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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-07-01 · 7 (7.1972) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
7 (7.1972)
Date
1972-07-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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JULIO 1972 ZUM 20. T AMUS: 11 Deutschprachiger Teil des i ' i INFORMATIVO;(v.; •A* Tjfiaiiett und 'Tjf.ast (Zum 9. Aw) Wiederum befinden wir uns innerhalb der “Drei Wochen* ■zwischen dem Fasttag des 17. Tamus und dem 9. Aw ,der bis in unsere Zeit hinein als der grosse nationalreligiöse Trauertag des jüdischen Volkes gilt ,weil sich an ihm die grössten, tragischen Geschehnisse der jüdischen Vergangenheit zu getragen haben. Sucht man in der Gegenwart nach einer Form ,um das namenlose Unglück ,das der Zweite Weltkrieg über un* ser Volk gebracht, den Substanzverlust von ungefähr einem Drittel unserer jüdischen Schwestern und Bruder ,in die allgemein© Volkstrauer einzuziehen, so dürfte es vielleicht angebracht sein, dieses Gedenken in die Liturgie des Tischa Beaw einzuordnen, so, wie man z.B. die Klagegesänge um die im Mittelalter vernichteten frommen Gemeinden von Mainz, Worms und Speyer in die Morgenandaeht des 9. Aw aufgenommen hatte. Hinzu kommt noch, dass vor nunmehr 58 Jahren an einem 9. Aw, der damals auf Sonntag, den 2. August 1914, gefallen war, der Erste Weltkrieg seinen Anfang genommen und zum Ausgangspunkt für eine Kette beispielloser Leiden für das jüdische Volk auch in der Epoche zwischen den beiden Weltkriegen hatte werden sollen. Sie begann auf den Tag genau 2500 Jahre nach der ersten Tempelzerstörung (586 vor), um abzuschliessen mit der Wiederherstellung des unabhängigen jüdischen Staates, mit der Proklamation Israels, das in sein 25. Lebensjahr eingetreten ist. Damit dürfte die Leidenszelt von Jahrtausenden ihren Tiefpunkt überschritten haben. Immer wieder taucht die Frage nach dem Sinn der national-religiösen Trauer am 9. Aw auf, nachdem Zion und Jerusalem, alle Heiligen Stätten, wiederum in jüdischem Besitze sind. Die Staatsgründung Israels ist von den höchsten religiösen Instanzen als “Anfang der Erlösung” bezeichnet worden. Dennoch scheint ein Tag notwendig zu sein, an welchem der gesamten Opfer aus allen Zeiten der Verfolgung gedacht, dem Nationaisohmerz Ausdruck verliehen wird. Schliesslich hatte die Vorsehung es gefügt, dass die schlimmsten jüdischen Katastrophen mit dem Unheilstage von Tischa beaw zusammentrafen. Trauer und Trost sind mit dem 9. Aw auf das engste verbunden. Enthalten die Warnungen und Mahnungen der altisraelitischem, Propheten, an den Schabatot vor dem 9. Aw verlesen, furchtbare Voraussagen, so folgen andererseits dem Trauertage des 9. Aw selbst sieben Wochen, an denen wir trostreiche Reden unserer Propheten vernehmen, denn nicht für immer soll getrauert werden, und der Schmerz von einst soll sich in Freude verwandeln. Die tiefe Demütigung klingt in absolute Zukunftsgewissheit aus, in Zuversicht, in neue Hoffnung: “Deine Räte setze Ich wieder ein wie einst, deine Richter wie ehedem. Dann wird man dich nennen: Stadt des Rechtes, treue Burg. Zion wird erlöst durch Gerechtigkeit und seine Heimkehrenden durch Frömmigkeit”. Curt Wilk v.v VOR 30 JAHREN Die “Struma“ Katastrophe Vor zwei Jahren wurden in der Struma-Synagoge in Beerscheba die letzten der 3100 Thorarollen verteilt, die der Joint aus Rumänien nach Israel gebracht hatte. An der feierlichen Zeremonie nahmen damals mit dem rumänischen Oberrabbiner Dr. Moses Rosen (Bukarest) führende Repräsentanten des Staates Israel und der Gemeinde in Beerscheba teil. Die Struma-Synagoge ist benannt im Gedenken an das kleine, seeuntüchtige Flüchtlingsschiff “Struma”. Mit fast 800 visalosen Palästinaeinwanderern an Bord verliess es 1941 den rumänischen Hafen Konstanza und lag ohne Landeerlaubnis bis Ende Februar 1942 im türkischen Bosporus. Von den türkischen Behörden zum Verlassen der Gewässer gezwungen, sank das Schiff im Bosporus —■ nur ein Passagier überlebte die Katastrophe. Bis heute kennt man die genaue Ursache dieses in seinem Ausmass fürchterlichen und daher unvergessenen Unglücks nicht: War es eine Mine oder ein Torpedo oder irgendein anderer Grund — man wird ihn