Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 9 (9.1972)
- Date
- 1972-09-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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SEPTIEMBRE 1972 17 DIE RUSSEN KOMMEN... DIE MACHT DER GEWOHNHEIT Zwei Welten begegnen sich: junge Israelis begrüssen einen alten russischen Juden aus einer grossen Einwanderergruppe am Flughafen Lod. Von Dan Yaron Also werden die Erlösten des Herrn wiederkehren und gen Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen. Jesaja 51,11 Noch sind die Wissenschaftler sich nicht einig, ob und in welchem Masse sich die Geschichte wiederholt. Eines steht aber fest: heute, 50 Jahre nach Ankunft des ersten “Moskowiten" in dem damals von den Türken beherrschten Palästina, hört man wieder in den Strassen Tel Avivs, im Autobus und in den Aemtern des Einwanderungsamtes — russisch. Das Erwachen der langschlummemden Bestrebung, sich der in Israel lebenden Volksgemeinschaft anzuschliessen, ist sowohl für das kommunistische Regime als auch für Israel von schwerwiegender Bedeutung. Die Sowjetregierung sieht sich gezwungen, ihre jüdischen Mitbürger als Volksminorität anzuerkennen und in gewissem Masse der Forderung nach freier Auswanderung nachzugeben. Eine bisher in Russland als unmöglich angesehene Widerstandsbewegung, die in ihrer gesellschaftlichen und politischen Bedeutung weit über das Auswanderungsproblem hinausragt, verursachte allmählich eine grundsätzliche Aenderung im Verhalten der Sowjetregierung zur Frage der jüdischen Auswanderung. Das Anfangs schwache Gerinsel wurde zu einem anschwellenden Strom von Tausenden. Die meisten kommen nach Israel. Unter ihnen junge Leute, hochwertige Fachmänner, Wissenschaftler und Schriftsteller. Israels Einwanderungspolitik ist grosszügiger als die schmalbemessenen Mittel es erlauben. Die ankommenden Einwanderer werden von Sozialarbeitern empfangen und unverzüglich in vom Ministerium bereitgestellten Wohnungen eingeordnet. Anleihen zu günstigen Bedingungen, Steuerbefreiung und sogar sofortige Auszahlung der in der USSR verlorenen Alterspension erleichtern die wirtschaftliche Integrierung der Neueinwanderer. 300 Millionen Dollar, mehr als das Budget jedes anderen Ministeriums (das Sicherheitsministerium ausgenommen), werden im Jahr für diese Zwecke ausgegeben. Trotz gutem Willen und finanzieller Erleichterung ergeben sich grosse Schwierigkeiten für den Einwanderer aus der USSR. Die ersten Schritte und Begegnungen in der bisher unbekannten demokratischen Gesellschaftsordnung verursachen oft eine nicht geringe seelische Erschütterung. Zum Unterschied von Einwanderern aus Ostblockländern, die nur einen Teil ihres Lebens unter kommunistischer Herrschaft verbracht haben und es verstehen, kräftig von ihren Ellenbogen Gebrauch zu machen, ist der Einwanderer aus der Sowjetunion der neuen, ungewohnten Lebensweise unterlegen. Noch unter Einfluss des jahrzehntelang erlittenen totalitären Systems wagen sie auf der Strasse nur flüsternd zu sprechen, misstrauen allen Regierungsfunktionären und sind kaum fähig, eine selbständige Entscheidung zu treffen. Ein Arzt aus Moskau, jetzt als Vertrauensarzt einer Versicherungsgesellschaft angestellt, war ganz ausser sich, als man ihn aufforderte, die ihm passende Zeit für seinen kommenden Urlaub zu wählen. Sie sind enttäuscht, wenn auf verschiedenen Gebieten des Alltags persönliche Initiative die von oben her gelenkte Fürsorge ersetzen muss. Der Begriff wirtschaftlichen Wettbewerbs ist ihnen fremd, birgt in sich das Gefühl der Unsicherheit, das mit der Unkenntnis der hebräischen Sprache verstärkt zum Ausdruck kommt. Die Mentalität der Israeli und die besonderen Lebensbedingungen des Landes widersprechen ihren tiefverwurzelten Gewohnheiten, die so lange jeglichem Einfluss der freien Welt entzogen waren. VERGLEICHE Wenn sie auch das kommunistische System ablehnen, identifizieren sie sich doch mich ihm, auf verschiedene Art. So geschah es, dass ein Schneider aus Leningrad, der sich in Tel Aviv niederliess, seine erste schwache Saison erlebte. Enttäuscht beklagte er sich: “Warum sorgt man denn nicht dafür, dass ich mehr Kunden bekomme? In Leningrad ist die Regierung dafür verantwortlich, dass jeder seinen Teil erhält.” Eine Russin, die in Jerusalem mit ihrem Bruder aus Israel in einem grossen Warenhaus Einkäufe besorgte, war höchst überrascht, als er herzlichst *>inen anderen Käufer begrüsste, der, wie sich herausstellte, der Finanzminister war. "Du meinst”, fragte sie entrüstet, “dass man einen Minister hereinkommen lässt, ohne vorher die Leute zu entfernen?” Eine andere Frau beklagte sich über den