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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-03-01 · 3 (Marzo, 1973) · p. Seite 18

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
3 (Marzo, 1973)
Date
1973-03-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 MARZO 1973 Murray Zuckoä: AMERIKANISCHE JUDEN - IN DER SICHT VON ISRAELIES Dr. Schüler 85 Jahre Vor kurzem hat der deutsche Jurist Dr. Alfred Schüler das 85. Lebensjahr erreicht. Dr. Schüler ist einer der hervorragendsten Rechtsanwälte auf dem Gebiet der Wiedergutmachung des nationalsozialistischen Unrechts und hat vielen Verfolgten zu ihren Entschädigungen verholten. Seit 17 Jahren ist er im Zentralbüro der United Restitution Organisation URO tätig und gilt mit Recht als deren “Kronjurist”, weil er auf Grund seiner umfassenden Kenntnisse der oft verschlungenen Wege des Wiedergutmachungsrechtes und seiner langjährigen Praxis zur Lösung der kompliziertesten Probleme herangezogen wird. Weit über die Bedeutung der Einzelfälle hinaus, ist Dr. Schüler an der Gesetzgebung und Weiterentwicklung des Rechts interessiert. Als regelmässiger Mitarbeiter der Fachzeitschrift “Rechtsprechung zur Wiedergutmachung” hat er sich grosse Verdienste um die Wegweisung der Judikatur erworben und seine Beiträge werden oft von Richtern und Anwälten als Präzedenzfälle in wichtigen Rechtsfragen zitiert. Dr. Schüler hat in Breslau studiert und später eine schwere Zeit als Emigrant in Spanien, Italien und den Vereinigten Staaten verbracht. Nach dem Krieg ist er nach Deutschland zurückgekehrt und hat sich in Frankfurt am Main etabliert, wo er seither tätig ist. Anlässlich seines 85. Geburtstages stand er im Mittelpunkt zahlreicher Ehrungen seiner vielen Freunde und Fachkollegen. E. E. TSCHECHOSLOWAKEI DIE PFLEGE DES PRAGER JÜDISCHEN ERBES IST EIN WAGNIS “Arme Juden in Amerika? Sie scherzen wohl!”, sagte eine junge israelische Journalistin und zeigte auf 'Touristen, die in einem eleganten Hotel in Tel Aviv ein- und ausgingen. — “Reiche amerikanische Juden betrachten Israel als ihre Kolonie und die Israelis als zurückgebliebene Eingeborene, die in einer höheren Kultur erzogen werden müssten”, meinte ein Taxifahrer, der neben dem Hotel auf Kunden wartete. — "Wenn es in Amerika arme Juden geben sollte, wie ist es denn möglich, dass Millionen von Dollars jedes Jahr hierher gespendet werden?”, fragte ein Ingenieur während einer Party im Hause eines erfolgreichen Geschäftsmannes in einem Villenviertel von Tel Aviv. Diese Äusserungen von Skepsis gegenüber einer ausgedehnten Armut unter den amerikanischen Juden und gegenüber deren aufrichtigen Sorge um Israel, zusammen mit einer gewissen Verachtung für “diese reichen Juden der USA”, werden in vielen Fällen von Israelis kundgetan, für welche arme Juden nicht sichtbar sind und für welche reiche Juden ein tägliches Phänomen sind. Es gibt sogar Israelis, die behaupten, dass amerikanische Juden, die in Israel einwandern und vorgeben, arm zu sein, dies nur mit dem Vorwand tun, entweder grosszügige Unterstützung oder Sympathie — oder beides — zu erlangen. “Wir haben unsere eigenen Probleme”, ist der vielgehörte Ausspruch des durchschnittlichen Israeli, auf die eigene Armut im Lande anspielend. So erklärte eine Frau, deren Gatte als Fabrikarbeiter 600 IL monatlich verdient: “Ich habe weder Zeit noch Kraft, über die Armut anderer nachzudenken. Meine eigene nimmt mich genug in Anspruch.” Ein Beamter in Jerusalem gab zu verstehen, dass viele Israelis sich der Existenz von armen Juden in Amerika wohl bewusst seien, es aber vorzögen, ’aus psychologischen Gründen anders zu denken. Damit halten sie ein Eine mit fragwürdiger Geschäftsüchtigkeit versehene