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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-03-01 · 3 (Marzo, 1973) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
3 (Marzo, 1973)
Date
1973-03-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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MARZO 1973 21 Libyens Praesident verhindert Einigung der Araber Von unserem Korrespondenten in Israel J.E. Palmon Der ungestüme, radikale Präsident Libyens Gadafi, der wegen des Ölreichtums seines Landes über viele Dollarmillionen verfügt, gewinnt immer mehr Einfluss auf die arabische Welt. Er möchte ihr Führer sein und hat seiner Einstellung offen Ausdruck verliehen: “Der grosse Staat Aegypten hat keinen Führer, und ich bin ein Führer ohne Staat”. Er versucht nun seine Führerbestrebungen mit wechselndem Erfolge in der gesamten arabischen Welt auszuprobieren, wobei er bisher nur fertig gebracht hat, dass alle arabischen Einigungsbemühungen Schriffbrüch erlitten. Die letzte Tagung der arabischen Verteidigungsminister endete mit dem Beschluss, ein neues vereintes Oberkommando auf asiatischem Boden unter Einbeziehung von Syrien. Irak und Jordanien zu schaffen. So sollte eine Ostfront zur Entlastung Aegyptens entstehen. Die Verteidigungsminister waren sich darüber einig, dass der ägyptische Kriegsminister General Ahmed Ismail Ali an der Spitze dieses Kommandos treten sollten. 'Sie gingen bei ihrer Resolution von zwei Voraussetzungen aus: eine Einigung mit dem bisher gemiedenen Jordanien muss erzielt werden, und in Zukunft sollen die regulären Armeen — und nicht die Untergrundverbände — im Vordergründe der arabischen Strategie stehen. Gegenüber den Vertretern der Palästinenser herrschte auf der Tagung zunächst Kühle, um nicht zu sagen feindselige Ablehnung, da die anwesenden Militärs (alle Fachleute) an den Wert des Untergrundkampfes nicht glauben. Libyens Verteidigungsminister verhinderte nach einem eiligen Telefongespräch seines Herren und Meisters Gadafi die Einigung gemäss den geschilderten Linien. Die sofortige Verständigung mit Jordanien wurde zurückgestellt, und statt dessen wurde eine blasse Resolution angenommen. dass ein Versöhnungsauschüss nach Amman fahren und dort eine Verständigung mit Jordaniens König zustande bringen solle. Inzwischen hat sich dieser Plan schon als illusorisch erwiesen, denn die Untergrundverbände wollen sich auf Einigung mit Jordanien nur einlassen, wenn sie im Staate Husseins wieder völlige Bewegungsfreiheit erhalten. König Hussein und seine Regierung haben dieses Verlangen jedoch bereits entschieden abgelehnt, wodurch der Versöhnungsmission der Boden entzogen wurde. Der Vertreter der radikalen Palästinenser auf der Konferenz der Verteidigungsminister Präsident Gadafi Abu Jusef triumphierte: ‘‘Die Minister wollten schon der allgemeinen Anerkennung Jordaniens zustimmen. Dem haben wir einen Riegel vorgeschoben”. GADAFI WILL KRIEG Nachdem Präsident Gadafi die Geschicke der Verteidigungskonferenz per Telefon dirigiert hatte, kam er selbst nach Kairo, um an einer Beratung der Präsidenten der drei Foederationsstaaten Ägypten, Libyen und Syrien teilzunehmen. Auch hier endete alles in Uneinigkeit. Zuerst nahmen die drei Präsidenten laut offiziellen Mitteilungen das Programm des Präsidenten Gadafi an, das Krieg und nur Krieg als Lösung des Mittelostproblems vorsieht. Auch seine strategischen Vorschläge wurden akzeptiert-aber nur grundsätzlich. Als es um Einzelheiten ging, kam es zu lärmenden Debatten zwischen Gadafi und dem syrischen Präsidenten Assad, der nicht sofort in den Krieg ziehen wollte. Auch nach Abschluss der offiziellen Föderationskonferenz blieben Gadafi und Asaad in Kairo, wo Sadat mühselig eine Verständigung zustande zu bringen versuchte. Diese war unbedingt notwendig, weil Gadafi bei jeder Gelegenheit seinen auf Geld begründeten Herrenstandpunkt herauskehrte. Syriens Staatschef Assad hatte nicht pariert, und schon hatte der libysche Präsident die Subventionen für Damaskus gekürzt, Sadat fürchtete, das Gleiche könne ihm geschehen (und der Nilstaat ist dringend auf die Gelder aus Libyen angewiesen), und daher suchte er kramphaft nach Verständigungsmöglichkeiten. Aber alles scheint vergebens gewesen zu sein: in einem Interview in einer libanesischen Zeitung erklärte Gadafi ganz offen, dass das neu gebildete arabische Oberkommando für die Ostfront nur eine leere Phrase sei und dass auch die Dreierföderation keinen Wert habe. Der Mann aus Tripolis setzt jetzt alles auf die Karte Fusion mit Ägypten und hofft wahrscheinlich eines Tages mit Hilfe der unzufriedenen Studenten und Soldaten eines Tages als Führer in Kairo einzuziehen, wo er einen Staat bekommen kann, der der Grösse seiner Wünsche entspricht. Der