Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 9 (9.1972)
- Date
- 1972-09-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 SEPTIEMBRE 1972 Am Altzl Weit “UNTEE UNO-UEBER- WACHUNG” Der Bürgermeister der Stadt Gasa, Raschad Said al- Schäuwi, hat vorgeschlagen, alle von Israel eroberten arabischen Gebiete unter vorläufige UNO-Überwachung zu stellen. Die arabischen Einwohner sollten dann selbst über ihre politische Zukunft und über ein Regierungssystem ohne Einmischung oder Druck von anderer Seite entscheiden. Schauwi machte den Vorschlag in der jüngsten Ausgabe der Beiruter politischen Wochenzeitung “Al-Hauwadith” und forderte alle politischen Kreise Arabiens auf, ihn genau zu studieren. Der für seine Konflikte mit den israelischen Besatzungsbehörden bekannte Bürgermeister — die bedeutendste politische Persönlichkeit des Gasagebiets — sagte, Pflicht aller Palästinaaraber sei jetzt, alle anderen Araber davon zu überzeugen, dass sie “die Lage vernünftig auf der Basis von Weisheit und Logik sehen müssen, bevor es zu spät ist”. Die Palästinafrage müsse in Etappen gelöst werden, die noch Jahrzehnte dauern könnten. AUSBILDUNG IN DEB SOWJETUNION Syrien schickt eine grössere Anzahl Techniker und Ingenieure zur Ausbildung in die Sowjetunion. Sie sollen anschliessend das neue Grosskraftwerk am Euphrat bedienen und leiten, das Anfang 1974 mit einer Kapazität von 800.000 Kilowatt in Betrieb genommen werden soll. Beim Bau des Staudamms sind 500 sowjetische Ingenieure beschäftigt. Die Sowjetunion hat den grössten Teil der Finanzierung übernommen. “DIE BITTERE REALITÄT” Der tunesische Staatspräsident Burgiba wiederholte kürzlich in einem Rundfunkinterview seine Meinung, dass die Araber besser daran täten, “die bittere Realität zu akzeptieren” und mit dem jüdischen Staat zu einer Einigung zu kommen. Die Araber verstünden nichts vom Kriegführen. Nach dem Sechstagekrieg hätten sie überstürzt in Ost und West Waffen eingekauft, “bis ihre Länder Kasernen glichen”. Bereits vor diesem Krieg hätten sie alles an militärischer Ausrüstung besessen, jedoch dann bewiesen, dass sie keinerlei Erfahrungen im modernen Krieg bc'ässen, im Gegensatz zu den Juden. Burgiba unterstrich andererseits die Notwendigkeit, die von Israel besetzten Gebiete auf irgendeine Weise wiederzuerlangen, auch wenn dies 25 oder 50 Jahre dauere. ZIGEUNEE FORDERN WIEDERGUTMACHUNG Wegen einer Wiedergutmachungszahlung zugunsten der Gesamtheit der Zigeuner will das Internationale Zigeunerkomitee im kommenden Jahr Verbindung mit der Bundesregierung aufnehmen. Über die Höhe der Forderung machten Sprecher einer von dem Komitee eingesetzten Kommission auf einer Tagung in Freiburg noch keine Angaben. Sie erklärten lediglich, dass das Geld nicht von der Organisation der Zigeuner beansprucht werde. Die Wiedergutmachungsleistung solle vielmehr unter der Verwaltung einer internationalen Organisation, etwa des Europarats oder der UNESCO, dem Volk zugute kommen und unter anderem für die Schaffung von Bildungseinrictungen verwendet werden. Kommissionsmitglieder wiesen darauf hin, dass in NS-Konzentrationslagern mindestens eine halbe Million Zigeuner umgebracht worden seien. SPANNUNGEN MIT KURDEN Das irakische Baathregime hat jetzt erstmals offiziell zugegeben, dass es trotz des mit den Kurden nach deren fast zehnjährigem Aufstand geschlossenen Abkommens einen neuen Konflikt mit dieser Minderheit gibt. In einer von einem Mitglied des Revolutionsrates verlesenen Rede des Staats- und Regierungschefs Bakr zum 1. Mai hiess es, “wichtige Hindernisse stehen der Durchführung des