Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 6 (6.1972)
- Date
- 1972-06-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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JTJNIO 1972 17 WALTER BAUMGARTNER, München Aegypten von der elften Plage bedroht: Vom Namen zur Tat Assuandamm schafft ernste Probleme In den “Münchener Jüdidischen Nachrichten” bittet die Jugendkommission der IKG München um Vorschläge für ein schöneres Wort, das den Ausdruck “Altenheiminsasse” ersetzen soll. Der Artikel beginnt wie folgt: Neuer Name gesucht. “Übrigens wollt ihr einmal später “Insasse eines Altersheimes” werden Ich finde, “Insasse” ist man nur im Gefängnis. Aber da muss man ja nicht unbedingt hin, während viele alte Leute von sich aus in ein Altersheim gehen, weil sie dort besser und gezielter betreut werden, oder weil ihre Familien “wichtigere Dinge” im Kopf haben, als sich um die “Alten” zu kümmern”. Obwohl der Terminus “Altenheiminsasse” zumindest im Sprachgebrauch der Personen, die sich mit älteren Menschen zu befassen haben, nur noch selten benutzt wird — man spricht von Altenheimbewohnern —■ erscheint mir die Veröffentlichung nachdenkenswert. Wie ich aus den oben zitierten Zeilen zu entnehmen glaube, wird nicht nur ein Ausdruck missbilligt, sondern eine bestimmte soziale Situation. Dass diese etwas unrichtig gesehen wird, ist den Verfassern des Artikels nachzusehen. Sie haben nicht den Einblick, um zu wissen, dass nicht nur Personen in ein Altenheim gehen, um “dort besser und gezielter betreut zu werden”, sondern dass das Motiv vorwiegend in der Vereinsamung innerhalb der eigenen Wohnung und der Furcht im Falle einer Krankheit oder zunehmenden Behinderung ohne Hilfe zu sein, besteht. Mit der Aufnahme in einem Altenheim beginnt sich aber für viele Menschen eine Konfliktsituation zu verdeutlichen, die bei allen Menschen seit ihrer frühen Kindheit mehr oder weniger latent vorhanden ist und z. B. während der Pubertät bemerkbar wird. Diese Konfliktsituation hat ihre Ursache in zwei an jeden von uns gestellten Forderungen gegensätzlicher Art. Wir sollen unverwechselbare Persönlichkeiten werden, die ihre Individualität bewahren. Gleichzeitig sollen wir uns der Welt, dem Mitmenschen gegenüber öffnen, der Gruppe anpassen, was ja bedeutet, von sich etwas aufzugeben, ja in bestimmte Abhängigkeit zu geraten. Solange der ältere Mensch in seiner eigenen Wohnung lebt, kann er je nach Anlage und Interessen vorwiegend selbst bestimmen, ob er als “Individualist” oder als Mitglied einer Gruppe leben will. Im Altenheim herkömmlicher Art hingegen muss er Konzessionen machen, um in Harmonie mit den anderen Bewohnern des Heimes leben zu können. Da man diese Problematik schon lange kennt, baut man seit einiger Zeit auch Altenwohnheime. In diesen haben die Bewohner Apartements mit Kochabteil und sanitären Anlagen. Sie können, aber sie müssen nicht, die wirtschaftliche und soziale Betreuung sowie die Gemeinschaftseinrichtungen in Anspruch nehmen. Die Familien haben auch nicht “wichtigere Dinge im Kopf als sich um die Alten zu kümmern”, wie etwas pauschal bemerkt wird. Es würde den Rahmen dieser Ausführungen überschreiten, wenn ich mich in familiensoziologischen Betrachtungen ergehen würde. Ich möchte jedoch davor warnen, dass man sich sozialromantische Vorstellungen macht, wenn man sich die Frage stellt, wie können wir den älteren Menschen behilflich sein. Gustav Schwab sagte in seinem Gedicht “Das Gewitter”, das er vor 143 Jahre schrieb. “Urahne, Grossmutter, Mutter und Kind, in dumpfer Stube beisammen sind”. Diese Zeiten sind zumindest für den Stadtbewohner endgültig vorbei, und wir sollten ihnen nicht nachtrauern. Stattdessen wäre es