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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-04-01 · 4 (4.1972) · p. Seite 17

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
4 (4.1972)
Date
1972-04-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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ABRIL 1872 17 Kinder zwischen Krieg und Frieden VON HERBERT FREEDEN (JERUSALEM) Eine Untersuchung, die Dr. Avner Ziv, Dozent für Psychologie an der Universität Tel Aviv, gleich beim Eintritt der Waffenruhe 1970 begann, beschäftigt sich mit dem Problem der Angst bei 9 - 11 jährigen Kindern in Grenzkibbuzim. Die durchschnittlich Zehnjährigen waren in zwei Gruppen geteilt. Die eine umfasste 100 Kinder aus sieben Grenzsiedlungen im Norden, die nach dem Sechs-Tage Krieg drei Jahre hindurch beschossen: wurden, und die zweite Gruppe bestand aus 90 Kindern aus sieben Kibbuzim, die nicht in der Feuerlinie lagen. Beide Gruppen werden einem “Angst-Test” unterzogen und Fragen, die ihnen ge stellt wurden, lauteten etwa: “Hast Du Angst, dass Deine Eltern nicht zurückkommen?”; "Fürchtest Du Dich im Dunkeln?”; Fällt es Dir schwer, Dich zu konzentrieren?”, U.S.Í. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen kaum Differenzen zwischen den Kindern von Kibbuzim, die unter Feuer lagen, und Siedlungen im Innern des Landes. Deshalb, so folgert Dr. Ziv, ist es im allgemeinen nicht die Umgebung, die Aengste in einem Kind auslöst Zur Frage, ob die Kinder in ihren Antworten ihre Angst mit Absicht geringer erscheines Hessen, sagt Dr. Ziv, dass auch ohne einen “Lügendetektor” ein gewisses Mass von “Lügen-Detektion” angewendet wurde, um die Antworten durchzusieben. Die Resultate ergeben, dass ein Kind, das drei Jahre im Bunker gelebt hat, sich an die Situation gewöhnt und sie als normal empfindet, zumindest psychologisch. Darüber hinaus vermittelt ein Bunker den Kindern ein Gefühl der Geborgenheit und den Glauben, dass ihnen nichts geschehen kann, solange sie im Bunker sind. Dieses Sicherheitsgefühl führt Dr. Ziv in erster Linie auf die Eltern und Lehrer zurück, denen es offenbar gelungen ist, die Kinder zu überzeugen, dass das Leben auch im Krieg normal weitergeht. Diese Ergebnisse sind vom Rundfunkreporter Zvi Lavie ergänzt, und zu einem gewissen Grade modifiziert worden. Lavie besuchte vor kurzem 12 und 13 jährige Kibbuzkinder im Jordantal und Beisantal: diese Kinder hatten von 1967 bis zum Beginn der Feuerpause August 1970 in Untergrund-Bunkern gelebt und — Mikrophon in der Hand — hat er ihre Äusserungen auf Tonband für Kol Israel aufgenommen. Was tun sie jetzt? Welche Spiele spielen sie? Was sind ihre Träume? Wie fühlen sie sich? Erinnern sie sich an die vergangenen Jahre? Was ist ihre genwärtige Einstellung zum Bunker? Shai: “Ich fühle mich besser, seitdem wir aus dem Bunker raus sind. Morgens im Bunker, wenn ich noch halb schlief, mussten wir die Treppen raufklettern, und noch dazu in Hausschuhen. Heute stehen wir auf und laufen sofort in den Duschraum. Es gibt allerdings Kinder, die den Bunker vermissen. Nicht viele, aber manche vermissen ihn, Da ist z.B. ein kleiner Junge. Er fuhr einmal mit seinen Eltern auf Besuch zur Grossmutter und sie mussten ihn noch in der gleichen Nacht zurückbringen, weil er im Bunker schlafen wollte. Er wusste nicht warum, aber er wollte im Bunker schlafen. Bis vor 1% Jahren waren die Bunker unser Heim. Heute sind sie wie ein Museum. Ich fühle mich sicher. Warum? Weil ich im eigenen Bett schlafe und weiss, dass die Posten draussen Wache stehen. Seihst wenn man versuchen sollte, in die Siedlung zu dringen, bis zum Kinderhaus kommt niemand durch”. Itty: “Als wir im Bunker waren, wussten wir nicht, ob es draussen regnet oder nicht. Die Lehrerin stieg die Treppen hinauf und sagte: ‘Es regnet. Zieht Eure Mäntel an’. Wir waren sehr traurig. Jetzt weckt uns die Sonne auf, wenn die Vorhänge geöffnet werden. Ich möchte nicht vergessen, was damals war, aber ich erinnere mich nicht mehr an alles. Ich kann nicht mehr unterscheiden, was vor einem Jahr geschah, und was vor zw^i oder drei Jahren passierte. Was ich hoch genau weiss — ich war feige. Und sollte sich das Gleiche noch einmal ereignen, vielleicht würde ich wieder ein Feigling sein. Aber ich beschäftige mich nicht damit”. Gad: “Ich glaube, es war besser, im Bunker aufzuwachen. Wir wachten zeitiger auf, blieben noch im Bett liegen und unterhielten uns eine Weile. Jetzt müssen wir morgens schnell aufstehen, um den Schul-Bus zu bekommen. Damals hatten wir hier in der Siedlung unseren Unterricht, aber jetzt müssen wir in die Bezirksschule. Wenn Gäste uns besuchen, zeigen wir ihnen als erstes die