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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-03-01 · 3 (Marzo, 1973) · p. Seite 23

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
3 (Marzo, 1973)
Date
1973-03-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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MARZO 1973 23 EDWARD G. ROBINSON (Fortsetzung von Seite 22) Weltsch konnte nicht voraussehen, dass der symbolische gelbe Fleck, naemlich das Judenschicksal, den mit Stolz zu tragen er aufrief, einmal konkrete Gestalt annehmen wuerde "etwa in Herzhoehe auf der linken Brustseite des obersten Kleidungsstueckes anzunaehen’’, wie es in der amtlichen Verlautbarung des Jahres 1941 hiess. WAS NUN? Fuer den einzelnen Juden jedoch bedeutete der 1. April 1933 eine persoenliche Tragoedie, und die Frage erhob sich, was nun. Die Frage ging im Kreis, in ganz Deutschland ging sie umher; sie ruettelte an den Haeusern, in denen die Familien sich versammelt hatten: sie klopfte an die Synagogen, in denen Menschen sich zum Gebet zusammendraengten; sie stand ploetzlich vor einsamen Verzweifelten, sie sprengte das Lachen aufgescheuchter Kinder; sie spannte den Revolver so manchen Mannes, der sein Lebenswerk vernichtet sah — eine blutleere Grimasse, ein furchtbarer Spuk, so ging sie an diesem Tag durch Deutschland. Zu den wenigen, die damals profetische Worte fanden, gehoert die unvergessliche Eleanore Rathbone, britische Parlamentarierin, Frauenrechtlerin, Humanistin, die am 5. April 1933 in Liverpool auf einer Protestgundgebung gegen die Ereignisse in Deutschland sagte: “Selbst wenn die Verfolgung der Juden jetzt aufhoeren wuerde, so hat sie bereits ihren Zweck erfuellt — allerdings einen anderen Zweck, als den, der den Nazis vorschwebte: sie hat die Welt gelehrt, in diesem “Temperamentausbruch” des deutschen Volkes eine ernste Bedrohung der Welt zu sehen. Vielleicht werden die gegenwaertigen Leiden der Juden die Menschen vor kuenftigen und noch furchtbareren Leiden bewahren — indem sie uns als Warnung dienen”. Ihre Warnung wurde nicht gehoert, und der Tragoedie der deutschen Juden folgte die Tragoedie der Welt — und kostete den furchtbaren Preis von 54 Millionen Menschenleben, die im Zweiten Weltkrieg umkamen. Der grosse Filmschauspieler Edward G. Robinson ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Unter diesem so natürlich klingenden Namen verbirgt sich der in Bukarest geborene Emanuel Goldenbaum, der sehr jung nach New York übersiedelte, wo er zur Schule ging und studierte: zuerst Rabbiner, dann Jura. Der Matrose im Weltkriege wurde dann Schauspieler. Ein wirkliches Beispiel zu Goethes “Ein Komödiant könnt einen Pfarrer lehren”. Er fing wie so viele grosse Schauspieler — u. a. Danny Kaye, Kirk Douglas, Paul Muni und sein Halbbruder Jacob Ben Ami — im Jiddischen Theater an. Ohne Erfolg. Er war schon 33 Jahre alt, als er im ersten der 100 von ihm gedrehten Filme spielte. Wieder mit wenig Erfolg. Der mit seiner hohen Stirn und seinem klassischen Profil brillant aussehende Robinson spielte natürlich Liebhaberrollen, was nicht sein Fall war. Erst im Theater bekam er grosse tragische und Charakter-Rollen (Shakespeare, Dostojewski, Ibsen, Shaw). Endlich erhielt er im Film die Gestalt, die er mit vielen Abwandlungen immer wieder neu schuf: den Gangster mit Kopf. Er boxte oder schoss gelegentlich seine Gegner nieder; doch meist war er Gehirn und Seele einer Verbrecherbande die Gewalt ausübte und Schrecken verbreitete. Er . spielte fast stets ohne Maske — der Bart in seinen letzten Lebensjahren war echt — und ohne wilde mimische Uebertreibung Trotzdem wirkte dieser ausgezeichnete Sprecher mit seiner gedrungenen Gestalt und seinem breiten ruhigen Gesicht so eindrucksvoll, dass man ihn sofort erkannte und nicht übersehen konnte, nicht einmal neben einem Weltstar. Er zeichnete fast immer Charaktere und war mitunter sogar ein geradezu humaner menschlicher Gangster. Der klassische Film-Gangster war privat eine Seele von Mensch, feind jeder Propaganda und fern jedem Skandal. Hochgebildet beherrschte er in Wort und Schrift 7 Sprachen, darunter auch Hebräisch. Weil er einst Rabbiner werden wollte, vor allem aber weil er begeisterter Zionist war. Ein Kunstkenner von hohem Rang benutzte er auf seinen Reisen jede freie Stunde, um Museen, Galerien und die Ateliers bedeutender oft schon weltbe¬ Dr. Lázaro Zurich MEDICO VETERINARIO Nuevo Fono: 2 3 9 3 1 8 rühmter Maler aufzusuchen denen er mit scharfem kritischem Blick Bilder abkaufte, die seine Bildersammlung zierten und weltberühmt machten. Die “Akademie für Kunst und Wissenschaft” von Hollywood, die aus Gewissensbissen schon Chaplin einen Ehren- “Oscar” verliehen hatte, wollte ihn am 27. März mit dem “Oscar” auszeichnen für seine “grossen Verdienste um die Filmindustrie”. Er wurde ihm schon früher, 10 Tage vor seinem Ableben überreicht: die wohl letzte grosse Freude seines Lebens. Wird die Akademie Greta Garbo oder auch von Dr. KARL KOST Marlene Dietrich oder Henri Fonda auszeichnen, bevor sie auf dem Totenbette liegen? Sie haben es mehr verdient als viele “Oscar”-Preisträger. Robinson hätte den Preis auch für sein' vorbildliches Privatleben verdient. Welcher grosse Filmstar war ein langes Menschenleben hindurch nur mit einer einzigen Frau verheiratet? Robinson war eben ein Schauspieler von Rang, ein kultivierter guter Mensch und ein vorbildlicher Jude. (Semanario ISRAELITA, Buenos Aires) Marc Chagall MARC CHAGALL 85 JAHRE ALT Das Werk des jüdischen Malers Marc Chagall gehört zur grossen Kunst unseres Jahrhunderts. Der in der polnischen Stadt Witebsk geborene Künstler feiert in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag. Sein Weg-führte ihn im Jahre 1910 nach Paris, das ihm zur zweiten Heimat geworden ist. Hier entstanden aus russisch-jüdischen Geschichten seine weltberühmten Bilder, Traumgemälde und Visionen, Hier wurde Chagall der Maler, der noch Engel malen konnte und der Menschen ekstatisch in den Himmel versetzte, und der Erfinder einer magischen Farbigkeit, deren Glanz zu seinem Kennzeichen wurde. Die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir hat Chagall zu einem Besuch Israels eingeladen. Die israelische Regierung wird den 85. Geburtstag des Malers zum Anlass nehmen, um eine Briefmarkenserie herauszubringen, auf der die 12 Stämme Israels abgebildet sind, wie sie Chagall auf die berühmten Fenster der Hadassah in Jerusalem gemalt hat. W. G. Wir bereden Sie unverbindlich bei der Zusammen- , Stellung Ihrer Reisen im In- und Ausland. ,Hotel Reserven - Ausfluege - Passagen' Guestige Zahlungsbedingungen SPORTSTOUR TEATINOS 304, TELS. 68832-83058-63100 Im “Israelistischen Wochenblatt”, Zuerich, vom 10. November 1972, erschien die nachstehende Notiz, die wir schon wegen der Einzigartigkeit des Falles unseren Lesern zur Kenntnis bringen wollen. (Die Red.) NUR NICHT SIE — HERR HICKS! Dieser Tage ist in der Hamburger “Welt” eine Zeichnung deren Karikaturen-Stars, des Herrn Hicks, erschienen, bei deren Anblick mir — und gewiss auch manchem anderen, der “im Bilde war” — das elementare Gefühl des Ekels hochgestiegen ist. Die Karikatur des Hauszeichners der “Welt” zeigte eine Bande von Fedajin, die den befreiten Terroristen der Olympia- Bluttat nach ihrer Ankunft aus der Bundesrepublik zujubeln. Das Bild trägt die Unterschrift: Demnächst holen wir uns alle Juden aus Deutschland! Nun sollte man wissen, wer dieser “Hicks” ist. Et war in den Nazijahren im ersten Schützengraben der Schreibtischtäter, die mit dem Zeichenstift im Dienste der Nazis den mörderischen Heiss gegen die Juden schürten, besonders in den Jahren des Zweiten Weltkrieges. Währnd der Besetzungszeit bekam ich fortlaufend den grössten Teil der reichsdeutschen Tageszeitungen und Wochenblätter in die Hand, um aus ihnen politisch nützliche Auszüge für die französische Presse des Widerstandes zu machen. Seither ist mir Hicks in lebendigster Erinnerung; die infamsten und hämischsten Karikaturen auf die Juden stammten von ihm. Das Verhalten der deutschen amtlichen Stellen in der tristen Affäre der Terroristen-Erpressung um die drei inhaftierten Mörder der Olympiade ist ein Kapitel für sich, und jeder kann über diese peinliche Angelegenheit seine eigene Meinung haben. Jeder hat das Recht zur Kritik, jeder, ausser einem, diesem unsäglichen Ex-Parteigenossen “Hicks”, der wenigstens so viel Anstand haben sollte, bei diesem delikaten Fall sein Talent im hintersten Schubfach seines Schreibtisches einzuschliessen. Juden und Nichtjuden dürften sich von dieser Anbiederung ohne Scham angewidert und voller Verachtung abwenden, auch wenn Herr Hicks, seinen jetzigen Honorar Verpflichtungen entsprechend, seine Weste umgekehrt hat. Kurt Kaiser-BlUth KONGRESSE IN ISRAEL Im Jahre 1973 werden in Israel achtzig internationale Kongresse stattfinden, zu denen insgesamt 40.000 Teilnehmer aus allen Ländern der Welt erwartet werden. Am 27. Dezember 1972 wurde das 65. Treffen der internationalen Zahnärztevereinigung, zu dem 400 Delegierte entsandt wurden, eröffnet. Im Jahre 1972 fände 65 Kongresse mit 35.000 Teilnehmern statt. IX MAKKABIADE IN ISRAEL Die vom 8. bis 19. Juli stattfindende IX Makkabiade ist in Vorbereitung. Der internationale Ausschuss für die Makkabiade wurde in Jerusalem von Staatspräsident Shazar empfangen. Der Ehrenvorsitzende des internationalen Ausschusses, Minister Yigal Allon, empfing die Kommissionsmitglieder in der Hauptstadt.

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