Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 7 (7.1972)
- Date
- 1972-07-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 JULIO 1972 VOR 90 JAHREN: DIE ERSTEN CHALUZIM (Der historische 6. Juli 1882) In diesem Jahre 1972 sind ze, die russischen Juden phyneun Jahrzehnte vergangen sich und geistig, sittlich, geseit der Einwanderung der sellschaftlich und wirtschaft- “Billuim”, jener Studentenlieh zu Grunde zu richten, gruppen, die nach Erez Jis- Zwar erreichte der Protestrael gingen, um ein neues sturm in der damaligen zivi- Leben zu beginnen und die lisierten Welt den Sturz des ersten Siedlungen im Lande Urhebers der berüchtigten zu gründen. Als offizieller '‘Maigesetze”, doch in der Termin dieses Beginnes der Praxis änderte sich so gut sogenannten “ersten Alija” wie nichts, da an dem mittelgilt der 6. Juli 1882. Wie war alterlichen Grundsätze festes zu diesem denkwürdigen gehalten wurde, dass die Zu- Entschluss gekommen? gehörigkeit zur griechisch- Während der Regierungsorthodoxen Kirche die Vorzeit Kaiser Alexander II. von aussetzung für den vollen Ge- Russland (1855-1881) hatte nuss der bürgerlichen Rechte sich die Lage der Juden sei. Von allen Minderheiten im Zarenreiche ein wenig traf dies am schwersten die gebessert, da dieser Be- Juden. Zehntausende von freier der Leibeigenen menschihnen rafften den Rest ihrer liehen Regungen nicht unzugänglich gewesen ist. Sein beglagenswerter, gewaltsamer, Tod bereitete bekanntlich dem gerade begonnenen reformatorischen Werke ein jähes Ende. Zunächst waren es Unruhen in Südrussland, die den' Juden schwere Leiden brachten. Infolge von Zerstörungen und Plünderungen von Juden bewohnter Häuser sind damals Chaluzim aus Russland lernen nahezu hunderttausend Famidie Handhabung landwirtlien, die meist vom Handschaftlicher Maschinen werk und vom Ackerbau gelebt hatten, dem Elend preis- Habe zusammen, verliessen gegeben worden. Dann er- Russland, um vor allem in schien im Mai des Jahres England und Amerika eine 1882 ein Gesetz, welches den neue Heimat zu finden; doch Juden das Wohnen in den andere wählten einen ganz Dörfern und die Beschäftiabweichenden Weg. gung mit dem Ackerbau Vielfach durch die Werke gänzlich untersagte und ihhebräischer Schriftsteller benen die Ansiedlung in Städeindruckt, entschloss sich ein ten nur solcher Gouverne- Teil der studierenden jüdiments erlaubte, die einst zu sehen Jugend zu einer be- Polen und Litauen gehört freienden Tat, und sie sollten hatten. Diese Massnahmen, die ersten Pioniere. Chalurigoros durchgeführt, verurzim werdej, die das Land sachten in den meisten Fälder Väter, Erez Jisrael, len die völlige Verarmung wiederaufzubauen anfingen, von Familien, während sich Nach den Anfangsbuchstain den Städten mit jedem ben des Bibelverses “Bet neuen Zuzug aus den Dör- Jaacow lechu wenelcha”, fern die Beschäftigungsmög- “Haus Jaakob, kommt, wir lichkeiten verringerten. Auch wollen aufbrechen”, “BIder Bildungsdrang wurde ge- LU”, im Plural “Biluim”, waltsam durch Einführung genannt, gelangten diese der Prozentnorm an den Gym- Gruppen unter Überwindung nasien und Universitäten ununendlicher Schwierigkeiten terdrückt. Es war der letzte nach Palästina, schufen dort Sinn dieser Ausnahmegesetdie ersten Ansiedlungen, zu- ESTACION DE SERVICIO „SEMINARIO., Gerardo