Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-07-01 · 7 (7.1972) · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
7 (7.1972)
Date
1972-07-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8553624-8555182-9195519--6218-8555285
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

15 JULIO 1972 / HARTES RINGEN UM LOEHNE UND PREISE Ilf IP I '■"iUii, sterni |í* Vi Histadrut-Hauptquartier, von unserem Korrespondenten in Israel J. E. Palmon Seit Januar 1972 sind die Preise in Israel laut dem offiziellen Verbraucherindex um etwa 5% gestiegen, während IFünanzminister Sapir eine Erhöhung von 5% für das ganze Jahr vorausgesagt hatte. Unter diesen Umständen zeigen die Fachgewerkschaften wenig Neigung, Kollektivverträge gemäss den Lohn- Richtlinien zu unterzeichnen, die Anfang des Jahres zwischen der Regierung, der Zentralgewerkschaft Histadrut und den Industriellen vereinbart worden waren. Diese Richtlinien hatten 8% Teuerungszulagen und 3% Grundlohnsteigerung vorgesehen. Strittig war, ob ausserdem noch Aufbesserungen bei Ferien und anderen sozialen Rechten in Frage kommen sollten. Finanzminister Sapir hatte in seiner diesjährigen Etatrede erklärt, dass die Lohnvereinbarungen auch Sozialvergünstigungen umfassen, aber die einzelnen Fachgewerkschaften haben dies nicht abzeptiert. Sie erhoben bei Branchenverhandlungen Forderungen, die sich nach Meinung der Industriellen auf Dutzende von Prozenten an Lohnsteigerungen beliefen. Im Falle der Arbeiter der Konservenfabriken kam es zu einem schweren Konflikt, der nur durch das Eingreifen der Ministerpräsidentin Golda Meir vermieden werden konnte. Ein Kompromiss wurde erzielt, das die Industriellen als “Ausnahmefall” bezeichneten. Inzwischen erschienen jedoch die Fachgewerkschaften mit weiteren Forderungen, sodass nach Meinung der Industriellen von einem “Ausnahmefall” schon dicht mehr die Rede sein kann. Auf der Jahrestagung der Industriellen gab es deswegen harte Zusammenstösse und der Präsident des Verbandes Mosevics beklagte sich bitter darüber, dass die Arbeiter “übertriebene Lohnforderungen” stellen, während die Regierung mittels Preiskontrolle die Industrie zwingen will, die Preise nicht zu erhöhen. Verschiedene Industrieführer drohten extreme Konsequenzen an, worauf der Handels- und Industrieminister Barlew (der frühere Generalstabschef) warnend seine Stimme erhob. Er riet den Industriellen, auf “Kämpfe” zu verzichten, die nicht zu ihren Gunsten ausgehen würden und empfahl ihnen Kompromissbereitschaft. Die Preiskontrolle gilt laut Gesetz bis zum Jahresende, und die Industriellen müssten sich an sie halten. Barlew versicherte, er sei kein Anhänger der Preiskontrolle, aber als Übergangsmassnahme sei sie noch notwendig. Später soll die Preiskontrolle nur für 10 wichtige Lebensmittelsorten (Brot, Milch, Eier usw.) in Kraft bleiben. GROSSVERDIENER Sowohl Industrielle als auch Arbeiter fühlen sich mitten in der grossen Konjunktur Israels “frustriert”. Ohne Zweifel hat sich die Wirtschaft stürmisch entwickelt, im Lande herrscht Vollbeschäftigung, und der Lebensstandard ist gestiegen. Während jedoch die Arbeiter um einige Prozent Lohnsteigerung hart ringen müssen, hat sich eine Klasse der “Grossverdiener” gebildet, die die eigentlichen Nutzniesser der heutigen Wirtschaftsentwicklung sind, zu dieser neuen Klasse gehören Bauunternehmer, Direktoren in. den Dienstleistungszweigen, Industrieberater, Auditoren und Anwälte, die prozentuell ihre Verdienste weit mehr als Arbeiter und Industrielle steigern konnten. Anlässlich der Untersuchung der Geschäfte der staatlichen Ölgesellschaft “Nativej Neft” wurder bekannt, dass Anwälten, die vor der staatlichen Untersuchungskommission erchienen waren, Riesenhonorare zugesprochen wurden, die einen Aufschrei der Empörung zur Folge hatten. Die ganze Affäre konnte nur mit Mühe beruhigt werden, als die Anwälte unter dem Druck der öffentlichen Meinung auf den grössten Teil der Honorare verzichteten. Jetzt sollen die Zahlungen an Anwälte, Auditoren und Berater (besonders durch staatliche Gesellschaften) unter die Lupe genommen werden, um solchen Superverdiensten ein Ende zu bereiten. SUPERKONJUNKTUR DER BAUWIRTSCHAFT Die Debatte um die Löhne in der Industrie trat in ein neues Stadium ein, als ein Untersuchungsausschuss zur Überzeugung kam, dass der Produktionszuwachs in der Wirtschaft 1971 höher war als vorher angenommen. Darauf hin bereitete die Gewerkschaft Histadrut zusätzliche Lohnforderungen vor. Sie mussten jedoch verschoben werden, da auch der Generalsekretär der Histdrut Beti Aharon einsah, dass die neuen Unterlagen nicht als zuverlässig angesehen werden können. In der Auseinandersetzung haben nämlich beide Seiten recht: Die Industriellen beklagen sich ELISA stets grösste Auswahl in Uniformen San Antonio 65 Fono 381900 über nicht so grosse