Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 11 (11.1972)
- Date
- 1972-11-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 NOVIEMBRE 1972 ERNST SIMON Wir besitzen in Israel eine — leider! — schon recht umfangreiche Literatur, aus der die Stimme der Gefallenen unverfälscht zu uns spricht. Ihre Lebenszeugnisse, von ihnen und über sie, waren nicht zur Veröffentlichung bestimmt: erst das gewaltsam vorzeitige Ende ihres jungen Lebens hat sie allgemein zugänglich gemacht. Es handelt sich zum Teil um grosso Sammelschriften, oft in mehreren Bänden, mit meist kürzeren Beiträgen, und zum anderen Teil um Monographien, die entweder von den Eltern oder der Schule, dem Kibbuz, der Bewegung des Heimgegangenen betreut wurden. Eine wissenschaftliche Bearbeitung dieses Schrifttums, unter psychologischen, pädagogischen, vor allem aber charaktcrologischen Gesichtspunkten, steht noch aus. Sie würde uns ein Teilbild der israelischen Jugend zeigen, das auch als solches geeignet wäre, manche geläufig gewordene pessimistische Verallgemeinerungen heilsam zu ergänzen und zu berichtigen. Auch hier allerdings wird man sich vor der umgekehrten Verallgemeinerung, der optimistischen, zu hüten haben, denn es wird wohl stimmen, dass der Krieg die negativste aller Auswahlen trifft. Auch heute sterben nicht gerade die 'Schlechtesten den Soldatentod, was natürlich nichts gegen die überlebenden aussagt. Solcher melancholischen Betrachtungen wird sich kaum ein Leser der beiden Schriften erwehren können, die den Namen von Meir Menachem Rotschild tragen. Er ist Ende Januar 1968 mit 21 Jahren während einer Reserveübung gefallen, als er einen auf der Allenby-Brücke aus dem Hinterhalt heimtükkisch angeschossenen Kameraden zu retten versuchte. Die erste Schrift über “Die Chaluka als Ausdruck der Beziehung des Diaspora-Judentums zur jüdischen Bevölkerung von Erez Israel in den Jahren 1810 — 1860” erschien 1939 bei Rubin Mass (Jerusalem). Das kleine Buch, selbstverständlich in hebräischer Sprache verfasst, bringt nach einem kurzen Vorwort der Eltern, Handassa und Dr. Jakow Rothschild, zunächst drei Einführungen und Charakterisierungen des Verfassers und seiner Arbeit: von dem verstorbenen Professor J. J. Rivlin, Professor Hillel ben Sasson und Dr. David Kolib, der die Arbeit im Aufträge des Erziehungsministeriums zu beurteilen hatte und sie nach Lektüre, zusammen mit dsn anderen genannten Gelehrten, nach entsprechender Erweiterung zur Veröffentlichung empfahl. Sie war als Jahresarbeit im Fache der jüdischen Geschichte von dem kaum achtzehnjährigen Abiturienten eines der Jeschiwa-Gymnasien der religiös-nationalen Jugendbewegung “Bne-Akiwa” verfasst worden. Meir Rotschild war schon in jungen Jahren eine zentrale Figur in der Führerschaft dieses chaluzischen Bundes und gleichzeitig ein sehr begabter Talmundjünger und angehender Geschichtsforscher. Dass er sich gerade dieses Thema gewählt hat, und die Art, wie er es behandelte, weist auf die seltene Synthese hin, die sich in ihm verwirklichte. Im allgemeinen erweckt das Wort “Chaluka” negative Assoziationen, selb! bei einem Teil der gesetzestreuen, aber zionistischen Jugend. Meir Rothschild geht fast mit der Objektivität eines reifen Gelehrten an seine Aufgabe heran “Fast” — denn er hat natürlich eine Voraussetzung, ohne die er seinen Gegenstand gar nicht ins Blickfeld bekäme: dass nämlich der jüdische Aufbau des Landes Israel zugleich eine religiöse und nationale Verpflichtung ist. Unter diesem einheitlichen Doppelgesichtspunkt untersucht er