Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXV (1973)
- Issue
- 3 (Marzo, 1973)
- Date
- 1973-03-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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MARZO 1973 27 Jerusalem Makuya, japanische Freunde Israels Im Agron-Haus in Jerusalem wurde vor kurzem ein Film über Leben und Ziele der japanischen Makuya-Sekte gezeigt. Der geistige Führer der Gruppe, die 50.000 Anhänger in. Japan hat, Professor Ikuro Teshima, der wie ein japanischer Tolstoi aussieht, war selbst anwesend und begrüsste den Ehrengast Usi Narkiss, den Befreier Jerusalems im Sechstagekrieg, der unterdessen auch der Eroberer der Herzen in Japan geworden ist. Die japanische Rede des greisen Professors wurde von einem seiner Anhänger in fliessendes Hebräisch übertragen, denn die jungen Mitglieder der Sekte lemer fleissig im Ulpan des Kibuz Chefziba die Sprache der Bibel. Ein siebenarmiger Leuchter, in Japan hergestellt, wurde feierlich entzündet. Auf einer in Japan gebauten elektrischen Superorgel, die ein ganzes Orchester ersetzen kann und nun in Elat Aufstellung finden wird, spielte ein junger japanischer Musiker israelische und japanische Weisen; von “Hewenu Schalom alechem” bis zum “Goldenen Jerusalem”. Höhepunkt waren dann die Melodien aus “Fiddler on the Roof”. (Noch nie hatte ich chassidische Nigunim von Japanern so gefühlvoll vorgetragen gehört.). Die jungen Makuya-Anhänger tragen marineblaue Jakken mit Silberstickerei; japanische Schriftzeichen und ein Magen David, ein silberner Davidsstern, der den Rücken bedeckt. Der siebenarmige Leuchter und der Davidstern sind die Symbole der Sekte; nicht ein Kreuz, obwohl sie sich als judäo-christlich bezeichnet. In der Wiedervereinigung Jerusalems durch Usi Narkiss, ihren Schutzheiligen, in welchem sie das Werkzeug Gottes sehen, erkennt die Sekte die Anzeichen für die Wiederkehr des Messias nach Jerusalem. Tief erschüttert von der blutigen Untat ihrer Landsleute in Lod spendeten die Makuyas zwei Ambulanzen: eine für den Flughafen in Lod und eine für “ihren” Kibuz Chefziba. Seit zehn Jahren pilgern die Makuyas nach Israel; diesmal ist die Fahrt verbunden mit den Fünf zig-Jahr-Feiern des Kibuz. In Japan selbst fand in diesem Sommer die Landeskonferenz der Makuyas statt, die sich auch Neue Zionistische Bewegung nennen. Am Fusse des Hakuba-Berges in Japan versammelten sich Tausende von Anhängern. Der Platz wurde gewählt, weil Hakuba das weisse Pferd bedeutet. Die Vision vom weissen Pferde hat für die bibelfesten Japaner den Anklang an Sacharja 6, 3, den dritten Wa¬ Interesse am Judentum und am jüdischen Jerusalem gen, der mit weissen Rossen bespannt war, und natürlich auch an Offenbarung Johannis 6, 2, die Vision vom apokalyptischen Reiter auf weissem Ross, der mit Krone und Bogen geschmückt ist. An dem Treffen der viertausend am Hakuba-Berg nahm auch Usi Narkiss teil, freudig akklamiert: “Die Hand Gottes und Usi Narkiss haben die Jahrhunderte alte Prophezeihung erfüllt”. Hundertfünfzig Bibelstudenten aus der japanischen Gruppe haben in den letzten Jahren in Israel Hebräisch gelernt. In ihrer Gebetspraxis orientieren sie sich am Chassidismus, den sie durch Buber kennengelernt haben. Jahr um Jahr ziehen die Makuyas nach Jerusalem, um hier an der Westmauer zu beten. Im November 1971 kamen dreihundert und versammelten sich auf dem Berge Zion, wo sie ihre erste Jerusalem-Konferenz abhielten. Sie haben es verstanden, sich viele Freunde in Israel zu erwerben. Der Sohn des Gründers studiert gegenwärtig am Jewish Theological Seminary in New York, erhält also eine rabbinische Ausbildung, um noch tiefer in den Geist des Judentums eindringen zu können. Während die Makuyas in ihren blauen Jacken noch durch die Strassen Jerusalems ziehen, steht ein junger Mann mit langer Hippie-Haartracht, das Haupt mit einem Käppchen bedeckt und eine Kette mit einem Magen David um den Hals, an einer der belebtesten Ecken im Zentrum Jerusalems und verteilt schön gedruckte schwarz-rote Traktate: “Wann muss der Messias kommen?” Mit Hinweis auf Daniel 9, 26 verkündigt der Traktat, dass der Messias nach 62 Wochen ausgerottet wird ... freilich um dann in der Endzeit. wieder zu kommen. Lächelnd überreicht der junge Mann den Passanten seine Prophezeiung. Die meisten werfen sie achtlos weg. Einige ordentlichere Bürger warten damit bis zum nächsten Abfalleimer, nur ganz wenige beginnen im Gehen