Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXV (1973)
- Issue
- 3 (Marzo, 1973)
- Date
- 1973-03-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 MARZO 1973 R undschau ENGLAND Eine recht eigentümliche Feststellung ist in London gemacht worden: Eine Reihe von Nichtjuden, die zu Gefängnisstrafen verurteilt werden, haben angeblich herausgefunden, dass es sich “lohnt”, wenn sie sich als Juden ausgeben! Dies wurde neulich von einem jüdischen Gefangenenbetreuer einem für das Gefängniswesen zuständigen Gemeindekomitee mitgeteilt. Diese Gefangenen wissen anscheinend, dass Juden einen Tag früher aus dem Gefängnis entlassen werden, wenn der Entlassungstag auf einen Schabbat fällt, und zwei Tage früher, wenn er auf einen jüdischen Feiertag fällt. Die Betreffenden berücksichtigen aber nicht, dass es für sie dabei Probleme und Komplikationen geben kann, beispielsweise bei Todesfällen oder auch bei ihrer zukünftigen Rehabilitierung, wenn sie wieder frei sind. Was die “wirklich” jüdischen Gefangenen betrifft, so sagte der Experte, ihre Zahl — bei etwa 300 männlichen und sechs weiblichen im ganzen Lande — sei in den letzten 20 Jahren konstant geblieben, während sich die Gesamtzahl aller Gefangenen in Grossbritannien in derselben Zeitspanne ziemlich genau verdoppelt habe. BELGIEN Zahlreiche jüdische Organisationen in Belgien protestierten in einem Telegramm an den Minister der niederländischen Kultur, Fr. Van Mechelen und an das Präsidium der Buchbörse in Antwerpen, die eine Ausstellung flämischer Bücher organisierte, gegen die Zuerkennung eines Preises für das Jugendbuch “Ali, de guerrillero”, von R. Swartenbroeckx, worin der arabische Terrorismus verherrlicht wird. Die jüdische Gemeinschaft fin- Max Wetzstein & Sohn Av. M. Montt 2656 Fono 43379 Neubeziehen mrf Umarbeitungen Modernste importierte Bezugsstoffe u. Inletts Parkas Acolchadas de Nylon Schlafsaecke Komme einmal im Monat nach Viña «. nehme Auftraege entgegen. det, dass es besonders schädlich ist, wenn ein solches Buch in die Hände von jugendlichen Lesern zwischen 10 und 15 Jahre kommt. Es ändere auch nichts daran, dass der Autor dieses Buches erklärte, dass er auch ein anderes Jugendbuch schreiben wolle, das den Auszug der Juden nach dem Kriege nach Israel erzählt. VOM WEIZMANN- INSTITUT Die Kruste der Erde in Israel und im Sinai wird bis auf eine Tiefe von 100 Kilometer zum erstenmal in einem fünfjährigen seismologisehen Forschungsprojekt untersucht werden. Das Projekt, dass von Prof. Ari Ben-Menachem, vom Weizmann Institut, geleitet wird, soll Einzelheiten über die Struktur der syrisch-afrikanischen Repression, die auch Israel1 durchläuft, ergeben. Das soll auch möglich machen, Erdbebenzonen in Israel aufzuzeichnen. Die Forscher führen im Golf von Elath, im Toten Meer und im Mittelmeer Unterwasserexplosionen durch; ähnliche Untersuchungen werden a,uch in der Arawa-Wüste und im Sinai angestellt. Schockwellen, die die Explosionen auslösen, werden von Seismographen aufgenommen, die die Intensität der Wellen und die Zeit die zwischen der Explosion vergeht genau vermerken. POLEN Erste jüdische Landeskonferenz seit Jahren Zum erstenmal seit der grossen Emigrationswelle nach den antisemitischen Kampagnen durch das Regime Gomulka hat die Sozial- und Kulturunion der polnischen Juden wieder eine Konferenz in Warschau abgehalten. 120 Delegierte haben 17 Organisationen der noch im Lande verbliebenen 80Q0 Juden vertreten. Mehrere Berichte haben an die schweren Jahre erinnert, die der letzten Versammlung gefolgt waren. Sie haben auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, sich in den polnischen Staat zu integrieren. Edward Raiber, der neue Präsident der Union, verfehlte es nicht, der Regierung Gierek zu danken, der jüdischen Gemeinschaft durch finanzielle Beiträge die Möglichkeit der Weiterexistenz gegeben zu haben. Die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung ist fortgeschrittenen Alters. Der Gemeinschaft fehlt es an religiösen und kulturellen Organisationen. Die Tätigkeit der Sozial- und Kulturunion wird vom polnischen Innenministerium streng überwacht. PARAGUAY Der Staatspräsident weiht die neue Jüdische Schule ein. Kürzlich wurde die Jüdische Schule in Asunción von Staatspräsident General Alfredo Stroessner, in Anwesenheit der gesamten Regierung, eingeweiht. Die Jüdische Schule, die den Namen “Estado de Israel” trägt, besteht aus einem dreistöckgien Haus mit grossen Klassenzimmern. Der Unterricht führt von der Kindergartenstufe bis zur achten Klasse. Es besteht die Absicht, jedes Jahr eine neue Klasse zuzufügen, damit die Schüler hier auch die Matura machen können. Selbstverständlich sind im Unterricht auch die jüdischen Fächer vorgesehen, wie z.B. Hebräische Sprache, Jüdische Geschichte, Religionsunterricht und Geographie Israels. Es muss unterstrichen werden, dass 95 Prozent aller jüdischen Kinder aus Asunción diese Schule besuchen. An