsch ist gestorben, und nun ist die arme Sara auch noch gestorben”. Nach dem Sieg über Frankreich steht Hitler an der Kanalküstte und schaut sehnsüchtig nach Dover hniüber. “Wie komme ich da nur hinüber?” fragt er seine Mitarbeiter. Keiner weiss Rat; nur Goebbels meldet sich: “Wie sind die Juden durch das Rote Meer gekommen?” fragt er. “Moses hat eben das Wasser geteilt”. Hitler brüllt den Reichsführer SS-Himmler an: “Her mit dem Mann!” Sofort werden alle Konzentrationslager durchgekämmt, Moses wird gefunden und zu Hitler gebracht. Der fragt: “Wie hast du das Rote Meer geteilt?” Antwort: “Mit einem Stab”. Hitler: “Her mit dem Stab, wo ist der?” Moses: “Im Britischen Nationalmuseum in London!” Gerhart Hauptmann ging im Tiergarten spazieren und im hohen Geistesflug merkte er nicht, dass er die niedrige Raseneinfassung überschritten hatte. “He, Sie da”, rief der Parkwächter, “bleiben Sie mal gefälligst auf dem Weg”. Der Dichter: “Schreien Sie doch nicht so. Wissen Sie denn nicht, wer ich bin?” Parkwächter: “Ja, ik wees, Sie sind der jrosse Joethe. Aber deshalb dürfen Sie noch lange nicht den Rasen zertrampeln”. Zu Beginn des Dritten Reiches gingen die jüdischen Schüler noch zusammen mit den “arischen” Kameraden in die öffentlichen Schulen. “Was weisst du von den alten Germanen?” wird der kleine Moritz vom Lehrer gefragt. Antwort: “Nur das Beste, Herr Lehrer, nur das Beste!” Der israelische Handels- und Industrieminister Jaim Barlev sprach einmal auf einem internationalen Kongress der Fabrikanten von Damenkleidern. In seiner Rede hob er hervor, dass alle Frauen sich über drei Dinge einig sind: 1) Dass ihr Sohn ein Genie ist, 2) dass ihr Ehemann zu gar nichts taugt, und 3) dass sie einen Schrank voll von “Shmates” haben, die nicht mehr zu brauchen sind. “Der dritte Punkt, meine Herren”, erklärte der Minister feierlich, “ist derjenige, welcher Ihrer Industrie Aufschwung bringt. FOTO TIMAR NUEVA YORK 54 — Fono 64943 Retratos Artísticos — Reproducciones y Ampliaciones de todas clases para Diarios, Imprentas — Fotografías de Propaganda para Industrias — Trabajos para Aficionados — Albumes para Matrimonios — Fotocopias al instante con XEROX ISRAEL ERWÄGT "NOTENWELLE" Israel will mit einer “Notenwelle” 15 bis 20 westliche Regierungen veranlassen, in Ostberlin die Forderung Tel Avivs nach Wiedergutmachungsleistungen für jüdischen Opfer der NS-Herrschaft zu unterstützen. Presseberichten zufolge hat Israel bereits Anfragen an sechs westliche Staaten — Kanadada, Australien, Frankreich, Italien, Holland, Dänemark — sowie als einziges Ostblockland auch an Rumänien gerichtet. Eine offizielle Bestätigung dafür lag nicht vor. Wie Jerusalemer Kreise erklärten, werden derartige Noten “erwogen”. Das israelische Kabinett hatte kürzlich Ministerpräsidentin Golda Meir und Aussenminister Eban beauftragt, über diplomatische Kanäle befreundeter Regierungen in dieser Frage in Ostberlin vorstellig zu werden. Gleichzeitig mit der Wiedergutmachung, die von der Bundesrepublik Deutschland bereits geleistet wurde, verlangt Israel von der DDR eine “Änderung der extremen, einseitigen und anstössigen Haltung gegenüber Israel”. Das israelische Bemühen um Wiedergutmachung für NS- Verbrechen auch durch die DDR ist nach den Worten von Aussenminister Eban von “mit Israel befreundeten Staaten mit Verständnis” auf genommen worden. Vor dem israelischen Parlament erklärte Eban, Israel bemühe sich seit längerer Zeit, “befreundete Regierungen auf die ostdeutsche Ablehnung aufmerksam zu machen, sich der politischen Verantwortung in Sachen NS-Verfolgten entsprechend zu verhalten”. Die Jerusalemer Regierung habe ferner beschlossen, “die negative Rolle Ostdeutschlands aufzudecken, die durch sein einseitiges, extrem antiisraelisches Verhalten” zum Ausdruck komme. Die Knesseth verwies die weitere Behandlung des Themas an den parlamentarischen Ausschuss für Aussen- und Sicherheitsangelegenheiten. MONEDA 1037 “Das Neue Israel”, Zürich