eine Institution, die allzu häufig, auch von ihren Anhän- WIE WEIT IST ES GEKOMMEN? Das Philharmonische Orchester Israels, das auch in Buenos Aires vor kurzem einen aussergewöhnlichen Erfolg hatte, konzertierte vor 2700 Menschen im Kennedy-Center in Washington. Unter den Anwesenden befand sich der demokratische Präsidentschaftskandidat Mc Govem und Dr. Henry Kissinger, der den Präsidenten Nixon vertrat, der Aussenminister William P. Rogers und der israelische Aussenminister Abba Eban. Puer dieses musikalische Ereignis waren Vorsichtsmassnahmen wie noch nie vorher in Washington getroffen worden. Das Publikum erhielt mit dem Programm eine Mitteilung, dass alle Sicherheitsmassnahmen getroffen worden seien, aber die Mitarbeit aller Anwesenden erbeten werde. Sollte jemand etwas verdächtiges wie ein Paket oder auffälliges Benehmen eines Anwesenden bemerken, so solle er die Hand erheben und ein Sicherheitsoffizier wuerde eingreifen. Ausserhalb des Konzertsaales waren berittene Polizei und Streifenwagen vor allen Eingängen postiert, während im Saal selbst Kriminalpolizei verteilt war. Alle mussten ihre Garderobe abgeben und in der Pause durfte niemand das Gebäude verlassen oder betreten. Wirklich: weit ist es gekommen! (Semanario Israelita, Buenos Aires) gern, nur als wohltätige Anstalt betrachtet wurde. Das war sie zwar, aber zugleich eine Sache der Propaganda von Erez Israel aus, wie der religionsgesetzlichen, z.T. auch kontroversen Begründungen durch die rabbinischen Führer im Ausland, und schliesslich der volkstümlichen Reaktion der dortigen Juden auf diese beiden Arten der Einwirkung. Sie werden quellenkritisch zunächst voneinander geschieden und dann, historisch, in ihrer Wechselwirkung wieder miteinander verbunden, so, wie sie sich im Leben der jüdischen Gemeinden ausgewirkt haben. Eine erstaunliche Erstlingsschrift! Ein Leuchtender Mensch Das zweite Buch, ebenfalls von den Eltern herausgegeben, ist eine wohl dokumentierte und illustrierte Geschichte dieses kurzen und erfüllten Lebens. Es trägt, ebenfalls auf hebräisch, den in der Überschrift dieses Artikels übersetzten Titel. Selten wurde ein. Werk zutreffender bezeichnet. Hier ist wirklich ein Licht erloschen, und der “leuchtende” Name von Meir ist von ihm in jedem Lebensalter zur Wahrheit gemacht worden. Die grosse Traditionen haben ihn gebildet: Lehre und Leben des gesetzertreuen Judentums; europäischer Humanismus: israelisches Pioniertum. In einem anderen Elternhaus, unter weniger günstigen geistig-sittlichen Bedingungen des Aufwachsens, und, vor allem, bei minder hohen persönlichen Anlagen wäre die seltene Harmonie dieses Dreiklangs nicht erreicht worden. J Es gehört zu den bedrükkendsten Beobachtungen, die manche von uns in Israel machen müssen, wie schnell die besten Überlieferungen unseres Glaubens, unserer Allgemeinkultur, unserer frühen zionistischen Antriebe sich im Lande verwischen, trüben oder gar in ihr Gegenteil verkehren. Hier einmal war es umgekehrt. Dieser junge Mensch empört sich, wie seine Kriegskameraden bezeugen, wenn irgend einer von ihnen sich auch nur ein Andenken als “Beute” mitnehmen will. Er achtet genau darauf, dass keine überflüssige Grausamkeit geschieht, dass keinem Gefangenen etwas Unnötiges zugefügt wird. “Die Vorgesetzten wissen, dass er in seiner Seele kein Soldat ist, und dass er vor dem Heeresleben zurückschreckt, aber sie stehen in Verehrung vor seinem Willen, seine Pflicht mit höchster Wirkung und Hingabe zu tun”. (S. 46.) Die Kameraden haben viel davon zu erzählen, wie sich “seine Gestalt als ein religiöser Kämpfer, der von sittlichen Grundsätzen geleitet wird, offenbart”. (S. 58) Er erschrickt, wenn er Beobachtungen machen muss, die das Kriegshandwerk als Assimilation nach unten zeigen. Er versucht, in jeder Situation ein Jude zu bleiben, dem die Ehre und das Glück gewährt wurden, die Thora leben, zu dürfen. Welch ein Leid, dass dieser leuchtende Mensch nicht mehr da ist! Welch ein Trost, dass es ihn gegeben hat! Neulich hatte ich einen kleinen Beweis dafür, dass er auch ausserhalb seiner Familie und seiner Kameraden im Heer, im religiösen Kibbuz, solange er ihm angehörte, und auf der Universität unvergessen ist. Mich besuchte ein junger Abiturient. Sohn religiöser Einwanderer aus Amerika und Angehöriger einer religiösen Siedlungsgruppe, der jetzt auch Soldat ist. Auf meinem Schreibtisch lagen die beiden Bücher von und über Meir Menachem Rothschild. Er wunderte sich, sie bei mir zu finden: "Ich kenne sie; bei den ‘Bne Akiwa’ lesen wir daraus”. , Wir bereden Sie unverbindlich bei der Zusammen-, Stellung Ihrer Reisen im In- und Ausland. i Hotel Reserven - Ausfluege - Passagen t Guestige Zahlungsbedingungen SPORTSTOUR TEATINOS 340, TELS. 68832-83058-63100 DR. JOSE FR0IM0VICH Especialista Vejez Avenida Bulnes 377 - Dep. 605 Teléfono 67176 AUS ISRAEL Der Kibbuz Jotwata hat die erste elektronische Bewässerungsanlage des Landes für 500 Dunam Boden in Benufr zung genommen. Im Gebiet des Hermon wird ein neues Ski-Gelände mit Ski-Lift erschlossen. Im Flughafen Lod wurden weitere 150 Gepäckwagen zur Selbstbedienung eingestellt. In der Jerusalemer Altstadt wurde ein dreistöckiges Touristenzentrum mit Selbstbedienungs-Gaststätte für 200 Personen in Betrieb genommen. Ein israeliches Leih-Unternehmen vermietet Wohnwagen, die an jedes Auto angehängt werden können, mit kompletter Einrichtung. El Al führte in den Sommermonaten 1686 Flüge für Touristen durch, 1970 waren cs 1524. In der Eschkol Experlmentier-Farm dcc. Volcani-Instl tuts (Beer Schewa) wurden das erste Mal in der Welt Kartoffeln im Winter geerntet. In der gleichen Farm wurde eine neue Sorte Erdbeeren entwickelt, die besonders viel natürlichen Zucker enthalten. Die Regierung von Südafrika erhielt Israels Zustimmung, in Tel-Aviv ein General-Konsulat zu eröffnen. Eine israelische Gesellschaft entwickelte den billigsten elektronischen Apparat zur Kontrolle von “Her» Schrittmachern”; der Apparat ermöglicht sogar telefonische Kontrollen des Arztes •— er kostet $ 695.—, 600 Stück wurden bisher ins Ausland verkauft. Anlässlich einer Untersuchung über das Gewicht von Lebensmittelprodukten wur de festgesteilt, dass die Fabrikanten auf genaues Gewicht achten, nach der Verpackung jedoch von dem ai> gegebenen Gewicht bei 65% 4 bis 30 Gramm fehlen. Die Gesellschaft “Africa- Israel” errichtet 1300 Wohnungen zwischen Savion und Kiriat Ono unter dem Namen “Giwath Savion”. Laut Mitteilung des Religionsministers erhielten seit Staatsgründung 812 Männer dis Erlaubnis, eine zweite Frau zu ehelichen. Das Büro des Ministerpräsidneten hat beschlossen, einen Fonds von IL 100 Millionen für die Einordnung von Neueinwanderern zu schaffen. SLUMS IN TEL AVIV Nach Feststellungen des Vizebürgermeisters Amiad von Tel Aviv lebt jeder dritte Tel Aviver unter schlechten Wohnbedingungen. Etwa 28 000 Familien mit rund 130 000 Personen leben in dieser israelischen Grosstadt in eigentlichen Slums. Amiad forderte eine Verbesserung der Baugesetze, die mit der Lösung der eigentlichen sozialen Probleme parallel gehen müssen.