Produktionssteigerung und über Gewinnrückgang, während die Arbeiter auf statistische Ziffern hinweisen, die zu ihren Gunsten zu sprechen scheinen. Aber diese Zahlen gehen alle auf einen Zweig, nähmlich auf die Bauwirtschaft zurück, in der eine Superkonjunktur herrscht. Während der allgemeine Verbraucherindex sich in einem Monat um 1% erhöhte, stiegen die Wohnungspreise für Eigentumswohnungen um 10,4%. In der Bauwirtschaft gibt es keine Lohnkonflikte, da die Unternehmer “unter der Hand” jeden Lohn zahlen -und von diesem Zweig aus kommen Nachrichten über grosse Verdienste und inflationistische Einflüsse. Die Inflationstendenzen in Israel gehe nach übereinstimmender Meinung in erster Linie auf die Bauwirtschaft zurück. Trotzdem ungeheuer viel gebaut wird, ist die Nachfrage weit grösser als das Angebot. Ausser dem Bau von Wohnungen für Neueinwanderer gibt es einen grossen Druck seitens junger Ehepaare, ferner erwerben die “Neureichen” Luxuswohnungen, und schliesslich kaufen Juden des Auslandes (besonders aus den USA) in Israel Eigentumswohnungen, die sie zunächst vermieten und die sie sich für den Fall späterer Einwanderung sichern wollen. Da die Bauwirtschaft im Lande zum Teil noch mit veralteten Methoden arbeitet, blieb sie hinter den Erfordernissen zurffck; jetzt soll die Arbeit durch Industriealisierung (präfabrizierte Teile) modernisiert und beschleunigt werden. Die Regierung verspricht Deckung des gesamten Bedarfs bis 1975, aber schon jetzt gibt es gewisse Verlangsamungserscheinungen in der Bauwirtschaft. Aber die inflationistischen Tendenzen haben noch nicht nachgelassen, und sowohl Finanzminister Sapir als auch der Handels- und Industrieminister Barlew versuchen, mildernd und beruhigend einzuwirken. Sapir droht, der Staat werde neue Steuern erheben müssen, wenn die Lohnbewegung aus den Fugen gerät, während der Generalsekretär der Histadrut Ben Aharon noch “stürmische Zeiten” auf dem Gebiet der Lohnpolitik voraussagt. Angesichts der Stimmung in der Arbeiterschaft hat er sicher recht, und es wird viel Geschick seitens der Regierung notwendig sein, um zuviel Arbeitskonflikte und Streiks zu vermeiden. Mit einem weiteren Fortßchreiten der Preiserhöhungen und der Inflation muss jedoch bis auf weiteres gerechnet werden. Devisenkontrolle in USA Wirksamkeit ab 1. Juli 1972 Die Regierung hat Devisenkontrolle eingeführt: Jedermann, der die Vereinigten Staaten verlässt oder in die Vereinigten Staaten aus dem Ausland zurückkehrt, wird an der Grenze untersucht werden, ob er mehr als $ 5000 in Bargeld oder sofort fälligen Wertpapieren bei sich führt. Auch Leibesvisitationen können ohne Umschweife vorgenommen werden, es sei denn, dass der Reisende die Form 4790 ausgefüllt und unterschrieben hat, in der er die Transaktion der Steuerbehörde bekannt gibt. Auch bei der Rückkehr ist der Reisende der gleichen Untersuchung unterworfen, gleichgültig, ob er Geld, Reiseschecks oder andere Wertpapiere bei sich führt. Der Reisende muss alle Bücher und Dokumente fünf Jahre lang aufbewahren. Die Banken müssen alle Transaktionen über $ 10.000 der Regierung melden, sogar Börsenmakler müssen Auslandstransaktionen der Kunden überwachen; die Makler erhielten die Aufgabe, als Spitzel zu arbeiten und müssen die Regierung verständigen, wenn sie eine “verdächtige Transaktion” bemerken. Broker müssen die Beweise fünf Jahre lang auf bewahren. Strafen gehen bis $ 500,000 oder fünf Jahre Gefängnis, oder beidem. In der Vergangenheit haben sich Devisenkontrollen kaum jemals bewährt. Jede Devisenverordnung erzeugt automatisch Schmuggelei. In New Yorker Finanzkreisen schätzt man, dass gegenwärtig jede Woche ungefähr $50 Millionen geheim ins Ausland wandern. Die Schmuggler werden diese Summe bald auf $ 100 Millionen bringen... R.L. (“Aufbau”, New York) MOSKAUER YESHIVA WIEDERERÖFFNET Nach mehrjähriger Unterbrechung ist die Moskauer Yeshiva wiedereröffnet worden. Das berichtete der osteuropäische Korrespondent des Londoner “Jewisch Chronicle”, gestützt auf eine Erklärung des neuen Vorsitzenden der Moskauer jüdischen Gemeinschaft, Shulem Royz e n. Royzen sagte, die Studenten befänden sich gegenwärtig auf Ferien; nach den Feiertagen würden es 25 sein. Der neue Leiter der Yeshiva ist Leib Gurevich, ein früheres Mitglied des Redaktionsstabs des Moskauer jiddischen Tagblatts “Der Emes”, eines Organs der jüdischen Abteilung der Kommunistischen Partei. “Der Emes” hat 1938 sein Erscheinen eingestellt. Relojería Star RUDI REINBERG - relojero Ahumada 312 - Local 28 Pasaje Agustín Edwards Teléfono 65505 SANTIAGO Dr. CLAUDIO LEHMANN Innere Medizin Rheumatologie Sprechstunde von Montag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr. Providencia 591, Of. 22 - Fono 237748 nach vorheriger Anmeldung, Bonen Rivera 2354 Telephon: 43118_

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.