vielleicht für [die Jugendlichen eine dankbare Aufgabe, ältere Personen zu besuchen und zusammen mit den Frauenvereinen die persönliche Hilfe zu leisten, die unsere älteren Menschen benötigen. (“Filantropía”, Buenos Aires) Der Assuandamm, den die Russen den Aegyptem gaben, war ein Danaergeschenk. Am 14. Mai 1964 drückten in Anwesenheit von etwa 30.000 Arbeitern und der Präsidenten des Irak und des Jemen, Nikita Chruschtschow und Gamal Abdel Nasser auf den elektrischen Kontaktknopf, der eine Sprengung auslöste. Dadurch verliess der Nil cein Bett und strömte durch vorbereitete Kanäle, wodurch der Bau des grossen Staudamms ermöglicht wurde. “Das achte Weltwunder!”, rief Crhuschtschow begeistert aus und überreichte Nasser den Leninorden mit dem Ehrentitel “Held der Sowjetunion”. Am 15.1.1971 wurde der fertiggestellte Assuandamm vom Präsidenten der USSR.'Nikolaj Podgomy, und vom Präsidenten Aegyptens, Anwar Sadat, offiziell eingeweiht, nachdem die Arbeit eigentlich bereits am 23. 7. 1970 beendet worden war. Der Staudamm ist 111 m hoch und der aufgestaute See, er wurde Nasser- See benannt, ermöglicht die Vergrösserung der in Aegypten landwirtschaftlich ausnützbaren Böden um ein Drittel. Mit 12 Monumentalturbinen kann das hydro-elektrische Werk zehn Milliarden Kw pro Jahr liefern, vier Mal so viel, als Aegypten im Jahre 1960 an elektrischem Strom überhaupt zur Verfügung hatte. Hinter dem Staudamm entstand ein mehr als 400 km langgestreckter und 10 km breiter künstlicher See mit etwa 100 Milliarden Kubikmetern Wasser. Es ist der zweitgrösste künstliche See auf Erden. DIE NACHTEILE DES ASSUANDAMMS / Der Staudamm wurde errichtet, um Probleme zu lösen; statt dessen hat er neue schwerwiegende Probleme geschaffen. Das Nilwasser hatte stets — wie wir schon in der ISRAEL EXPORTIERT RAKETEN Israel Flugzeugindustrie wird nach Auskunft eines Industriesprechers in naher Zukunft V/asser-Wasser-Raketen des Typs “Gabriel” für 38 Millionen Dollar in verschiedene Staaten exportieren. Über die Identität der Staaten gab der Sprecher keine Auskunft. Die drei Meter lange elektronisch gesteuerte Rakete mit ihrem 150-Kilogramm-Sprengkopf kann feindliche Schiffe bis zu einer Entfernung von 30 Kilometern treffen. Sie ist die israelische Antwort auf die sowjetische Wasser-Wasser-Rakete vom Typ “Stryx”. Mit einer Rakete dieses Typs versenkte Ende 1057 ein ägyptisches Schnellboot den israelischen Zerstörer “Elath” an der Sinaiküste des Mittelmeeres. Nach Auskunft von Fachleuten soll die “Gabriel” die beste ihrer Art sein. Schule lernten — mit seinem mitgeführten Schlamm bei den regelmässigen Ueberschwemmungen die landwirtschaftlichen Böden angereichert und die Agrarproduktion dadurch beträchtlich erhöht. Jetzt aber hält der Staudamm den Schlamm zurück, wodurch die Fruchtbarkeit des Niltals beeinträchtigt wird. Gleichzeitig füllt sich der Nasser-See überdies auch noch mit diesem Schlamm und wird immer seichter und grösser. Im Laufe der Zeit wird sich der Nasser- See mit einer gewaltigen 'Schlammenge füllen. Da das durch die Schleusen strömende Wasser aus dem Damm schlammrein ist, strömt es jetzt schneller als früher und gefährdet die Flussränder und die Brücken. Auch Fauna una Flora im östlichen Mittelmeerbecken werden von dieser Veränderung des Nilwassers schwer betroffen. Ferner bedroht der Stausee seine Umgebung mit Malaria- und Bilharzia-Epidemien. Der Damm bedroht die Landwirtschaft und die Fischerei, grosse Wassermengen versickern und verlieren sich ungenützt in der Wüste und die Versalzung der Süsswasserquellen nimmt in beunruhigender Weise zu. Aber auch vom sicherheitspolitischen Standpunkt aus bildet der Staudamm die Achillesferse Aegyptens. ASSUAN