Firma in Lafayette (Kalifornien) namens “Delta International” preist die Herausgabe einer Schallplatte mit Liedern der deutschen Wehrmacht aus dem Zweiten Weltkrieg und der Nationalsozialistischen Partei an. Auf der Werbekarte ist Hitler selber nebst einigen seiner Getreuen abgebildet. Die gleiche Firma ist ausserdem in der Lage, sehr gut erhaltene, authentische Flag- Gefühl aufrecht, sich auf jemanden ausser Landes verlassen zu können. Wenn sie eine gewisse Geringschätzung oder Verachtung zur Schau tragen, so ist dies, wenn auch übertrieben, doch ein wenig gerechtfertigt. Dina, eine gut ausgebildete Sabra aus der Mittelklasse, die jeweils eine wöchentliche Rubrik für eine führende Tageszeitung schreibt, richtete ihren Blick auf die Touristen und sagte: “Schauen Sie sie an. Sie prunken mit ihren Kreditkarten, Juwelen, Mietwagen. Sie geben in einem Tag mehr aus, als die meisten Israelis in einer Woche verdienen.” Sie wollte nicht einsehen, dass Touristen nicht der Masstab sind für den Lebensstandard eines ganzen Volkes, und dass mancher Tourist sich lange Zeit vieles abgespart hat, um Ferien machen zu können. Und umgekehrt: wenn man alle Israelis nach dem Aufwand von israelischen Touristen in den USA einstufen wollte, müsste man schliessen, dass es keine Bedürftigen in Israel gibt. Dina wollte es aber nicht zugeben und insistierte: “Ich missgönne ihnen nichts, wünsche aber, dass sie es aufgäben, mit ihrem Reichtum zu prahlen.” Das “Oh und Ah” Dov ist seit Jahren Taxifahrer. Er gesteht bereitwillig, dass sein Kontakt mit amerikanischen Juden sich auf Passagiere zwischen Hotel und Flughafen beschränkt. Er beschwert sich nicht so sehr über deren Reichtunm wie über das, was er geringschätzig als deren “Oh und Ah” bezeichnet: “Sie sehen uns durch ihre Dollarnoten, behandeln uns als arme Verwandte, geben uns Ratschläge und erzählen, wieviel Geld sie für diese oder jene Institution gespendet haben.” Dies, sagte Dov, sei ärgerlich genug. Aber was wirklich aufregend sei, sei das ständige Klagen über Mängel an Komfort, den sie zu Hause gewöhnt sind. “Als Touristen verlangen sie unmittelbaren Dank und Anerkengen der Wehrmacht zu nahrhaftem Preis anzubieten. Es würde uns wunder nehmen, was die amerikanischen Behörden in dieser betrüblichen Angelegenheit unternehmen, um den gewissenlosen Unternehmern das Handwerk zu legen, die mit ihrem Tun auch das Andenken an die über vierhunderttausend amerikanischen Soldaten beschmutzen, die ihr Leben dafür hergeben mussten, die Welt vom Nazi- Spuk zu befreien. nung. Und sogar die sich hier Ansiedelnden tun so, als ob sie Israel als ihr Eigentum kaufen wollten.” Arje, der schon zitierte Ingenieur, drückte die gleichen Gefühle aus, äusserte sie jedoch in einer gewählteren Form. “Für Ihre reichen amerikanischen Juden ist Israel die Antwort auf ein Schuldbewusstsein. Viele wurden erst nach dem Sechstagekrieg bewusste Juden und befürchteten eine neue Katastrophe. Sie fühlten sich schuldig, nichts oder zu wenig getan zu haben, um Juden zur Flucht vor dem europäischen Verhängnis zu verhelfen. Und jetzt betrachten sie Israel als ihr Land. Wir aber haben unsere Erde unter Einsatz des Lebens verteidigt, während jene in New York oder anderswo sassen.” Wir fragten ihn, ob denn nicht die materielle Hilfe aus den USA dazu geholfen habe, Spitäler, Schulen und Zentren zu bauen? Hierauf Arje: “Ja, aber ihre Hilfe an Israel ist ähnlich derjenigen, die weisse Liberale in den Staaten den Schwarzen im Süden geben. Sie nehmen an Demonstrationen teil, haben aber die Alternative, in ihre Heime im Norden zurückzukehren, während die Schwarzen sich weiter gegen feindliche weisse Nachbarn zu verteidigen haben.” “Sehen Sie”, sagte