Bunker, in denen wir lebten. Was mich anbelangt, ich will daran denken. Es war ein Erlebnis. Das Hinunterlaufen, wenn der Alarm ging. das Schlafen Untergrund...” Shais Mutter, Lehrerin und Psychologin in Kfar Ruppin, meint: “Es ist nicht leicht, die Veränderung zu beschreiben, die in den Kinder vorgegangen ist, seit die Angriffe aufgehört haben. Sie wollen nicht zuhause bleiben, sie wandern allein umher. Manchmal müssen wir nach ihnen suchen. Meistens wollen sie nicht, dass ein Erwachsener sie begleitet. Während der Zeit der Spannung ging immer jemand mir ihnen, und diese Abhängigkeit Welt ihnen nicht sympathisch”. Allein die Träume der iKnder während der ßeschiessung verdienten eine Analyse. Psychologen werden wissen, warum z.B. Beeri immer wieder von Schlangen geträumt hat, die ihn beissen wollten, oder warum ns Daliah schien, als ob “alle Grillen der Welt kämen, um sie zu attackieren”. Gad erinnert einen Traum, in dem ein jordanischer Tank in die Siedlung einbrach und zu schiessen begann; Gideon träumte, dass er verwundet und gefangen genommen würde; und Beeri: “Einmal träumte ich, dass sie meinen Bruder und mich nahmen, in ein Kanonenrohr steckten und abschossen. Ich wachte von meinem eigenen Schreien auf”. Und jetzt? Gideon: "Ich schlafe durch bis zum Morgen”. Beeri: “Ich weiss nicht, ob ich träume”. Daliah: “Ich träume kaum, und wenn ieh’s tue, dann nicht von Arabern”. Shai: “Wenn’s ruhig ist, träume ich überhaupt nicht”. Gad: “Ein angenehmer Traum bleibt nicht im Gedächtnis. Vom schlechten Traum wacht man auf, und dann erinnert man sich an ihn”. In den Jahren der Angriffe kreisten alle ihre Spiele nur um den Krieg — heute ist das anders geworden. Selbst ihre Sammlungen von Schrapnells und Patronenhülsen sind vorschwunden. Aber auf vielange? Gideon sagt: “Jeder Jordanier kann eine Granate abschiessen und niemand sieht darin eine Verletzung von etwas Internationalem”. Es gibt unter ihnen kein einziges Kind, das sich nicht nach Frieden sehnt. Warum? “Dann würden wir den Jordan überqueren und den Gileadberg besteigen”. Gad erklärt: “Im Kriege durften wir nicht aus unseren Bunkern. Im Frieden könnten wir in die arabischen Staaten reisen und sehen, wie man dort lebt. Jetzt befinden wir uns gerade in der Mitte: wir haben weder Krieg noch Frieden”. “Hochzeit des Jahres in Tel Aviv: Die Hochzeit von Jascha Kasakow, jenes jüdischen Studenten, der vor drei Jahren dem Obersten Sowjet seinen Verzicht auf die sowjetische Staatsbürgerschaft mitgeteilt und seine Auswanderungsabsicht nach Israel angekündigt hatte. Es war damals eine Pioniertat, die das Weltgewissen aufrüttelte. In einem einwöchigen Hungerstreik vor dem Uno-Gebäude in New York kämpfte er später für die Auswanderungserlebnis seiner Eltern. Kasakows junge Frau Edith ist ebenfalls eine Neueinwanderin aus der UdSSR. Ministerpräsidentin Golda Meier fand sich zur Hochzeit ein. “The Tokyo Judgment’’ Eine Dokumentation über den Prozess gegen die japanischen Hauptkriegsverbrecher des zweiten Weltkrieges bereitet die Amsterdamer Verlegergruppe Associated Publishers vor. Eine erste Übersicht über Inhalt, Aufbau und Umfang der Arbeit ist Mitte November veröffentlicht worden. Nach ihr handelt es sich um zwei Bände von je 900 Seiten. Als Erscheinungsdatum wird der September kommenden Jahres genannt. Es ist die erste umfassende Dokumentation über den Prozess gegen 28 höchste japanische Offiziere, Diplomaten und Politiker. Sie mussten sich vom 29. April 1946 an ähnlich wie die deutschen Hauptkriegsverbrecher vor einem Internationalen Tribunal in Tokio verantworten, in dem elf Nationen vertreten waren. Die Anklagepunkte waren Verbrechen gegen den Frieden, allgemeine Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dem Gericht lagen an Dokumenten fast 50 000 Blatt vor. 4336 wurden verwendet, 419 Zeugen gehört. Am 12. November 1948 ergingen die Urteile. Sie lauteten: 7 Mal Todesstrafe, 13 Mal lebenslänglich, 1 Mal 20 Jahre, 1 Mal 7 Jahre Freiheitsstrafe. Die anderen Beschuldigten waren nicht verhandlungsfähig oder starben vor der Urteilsverkündung. Herausgeber sind Prof. B. V. A. Röling von der Universität Groingen und C. F. Rüter von der Universität Amsterdam. Vor allem Rüter hat sich durch die Dokumentation “Justiz und NS-Verbrechen” in der Fachwelt einen Namen gemacht. Mit der Dokumentation “The Tokyo Judgement. The International Military Tribunal for the Far East November 12, 1948” wird zum ersten Mal das Prozessmaterial zugänglich. “The Tokyo Judgement” erscheint in englischer Sprache. Wir beraten Sie unverbindlich bei der Zusammenstellung Ihrer Reisen im In- und Ausland. 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