BEDROHT DIE SICHERHEIT Die Russen nehmen an, dass der Riesenstaudamm in Falle eines arabisch - israelischen Krieges das Hauptziel der israelischen Angriffe werden könnte, denn die Sprengung des Dammes hätte die Ueberflutung des dichtest besiedelten Teiles von Aegypten und damit eine Katastrophe zur Folge. Daher sind die Russen dabei, in der Nachbarschaft des Staudamms einen neuen Militärflugplatz zu errichten, der ausschliesslich zur Benüt- PROF. SIMONSOHN — REKTOR DER UNIVER¬ SITÄT TEL-AVIV Anstelle des in seine medizinische Forschungsarbeit zurückkehrenden Prof. André de Vries wählte in der vergangenen Woche der Senat der Universität Tel-Aviv Herrn Prof. Dr. Schlomo Simonsohn zum Rektor. Der aus Deutschland gebürtige Historiker, der 1952 in London promovierte, trat durch Forschungsarbeiten zur Geschichte des Lateinischen Patriarchats der Kreuzfahrerzeit und vor allem der Juden Italiens, seinem Spezialfach, hervor. Er ist der Begründer und Direktor des Instituts für Judaistik an der Tel-Aviver Universität welches die Institute für Diaspora-Forschung, Geschichte des Zionismus und Hebräische Literatur umfasst. Er hat sich grosse Verdienste um den Ausbau der Universitätsbibliothek erworben. von Meir Faerber (Tel Aviv) zung der russischen Lauftwaffe reserviert bleibt. Von diesem Flugplatz aus soll von den Russen die Verteidigung des Assuandamms im Falle eines neuen Krieges zwischen Israel und Aegypten übernommen werden. Nach Angaben von Chapman Fincher, dem Spezialisten in Sicherheitsfragen des Londoner “Daily Express”, wird behauptet, dass die israelischen Phantom-Kampfflugzeuge ohne Schwierigkeiten den Asuuandamm erreichen können. Israelische Wissenschaftler hätten genügend starke Bomben konstruiert, um eine Bresche im Damm aufzureissen. Eine Sprengung des Dammes würde die gewaltigen, auf gestauten Wassermassen befreien und sie würden auf ihrem Strom ins Nildelta fast alle Städte und Siedlungen überfluten. Die Städte Assuan, Luxor, Kairo, Alexandrien und vielleicht auch Port Said würden überflutet werden. Der Angriff auf den Damm wäre als Verzweiflungsakt mit Simsons Zerstörung des Philistertempels vergleichbar. Die Schweizer Zeitschrift “Intervia” schreibt der zweistufigen israelischen Jericho- Rakete eine Reichweite von 450 km zu. Sie könne einen Sprengkopf von 450-675 kg befördern. Aegypten hat also allen Grund, es auf einen kriegerischen Zusammenstoss nicht ankommen zu lassen und Israel nicht in Verzweiflungsstimmung zu treib«r. Das Risiko wäre, selbst wenn nicht alle diese Schreckensberichte völlig auf Wahrheit beruhen, denn doch zu gross. Diese elfte Plage, die über Aegypten kommen könnte, wenn sich ein Strom von so vielen Kubikmetern Wasser gemischt mit Nilschlamm über das Delta in Richtung auf Alexandrien ergiessen sollte, wäre entsetzlich. (“Semanario Israelita”, _Buenos Aires) KULTURARBEIT In einem vom Weizmann Institut gemeinsam mit der Discount Bank veranstalteten naturwissenschaftlichen Wettbewerb erhielt Jehuda Isch Sehalom, ein Student vom Technion, den ersten Preis in Höhe von IL 1500. Er entwickelte einen ultrasonic Apparat für Blinde. Den zweiten Preis, IL 750, erhielt ein Gymnasiast für die Konstruktion einer automatischen Kontrolle für unbemannte Flugzeuge; der dritte Preis IL 500, wurde einem Soldaten für seine Arbeit über Skorpione zugesprochen. SAN ANTONIO 367 FONO 31238 . SANTIAGO . DR. JOSE FR0IM0VICH Especialista Vejez Avenida Bulnes 377 - Dep. 605 Teléfono 67176 Dr. CLAUDIO LEHMANN Innere Medizin Rheumatologie Sprechstunde von Montag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr. Providencia 591, Of. 22 - Fono 237748 nach vorheriger Anmeldung, Bonen Rivera 2354 Telephon: 43118_