Braunschweig SEMINARIO 634 — TELEFONO 235813 Mecánica en General Pintura — Electricidad Desabolladura — Afinación Especialidad en Autos Europeos j GOLDEN AGE Die naechste Veranstaltung findet am 28. August 15,30 statt Wir erwarten viele Gaeste und ganz besonders Sie. (Rei sehr schlechtem Wetter faellt die Veranstaltung aus.) nächst ohne jede Unterstützung von aussenheute sind dies grosse Dörfer bezw. Landstädte wie “Rischon le Zion” (“Die erste in Zion”), “Petach Tikwah” (“Tor der Hoffnung”), “Sichron Jaakow”, (“Dem Andenken Jakobs”) etc. Doch die hoffnungsvollen Anfänge, erste Verwirklichung jahrtausendalter Träume, gerieten bald in die befürchteten Schwierigkeiten, und ohne das Eingreifen des Barons Edmond de Rothschild, Paris, (1845- 1934), des “Vaters des jüdischen Palästina”, wie man ihn genannt hat, wären die Siedlungen kaum gerettet worden. “Der Baron”, damals für sein ganzes Leben dem Palästinagedanken gewonnen, übernahm die finanzielle Sorge für den Weitergang der kolonisatorischen Arbeiten. Daneben waren es dann bald die “Chowewe-Zions-Vereine” (“Zionsfreunde”), die sich zusammenschlossen und versuchten, das Aufbauwerk überall dort weiterzuführen, wo Rothschild nicht die Finanzierung übernommen hatte. Die späteren Siedler, nachdem viele der ersten den Krankheiten und unvorstellbaren Strapazen zum Opfer gefallen waren, hielten mit den sehr billigen arabischen Arbeitskräften die jungen Siedlungen aufrecht, aber erst lange danach, als mit der “Zweiten Alijah”, die 1905 eingesetzt hatte, das Ideal der zionistischen Renässance mit modernen sozialistischen Formen verbunden wurde, trat eine grundlegende Änderung ein. Und doch ist damals, vor neunzig Jahren, das Fundament der Aufbauarbeit gelegt worden, auf welche man noch heute mit Stolz zurückblicken darf. Im Jahre 1882 ist wiederum jüdischer Boden im Heiligen Lande von jüdischen Idealisten nach fast 2000 Jahren des Schlummers zum Leben erweckt worden. Curt Wilk ABGELEHNT Der Satzungskonvent der Universität Düsseldorf hat mit absoluter Mehrheit beschlossen, die Hochschule nicht nach Heinrich Heine zu benennen, sondern ihren Namen weiter “Universität Düsseldorf” zu belassen. Die Gegnerschaft gegen den von einer eigenen Bürgerinitiative unter Mitwirkung von Gelehrten aus Deutschland und anderen Ländern getragenen Vorschlag kam vor allem von Seiten der Mediziner. Der Rektor hatte mitgeteilt, dass der Senat der Universität die Namensänderung zu einer Satzungsfrage erklärt habe, sodass dadurch der Konvent überhaupt abstimmen musste, in dem Dozenten und Studenten vertreten sind. Die Wiederentdeckung des Judentums durch die Kirche Unter diesem Titel gibt Prälat Johannes Österreicher eine neue Zusammenschau der Konzilserklärüng über die Juden (Kyrios-Verlag, Freising). Die Schrift erschien ursprünglich englisch unter dem Titel “The Rediscovery of Judaism” und wurde von Österreichers Mitarbeiterin Helga Croner am Institut für jüdisch-christliche Studien der Seton Hall Universität, South Orange, N. J., ins Deutsche übersetzt — fast möchte man sagen rückübersetzt, denn Johannes Österreicher stammt aus 01mütz und lebte bis zu seiner Emigration in Wien. Er wurde vor allem durch seine Jahrbücher “The Bridge” (“Die Brücke”) bekannt, die dem christlich-jüdischen Dialog dienen. Österreicher ist berechtigt