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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-09-01 · 9 (9.1972) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
9 (9.1972)
Date
1972-09-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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SEPTIEMBRE 1972 15 Pendelt sich der Frieden ein? TOURISMUS UEBER den Jordan Hans Will (S.L) Ansätze zu guter Nachbarschaft. Zu Tausenden strömen nun wieder Araber aus Israels Nachbarschaft zu Sommeraufenthalten ins besetzte Gebiet und auch nach Israel selbst. * : \ ' ipp Die Allenby-Brücke am Jordan, einer der offenen Übergänge zwischen Jordanien und Israel, ist nun wieder während des ganzen Sommers Szene eines regen Touristenverkehrs. Das Besuchsprogramm, seit 1968 zur alljährlichen Regel geworden, ist dieses Jahr von drei auf viereinhalb Monate erweitert worden. Während dieser Zeit können die Araber in Israel und den besetzten Gebieten ihre Verwandten aus allen umliegenden arabischen Ländern empfangen. Von dem Vorrecht wird auch reger Gebrauch gemacht; bis zum ersten Besuchstag konnten die Behörden bereits 70.000 Gesuche positiv beantworten. Man erwartet jedoch über 150.000 Besucher, sowohl aus Jordanien, Libanon, Syrien und sogar Ägypten, Saudiarabien und Kuweit, und hat deshalb die Zollgebäude nahe der Brücke bedeutend erweitert, damit die Formalitäten schneller abgewickelt werden können. In früheren Jahren überquerten die Familien die Brücke - schwerbeladen zu Fuss. Nach zwei Besuchen König Husseins am Übergang wurde aber im Einverständnis mit den israelischen Behörden ein Bus-Pendelverkehr eingerichtet, der die “Touristen” von einer Seite zur anderen bringt. Es sind keine Reisegesellschaften, wie wir sie auf der ganzen Welt antreffen können und die mit einem Führer die Sehenswürdigkeiten des Landes besichtigen. Die da kommen, sind zum Teil Fellachen (Bauern) mit weissen, flatternden Kopfbedeckungen, Frauen in bunten Gewändern und Kinder, die in dem Trubel bemüht sind, die Eltern nicht zu verlieren. Und trotzdem kann man von Touristen sprechen. Man erkennt sofort die Neulinge, die sich etwas verstört im Wirrwarr der Formalitäten zurechtzufinden suchen, und die Erfahrenen, die mit stoischer Ruhe die verschiedenen Kontrollen über sich ergehen lassen. Neugierig oder skeptisch werden sich bald alle in ganz Israel frei bewegen können und wie die Besucher aus anderen Ländern durch die Geschäftsstrassen Tel Avivs schlendern, oder sich gar unter die Badenden am Strand mischen. Erste Station nach der Brücke ist ein Sanitätsbüro, wo die Impfzeugnisse kontrolliert und allfällige Nachzügler gegen Pocken geimpft werden. Grosser Trubel herrscht bei der Passkontrolle, wo die Familienoberhäupter in langen Schlangen vor den Schaltern stehen und die Mütter oft fruchtlos versuchen, die schreiende und durcheinanderwirbelnde Kinderschar und den G'epäckberg gleichzeitig zu überwachen.- Und weiter geht’s zur Zollkontrolle und Leibesvisitation. Obwohl alle Koffer und Bündel minutiös genau untersucht werden, verstärkt sich von Jahr zu Jahr der Eindruck, dass man sich hier an einer gewöhnlichen Zollstation befindet und nicht an einer Grenze zwischen zwei feindlichen Ländern. Zwar sind nach dem grässlichen Attentat in Lod die Sicherheitsmassnahmen im ganzen Land verschärft worden, aber man fühlt sich im Tel Aviver Flughafen mehr überwacht als an der Allenby- Brücke. Die überall postierten Soldaten fallen kaum auf und fungieren eher als Helfer denn als Aufpasser. In fliessendem Arabisch weisen sie die Besucher zu der nächsten Stelle und trocknen die Tränen verlorengegangener Kinder. Aus dem Schatten der letzten Kontrollbaracke treten die Ankömmlinge schliesslich in die brütende Hitze der Jordansenke (400 Meter unter Meer). Die Masse löst sich in einzelne Familien auf. die gestikulierend die Gepäckstücke und die überall verstreuten Sprösslinge um sich versammeln. Manche gönnen sich eine kurze Ruhepause und stärken sich in der nahen Erfrischungsbude mit einem heissen Kaffee oder einem kühlen Getränk. Andere wiederum haben es eilig und begeben sich zu den bereitstehenden Taxis, die sie nach Jericho oder Jerusalem bringen werden. Und von dort verstreuen sie sich dann in alle Ecken des Landes, um die Ferien bei ihren Verwandten in Israel oder den besetzten Gebieten zu verbringen. Die Kinder