in dem Traktat zu blättern. Sozusagen aus Gründen des Selbstschutzes ist die Postfachnummer der betreffenden Missionsgesellschaft sorgfältig unkentlich gemacht.. . Der junge Mann, vermutlich ein amerikanischer Jude, hat ein unverwüstlich freundliches Lächeln, glaubt offenbar an diese Methode der Werbung. Wenige Schritte weiter überreichen Jeschiwa-Schüler in der unverkennbaren charakteristischen Tracht von Mea Schearim andere Handzettel. — Prophete rechts, Prophete links ... der Jerusalemer Passant in der Mitten. Jerusalem bliebt die Stadt der Propheten, hat ja auch eine Prophetenstrasse, Rechow Hanewiim, wo seit Jahrzehnten zahlreiche Sekten sich angesiedelt haben. Schalom Ben-Chorin Der nachstehende Bericht über einen Lehrvortrag in der Jüdischen Volkshochschule Berlin, den wir der Jüdischen Wochenzeitung, Düsseldorf, entnehmen, wird das Interesse unserer Gemeindemitglieder erwecken, und zwar nicht nur wegen der Person des Vortragenden, der über dreissig Jahre in der B’ne Jisroel als Rabbiner gewirkt hat, sondern auch im Hinblick auf die gedankenreiche Behandlung des Themas, (Die Redaktion) Einführung in das Judentum . Rabbiner Manfred Lubiiner in der JVHS Zum ersten Mal seit seiner Amtseinführung im März dieses Jahres war Rabbiner Lubiiner nun auch als Dozent der Jüdischen Volkshochschule zu hören. In den beiden ersten Vorträgen der Reihe “Der Abriss des jüdischen Jahres” behandelte er den Schabbat und zwei Wallfahrtsfeste (Pessach und Shawuot). Einleitend verwies er — angesichts der Grundfrage “Was ist Judentum?” — auf die Definition Franz Rosenzweigs, wonach Judentum ‘‘mit den Augen gesehen, mit den Ohren gehört und mit dem Mund geschmeckt” werde. “Der jüdische Katechismus ist sein Kalender”, meinte er und charakterisierte ihn als Rhythmus von Abend zu Abend, von Woche zu Woche (auf den Höhepunkt der Schabbatlesung hin) und von Monat zu Monat (auf den Höhepunkt des Jom Kippur hin). Den Schabbat bezeichnete Rabbiner Lubiiner als die “Unsterblichkeit des Judentums”. Entscheidend sei der Begriff des “Ausruhens”: Er enthalte einmal ein religiöses Moment (d.h. sein “Geheiligtsein” als Ausruhen Gottes von der Schöpfung — woraus sich das Verbot jeglichen ‘‘Produzierens” an diesem Tage herleite) und zum anderen ein soziales Moment (insofern er in dem Anspruch auf Ausruhen keinerlei Klassenunterschiede kenne). Mit diesem Recht zur Ruhe und dem damit verbundenen mitmenschlichen Verhalten verknüpfte er auch den weiteren inhaltlichen Sinn des Strebens nach Freiheit im Zusammenhang mit dem Auszug aus Ägypten. Abschliessend gab der Vortragende eine kurze Darstellung der Schabbatbräuche innerhalb der jüdischen Familie. Das Pesachfest schilderte Rabbiner Lubiiner als “Basis der jüdischen Existenz”, wobei er einen weiten Bogen der geschichtlichen Entwicklung von den Erzvätern bis zum Exodus als dem eigentlichen Ausgangspunkt des Pessachfestes schlug, mit dem die Formung jener “Masse Mensch” zum Volk Israel durch Moses begann. Sehr aufschlussreich war die Herausarbeitung bestimmter — die ganze jüdische Schicksalsgeschichte durchziehender — symptomatischer Erscheinungen und sich wiederholender Züge: zum Beispiel die Verbindungen zu Ägypten, die Heimkehr ins Land der Väter, die anfängliche Weigerung aller von Gott Gerufenen, diesem Ruf zu folgen (mit Ausnahme Abrahams), das Nicht-mehr-kennenwollen jüdischer Leistungen durch die Mächtigen, antijüdische Ausrottungsmassnahmen (Kindermord) u.a.m. Ausführlich besprach der Vortragende die — in verschiedenen Bezeichnungen sich ausprägenden — Bedeutungen des Festes, seine die Traditionskette fortsetzende Wiederholung der historischen Ereignisse, seine Symbole und Ordnungen sowie die Tatsache, dass Pessach ein Familienfest sei, in dem das Kind den Mittelpunkt bilde. In ähnlicher Weise deutete er Schawuot, das zwar nicht in der Bibel historisch begründet sei, in welchem aber die Rabbinen — neben dem Erntedank — dem Gedanken “Nicht Freiheit wovon, sondern Freiheit wozu” Gestalt verliehen hätten, um durch den steten Hinweis auf die Verkündung der Zehn Gebote die Menschheit vor Chaos und Anarchie zu bewahren. Beide Vorträge fanden bei der zahlreichen Hörerschaft grosse Zustimmung, die sich auch in vielen Fragen äusserte. Joachim March RELOJERIA STAR ELRY-FAJAS RUDI REINBERG - relojero Ahumada 312 - Local 28 Pasaje Agustín Edwards Teléfono 65505 Ropa Interior Fina SANTIAGO MONEDA 858 — FONO 716163