der Einweihung durchschnitt Präsident Stroessner das symbolische Band, das aus den Farben Israels und Paraguays bestand. Anwesend waren neben den Regierungsmitgliedem die wichtigsten Heereskommandanten der Stadtpräsident und der Rektor der Universität Asunción. Der Staatspräsident wurde bei seinem Eintreffen vom Präsidenten der Jüdischen Gemeinde, Dr. Isaac Cegla, sowie vom israelischen Botschafter, Schlomo Z. Katz, empfangen. Der Gemeindepräsident wies bei diesem Anlass darauf hin, dass die Jüdische Schule dank der Freiheit, die die jüdische Gemeinschaft in Paraguay geniesst, errichtet werden konnte. Botschafter Katz unterstrich die Freundschaft zwischen den zwei Völkern und Staaten, deren Symbol der Wald Paraguay in Israel und die Schule ‘‘Estado de Israel” in Asunción sind. FRANKREICH Das erste Opfer war der Leutnant Dreyfus Vor dreissig Jahren fand die alliierte Landung in Nordafrika statt, auf die Hitler mit der Gesamtbesetzung Frankreichs antwortete. Die Fiktion einer “autonomen” Marionettenregierung im “freien Teil” Frankreichs war mit einer brutalen Geste des Führers hinweggewischt. Das französische Fernsehen hat der Landung in Nordafrika, die es als “den ersten Tag der Befreiung Europas” bezeichnete, einen sehr interessanten Abend mit bisher unbekannten Dokumenten gewidmet, auf dem führende Überlebende dieser historischen Stunde über die dramatischen Stunden dieser in die Geschichte eingegangenen Aktion berichteten. Das waren vor allem jene Militärs und Zivilisten der “France Libre”, die in Algier illegal am Werke waren und die Stunde der Befreiung vorbereiteten. In der Nacht, die dem Debarquement vorausging, versuchten die Kommandos der Gaullisten vitale Positionen wie die Präfektur und die Polizeikommissariate in die Hand zu bekommen, um es den regierenden Vichy- Militärs unmöglich zu machen, den landenden Amerikanern Widerstand zu leisten. Die Einnahme der visierten Positionen misslang, weil sich die Landung der Amerikaner verzögerte. Als die Amerikaner ausblieben, gingen die Vichy-Gtendarmen zum Gegenangriff vor und überwältigten die schwachen, schlecht bewaffneten gaullistischen Freiwilligen-Kommandos. Als erster fiel in diesem ungleichen Kampf auf gaullistischer Seite ein Jude, der Leutnant Dreyfus. Die Sprecher der Gaullisten von 1942 betonten, dass die Mehrheit der Bevölkerung in Algier hinter Vichy und der Kollaboration gestanden habe und der Résistance mit grosser Feindseligkeit entgegengetreten sei. France Libre war in Algerien eine kleine Minderheit. Es ist übrigens interessant zu erfahren, dass diejenigen, die später nicht laut genug “Algérie fran¬ çaise” schreien konnten, bis zur Landung für Vichy und seine Zusammenarbeit mit Hitler plädiert haben. “Aus der europäischen Bevölkerung kam uns praktisch sehr wenig Hilfe; es waren vor allem und praktisch allein die algerischen Juden, die in jeder Beziehung unseren Kampf mit allen Mitteln unterstützten”, erklärte einer der Führer der France Libre der Kriegsjahre. Kurt Kaiser-Blüth ITALIEN Hitlerfaschisten hetzen weiter Die Demonstrationen faschistischer Rechtsextremisten aus Anlass des 50. Jahrestages des Marsches auf Rom und der Machtergreifung durch Mussolini haben in Mailand zu Schlägereien und Schmieraktionen geführt. Passanten, die sich als Gegner .dieser Horden zu erkennen gaben, wurden niedergeschlagen und verletzt. An der Kunstgalerie Levi wurden Hakenkreuze und antisemitische Aufschriften angebracht, so u.a. “Juden ins Krematorium” und “Wir kommen wieder”. Den Slogans war die Signatur einer “San Babila Aktionsgruppe” beigegeben, einer Extremistenbande, die sich dem Vernehmen nach jeweils im San Babila-Quartier im Zentrum Mailands trifft. Mit diesen Ausschreitungen ist ein Höhepunkt in den antisemitischen Vorfällen der letzten Zeit — man denke an die Entweihungen von Synagogen in verschiedenen Städten — erreicht worden, die eine Bestürzung in den demokratischen Kreisen hervorgerufen haben. DIE ABENDUNIVERSITÄT IN TEL AVIV Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Tel Aviv hat sich bereits vor einigen Jahren als einzige die Aufgabe gestellt, Beamten und Angestellten die Möglichkeit der Vervollkommnung ihrer Ausbildung auf höherem Niveau in Abendvorlesungen zu bieten. Ihre 1965 eröffnete Abenduniversität hat sich seither zu einem Institut mit 700 Schülern und vier Fakultäten entwickelt. Die Abenduniversität, mit einem Treuhänderrat unter Vorsitz von Arje Dulzin und einem Senat unter Prof. Klinghoffer, erhält sich selbst aus seinen Einnahmen. Unterstützungsbedürftigen Studenten werden Schulgeld-Ermässigungen gewährt. Bisher fehlt noch die Möglichkeit der Verleihung akademischer Grade; um diese Erlaubnis soll demnächst beim Ausschuss für Hochschulbildung nachgesucht werden. Tornas Frendenberg .N Contador Agustinas 715 - Of. 407 Fonos 33230-33581 DR. JOSE FR0IM0VICH Especialista Vejez Avenida Bulnes 377 - Dep. 605 Teléfono 67176