werden vielleicht von ihren Kameraden das hebräische "Schalom” aufschnappen, mit dem die hiesigen arabischen Kinder sofort jeden Fremdling begrüssen, und das dem arabischen “Salam” (Frieden) so ähnlich ist. "Wir fühlen uns hier immer noch zu Hause”, sagt ein junger, zum erstenmal die Brücke überquerender Ammaner, und findet die alljährlichen Scmmerbesuche eine gute Sache. Erstmals, seit dem Sechstas"-‘kW°p wurde ps von dQn jordanischen Behörden auch ein°r israelisch-arabischen Familie gestattet, die Reise in die andere Richtung zu machen. um eine kranke Tante in Amman zu besuchen. Vielleicht lässt sich der Frieden allmählich durch solche kleine Schritte gewinnen. Maya Zehnder Die Nachricht von dem am 12. August in Sherman Oaks, Kalifornien erfolgten Ableben von Hans Will hat in weiten Kreisen unserer Kollektivität Bestürzung und Trauer hervorgerufen. Hans Will, geboren am 17.1.1907 in Landsberg, gehörte zu der Generation der aus Deutschland vertriebenen Juden, die in den Jahren 1938 und 1939 nach Chile kamen, um nicht nur ihre eigene wirtschaftliche Existenz, sondern auch das zertrümmerte deutsche Judentum wieder neu aufzubauen. Daher war es für ihn selbstverständlich, dass er sich frühzeitig der Gruppe von aufrechten jüdischen Menschen anschloss, die mit der Gründung der Sociedad Cultural Israelita B’ne Jisroel einen entscheidenden Schritt zur Fortsetzung der Jahrhunderte alten jüdischen Tradition ihrer früheren Heimat getan haben. Er war ein unermüdlicher Mitarbeiter des Kollegiums der Repräsentanten, in das er, vom Vertrauen der Mitglieder getragen, immer wieder neu gewählt wurde, bis er Ende des Jahres 1970 in den Vereinigten Staaten ein neues Wirkungsfeld gefunden hatte. \ Ausser seiner Arbeit in der jüdischen Gemeinde, widmete sich Hans Will über zwei Jahrzehnte lang den humanitären Aufgaben der Bene Berith-Logen. Er war einer der Gründer der Loge “Negba”, deren Präsidentschaft er auch bekleidete und gelangte später an die Spitze der Landesorganisation, den Consejo Regional des Ordens in Chile. Gleichzeitig betätigte er sich im Vorstand des Policlinico Público Israelita und im Comité Representativo der Kollektivität. Zusammen mit seiner Gattin Inés gründete Hans Will im Jahre 1963 das Kinderheim “Bene Berith”, das beide durch viele Jahre mit besonderer Hingabe und unter grossen, persönlichen Opfern geleitet haben. Nachdem sie im Jahre 1952 durch einen Unfall ihren einzigen Sohn verloren, hatten, übertrugen Inés und Hans Will ihre ganze Liebe und Fürsorge auf eine Gruppe bedürftiger jüdischer Kinder, denen sie die Wärme und Geborgenheit eines geordneten Heimes schufen. In dem Kinderheim, das jetzt von einem Verwaltungsrat der Bene Berith-Logen und freiwilligen Helfern weitergeführt wird, erinnert eine Gedenkplakette an die verdienstvolle Tätigkeit von Hans Will. In den Herzen vieler, die Zeugen seiner uneigennützigen Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft waren, hat sich Hans Will ein bleibendes Andenken bewahrt. E.R. 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In diesem Brief heisst es weiter: “Wie Sie wissen, war das vergangene ein ereignisreiches Jahr, gekennzeichnet durch einen grossen Zuzug von Neueinwanderern, einer uns besonders wertvollen Einwanderungswelle aus Russland und westlichen Ländern. Gleichzeitig aber sah sich Israel einer grossen Anzahl von Problemen gegenübergestellt, die nur durch den tätigen Rückhalt der Jüdischen Welt lösbar waren. Für das kommende Jahr erwarten und erhoffen wir eine noch zahlreichere Alijah, auch wenn dies eine noch grössere Belastung unserer Mittel und Energien bedeutet. Mit allen Kräften werden wir an die neuen Aufgaben herantreten, die uns für das beginnende Jahr vorgezeichnet sind. Gemeinsam mit Ihnen werden wir uns bemühen, die Einordnung der Neueinwanderer erfolgreich durchzuführen, unsere sozialen Probleme zu lösen und unsere junge Generation zu unterrichten. Im Namen des Vorstandes der Weltwizo und im Namen von uns allen sprechen wir Ihnen unsere aufrichtigsten Wünsche aus für ein Glückliches Neues Jahr, erfüllt von Gesundheit und Erfolg für Sie und Ihre Familien und Frieden für das ganze Haus Israel.” Wir möchten uns diesen Gedanken anschliessen und wünschen allen unseren Chaveroth und ihren Famiilen von ganzem Herzen ein SHANA TOVA!

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