Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-07-01 · 7 (7.1972) · p. Seite 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
7 (7.1972)
Date
1972-07-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/8553624-8555182-9195519--6217-8555284
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

14 Dr. Joachim Prinz Rabiner Dr. Joachim Prinz 70 Jahre Rabbiner Dr. Joachim Prinz beging seinen 70. Geburtstag. Manchen wird das unglaubhaft erscheinen, denn Prinz ist immer noch gegenwärtig als junger und streitbarer Rabbiner der Friedenssynagoge in Berlin, wo er seinen progressiven und zionistischen Gedanken temperamentvoll Ausdruck gab. An' diesem Temperament, an hervorragender Rhetorik und an reger literarischer Produktivität hat sich seit jener Zeit in den dreissiger Jahren nicht viel geändert. Joachim Prinz emigrierte unter dem Druck der NS-Verfolgung in die Vereinigten Staaten und wurde dort ein sehr erfolgreicher Rabbiner. Er spielte eine bedeutende Rolle in der Union for Progressive Judaism, vor allem aber im Jüdischen Weltkongress, wo er an führender Stelle das amerikanische Judentum vertritt. Er gehört zu den nächsten Freunden und Anhängern von Nahum Goldmann. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches befasste er sich sehr stark mit deutschen Problemen, besuchte auf Einladung des Berliners Senats wiederholt die Bundesrepublik. Er legte stets Wert darauf, als Mahner aufzutreten, die Vergangenheit nicht zu vergessen, wozu allerdings auch bei der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland keine Neigung besteht. Dr. Prinz widmete sich auch allgemeinen und amerikanischen Problemen, wobei er sich für die Rechte der farbigen Bevölkerung einsetzte. Max Wetzstein & Sohn Av. M. Montt 2656 Fono 43379 Neubeziehen und Umarbeitungen Modernste importierte Besugsstoffe u. Inletts Parkas Acolchadas de Nylon Schlaf saecke Komme einmal im Monat nach Vifta u. nehme Auftraege entgegen. Schaendung von Bergen-Belsen Der Zentralrat der Juden in Deutschland gab zur Schändung der Gedenkstätte von Bergen-Belsen folgende Erklärung ab: “Die Schändung der internationalen Gedenkstätte in Bergen- Belsen wird nicht nur von den Hinterbliebenen der dort ermordeten Opfer des Dritten Reiches, sondern auch von allen Menschen guten Willens als verbrecherischer Akt schamloser Herausforderung empfunden. Wenige Tage, nachdem Blumen an der Stätte niedergelegt wurden, wo tausende Opfer vieler Nationen in Massengräbern ihre letzte Ruhe gefunden haben, wurden die Kränze verbrannt und antisemitische Hetzparolen angebracht. Auch das Kreuz für die umgekommenen Franzosen blieb nicht verschont. Diese neuerliche Entehrung des deutschen Namens mutet als moralischer Landesverrat an und ist ein Anzeichen dafür, dass heute, siebenundzwanzig Jahre nach der Entdeckung der Schande von Belsen, unbelehrbare Elemente sich zu derartigen Aktionen ermutigt fühlen. Man wird erwarten können, dass die hierfür zuständigen Stellen, aber auch die öffentliche Meinung die erforderlichen Konsequenzen ziehen und dass es nicht bei Worten des Bedauerns bleiben wird”. Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen hat in einem Schreiben an Ministerpräsident Kübel die niedersächsische Landesregierung darum ersucht, die Überwachung der Gedenkstätten und der jüdischen Friedhöfe in Niedersachsen intensiver durchzuführen. Der niedersächsische Innenminister Lehners hat in einem Telegramm an den Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen seine Empörung über die “abscheulichen antijüdischen Schmierereien” in Belsen zum Ausdruck gebracht. “In der Verurteilung des verabscheuungswürdigen Geschehens in Bergen-Belsen weiss ich mich mit der überwältigenden Mehrheit der demokratisch gesinnten Bürger unseres Landes einig. Ich versichere Ihnen, daiss alles geschehen wird, um der Täter habhaft zu werden und sie ihrer gerechten Bestrafung zuzuführen, Gleichzeitig darf ich Ihnen mitteilen, dass es gelungen ist, die Schmierereien noch vor Eintreffen der ersten Besucher wieder zu beseitigen”, hiess es in dem Telegramm. W. I.Z.O. Ausser der Hilfe für alle unsere bisherigen Schützlinge, welche dieser Hilfe heute mehr denn je bedürfen, haben wir es uns nun auch zur Aufgabe gemacht, unseren Beitrag zu leisten zur Linderung der Not in der auf dem Weg nach Pudahuel gelegenen Siedlung “Golda Meir”. Die dort lebenden Menschen sind durch die Unwetter der vergangenen Wochen in grosser, Notlage. Um ihnen und allen auch schon früher von uns Betreuten zu helfen, haben wir mit einer Sammelaktion begonnen, von der wir hoffen, bei