Abkommens (zwischen Regierung und Kurden) vom 11. März 1970 entgegen”. Feinde der Revolution versuchten immer wieder, Unruhe zu stiften. Mit Unterstützung der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) — sie wird von dem legendären Kurdenführer Mustafa Barasani geleitet — könne das Baathregime jedoch neue Aufstandsversuche verhindern. WAHRE HUETER... In den USA kündigen den Neturej Karta nahestehende Kreise die Abreise einer Delegation an die in Marokko Esrogim zu Sukkot kaufen soll. In grossen Inseraten werden die Juden der USA auf geiordert, ihre Bestellungen für diese “echt kascher” Esrogim aufzugeben. Die Esrogim aus dem “Zionistenstaat” kommen fuer diese Hüter des Judentums nicht in Betracht. AEGYPTEN ÜBERNIMMT LEHRBETRIEB Die aus Mitteln der deutschen Entwicklungshilfe in Heluan südlich Kairo errichtete deutsche Ingenieurschule wird im Herbst mit Erreichen der ägyptischen Selbständigkeit im Lehrbetrieb vollständig in ägyptische Hand übergehen. Das mit Entwicklungsgeldem in Höhe von etwa 35 Millionen Mark in den vergangenen zwölf Jahren aufgebaute und unterhaltene “Cairo Institute of Technology” wird von 2600 Ingenieurstudenten besucht. Neben einer ähnlichen Schule in Madras (Indien) ist es das grösste Objekt deutscher Bildungshilfe in Entwicklungsländern. Mit Abschluss des laufenden Schuljahres im Juni beenden 41 deutsche Lehrer und Experten ihre Tätigkeit an der Ingenieurschule und kehren nach Deutschland zurück. Sie werden durch ägyptische Dozenten ersetzt. Lediglich für die Laboratorien des Instituts bleiben 18 deutsche Laboringenieure in Heluan. Auf ägyptischer Seite bestehen Pläne, das als vorbildlich geltende Institut in eine technische Universität umzuwandeln. FRANKREICH Leopold Trepper klagt wegen Verleumdung Der in Polen lebende ehemalige Chef des sowjetischen Spionagenetzes "Rote Kapelle” im besetzten Westeuropa während des Zweiten Weltkrieges, Leopold Trepper (mit dem Pseudonym Leib Domb), hat gegen den Direktor des Staatssicherheitsdienstes im französischen Innenministerium, Jean Röchet, Klage wegen Verleumdung eingereicht. Dieser hatte in “Le Monde” Trepper beschuldigt, einige Angehörige seiner Spionage-Organisation der Gestapo verraten zu haben, als er Ende 1944 in deren Hände fiel (es war Trepper dann gelungen, noch vor Kriegsende seinen Häschern zu entwischen und Moskau zu erreichen). Der heute 68jährige Trepper hat einen französischen Anwalt beauftragt, seine Klage zu vertreten. Ausserdem hat er sowohl die polnischen wie die französischen Behörden ersucht, ihm die Reise nach Frankreich zu gestatten, wo der Fall voraussichtlich im November vor einem Pariser Gericht behandelt werden soll. Eine Ausreisebewilligung seitens Polens dürfte fraglich sein, da man TreoDer bekanntlich das Visum für Israel verweigert, obwohl seine Familie bereits emigriert ist. GROSSBRITANNIEN Oberrabbina.t erlässt Sprechverbot für den dänischen Oberrabbiner Der britische Oberrabbiner D-. Imnanrl Jakobovits hat mit seinem Veto verhindert, dass der dänische Oberrabiner Dr. Bent Melchior in der Synagoge von Kenton, einem Londoner Vorort, vor der dortigen Gemeinde predigen konnte. Dr. Melchior war nach Kenton eingeladen worden, einer Hochzeit beizuwohnen und zu den Gemeindemitgliedern zu sprechen, mit denen er in den Jahren 1958 bis 1983 als Student des Jews’ College, wo er auch die Semicha erhielt, verbunden war. Auf eine Anfrage im Büro von Oberrabbiner Jakobovits wurde bestätigt, dass, obwohl keine Einwände gegen Dr. Melchior persönlich bestünden, es dessen Zugehörigkeit zum World Council of Synagogues, einer