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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-06-01 · 6 (6.1972) · p. Seite 14

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
6 (6.1972)
Date
1972-06-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 JUNIQ 1972 “Wer ein Menschenleben rettet, rettet eine ganze Welt” In der Residenz des israelischen Botschafters in der Bundesrepublik ehrte Botschafter Ben-Horin 13 Deutsche, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens jüdischen Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus beigestanden hatten, um sie vor Verfolgung oder Tod zu bewahren. Nur fünf der Geehrten konnten die Auszeichnung von Yad Washem, Medaillen und Urkunden, entgegennehmen, da die anderen wegen Krankheit und Alter abwesend blieben. In einer kurzen Ansprache sagte der Botschafter: “Für einen Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik gibt es selten einen Anlass, der ihn persönlich so erfreut wie dieser: Wir ehren heute 13 Menschen, Deutsche, die durch den Einsatz ihres eigenen Lebens anderen, jüdischen Menschen in der Epoche des Nazi-Terrors beistanden, um sie vor Verfolgung und Tod zu bewahren. Von ihnen können mehrere wegen hohen Alters oder Krankheit heute nicht mit uns sein. Wir werden jedoch auch ihnen bald die zugesprochen Anerkennungen überreichen. Regierungen in aller Welt verleihen Auszeichnungen an Männer und Frauen, die im öffentlichen Leben, für die Wissenschaft, in der Diplomatie, im Kriege oder für die Erhaltung des Friedens Verdienste errungen haben. Botschafter Ben-Horin ehrte 13 Deutsche, die Juden halfen. Botschafter Ben Horin Israel hat derartiges an andere nicht zu vergeben. Wir kennen nur eine Auszeichnung: die, die ich heute im Aufträge von Yad Vashem — die Behörde zur Verewigung des Andenkens an die Märtyrer und Helden — vornehmen werde. Der Kreis derer, die sie bisher erhalten haben, ist sicherlich einer der kleinsten dieser Art in der Welt. Denn sie ist nicht eine Anerkennung für eine Leistung im üblichen Sinne. Auch sind ihre Empfänger meist Unbekannte, kommen aus allen Schichten der Bevölkerung, sind Menschen ohne den Glorienschein des Ruhmes. Für uns sind sie bedeutsamer als manch einer, den eine eitle Welt bedeutend nennt. Im Laufe der Jahre sind viele Anträge oder Empfehlungen bei Yad Vashem eingegangen. Die jüdische Lehre kennt den Grundsatz ‘Wer ein Menschenleben rettet, rettet eine ganze Welt’; nach diesem Grundsatz wurden die Anträge auf das sorgfältigste geprüft; wurden die Ehrungen vergeben. Das jüdische Volk hat seit jeher ein gutes Gedächtnis gehabt für das Böse, aber auch für das Gute. Wenn ich Ihnen nun Medaillen und Urkunden überreiche, so will ich sagen: wir haben nicht vergessen, selbst wenn wir Ihnen erst jetzt danken — 26 Jahre nach dem Ende des Schreckens und 23 Jahre nach der Wiedergründung eines freien Israel. Gerechtigkeit kennt keine Verjährung, auch Dankbarkeit nicht. Wir werden auch in Zukunft fortfahren, solche Menschen zu ehren. Wenn ich davon abgesehen habe, Vertreter von Behörden oder politischen Gremien einzuladen, so allein darum, weil unser Beisammensein nicht den Charakter des üblichen Offiziellen annehmen sollte. Im gemeinsamen Erinnern wollten wir mit Ihnen in intimem Rahmen sein.” (Deutschland-Berichte) 25 JAHRE A. T. I. Am Sonnabend, den 8. Juli 1972, 20,30 Uhr im Gemeindehaus, Av. Portugal 810. : Cocktail und dein ßlc&edtel; *ißuH>tcd 'fäußaAcU : 'Ue&eMadc&un$en, Eintrittskarten nur im Vorverkauf bis 30. Juni, im Gemeindebuero, bei Gruen& Klein, San Antonio 367, Rodados Condor, Mac Iver 134 und bei Hermann Herz, IO de Julio 1055. Gestern und heute VERGANGENHEIT UND GEGENWART IN NEUEN ISRAELISCHEN FILMEN Wer erwartet, dass politische Probleme oder Sicherheitsfragen eines Staates sich in seinen Filmen spiegeln sollten, wird von zwei neuen israelischen Filmen enttäuscht werden; beide versuchen bloss in heiterer Form das Panorama einer Zeit wiederzugeben. Sie ereignen sich an friedlichen Alltagen und ihre Spannungsmomente haben mit kriegerischen Auseinandersetzungen oder Sicherheitsfragen nichts zu tun. “Halb und Halb” heisst der eine dieser beiden Lustspielfilme. Als einer seiner Produzenten