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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-06-01 · 6 (6.1972) · p. Seite 18

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
6 (6.1972)
Date
1972-06-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 JUNIO 1972 ISRAEL HAELT WELTREKORD IN STEUERN von Herbert Freeden (Jerusalem). "Israel gebührt der Welt- Cup, denn es hält konstant einen Rekord — in der Besteuerung seiner Bevölkerung”, gab der Leiter der Steuerbehörde, Moshe Neudörfer, zu. Bei einem Monatsverdienst von 700 $ beträgt die Einkommensteuer 80 Prozent; bei 380 $ — 60 Prozent. Selbst ein verheirateter Mann mit zwei Kindern, der nicht mehr als 99 $ im Monat zur Verfügung hat, muss immer noch 28 Prozent davon an den Fiskus abliefern. Aber er und die anderen wären glückliche Menschen, wenn der Staat damit zufrieden wäre. Da sie kaufen müssen, um zu leben, endet das Steuerzahlen nicht mit der Abgabe vom Verdienst — Steuern liegen auf fast allen Gütern, ob es sich nun um Schuhe oder Möbel handelt, und sie rangieren von fünf bis 90 Prozent, und manchmal weit mehr, wie z.B. bei Autos, mit einem Steuersatz von ca. 200. Auf diese Weise kostet ein Volkswagen 1200 an die 5000 $, ein Opel Kadett 6000 $ und ein BMW 2000 über 10.000 $. Man sollte annehmen, dass sich unter solchen Bedingungen niemand in Israel einen Wagen leisten kann. Weit gefehlt. Im Jahre 1955 gab es acht PK Ws für je 1000 Einwohner, heute liegt die Zahl bereits bei 52. Mit den Lieferwagen, die für Wochenend- Ausflüge dienen, hat jede fünfte Familie im Lande ein Auto — obwohl sie dreifach so teuer sind wie in Europa. Siebenmal wurden in den vergangenen zwei Jahren die Steuern erhöht. In diesem Fiskaljahr wurde das Dreifache an Steuern eingebracht wie vor drei Jahren. Wenn man berücksichtigt, NELLY SACHS-PREIS Der Nelly Sachs-Literaturpreis (der Stadtverwaltung Dortmund) wurde der österreichischen Schiftstellerin Ilse Aichinger verliehen. Ihr Werk wird als “der geistigen Toleranz und der Völkerversöhnung gewidmet” beschrieben. Ilse Aichinger hatte als Tochter einer jüdischen Mutter unter der Naziverfolgung zu leiden; sie ist vor allem mit ihren Hörspielen bekannt geworden, von denen jetzt eine Ausgabe vom S. Fischer Verlag vorliegt. Im gleichen Verlag sind ihre “Erzählungen” erschienen. VATIKAN DRÄNGT AUF SONDERSTATUT FÜR HEILIGE STÄTTEN Der Vatikan drängt energischer als bisher auf ein Sonderstatut für die Heiligen Stätten in Jerusalem. Diesen Eindruck vermittelt ein dreitägiger Israelbesuch, von dem Erzbischof G'iovanni Benelli — neben dem Kardinalstaatssekretär der einflussreichste Mitarbeiter des Papstes — dass in Grosstädten wie Jerusalem, Tel Aviv und Haifa die Mehrzahl der Wohnungen Eigentumswohnungen sind und der Kauf einer Wohnung im Durchschnitt 10000 $ pro Zimmer kostet, fragt man sich — wie können die Menschen leben? Sie leben nicht nur, weil sie Angst vor den hohen Beerdigungskosten haben, sie tun es, obwohl ihre Löhne und Gehälter um die Hälfte unter dem westeuropäischen Niveau liegen. Und sie leben nicht schlecht. Im Jahre 1950 hatten nur 2.4 Prozent der Bevölkerung einen elektrischen Kühlschrank — heute 90 Prozent, obwohl auf jedem Kühlschrank eine Steuer von 75 Prozent seines Kaufpreises liegt. 