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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-10-01 · 10 (10.1972) · p. Seite 14

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
10 (10.1972)
Date
1972-10-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 OCTUBRE 1972 Keine “Sexplosion” in Israel EMIL ORLIK WIEDERENTDECKEN Die Mütter in Israel können ruhig schlafen. Eine Umfrage des “Institut für Angewandte Soziologie” bei 1964 Schülern von Gymnasien und Fachschulen in den Grosstädten ergab, dass 75 Prozent der Befragten keine praktischen sexuellen Erfahrungen hatten. Selbst unter den 17-19 jährigen pflegten nur 19.4 Prozent der Jungens und 12.7 Prozent der Mädchen Geschlechtsverkehr. Auch die Mehrzahl der “festen Paare” begnügte sich mit weniger drastischen Zärtlichkeiten. Doch auf die Frage, wann nach ihrer Meinung junge Menschen mit sexuellen Beziehungen beginnen sollten, antworteten die Jungens mit 17 Jahren und die Mädchen mit 1814. Als bestes Heiratsalter sehen die Jungens im Durchschnitt 24.5 Jahre, die Mädchen 21.6 Jahre an. Nur 14 Prozent waren für “freie Liebe” ohne feste Bindungen. Die religiösen Kreise sind gegen Sexualerziehung. Der “Eros”-Laden in Jerusalem musste schliessen, nachdem Studenten der Yeschiwot dort von morgens bis Geschäftsschluss demonstrativ gebetet hatten; der “Eros”-Laden in Tel-Aviv wurde von orthodoxen Fanatikern ausgebombt, konnte aber wieder öffnen. Die Frau eines angesehenen Rabbiners erklärte, wenn ihre Tochter durch ausserehelichen Verkehr schwanger werden sollte, würde sie sie wie eine ansteckende Kranke behandeln, denn ihr Beispiel könnte andere verführen. “Trotz aller Schwierigkeiten ermutigen wir sexuelle Aufklärung in den Schulen”, beantwortete Erziehungsminister Allon eine parlamentarische Interpellation,- bestritt jedoch die Behauptung in einem Jerusalemer Gymnasium würde im Bibelunterricht gelehrt, dass die Liebe, die David mit Jonathan verband, homosexueller Natur war. Ueberrasehenderweise herrscht in den Mittelklassen (13-15 Jahre) ziemliche Unwissenheit darüber, was eigentlich genau unter “sexuellen Beziehungen” zu verstehen ist und ob Küsse, Umarmungen und andere physische Kontakte bevon Herbert Frceden (Jerusalem) reits in diese Kategorie fallen. Jugendliche aus sozial höheren Kreisen haben früher sexuelle Erfahrungen als die den sozial niedrigeren Gruppen. Hingegen sind gerade diese mehr an sexueller Aufklärung interessiert. Zur Frage, wer sich am besten für diese Information eignet, sprachen sich nur 13 Prozent für die Eltern aus; die Mehrheit zieht Aufklärung durch die Schule, Aerzte und Psychologen vor. Anders liegt die Situation in den Kibbuzim. Aus einer Umfrage unter 800 Jugendlichen in Kollektiv-Siedlungen geht hervor, dass Sexual-Erziehung dert ernster genom-' men wird und dass die jungen Menschen sich mit ihren Sexualproblemen an ihre Eltern oder an andere erwachsene Kibbuz-Mitglieder wenden. Im Gegensatz zur Stadt besteht hier ein Vertrauensverhältnis zwischen Kindern und Eltern. Je stärker die einzelnen Kibbuzim ideologisch verankert sind — wie etwa die des linkssozialistischen Hashomer Hazair — desto mehr lehnen sie jede Art der Promiskuität ab. Aber so romantisch sie über die Liebe denken, so praktisch und realistisch werden sie, wenn es zur Eheschliessung kommt. Auch die Soldatinnen der israelischen Armee haben ihre fraulichen Probleme, und