ägyptische Präsident Sadat hatte zwar bei der Dreierföderation alles getan, um bei Gadafi um gutes Wetter zu bitten. Zugleich hatte er sich durch erneute Annäherung an die USSR eine Absicherung nach anderer Seite sichern wolle. Der panislamisch eingestellte Gadafi hasst den Kommunismus und will die Verbindungen mit der UdSSR auf ein Minimum begrenzen. Die Ausweisung der russischen Be- •rater aus dem Nilstaat hatte er jubelnd begrüsst, aber Sadat war nach seinem letzten Besuch bei Marschall Tito zur Überzeugung gekommen, dass er nur mittels erneuter Annäherung an Moskau einen Ausweg aus seiner Krise finden könne. Monate lang hatte er den von ihm bitter gehassten sowjetischen Botschafter Winogradow (dem er die Abwendung der Russen von ihm zuschrieb) nicht empfangen. Dann liess er ihn zu sich rufen und bat ihn, eine Reise des politischen Beraters der ägyptischen Regierung Hafez Ismail nach Moskau möglich zu machen. RÜCKWEG NACH MOSKAU An sich hatte Sadat auf einen Besuch der russischen Führer in Kairo gewartet, jetzt bettelte er darum, dass sein Berater nach Moskau fahren könne. Die Russen liessen sich Zeit: es dauerte fast zwei Wochen, bis sie ihre Zustimmung zur Reise Hafez Ismails erteilten. Er fuhr nach Moskau und legte Aussenminister Gromyko die Wünsche der Regierung Sadat dar: Waffen und politiscshe Unterstützung. Gromyko musste ihn jedoch an höhere Stellen verweisen, und Hafez Ismail wurde zu allgemeiner Überraschung zu einer mehrstündigen Aussprache von Leonid Breschnew empfangen. Die Russen stimmten zwar in einer öffentlichen Erklärung wieder der ägyptischen Formel zu, dass Beruhigung im Nahen Osten bei vollständigem israelischen Rückzugmöglich sei, aber ob darüber hinaus Ägypten seine Forderungen durchgesetzt hat, ist zumindest zu bezweifeln. Bei Beginn der Föderationskonferenz in Kairo hatte Sadat erklärt, dass der Nahostkonflikt nur mittels Krieg eine Lösung finden könne. Dieser Ausschliesslichkeitstheorie stimmten die Russen sicher nicht zu, vielmehr rieten sie Hafez Ismail erneut, den UN-Vermittlef Dr. Gunnar Jarring einzuschalten, der als Botschafter Schwedens in Moskau, amtiert. Hafez Ismail suchte auch Jarring in Moskau auf-was bei der bisherigen Praxis Dr. Jarrings ein Novum ist, da er mit den beiden Seiten in Nahoststreit nur im Auslande verhandelt hatte. Einzelheiten über diese Besprechung wurden nicht bekannt gegeben. Aber es ist so gut wie sicher, dass Moskau auf internationaler Ebene eine Belebung der festgefahrenen Jarring-Mission verlangen will. Zwar traf inzwischen eine russische Militärmission in Kairo ein, um Ägyptens Wünsche zu untersuchen, aber das Ganze ist von den dringenden Kriegsforderungen der Radikalen in Ägypten und von der Einstellung Gadafis (der ausserdem antirussisch eingestellt ist) weit entfernt. Wie Sadat sich durch dieses Gestrüpp der Meinungen und Hindernisse hindurch winden wird, ist unklar. In Ägypten selbst stossen seine Erklärungen immer mehr auf Unglauben: “Wenn unser Präsident versichert, dass unsere Truppen heute schon zum Angriff instande sind, warum eröffnen sie nich die Feindligkeiten?” Und Gadafi, der erklärte Anhänger der Untergrundverbände, möchte den ganzen Krieg mit massierten Kräften nur von Syrien aus starten, weil er einsieht, dass die Überschreitung das Suezkanals ein sehr schwieriges Unternehmen ist. Davon will jedoch Präsident Assad nichts wissen, der fürchtet, seinen Staat einschliesslich der Hauptstadt Damaskus zu verlieren. Ebenso wie Sadat befinden sich die Führer der palästinensischen Untergrundverbände in einer wenig angenehmen Situation. Die Konferenz der Verteidigungsministerhat keine Änderung gebracht. Sie sind in einer dauernden finanziellen Krise und sind sich ausserdem über ihre Politik nicht einig. Der kürzlich zurückgetretene bisherige “Aussenminister” des Nationalrates der Palästinenser Haled Hassen ist gegen die Methoden des “Schwarzen September” und möchte zu einer politischen Lösung kommen, demgegenüber lobt der heutige “zweite Mann” der Palästinenser Abu Ayad den Schwarzen September, und viele meinen, dass er hinter dieser Organisation steht, wenn er dies auch nicht öffentlich zugibt. Dabei herrscht auch in den Reihen des ‘‘Schwarzen September” Demoralisierung und Müdigkeit -nicht zuletzt wegen der Gegenaktionendie das Terroristendasein im Auslande sehr gefährlich gemacht haben. Von der “Entscheidung” von der viele arabische Zeitungen dauernd schreiben, kann Keine Rede sein, aber auch die für 1973 erwartete neue amerikanische Friedensinitiative wird wegen der Uneinigkeit und wegen der bei den Arabern vorherrschender radikalen Tendenzen auf grosse Schwierigkeiten stossen. Demostrierende Libyer I 4" é yé-tií W '«Bar.

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