Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 6 (6.1972)
- Date
- 1972-06-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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* JUNIO 1972 15 KEINE RABBINATSSTUDENTEN Unter der Dachorganisation des Jews’ College, dem Londoner Rabbiner-, Lehrer¬ und Kantorenseminar, ist in Golders Green ein “Institut für jüdische Studien” eröffnet worden, das den Namen des ehemaligen Oberrabbiners Sir Israel Brodie und seiner Gattin trägt. Das grosse Gebäude soll ausserdem als Wohnhaus für Studentinnen dienen. Jews’ College sei bisher — nach den Worten von Oberrabbiner Dr. Jakobovits — das “Aschenbrödel der jüdischen Gemeinschaft” gewesen, und das müsse anders werden. Während die Fakultät für Lehrer einigermassen belegt ist und auch einige Kantonen ausgebildet werden, hat das College zur Zeit nicht einen einzigen Rabbinatsstudenten aufzuweisen. ÜBERLEBEN UND IDENTITÄT Das Überleben von rund drei Millionen jüdischen Bürgern in den kommunistischen Ländern und die Wahrung ihrer jüdischen Identität ist nach den Worten des Präsidenten des jüdischen Weltkongresses, Dr. Nahum Goldmann, eines der wichtigsten Ziele des Judentums. Auf einer Tagung der Europa- Exekutive des World Jewish- Congress in London machte Goldmann es den Führern des Judentums zur Pflicht, hierzu weit in die Zukunft greifende Überlegungen anzustellen. Man müsse auch den Völkern der sogenannten Dritten Welt angesichts deren steigender Bedeutung die jüdischen Probleme stärker erklären. ¿'U DÄNEMARK Disput um Konvertierungen Gegen den dänischen Oberrabbiner Bent Melchior sind, zuerst vom Lubawitscher Rabbi Schneerson und in der Folge auch vom aschkenasischen Oberrabbiner I.J. Unterman in Israel, leidenschaftliche Anklagen wegen Verletzung halachischer Vorschriften bei in Dänemark vorgenommenen Übertritten ins Judentum vorgetragen worden. Die Kontroverse entstand über einem Fall einer dänischen Frau, die mit einem Juden verheiratet wurde. Oberrabbiner Unterman soll auf Anfrage eines Reporters des Jewish Chronicle News Service erklärt haben, dass alle dänischen Konvertierungen einer Überprüfung unterzogen werden müssten. Oberrabbiner Melchior erklärte, dass die jüdische Gemeinschaft Dänemarks alles tue, um ihre Institutionen nach den traditionellen Vorschriften der Halacha zu führen. Kaschrut, Mikwa, Synagoge und Schule seien in einwandfreier Form. Gleichermassen seien alle Fälle von Aufnahmen ins Judentum in Übereinstimmung mit den Normen der Chachamim. Keine Autorität ausserhalb Dänemarks habe eine Rechtsprechung über sein Rabbinat. Er sei von den genannten Rabbinern auch nicht angefragt worden, über sein Verfahren Auskunft zu geben, und er sei ebensowenig über etwaige Beschlüsse informiert worden. Im übrigen betonte er, dass dank der freien Meinungsäusserung in seiner Gemeinde unter den Mitgliedern aller Richtungen der Respekt vor jüdischen Traditionen habe hochgehalten und die Bildung einer liberalen Gruppierung habe vermieden werden können. Er beabsichtige, in einigen Wochen nach Israel zu fahren und sich um das Schicksal der jetzt in den Disput gezogenen Familien zu kümmern. LENIN-PREIS FÜR 39 JUDEN Eine sowjetische Tageszeitung hat festgestellt, dass unter den 278 Preisträgern des Lenin-Preises für 1971 nicht weniger als 39 Juden waren. Das Blatt fügte hinzu, dass diese Ziffer 14% der Preisträger ausmacht, während die Gesamtzahl der Juden nur 1% der russischen Bevölkerung darstellt. Der Lenin-Preis ist eine Ehrung, die alljährlich für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Kunst und der Wissenschaften erteilt wird. ANFRAGEN AUS ALLER WELT BEIM SKATGERICHT Leipzig (ADN) — Wohl das einzige Gericht der DDR, an das Streitfälle aus aller Welt herangetragen werden, ist das Altenburger Skatgericht (Bezirk Leipzig). Hier in der Geburtstadt des beliebten Kartenspiels bemühen sich einmal wöchentlich sechs “Skatrichter”, über die kompliziertesten Spielsituationen sachkundige Urteile zu fällen. Seit Neubeleben dieser alten Tradition im Jahre 1963 verhandelte das Gremium bisher über 4.000 Streitfälle. Ausserdem beantwortet es zahlreiche Anfragen, die per Post eintreffen, u.a. aus Australien, Kuba, Chile, von den Kanarischen Inseln und Madagaskar. 