er weiter, “wir bebrüsSen die Hilfe der amerikanischen Juden, aber wir wollen nicht belehrt werden, wie zu leben ■— oder zu sterben. Wir wollen nicht eine Hilfe, die an ein Versprechen gekoppelt ist, die Welt und das Diaspora-Judentum nicht in Verlegenheit zu bringen. Kein Volk kann auf diese Art leben und Entscheidungen treffen.” “Dieses Gefühl”, fügte Arje hinzu, “ist ziemlich vorherrschend unter vielen Israelis, die mehr als materielle Beiträge und Ratschläge von Übersee erhoffen. Sollen sie hierher kommen und sich niederlassen, uns mit ihrer Geschicklichkeit und ihrem Können ergänzend! So ausge drückt: weniger Ratschläge und mehr Geld, aber noch besser grössere Alija und weniger Geld zur Besänftigung des Gewissens.” Lächelnd schloss der Ingenieur: “Ich selbst bin vor vielen Jahren aus New York auf Alija gekommen. Ich möchte es nicht anders getan haben.” (JTA/IW) RUDI JELEN Feine Goldschmiede Arbeiten Moderne Aenderungen Uhren-Reparaturen Staendige Auswahl von Schmucksachen Barmizwahgeschenke Edif. Pza. de Annas Local 136, (entrepiso). Eingang MONJITAS 878 Telefon 384865 Die Entlassung von Dr. Wilem Benda als Direktor des Staatlichen Jüdischen Museums in Prag dürfte nicht die einzige Änderung in der Leitung von Institutionen jüdischen Erbes sein, wie der Alt-Neu-Schul aus dem 13. Jahrhundert, des historischen Gemeindezentrums und des altehrwürdigen jüdischen Friedhofs, die alle unter der Schirmherrschaft des Museums stehen. Es scheint, dass die Verabschiedung Bendas, der lange Zeit, bis zum Ausschluss im Jahre 1970, Mitglied der Kommunistischen Partei gewesen war, auf dessen Weigerung zurückzuführen ist, die Präsentation der Ausstellungskostbarkeiten nach politischen, d. h. in diesem Falle “antizionistischen” Gesichtspunkten zu gestalten. Der Nachfolger im Amte ist Erik Klima, der die Aufgabe haben dürfte, im Zuge NOCH IMMER: 53 Medizinstudenten im vierten oder fünften Jahr ihres Studiums an fünfzehn Universitäten in acht verschiedenen Ländern der Welt wurden im Jahre 1964 von der damals neueröffneten medizinischen Fakultät der Universität Tel Aviv aufgenommen, um dort ihre Studien fortzusetzen und abzuschliessen. Acht Jahre sind seitdem vergangen und heute lernen an der Medizinischen Schule der Tel Aviver Universität mehr als 600 Studenten und nahezu 400 Dozenten unterrichten dort. Trotz widerder Säuberungen viele Mitarbeiter von Berida zu entlassen, die ihrerseits schon aus der Partei ausgestossen worden waren. Über 80 Prozent der rund 750.000 jährlichen Besucher des Jüdischen Museums waren Ausländer, der grösste Teil von ihnen aus dem Westen. Im Vorwort zu einem Führer durch die Ausstellung hatte Benda nachdrücklich unterstrichen, dass das Museum besonders der Pflege materiellen und geistigen Kulturgutes der jüdischen Bevölkerung und deren Bindung zu ihrer Umgebung gewidmet sei. Dr. Benda war eine treibende Kraft in der Wiederherstellung jüdischen Kulturlebens in der Tschechoslowakei nach der Beendigung der Naziokkupation im Zweiten Weltkrieg. Sei Weggang aus dem Jüdischen Museum wird — wenn auch nicht ausgesprochen — tief bedauert. sprechender Nachrichten, die zuweilen verbreitet werden, herrscht noch weiter ein Ärztemangel in Israel. Zwar nicht in den Grosstädten, wohl aber in Entwicklungsplätzen sowie in den Grenzsiedlungen des Landes. Eine grosszügige Spende einer amerikanischen Ärztefamilie in Höhe von drei Millionen Dollar ermöglicht es nun der Tel Aviver Universität, für die medizinische Fakultät ein raumgerechtes Gebäude zu errichten, das im Laufe des kommenden Sommers fertiggestellt sein dürfte. SIEG HEIL, SONGS OF THE THIRD REICH ÄRZTE MANGEL IN ISRAEL

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