ungenügenden Verkehr der Autobusse in einem abseitsliegenden Vorort Tel Avivs. “In Moskau”, sagte sie, fahren die Busse zwar leer, aber viel öfter.” Selbstverständlich gibt es Schwierigkeiten. Zum grössten Teil sind sie unvermeidlich und meistens auch vorhergesehen. Jede Einwanderungswelle, sei es die aus Deutschland! vor 35 Jahren), die aus Marokko, kurz nach der Schaffung des Staates, oder die Tausenden, die in den USA, in Kanada, England und Lateinamerika ein hohes wirtschaftliches Niveau zurückliessen, alle mussten sich, in ihrem Bemühen, sich eine neue Heimat zu schaffen, durch die von ihrer besonderen Mentalität bedingten Schwierigkeiten durchringen. So wäre auch das Bild der russischen Einwanderung unvollständig' und irreführend, würde man diese, vielleicht einmalige Erscheinung nicht im Rahmen ihrer umfassenden Bedeutung aufzeigen. Mehr als 50 Jahre herrscht in der USSR geistiger, ideologischer und physischer Totalitarismus. Erst in der Epoche des neuen jüdischen Staates und nach der schicksalsschweren Krise des Sechs-Tage-Krieges gelingt es einer verachteten, bedrängten Minderheit, sich der allmächtigen Staatsgewalt entgegenzustellen. Damit wurde für Tausende die Auswanderung nach, Israel erzwungen. Allein dieser Tatsache gegenüber werden alle anderen Schwierigkeiten zu belanglosen Unzulänglichkeiten. Es besteht heute kein Zweifel mehr, dass in absehbarer Zukunft ein bedeutender Teil der sowjetischen Juden nach Israel heimkehren und damit in entscheidendem Masse zur Entwicklung des Landes beitragen wird. (“Das Neue Israel”,) Zürich VIÑA DEL MÄR HELENE MISCH I PONIENTE 239 TEL. 882146 . CASILLA 829 Abierto todo el año. Cada pieza con baño exclusivo. Piezas 2 ó 3 camas E” 95.— de 1 cama E5 175.— incl. desayuno e imp. Abnnerao - Comida - Once Paepstliche Akademie mit israelischen Wissenschaftlern Die päpstliche Akademie der Wissenschaften, 193S von Papst Pius XI. gegründet, hat eine Studienwoche zum Thema “Die Anwendung von Kunstdüngemittel und ihre Auswirkungen auf die Erträge” veranstaltet. 28 Fachleute aus der ganzen Welt nahmen an der Tagung teil. Zum ersten Male wurde zu einer derartigen Zusammenkunft ein israelischer Wissenschaftler eingeladen, Yehuda Araten, Direktor der Kunstdüngemittel-Abteilung des israelischen Entwicklungsministeriums. Er führte aus, dass Israel in diesem Produktionszweig schon ausserordentliche Erfolge erzielt habe. In vielen Ländern —• z.B. in Mexiko —- wird nach israelischen Methoden gearbeitet. Diese beziehen sich vor allem auf neue Reinigungsprozesse der technischen Phosphorsäure, auf flüssige Dünge- und Reinigungsmittel, auf die Anwendung von Potassium-Hydrat als Kunstdünger und anderes. Der Papst begrüsste die Teilnehmer der Studienwoche und die Mitglieder der Akademie auf das herzlichste. In seiner Ansprache hob er den Wert dieser Studien für die Entwicklungsländer und für den Kampf gegen den Hunger hervor. J.D. RUDI JELEN Feine Goldschmiede Arbeiten Moderne Aenderungen Uhren-Reparaturen Staendige Auswahl von Schmucksachen Barmizwahgeschenke Edif. Pza. de Armas Local 136, (entrepiso). Eingang MONJITAS 878 Telefon 384865 Nachrichten aus New York Mit Mehrheit bewilligte der auswärtige Auschuss des amerikanischen Senats die beantragten 85 Millionen Dollar als Hilfe für Juden aus der Sowjetunion, die nach Amerika einwandern wollen. Städtische Wahlen können am Sonnabend oder Sonntag nicht mehr in New York veranstaltet werden. Bürgermeister Lindsay Unterzeichnete kürzlich ein Gesetz, damit den religiösen Gefühlen der Juden am Schabbath und den Kirchgängern am Sonntag Rechnung getragen wurde. * Der Kongressabgeordnete Seymour Halpern aus New York forderte vom Landwirtschaftsministerium in Washington, D.C., das für Schulspeisungen zuständig ist, die Summe für koschere Mittagstische erheblich zu erhöhen. Zur Zeit erhalten etwa 28.000 jüdische Schüler und Studenten koscheres Essen. Halpern erklärte, dass man bei den Fluglinien zwar koscheres Essen bekommen könnte, doch würden sich die staatlichen und städtischen Schulen dazu ausserstande sehen. Für das Ministerium wäre dies eine Blamage, die beweise, dass es am guten Willen der zuständigen Stellen fehle. * Die Orthodoxe Rabbinervereinigung, der etwa 900 Rabbiner angehören, hat sich einstimmig gegen das Abtreibungsgesetz des Bundesstaates New York ausgesprochen. Sie nennt diese Verordnung “gesetzliche Morde” an mehr als 200.000 ungeborenen Kindern seit dem Inkrafttreten des Gesetzes vom Juli 1970. * 300.000 jüdische Einwohner New Yorks, insgesamt 900.000 im gesamten Bundesstaat, haben Einkommen, die unter der amtlich anerkannten Einkommensgrenze liegen. e«.