zeichnet Assy Dayan, der schon wiederholt als Schauspieler in Israel und im Ausland debütierte. Er ist der jüngste Sohn von Mosche Dayan. “Halb und Halb” spielt in den fünfziger Jahren im “kleinen” Tel Aviv, als noch Pferdewagen und Radfahrer neben Kraftwagen das Strassenbild bestimmten. Damals war der Verkehr ruhig und behäbig und kleine einstöckige Wohnhäuser mit Schrebergärten hatten noch nicht vielstöckigen Mietskasernen von heute Platz gemacht. Zwei Bäckereien stehen im Mittelpunkt der Handlung: die eine, bestehend aus zwei Teilhabern, stellt ihre Brotlaibe noch altmodisch durch “Handarbeit” her; indes die andere vollautomatisch ihre Teigwaren produziert. Bei Beginn der Handlung stirbt der eine Teilhaber der “Handarbeiter”, und der Inhaber der vollautomatischen Bäckerei möchte sofort das halbverwaiste Unternehmen aufkaufen, um sich einen lästigen Konkurrenten aus dem Wege zu schaffen. Doch ein unerwartetes Ereignis unterbricht die Verhandlungen; seinerzeit kauften die beiden Teilhaber der altmodischen Bäckerei gemeinsam ein Los der Staatslotterie und teilten den Schein in zwei Teile — jeder behielt ein halbes Los bei sich. Nun, nach Ableben des einen Teilhabers, erweist sich dieses Los als Volltreffer des Monats: 100.000 israelische Pfund fielen auf seine Nummer! Wo aber befindet sich die zweite Hälfte des Loses, die der Verstorbene seinerzeit an sich nahm? Hier verwandelt sich das israelische Milieustück in eine "verrückte” amerikanische Komödie, mit Dieben in der Nacht, einer Hetzjagd durch die Hintergassen Tel Avivs und einer grandiosen Kuchenschlacht in einer der Bäckereien a la Hollywood. Bekannte israelische Bühnenkünstler verkörpern die Hauptrollen (Seew Berlinsky, Baruch Dawid, Nissim Asikri) und auch Assy Dayan macht als Schlagersänger sein Debüt. “Halb und Halb” hatte beim Publikum eine recht freundliche Aufnahme. Es wurde in dem Streifen erstmalig der Versuch gemacht, bodenständige Folklore für den Hintergrund einer Filmhandlung zu verwenden und ihm so auch ein gewisses künstlerisches Niveau zu verleihen. Menachem Golan, dessen frühere Filme (“Salah”, “Eldorado”, “Königin der Landstrasse”) erfolgreich waren, hat in seinem neuen Film “Katz und Carasso” eine leichte romantische Sommergeschichte geschaffen, die grösstenteils im malerischen südlichen Hafen Israels, Elath, und seiner Umgebung, spielt. Zwei Versicherungsfirmen, die sich im gleichen Stockwerk eines Geschäftshauses in Tel Aviv befinden, bilden den Ausgangspunkt der Fabel; die eine Firma gehört dem aschkenasischen Katz, die andere dem sefardischen Carasso. Beide machen einander beruflich Konkurrenz und haben daher häufig miteinander Reibereien und Streit. Katz wird von Schmuei Rodensky dargestellt, der Sefarde ist Joseph Schiloach, der übrigens eine grosse Ähnlichkeit mit Felix Bressart aufweist. “Katz und Carasso” ist eine Verwechslungskomödie, denn indes die Väter in Tel Aviv miteinander im “Krieg” liegen, treffen sich die vier Kinder (zwei Söhne und zwei Töchter) der beiden “zufällig” in Elath und in Tel Aviv und verlieben sich ineinander. Es gibt viele Überraschungen, Verwechslungen, Zusammenstösse und Krisen, bis der eng verwirrte Knäuel der Handlung schliesslich entwirrt wird und das fällige Happy-End erreicht ist. Golans Farbfilm ist nicht so sehr inhaltlich als visuell gelungen; viele gelungene landschaftliche Aufnahmen halten die Schönheiten des Landes, insbesondere im Negew,, im Süden, fest und machen ihn so auch zu einer guten Reisereklame. Unter den Schauspielern debütierte der aus Deutschland gebürtige Gadi Jagil als der jüngere Sohn Carassos, als guter Komiker und Imitator; weitere gelungene Chargen boten Jehuda Barkan, Leah König und Niza Schaul. Werden diese beiden Filme auch ihren Weg ins Ausland finden? Das ist noch die Frage. Aber nachdem, wie man hört, MGM den israelischen Film Golans “König der Landstrasse’’ für weltweite Verbreitung gekauft hat, könnten auch diese beiden Streifen synchronisiert ausserhalb Israels Erfolg haben, denn technisch stehen sie mit europäischen und amerikanischen Streifen auf einer Stufe. S. Ben-Jaakow (Juedische Wochenzeitung, Düsseldorf)

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