die offizielle Antwort auf die Frage “Erhalten sie die Pille?” heisst nein. Wenn ein Mädchen schwanger wird, muss sie den Heeresdienst verlassen, gemäss der Weisung, dass die Armee keine schwangeren Soldatinnen in ihren Reihen duldet. Soweit die offizielle Stellungnahme. Praktisch sieht die Sache jedoch menschlicher aus. Die Mädchen erhalten Aufklärung, wie man Schwangerschaft verhüten kann und wer den Arzt um die Pille ersucht, erhält das Rezept auf dem Dienstwege. Um schwangere Soldatinnen kümmert sich der Wohlfahrtsoffizier des Frauenkorps, und ob ein Mädchen nachhause geschickt wird oder in ein Heim oder zu Pflegeeltern, hängt von den häuslichen Umständen seiner Familie ab. Eine Ausstellung und ein Buch erinnern an den Maler und Graphiker. Von Joachim Hemmerle (Mannheim) Wer den gebürtigen Prager, den in Berlin lehrenden Professor Emil Orlik (1870-1932) wiederentdecken oder kennenlemen wollte, musste sich in die Bundesrepublik Deutschland begeben. Zum 40. Todestag des Malers und Graphikers zeigte das Schloss- Museum in Lichtenberg (Odenwald) eine Orlik-Ausstellung. Was den Odenwald mit Orlik verbindet? Recht betrachtet nur sein Biograph Dr. Friedrich Wilhelm Pauli, der dort lebt und eine bedeutende Privatsammlung besitzt. Jüngst liess er zudem im Darmstädter J. G. Bläschke Verlag einen Bildband “Emil Orlik — Wege eines Zeichners und Grafikers” erscheinen. Warum gerade jetzt Orlik? Die Frage ist zu stellen, gibt es doch in der aktuellen Diskussion wenig, was auf ihn weist, einen Mann, der —■ vom Publikum anerkannt — ohne grosse Zugeständnisse an seinerzeit aktuelle Strömungen arbeitete. Die Kritiker hingegen waren uneins, ob sie die psychologische Beobachtungsgabe, den Reichtum seiner Techniken, die Fähigkeiten Orliks als Lehrer an der Lehranstalt des Kunstgewerbemuseums würdigen oder, wie Wilhelm Hausenstein, ein nach allen Seiten greifendes, sicher raffiniertes, aber wahlloses Eklektikertalent konstatieren sollten, das bald japanische Motive, bald gotische in eine etwas kunstgewerbliche Manier übersetzt habe. Auf die Frage “Warum gerade jetzt Orlik?” könnte man jedoch auch mit der Gegenfrage antworten: “Warum eigentlich nicht?” Es besteht keine Ursache, ein grosses, vielseitiges Talent weiter der Vergessenheit anheimfallen zu lassen, aus der ihn auch die Gedächtnis-Ausstellung zum 100. Geburtstag im Duisburger Wilhelm-Lehmbruck-Museum 1970 nicht gerissen hat. Dass Orlik dem Blick entglitt, hat vor allem folgende Gründe: Nach dem Tod des Künstlers hatte sein Bruder Hugo 1932 das Erbe nach Prag mitgenommen, wo es eingelagert wurde. Die meisten Mitglieder der Familie kamen während der deutschen Besatzung im Konzentrationslager ums Leben, und erst 1967 kehrte ein Teil des Nachlasses in die Bundesrepublik Deutschland zurück. Friedrich Wilhelm Pauli erwarb erst jüngst drei Porträts aus Prag: das Bildnis der Lyrikerin A. von Nathusius, im Trübner-Stil, ein Friedrich-Ebert-Bild sowie ein Walther-Rathenau-Porträt, die beiden letzten sind repräsentative Werke. Alle drei wurden seit 40 Jahren erstmals wieder gezeigt. Ein Gang dui*ch die Lichtenberger Ausstellung offenbarte den vielseitigen Künstler, der mit Werken aus 45 Schaffensjahren vorgestellt wurde: Ein frühes Bildnis im Jugendstil hing neben einem expressionistischen der Tilla Durieux. Man sieht, Orlik lässt sich stilistisch schwer festlegen, und er hat viele Techniken ausprobiert. Noch