60 Prozent der Leute haben einen Fernsehapparat (Steuer 70 Prozent), fast die Hälfte hat Waschmaschinen (Steuer: 60 Prozent), und 14 Prozent haben Tonbandgeräte (Steuer: 50 Prozent). Selbst die Bewirtung von Geschäftsfreunden ist am 1. April steuerpflichtig geworden. Obwohl allein die Anlage eines Anschlusses 150 $ an Steuern kostet, hat jeder zweite dennoch ein Telefon. Wer ins Ausland fahren will, muss 200 $ Reisesteuer zahlen, zusätzlich zum internationalen Preis der Flug- oder Schiffskarte, aber jedes Jahr drängen sich über 100000 reiselustige Israelis in den Reisebüros. Die Gretchenfrage —■ wie machen die Leute das? findet nur eine Antwort: wie der Staat! Israels Auslandsschulden haben sich in den letzten beiden Jahren um 50 Prozent erhöht (auf 3.500 Mill. $), ohne dass sich seine Kreditwürdigkeit vermindert hat, so behauptet nach Rom zurüekkehrte. Der Vatikandiplomat bezeichnete seine Reise bei der Ankunft zwar als private “Pilgerfahrt” zum Gedenken der Palästinareise Pauls VI. vor acht Jahren, er bestätigte aber, dass er mit dem israelischen 'Justizminister Schapiro, mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem und mit katholischen Würdenträgern das Problem der heiligen Stätten “geprüft” habe. Mit Befriedigung hat Benelli, wie er sagte, die Bereitschaft der israelischen Regierung zur Kenntnis genommen, das Kolleg Notre Dame zurückzugeben. Ein katholischer Orden hatte es gegen den Willen des Vatikans an die Hebräische Universität in Jerusalem verkauft. Der Heilige Stuhl hatte dagegen interveniert und seine Rechte geltend gemacht. Benelli sagte nichts zu der Frage, ob er auch über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel Gespräche geführt habe. der Gouvemör der Bank von Israel, Zanbar. Obwohl Einfuhr die Ausfuhr um 800 Milionen $ übersteigt, hat sich die wirtschaftliche Lage Israels gebessert und Kapitalinvestierungen aus dem Ausland haben sich um 40 Prozent erhöht —• von 97 Milionen $ im Jahre 1970 auf 135 Millionen Dollar. 60 Prozent des Etats werden für Sicherheit, Einwanderung, Entwicklung und Schuldenrückzahlung ausgegeben, Posten, die in anderen Ländern nur 25 Prozent des Budgets ausmachen. Dabei bestreitet Israel aus seinen Steuereinnahmen nur 60 Prozent seiner Bedürfnisse — der Rest muss aus Anleihen, Bonds und Spenden aus dem Ausland kommen. Für den 1. Oktober plante die Regierung die Mehrwertsteuer in Höhe von 10 Prozent einzuführen. Jetzt fürchtet man, damit die wirtschaftliche Spannung und den inflationistischen Druck weiter zu verstärken und der Termin ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. MONEDA 1037 Dr. Lázaro Zurich MEDICO VETERINARIO Nuevo Fono: 2 3 9 3 1 8 Stefan Laskowilz' Joyero Ahumada 254 - Local 10 Fono 69464 Vermiete moebliertes schoenes helles Zimmer mit Fruehstueck Telefon Tenderini 115/18 Grosse Internationale Beteiligung bei den Sha kespeare-T agen in Weimar Berlin (ADN) - Mit grosser internationaler Beteiligung fanden im April die diesjährigen Shakespeare-Tage in der Klassiker-Stadt Weimar (DDR) statt. Mehr als 1.000 Teilnehmer und Gäste, Delegationen aus 14 Ländern, darunter aus den USA, Kolumbien und Grossbritannien, dem Irak, der Sowjetunion und der BRD, der CSSR und den Volksrepubliken Polen und Ungarn waren zum Meinungsaustausch und zu wissenschaftlichen Beratungen gekommen. Ein differenziertes Programm charakterisierte die Shakespearetage 1972: die DDR-Premiere des sowjetischen Filmkunstwerkes “König Lear”, die Aufführung der Oper “Falstaff” in der Inszenierung von Harry Kupfer am Nationaltheater Weimar, Ben Jonsons Komödie “Bartholomäusmarkt” unter der Regie von Fritz Bennewitz und “Richard III”, ein Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin. Fritz Bennewitz, Intendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar, eröffnete im Theater eine Ausstellung über den Einfluss Shakespeares auf das indische Theater, die vom Literaturfcrscher und Publizisten K. T. Deshmukh zusammengestellt wurde und mit zahlreichen Fotos einen Eindruck von Shakespeare- Aufführungen in Indien vermittelt und mit Übersetzern der Shakespeare-Dramen in Hindustani und Bengali bekannt macht. Bereits beim festlichen Eröffnungsprogramm “Shakespeare im Urteil der Zeit” fiel die grosse Zahl der jugendlichen Teilnehmer, der Schüler und Studenten auf, die auch an den folgenden Tagen das Bild bestimmten. Nicht allein einzelne Studenten, sondern ganze Studentengruppen wurden in jüngster Zeit Mitglied dieser ältesten deutschen literarischen Gesellschaft. Ausdruck des hohen internationalen Ansehens der Shakespeare-Gesellschaft ist nicht zuletzt die von 700 1963 auf 1.500 1972 angestiegene Mitgliederzahl. “Ben Jonson und Shakespeare” sowie der Film “König Lear” waren die Themen der Kolloquien und Arbeitstagungen. Noch im 17. Jahrhundert war die allgemeine Bewunderung für Jonson — sein 400. Geburtstag wird in diesem Jahr begangen — grösser als die für Shakespeare, aber bereits Jonson prägte über Shakespeare die Worte: “Nicht nur für unsere Zeit lebt er: für immer!” Ben Jonson baut mit seinen Komödien auf das englische Moralitätsspiel auf, und seine heissenden, deftigen William Shakespeare. Sittenkomödien (Comedy of Humours) bedeuten eine weitergeführte, höhere, den veränderten Umweltbedingungen angepasste Form der “Jedermann-Spiele”. “Humour” ist dabei das Hervorheben eines die Figur ausmachenden bestimmten menschlichen Charakterzuges: die Eitelkeit, der Geiz, die Gewinnsucht, die Prahlerei. Diesen Typen begegnet man in Jonsons Dramen. Ben Jonsons einmal erfolgreich erprobte Wirkungsmittel sind in Shakespeares Dramen in vervollkommneter Form wiederzufinden. Der sowjetische Film “König Lear” stand am zweiten Beratungstag im Mittelpunkt. Eine Delegation sowjetischer Filmschaffender mit dem Regisseur G'rigori Kosinzew war Gast der festlichen Premiere im Weimarer Filmtheater. Zur Delegation gehörten neben dem Regisseur die Darstellerin der Goneril Elsa Radsin und Juri Jarwet, der Darsteller des Lear. Ihnen dankte das Publikum mit lnganhaltendem Beifall für dieses grosse Filmerlebnis. Zur Diskussion sprachen zumeist Anglisten, Künstler, Shakespeare-Forscher. Unterschiedliche Meinungen gab es besonders zum Lear-Film, denn nicht für alle war dieser Film ein eigenständiges, nicht wörtlich am Dramentext messbares Kunstwerk, denn künstlerische Sprache der Kamera, die Darstellung der Szene und die Konzeption des Regisseurs Grigori Kosinzew brachten etwas Neues und Eigenständiges in den Film ein. DAS URO-BÜRO ZIEHT INS GEMEINDEHAUS Am 5. Juli 1972 wird das Büro der United Restitution Organization URO aus dem Lokal in der calle Huérfanos in das Gemeindehaus Av. Portugal 810 übersiedeln, wo zu diesem Zwecke der seinerzeit zu Beginn seiner Tätigkeit benützte Raum im Erdgeschoss zu seiner Verfügung stehen wird. Gleichzeitig wurden neue Bürostunden festgesetzt, und zwar Montag bis Donnerstag von 18 bis 19,30 und Freitag von 15 bis 17,30 Uhr. Impresor: Dublé Alrrveyda 1368

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