wie kaum ein anderer, eine Analyse der Konziiserklärung über das Judentum und ein Fazit dieses Dokuments zu geben, da er zu den eigentlichen Autoren des Konzilsdokuments zählt, engster Mitarbeiter von Augustin Kardinal Bea war,, der das Dokument dem Konzil unterbreitete. Johannes Österreicher schickt seiner kleinen Veröffentlichung vier Vorworte voraus: eine Botschaft von Jan Kardinal Willebrands, in der es heisst: “Wenn immer wir Christen und Juden uns mühen, einander zu verstehen, erleben wir ein Stück von Gottes Gegenwart in der Geschichte”. Der Verfasser selbst fasst in» einem Vorwort seine Erfahrung dahin zusammen, dass das Judenschema des Konzils in der Wiederentdekkung durch und für die Kirche kulminiert. Nun folgt ein Geleitwort von -Rabbiner Jakob J. Petuchowski, Professor für rabbinische Literatur und Theologie am Hebrew Union College in Cincinnati, Ohio. Petuchowski fordert, eine christliche Theologie des Judentums und eine jüdische Theologie des Christentums. Beides gibt es bis heute nicht, wenn auch Ansätze in jüngster Zeit nicht BESICHTIGUNG DER ARAVA-FLUGZEUGE Der jordanische und ägyptische Flieger-Attache in der Bundesrepublik waren unerwartete Besucher im Pavillon Israels bei der Luftfahrtausstellung in Hannover. Vertreter der israelischen Flugindustrie in Hannover sagten, dass die arabischen Flugzeugexperten ungewöhnliches Interesse an der Ausstellung Israels zeigten und jede Art von Literatur mitnahmen, die sie finden konnten. Die israelischen Verkäufer behandelten sie als potentielle Käufer! fehlen. Das vierte Vorwort stammt von dem katholischen Dogmatiker Herbert Vorgrimler, Freiburg i. Br. Der katholische Theologe bescheinigt Prälat Österreicher, dass er es war, der den Konzilsvätern und den Konzilstheologen neue Aspekte im Verhältnis zum Judentums erschlossen hat. Österreichers eigene Ausführungen erweisen ihn als einen Kenner und Liebhaber jüdischen Geistesgutes, der seinen christlichen Hörern klarmachen will, was sie eigentlich wissen sollten: “Bedenke, nicht du trägst die Wurzel, die Wurzel trägt dich” (Röm. 11,19). Rabbiner Petuchowski schreibt in seinem Geleitwort: “Prälat Österreichers ‘Zdsammenschau’ ist ein groser Schritt vorwärts auf dem Weg der Entfaltung einer christlichen Theologie des Judentums, die wir als ein Bedürfnis der Stunde bezeichnet haben. Hoffentlich werden ihm viele in diesem Bemühen folgen, so wie wir hoffen, dass jüdische Denker dazu angeregt werden, sich mit neuer Kraft der Aufgabe zu stellen, eine jüdische Theologie des Christentums zu entwickeln”. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob Johannes Österreicher rächt selbst ein jüdischer Denker ist. Erst als Student nahm er die Taufe und wechselte zur katholischen Theologie über. Die Anfänge seiner hebräischen Bildung verdankt er der zionistischen Jugendbewegung, in der er aktiv war. Prälat Österreicher ist der neue Typ eines Konvertiten, der sein Judentum nicht nur nicht verleugnet, sondern in seiner jüdischen Herkunft seine christliche Aufgabe sieht, nicht im Sinne eines Missionars, sondern im Sinne eines Brückenbauers. Hier handelt es sich aber um eine Randposition, deren Übertragung auf die Weltkirche vorerst äusserst problematisch bleibt. S.B.C. (“Jüdische Wochenzeitung” Düsseldorf) MONEDA 10J7 ANZEIGEN bis zum 30. Juli