nie erfahren. Aus Rumänien vertrieben, war diesen Flüchtlingen verweigert worden, legal nach Palästina zu gelangen, obwohl, das ist bekannt, die Jewish Agency in der Lage war, die benötigte Zahl von Zertifikaten zur Verfügung zu stellen. Die Tragödie löste damals viele Proteste gegen die Massnahmen der Palästinaverwaltung aus. Alleinstehende Frau sucht ein Zimmer mit oder ohne Moebel zu mieten. Telefon 392678 Römische Triumpf-Münze mit der Inschrift: Judea Gefangen Als zwei Jahre danach das bulgarische Schiff “Milka” mit 250 jüdischen Flüchtlingen an Bord sich Istanbul näherte, die gleichfalls weder türkische Transitvisen noch >; ^alästina-Einwanderungszer- ' ifikate besassan, intervenierten die britische Botschaft und der amerikanische (jüdische) Botschafter in Ankara, Laurence A. Steinhardt (1892 -1948), mit dem Ergebnis, dass die Passagiere in der Türkei an Land gehen durften und dann mit der Bahn nach Aleppo fahren konnten. H. Istor Prophetische Worte aus Herzls JllllßllStßlf* “Der Judenstaat ist ein Weltbedürfnis, folglich wird er entstehen. Wenn die jetzige Generation noch zu dumpf ist, wird eine andere, höhere, bessere kommen. Die Juden, die wollen, werden ihren Staat haben, und sie werden ihn verdienen. Ich halte die Judenfrage weder für eine soziale noch für eine religiöse; sie ist eine nationale Frage; um sie zu lösen, müssen wir sie vor allem zu einer politischen Weltfrage machen, die im Rate der Kulturvölker zu regeln sein wird. Ganze Aeste des Judentums können absterben, abfallen; der Baum lebt. Die Juden haben eine ganze Nacht ihrer Geschichte hindurch nicht aufgehört, diesen königlichen Traum zu träumen: “Uebers Jahr in Jerusalem” ist unser altes Wort Nun handelt es sich darum, zu zeigen, dass aus dem Traum ein tagheller Gedanke werden kann. Palästina ist unsere unvergessliche historische Heimat; dieser Name allein wäre ein gewaltig ergreifender Sammelruf für unser Volk. Wenn Seine Majestät, der Sultan, uns Palästina gäbe, könnten wir uns dafür anheischig machen, die Finanzen der Türkei gänzlich zu regeln. Wir würden als neutraler Staat im Zusammenhänge bleiben mit ganz Europa, das unsere Existenz garantieren müsste. Für die heiligen Stätten der Christenheit liesse sich eine völkerrechtliche Form der Exterritorialisierung finden. Wir würden die Ehrenwache um die heiligen Stätten bilden und für die Erfüllung dieser Pflicht haften. Die Ehrenwacht wäre das grosse Symbol für die Lösung der Judenfrage nach achtzehn für uns qualvollen Jahrhunderten. Wir selbst möchten im Judenlande alle neuen Versuche benützen, vorbilden, und, wie wir im Siebenstundentage ein Experiment zum Wohl der ganzen Menschheit machen, so wollen wir in allem Menschenfreundlichen vorangehen und als neues Land ein Versuchs- und Musterland vorstellen. Daran glaube ich, dass ein Geschlecht wunderbarer Juden aus der Erde wachsen wird. Die Makkabäer werden wieder auferstehen. Die Juden, die wollen, werden ihren Staat haben. Wir wollen endlich als freie Männer auf unserer eigenen Scholle leben und in unserer eigenen Heimat ruhig sterben. Die Welt wird durch unsere Freiheit befreit, durch unseren Reichtum bereichert und vergrössert durch unsere Grosse. Sliin Shalom: AUF BIALIKS TOD O sprecht es nicht aus, das Wort: “Tod!” O ruft nicht zum andern: “Vorbei!” Das Wort, fliegt es aus, kein Gebot Holt je es wieder herbei. O hebt nicht die Stimme zum Schrei, Dass kein Echo verdopple den Hall, Dass nicht Wissen noch Zeugenschaft sei — Auf euch nur, in euch ruh’ es all! Lasst uns flehend beschwören: “Er lebt!” Und “Ja” insbrünstigen Schrei’s. Vielleicht, dass vom Schlaf er sich hebt, Und Gott lächelt: “Amen — und so sei’s”. Aus dem Hebräischen übersetzt von Berthold FeiweL WIR SUCHEN GESCHÄFTSLEITER FÜR WICHTIGES HANDELSUNTERNEHMEN Kaufmaennische Erfahrung. Universitaetstudium bevorzugt, aber nicht unumgaenglich. Glaenzende Position. Schreiben mit Curriculum Vitae und Altersangabe zu richten an: _ B.I.R. Casilla 2487, Santiago , Wir beraten Sie unverbindlich bei der Zusammen-, Stellung Ihrer Reisen im In- und Ausland. Hotel Reserven - Ausfluege - Passagen ] Guestige Zahlungsbedingungen SPORTSTOUR TEATINOS 340, TELS. 68832-83058-63100

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