Allen auf Verständnis und Unterstützung rechnen zu können. Über unsere kulturellen Veranstaltungen werden die Chaveroth auch weiterhin rechtzeitig durch Telefondienst verständigt werden. Die Wahlen zur Amia Bei leider aussergewöhnlich schwacher Beteiligung — es wählten keine 20 Prozent der Wahlberechtigten — fanden kürzlich die Wahlen zur AMIA, der aschkenasischen Grossgemeinde von Buenos Aires, statt. Während die von einigen Gemeinden und Organisationen unseres Sprachkreises proklamierte Liste 454 Stimmen, d.h. 5 Delegierte für die Repräsentanten — Versammlung (Ratsmänner) erhielt, konnte die Avoda, die gemässigte sozialistische Gruppierung, mit 52% der abgegebenen Stimmen die absolute Mehrheit erringen, und man muss abwarten, ob ein “Koalitionsvorstand” gebildet oder ob die siegreiche Liste allein die Geschicke der AMIA leiten wird. Chilenischer Wissenschaftler studierte Dresdner Maya-Handschrift Dresden (ADN) — Die auf Feigenbaumrinde aufgetragene 600 Jahre alte Maya- Handschrift sowie andere bibliophile Kostbarkeiten und Spezialsammlungen der sächsischen Landesbibliothek Dresden waren kürzlich Studienobjekte des chilenischen Wissenschaftlers Prof. Francisco Otta aus Santiago. Von der Maya-Handschrift existieren andere Originale nur noch in Paris und Madrid. In der Fachwelt gilt der Dresdner Codex als der wissenschaftlich wertvollste, weil er astronomische Angaben über Mond- und Sonnenfinsternisse enthält, die auf den Tag genau stimmen. JULIO 1972 Tagung des Europarats der Jüdischen Gemeinden Der Rat der Jüdischen Gemeinden Europas (European Council of Jewish Community Services) tagte am 30. April und 1. Mai in Berlin. Diese Tatsache allein ist beachtlich und wurde auch in der Öffentlichkeit von Presse, Fernsehen und Rundfunk sowie vom Senat der Stadt Berlin stark hervorgehoben. Immerhin ist es die erste grössere Tagung ausländischer jüdischer Gemeinden in Deutschland, wofür gerade Berlin als Tagungsort ausgesucht wurde. Die jüdischen Gemeinden und ihre zentralen Institutionen, Zentralrat und Zentralwohlfahrtsstelle, hatten wiederholt darüber Beschwerde geführt, dass internationale jüdische Tagungen in vielen Ländern, aber nicht auf deutschem Boden stattfanden. Sie sahen hierin eine Diskriminierung. Es ist besonders auf die Initiative des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Mitglied des Verwaltungsrates des Zentralrats, Heinz Galinski, zurückzuführen, dass die Tagung des European Cauncil in Berlin durchgeführt wurde. Heinz Galinski ist der stellvertretende Präsident des Eeuropean Council of Jewish Community Services, und er hatte seine zukünftige Mitwirkung hiervon abhängig gemacht. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, und Bürgermeister Kurt Neubauer nahmen an zwei Veranstaltungen teil und erklärten auch bei dieser Gelegenheit, wie hoch sie den Beitrag der Jüdischen Gemeinde zu Berlin zum öffentlichen Leben Berlins werten. Heinz Galinski wies auf die Besonderheiten der internationalen Konferenz hin, die er auch mit den sozialen Errungenschaften der seit 1945 neu erstandenen Gemeinde bekannt machte. Die Konferenz beschloss ein Budget und befasste sich mit den zukünftigen Aufgaben, die in der Sicherung der Existenz der jüdischen Gemeinden bestehen. Der Präsident des Council, Claude Kelman, formulierte das in der Weise, dass der Zweck des Programms der Organisation darin bestehe, den jüdischen Gemeinden Europas konsequent darin beizustehen, als jüdische Gruppen zu leben. Er sah darin auch ein Interesse Israels, das falsch beraten wäre, wenn die jüdischen Gemeinden Europas ausgehöhlt würden. Der Kongress wird im November dieses Jahres in Paris ein Forum veranstalten, an dem vierhundert führende Personen jüdischer Gemeinden aus achtzehn europäi sehen Ländern teilnehmen sollen. In Berlin waren bereits jüdische Gemeinden Osteuropas vertreten, Jugoslawien und Rumänien. Der Oberrabbiner Rurhaeniens, Dr. Moses Rosen, erklärte in Anwesenheit von Bürgermeister Kurt Neubauer, dass er in der DDR zwei Schilder gesehen habe, von denen eines nach Weimar und das andere nach Buchenwald zeigte. Er sah hierin symbolische Bedeutung. (Jüdischer Presse-Dienst) DR. JOSE FR0IM0V1CH Especialista Vejez Avenida Bulnes 377 - Dep. 605 Teléfono 67176 FOTO TIMAR NUEVA YORK 54 — Fono 64943 Retratos Artísticos — Reproducciones y Ampliaciones de todas clases para Diarios, Imprentas — Fotografías de Propaganda para Industrias — Trabajos para Aficionados — Albumes para Matrimonios — Fotocopias al instante con XEROX BLUSAS

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.