Gründung des amerikanischen konservativen Judentums, sei, die zu dieser Massnahme geführt habe. Der dänische Oberrabbiner ist Vizepräsident dieser internationalen Organisation jüdischer Gemeinden konservativer Observanz. Dies sei das Hindernis für ihn, in irgendeiner der Jurisdiktion des britischen Oberrabbiners unterstehenden Synagoge zu predigen. Die Kanzeln stünden jedem Rabbiner offen, der nicht gleichzeitig einer nichtorthodoxen religiösen Körperschaft angehöre, .seien aber für solche Rabbiner verschlossen, die nicht einer unanfechtbaren Orthodoxie zuzuzählen sind. Ein Sprecher für Dr. Jakobovits führte aus, dass die Semicha durch das Jews’ College allein nicht massgebend sei, da es immer zahlreiche Rabbiner gebe, die in orthodoxen. Colleges und Jeschiwot studiert hatten und sich später einer nichtorthodoxen Gemeinde anschlössen. Verschiedene orthodoxe geistliche Beamte, unter ihnen der Präsident des United Synagogue Council of Ministers und Mitglied des “Kabinetts” des Oberrabbinats, Rabbi C. Shine, habm das Vorgehen von Dr. Jakobovits scharf verurteilt. Shine führte in seiner Predigt in der Central Synagogue aus, Dr. Melchior als orthodoxen Rabbiner zu kennen, dem man ei pp Predigt nicht verwehren dürfe. Als befremdend muss es empfunden werden, dass in einer Zeit, da die Einheit des Judentums mehr als je vonnöten ist. eine Qualifizierung von Juden in gute und bessere. gewöhnliche und wahre Jehudim vorgenommen wird. Eine Stellungnahme von Oberrabbiner Melchior in dieser betrüblichen Angelegenheit ist bis jetzt noch nicht bekannt. DER MANN MIT DEM KOFFER Der grosse Koffer eines Einwanderers aus der Sowjetunion, der von vier Trägern kaum gehoben werden konnte, war kürzlich der Witz des Tages auf dem internationalen Flughafen Lod bei Tel Aviv. Wie die israelische Agentur “ITIM” berichtete, hatte der Koffer wegen seines Gewichtes das Interesse der Zollbehörden geweckt. Als sie das gewichtige Gepäckstück öffnen liessen, trauten sie ihren Augen nicht: Eine fast komplette Schusterwerkstatt mit Werkzeugen sowie Tausenden von verrosteten Nägeln quoll ihnen entgegen. Der Einwanderer hatte nach eigenen Worten befürchtet, diese Ausrüstung zur Ausübung seines Berufes in Israel nicht vorzufinden. e In Ost-Berlin wird im Dezember der 175. Geburtstag von Heinrich Heine mit einem Festakt der Regierung im Deutschen Theater gefeiert. In Weimar findet eine wissenschaftliche Konferenz mit internationaler Beteiligung statt, ferner eine Heine-Ausstellung, die auch in anderen Ländern gezeigt werden soll. Juden in Nordirland Die Jüdische Gemeinschaft in Nordirland zählt 1350 Seelen, und zwar leben die 350 jüdischen Familien fast ausschliesslich in Belfast. Unter ihnen findet man an erster Stelle Ärzte und Rechtsanwälte, Richter und höhere Beamte. Im Belfaster Stadtparlament sitzen drei jüdische Abgeordnete. An der Universität wirkten seit Generationen Juden als Professoren und Dozenten. Ein jüdischer Kindergarten und eine Religionsschule finden so reichen Zuspruch, dass nur wenige Eltern ihre Kinder nicht hinschicken. Auffallend rege ist das soziale Leben. Es gibt zwei Wohlfahrtsorganisationen, einen Kultur- und einen Gesellschaftsklub, ein jüdisches Institut, eine Jugendorganisation, ein Jugendforum und eine zionistische Organisation. Antisemitismus kennt Ulster kaum. Während Protestanten und Katholiken sich gegenseitig bekämpfen, lässt man die jüdische Bevölkerung ungeschoren, und weder die einen noch die anderen hindern ihr religiöses und kulturelles Leben. JOYAS FINAS SC CASA LUFT” Pasaje Matte Local 911 Fono 380149