Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXV (1973)
- Issue
- 3 (Marzo, 1973)
- Date
- 1973-03-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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MARZO 1973 25 Eine folgenschwere Geschichtsfaelschnng In der Diskussion um Fragen betreffend den Vorderen Orient, ganz gleich ob sie mit Freunden oder Feinden, ja selbst wenn sie unter Juden geführt wird, tauchen immer wieder die Begriffe “palästinensische Flüchtlinge” und “Vertriebenenlager” auf. Kaum jemand ist sich darüber klar, dass er dabei gedankenlos einer der bedenklichsten Geschichtslügen Vorschub leistet: einer Lüge die nicht weniger folgenschwer ist, als dies Ritualmordes oder des Gottesmordes. Es gibt keine ‘‘palästinehsischen Flüchtlinge”, denn sie sind vor niemandem geflohen, sondern freiwillig abgezogen, und es gibt keine Vertriebenen, denn niemand hat sie vertrieben. Es gibt nur Palästinenser. Für diese geschichtliche Tatsache existiert eine Fülle von dokumentarischem Material — wahrscheinlich allzuviel für den Geschmack der arabischen Politiker. Hier einige Kostproben aus der Menge der Beweise: 1. Erklärung des Premierministers des Irak, veröffentlicht in der Presse von Bagdad am 15. 3. 1948, danach mehrfach über Radio Bagdad verbreitet: “Wir werden das Land mit unseren Gewehren reinigen und jeden Ort zerstören, wo Juden Zuflucht suchen. Die Araber sollen ihre Kinder ünd Frauen während der Gefahrenzeit in Sicherheit bringen. Danach wird das ganze Land ihnen gehören”. 2. Verlautbarung des Rektors der Universität Al Azhar, von der Pressein Kairo veröffentlicht am 18. 3. 48: “Wir werden die verbrecherischen zionistischen Banden ins Meer treiben 'und es wird nicht ein Jude mehr in Palästina bleiben. Damit unsere glorreichen Armeen ihre heilige Aufgabe erfüllen können, ohne Gefahr zu laufen, dass arabische Brüder ihrer Aktion zum Opfer fallen, ist es nötig, dass sie provisorisch das Land verlassen, damit unsere Soldaten ungehemmt das Ausrottungswerk vollenden können”. 3. Am 26. 4. 48 meldet die britische Polizei aus Haifa: von HUGO J. MEYERSTEIN “Die Juden machen alle möglichen Anstrengungen, um die arabische Bevölkerung zu überreden zu bleiben, ihren normalen Geschäften nachzugehen, ihre Läden offen zu lassen und davon überzeugt zu sein, dass weder ihre Existenz noch ihre Interessen in Gefahr sind”. Dieselbe Behörde meldet am 28. 4. 48: “Die Juden machen weiter Anstrengungen, die arahischa (Bevölkerung dazu zu bewegen, zu bleiben und weiter ihr normales Leben in der Stadt zu führen”. Am 16. 8. 48 schreibt Georges Hakin in der Beiruter Tageszeitung “Sada al Djanoub” schon etwas zurückhaltender: “Die Flüchtlinge waren sicher dass sie nicht lange aus Palästina abwesend sein werden und sie nach ein oder zwei Wochen wieder heimkommen können. Ihre Führer hatten ihnen versprochen, die arabischen Armeen würden die zionistischen Banditen sehr schnell ausrotten, und dass zur Panik ebensowenig Veranlassung war, wie dafür an ein langes Exil zu glauben”. 5. In einem eigenartigen Anfall von Wahrheitsliebe schreibt die jordanische Zeitung “Al Urdum” am 9. 4. 53: “Verantwortlich für die Flucht und die Aufgabe der Dörfer sind unsere Führer, da sie übertriebene Gerüchte über die von den Juden begangenen Verbrechen verbreiteten . . . Sie haben so lange die Angst in den Herzen der Araber geschürt bis diese weggingen und ihre Liegenschaften und ihr Eigentum dem Feind überliessen”. Die Reihe dieser dokumentarischen Beweise lässt sich beliebig verlängern. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang nochmals, dass einflussreiche Araber, wie der Ex-Bürgermeister von Gaza sich der Integrierung der Palästinenserlager widersetzen, da sie sie zu Propagandazwecken brauchen.^ Trotzdem brechen selbst wohlmeinende idealistische Menschen, wie Natalia Ginzburg (“Weltwoche” v. 27. 9. 72) in bittere Tränen über die armen vertriebenen Bauern und Hirten aus, die durch Israel das grausame Los des Lagerlebens erdulden müssen! Gewiss, niemand ist interessierter an dèr Liquidierung des Palaästinenser-Problems und der Auflösung der Lager, SUKKAMOBIL IN LONDON Die Mizwa kommt zu den Menschen Wie nun schon fast zur Tradition geworden ist, haben auch dieses Jahr wieder die Lubawitscher Chassidim dafür gesorgt, dass Patienten in vielen Krankenhäusern, Pensionäre in Altersheimen und überhaupt jüdische Menschen, die für sich allein wohnen, in die Lage versetzt wurden, zu Rosch Haschana das Schofar zu hören und am Sukkot den Lulaw zu schütteln. Für ¡Sukkot speziell war der Aufgabenkreis so gross, dass eine Liste von jugendlichen Freiwilligen angelegt wurde, gemäss derer jeder einzelne genau sein Wirkungsfeld vorgeschrieben erhielt; diese Liste sah fast wie ein “strategischer Plan” aus. So wanderten junge Menschen an den Feiertagen kreuz und quer durch London, um mit Schofar bzw. Lulaw und Etrog bewaffnet Spitäler, Heime und Wohnblocks aufzusuchen. Am Ende kamen sie müde und erschöpft zurück, mussten dann jedoch erst noch “Meldung erstatten”; und wer am meisten erreicht hatte, der war — wie beim Sedertisch — besonders lobenswert. An einer Strassenkreuzung in Nordlondon standen ältere Freiwillige, die nicht mehr so flink auf den Beinen waren, mit den Feststräussen in der Hand und forderten jeden vorübergehenden Juden auf (am Chol Hamoed auch, wer an der Haltestelle aus den Bussen stieg), die Mizwa des Lulaw-Schüttelns zu erfüllen; und wer es nicht auf offenem Bürgersteige tun wollte, wurde in die geräumige Gemeindesukka der Lubawitscher gebeten. Zusätzlich hatten man sich für dieses Jahr auch noch etwas Neues ausgedacht: Das Dach eines der Organisation gehörenden grossen Kombiwagens wurde vorher mit Hilfe einer Metallsäge entfernt und durch ein dünnes Holzgitter, plus “S’chach”, ersetzt, und an den Zwischenfeiertagen von Sukkot tat es Dienst als “Sukkamobil”. Jeden Tag befuhr es von Juden besonders dicht bevölkerte Vororte Londons, wobei über einen Lautsprecher auf Tonband aufgenommene chassidische Musik nebst einer englischen Erklärung der Bedeutung der Sukka in die Strassen, Vorgärten und Höfe ausgestrahlt wurde. als Israel, denn sie sind ein unerschöpfliches Menschenreservoir für Fedajin-Banden. Hier läge ein herrliches Aufgabenfeld für die Vereinten Nationen. Aber machen wir uns keine Illusionen. Die UN werden das Problem niemals aufgreifen. Die Lösung wäre zu konstruktiv. (“Semanario Israelita”) Das Prinzip war: “Wenn du keine Sukka hast, dann kommen wir zu dir, dazu bringen wir auch Lulaw und Etrog mit.” An jugendlichen freiwilligen für diese freie Fahrt durch London fehlte es verständlicherweise ganz und gar nicht. Hier zeigt sich so vor aller Augen, was “praktisches Judentum” bedeutet. William Stern, London Schreibt deutsch, aber klein! Keine grossen Buchstaben mehr in der Reform-Rechtschreibung Eines der Mitglieder des in den fünfziger Jahren gebildeten Arbeitskreises für Rechtschreibregelung, Hans Nessler, hat sich an den Deutschen Bundestag gewandt. Das Parlament soll prüfen, ob es die Einführung der Kleinschreibung empfehlen könne. Die Rechtschreibreform sei überfällig, meint Nessler und plädiert für “Kleinschreibung ohne Ausnahmen”. Damit ist er radikaler als seinerzeit der Arbeitskreis, der nur eine “gemässigte Kleinschreibung” — Das einzige Ensemble ausserhalb der Sowjetunion, das regelmässig in jiddischer Sprache spielt, das Staatliche Jüdische Theater Warschau, wird in diesem Frühjahr zum ersten Mal seit seinem New Yorker Gastspiel im Ausland auftreten und zwar auf einer Tournee durch die Bundesrepublik. Die Gastspielreise wird in Stuttgart beginnen; von da aus geht sie nach Tübingen, Hamburg, Bonn, Offenbach, Frankfurt, Essen, Krefeld, Köln und Gütersloh. Auf dem Programm steht das jüdische Volksstück “Traum über Goldfaden”, das im Alltagsleben einer kleinen jüdischen Stadt in Osteuropa spielt. Das Warschauer Jüdische Theater hat seine frühere Leiterin, Ida Kaminska, und einen Teil seiner Schauspieler weiter Grossbuchstaben am Satzanfang — verlangt hatte. Hessen, dessen offizieller Wahlspruch “Hessen vorn” lautet, soll sich an die Spitze der Reformwilligen setzen und die Einführung der Kleinschreibung vorantreiben. Das fordern drei hessische SPD- Landtagsabgeordnete. Danach soll die Wiesbadener Landesregierung “baldmöglichst” erklären, ob sie den Wunsch nach Einführung der Kleinschreibung unterstütze und bereit sei, unverzüglich mit Vorbereitungen zur Reform des Rechtsschreibeunterrichts an hessischen Schulen zu beginnen. Widerstand erwarten die Befürworter der Vollkleinschrift vor allem bei den Verlegern wegen der mit der Reform verbundenen Umstellung. Nessler rät, vorerst lediglich amtlich zu verfügen: “Erleichtert die Rechtschreibung dort, wo mit der Hand oder auf der Maschine geschrieben wird. Schreibt in Schulen und bei Behörden nach dem Vorbild der Fernschreiber nur noch Kleinschrift.” Zweifellos kann ein solcher Start eher zum Ziel führen als ein neuer Generalangriff gegen die traditionelle Schreibweise. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich Reformer zu Wort gemeldet. 1956 traten der Bundesminister und die Kultusminister der Länder auf den Plan: Der Arbeitskreis für Rechtschreibregelung wurde berufen und die Hoffnung auf eine Neuordnung geweckt. Nach zweieinhalb Jahren verabschiedete der Arbeitskreis endlich die “Wiesbadener Empfehlungen”, die sich zur Einführung der Kleinschreibung — mit zahlreichen Ausnahmen — bekannten. Doch eine als Abschluss gedachte internationale Konferenz in Wien kam nicht zustande. Die Schuld am Scheitern der Reform wurde damals der Schweiz und Österreich zugeschoben. H. Sch. (“Aufbau”, New York) eingebüsst, als sich Polen 1967 gegen Israel und “zionistische Tendenzen” wandte. Mit 36 zum Teil nichtjüdischen Mitgliedern arbeitet das Ensemble jetzt unter seinem neuen Leiter S. Szurmiej. . Anzeigen . bis 5. April Portugal 810 Tel. 222973 JOYAS FINAS “CASA LUFT” Pasaje Matte Local 911 Fono 380149 SUKKAMOBIL IN LONDON Warschauer Jüdisches Theater in der Bundesrepublik