als Dreissigjähriger ging er in Japan zur Lehre: Lithografien, Radierungen, Tusche-, Kohle- und Kreidezeichnungen sowie Bleistiftarbeiten waren vertreten. Diese Bilder erreichen immer dann bezwingende künstlerische Aussage, wenn sich Orliks Beobachtungsgabe dem Menschen zuwendet, dessen Verhalten in bestimmten Situationen er allgemeingültige oder symbolische Seiten abgewinnt, so in der Serie “Zuschauer”, ob beim Kamelrennen, bei Vorträgen oder im Theater. Ergänzend waren in Lichtenberg Skizzen der Heidelbergerin Hanna Nagel zu sehen, die sie kurz vor dem Tod ihres Lehrers Orlik aufs Papier brachte. Emil Orliks Reisen nach Afrika, Asien und Amerika werden in zahlreichen Strassenszenen und Begegnungen mit Menschen belegt. Im übrigen folgte die Ausstellung den Stationen, von der böhmischen Heimat — mit den ersten Bildern des jungen Orlik — bis zu seinem Wirkungsort Berlin, wo er die Grossen seiner Zeit traf: Albert Einstein zum Beispiel. Orliks Sinn für Komik hat um die Jahrhundertwende Walter von Zur Westen in einem Band über “Exlibris” erkannt, als er schrieb: "... er liebt nicht den feierlichen Emst, die würdevolle Steifheit; er zieht ein iröhliches Lachen vor.” Zugleich wird Orlik als Exlibrist allerersten Ranges gewürdigt, auch hierfür bot Lichtenberg Beispiele. Denn Orlik war nichts zu gering. Mit dem Blick des Künstlers verstand er es, scheinbar Nebensächliches zum Mittelpunkt poetischer Reflexion werden zu lassen. Es gilt, dieses Angebot zu entdecken und zu bewahren. Relojería Star RUDI REINBERG - relojero Ahumada 312 - Local 28 Pasaje Agustín Edwards Teléfono 65505 SANTIAGO PERFUMERIA ROSE LTDA. Monjitas 873 - Local 561 Fono 381448 Kiriat Arba, ein neues Quartier von Hebron, im Entstehen » Ä* iÿftlflll KIRJAT ARBA BEI HEBRON “Kirjat Arba” ist der alte biblische Name der Stadt der Patriarchen — Hebron, welche die erste Hauptstadt des Königreiches von David war. Sie wurde seit eh und je zu den vier heiligen Städten des Landes gezählt, weil sich in Hebron die Höhle Machpelah, die Begräbnisstätte der Erzväter und Erzmütter, befindet. Viele Jahrhunderte lang hatten dort grosse jüdische Gemeinschaften, aschkenasische sowohl als auch sefardische, geblüht, und als in den zwanziger Jahren die weltberühmte Jeschiwa von Slobodka nach Erez Israel übersiedelte, wurde sie in Hebron wieder errichtet. Nachdem 1929 die jüdische Bevölkerung Hebrons von den Arabern massakriert wurde, betrat kein jüdischer Fuss mehr die Stadt, bis sie dann von der Verteidigungsarmee Israels im Sechstagekrieg befreit wurde. Seit damals können Juden wieder ungehindert zu den Gräbern der Erzväter und Erzmütter pilgern — die sie seit der arabischen Eroberung Palästinas nicht hatten betreten dürfen. Eine Gruppe junger Männer und Frauen beschloss, sich in Hebron, das so eng und stark mit der Vergangenheit des jüdischen Volkes verbunden ist, niederzulassen. Nach der Überwindung verschiedener Hindernisse und Schwierigkeiten, denen nicht zuletzt politische Erwägungen zugrunde lagen, wurde schliesslich “Kirjat Arba”, ein neues jüdisches Viertel, das auf einem Hügel über der Altstadt von Hebron liegt, erbaut. Es wohnen dort bereits etwa hundert Familien; es ist nicht leicht für sie, eine wirtschaftliche Existenzgrundlage zu finden, aber auch in dieser Hinsicht wurde schon ein erheblicher Fortschritt erzielt.

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