240 VON 280 Der Präsident des französischen Senats, Alain Poher, verlies» Israel und erklärte bei seiner Abreise, dass er in Bezug auf die Verbesserung der israelisch-französischen Beziehungen Optimist sei. Poher betonte, dass von 280 Senatoren 240 Freunde Israels seien und dies ein Beweis der freundschaftlichen Gefühle des französischen Volkes für Israel wäre, trotz aller Fehler der Politik seines Landes. ÖSTERREICH Unverschämte Zwischenrufe im Parlament Offensichtlich hartgesottene Antisemiten in den Reihe der oppositionellen österreichischen Volkspartei (ÖVP) haben ihren Gefühlen Lauf gelassen und im Nationalrat mit Zwischenrufen “alles Juden” und “Jude” ihre armseligen Argumente in die Debatte geworfen. Einmal fiel der Ausdruck irrt Zusammenhang mit einem Gutachten für den Bau der Uno- City an der Donau, da.s von einer Planungsfirma unter Leitung von Prof. Amiras erstellt worden war. Zum zweitenmal hörte man das Wort “Jude”, als Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky Vorwürfe der Opposition wegen der Vergebung des Baues zurückwies. Im entstandenen grossen Tumult verliess die Fraktion der Sozialdemokraten geschlossen den Sitzungssaal und kehrte erst zurück, als der Fraktionschef der ÖVP sein Bedauern über die Zwischenfälle ausgedrückt hatte. Bundeskanzler Kreisky hat erklärt, dieser peinliche Vorfall werde noch seine Folgen haben. Verschiedene Zeitungen, auch aus dem bürgerlichen Lager, haben die beiden Abgordneten deutlich zum Rücktritt aufgefordert. Es wäre wirklich das Beste, wenn die Antisemiten diesen Ratschlag schleunigst gefolgen würden, damit sie nicht wieder in die Lage kommen, im Parlament ihrer “Empörung” Ausdruck zu geben. BOLIVIEN Klaus Altmann ist untergetaucht Der von der französischen Justiz als mit dem seinerzeitigen Gestapochef von Lyon, Klaus Barbie, identisch bezeichnte Klaus Altmann, heute bolivianischer Staatsbürger und grosser Geschäftsmann, ist wieder untergetaucht. Er war — wie es offiziell hiess — wegen Verunteruung festgehalten und dann gegen Leistung einer Kaution aus dem Gefängnis von La Paz freigelassen worden. Das französische Auslieferungsbegehren dürfte ohnehin keinen Erfolg zeitigen, da zwischen den beiden Ländern kein diesbezüglicher Staatsvertrag besteht und Altmann in einflussreichen Kreisen Boliviens Schutz geniesst. An einer Sendung des franzüsischen Fernsehens über den durch Barbies Männer umgebrachten Kommandanten in der Résistance, Jean Moulin, traten neue Zeugen auf, die Altmann eindeutig in seinem Aussehen und Gehaben als den gesuchten Kriegsverbrecher Barbie identifizierten. Sie waren durch Altmann persönlich gefoltert worden und erklärten jetzt, diesen Mann niemals vergessen zu können. GOLDEN AGE Die naechste Veranstaltung findet am 3 Juli, 15,30 statt. Wir erwarten viele Gaeste und ganz besonders Sie. (Bei sehr schlechtem Wetter faellt die Veranstaltung aus.) JUnUySacht-Mauf ELTERNHEIM DER JÜDISCHEN GEMEINDE DÜSSELDORF, PAPPELWEG 5 hat vor einiger Zeit seine Pforten geöffnet. Das Nelly-Sachs-Haus liegt in einer einmalig schönen Lage, direkt am Nordpark, vom Stadtzentrum in wenigen Minuten erreichbar. Es besteht aus einem sechsgeschossigen Hauptgebäude und einem dreigeschossigen Flachbau mit 48 Einzel- und 16 Zweibettzimmern, ferner einigen Zwei-Personen- Appartements. Alle Zimmer haben Balkon mit Pflanzenkästen und sind mit Teppichboden ausgelegt. Telefonanschluss, Radio und Fernsehen. Zu jeder Wohneinheit gehören Diele und separater Waschraum mit WC. Speise- und Aufenthaltsraum haben direkten Zugang zum Garten. Die offene Terrasse bietet erholsamen Ausblick auf die Blumenrabatten des Nordparks. Wintergarten. Koscher geführte Küche; auf Wunsch Diätkost. Hü - im Nelly-Sachs-Haus fühlt man sich wie in einem modernen Grosstadt-Hotel — nicht wie in einem Altersheim. Anfragen sind an die Heimleitung zu richten. Eingang zum Nelly-Sachs-Haus