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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-03-01 · 3 (3.1972) · p. Seite 14

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
3 (3.1972)
Date
1972-03-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 BOLETIN INFORMATIVO MARZO 1972 PESSACH BEI DEN SAMARITANERN , »r -» ■ ■ Sfji «gfSggs Der Hohepriester der Samaritaner küsst die Tora auf dem Berge Garizim am 1. Pessachtage. VON EMANUEL BIN GORION Seit dem Fruehjahr 1935 fuehrt eine Autostrasse auf den Garizim, diesen den Samaritanern heiligen Berg, der zusammen mit dem ihm gegenüberliegenden Ebal, das alte Sichern, heute Nablus (die bedeutendste Stadt im besetzten west jordanischen Gebiet), einfasst und waehrend des Pessachfestes die gesamte samaritanische Gemeinde, Maenner, Frauen und Kinder —sonst wohnen sie im Tal— auf seinem Gipfel beherbergt. Die Samaritaner, hebraeisch “Schomronim”, gehen auf Reste des Zehnstaemmereiches (Nordreich Israel) zurueck, die nach der assyrischen Eroberung (722 vor der uebl. Zeitrechn), verblieben sind. Man zaehlt heute nur noch 320 Seelen, von denen zweidrittel um Nablus herum wohnen, waehrend der Rest in der israelischen Stadt Cholon ansaessig ist. Mit dem 10. Nissan, dem Tage, an dem nach der Vorschrift der Thora die Aussonderung der zum Pessachopfer bestimmten Laemmer erfolgt, begibt sich diese Gemeinschaft auf den Berg; Zelte werden aufgeschlagen, fuer den Hohepriester und einige priesterliche Familien auch kleine Holzbaracken errichtet. Dem fremden Besucher, der an einem der Zwischenfeiertage heraufgekommen ist, wird gastfreundlich der mit Teppichen belegte Aufenthaltsraum eines der Priester geöffnet; Kaffee nach landesüblicher Art wird gereicht und mit besonderem Stolz eine Probe des von der knusprigen juedischen so abweichenden teigig-weichen Fladens der taeglich frisch bereiteten Mazza verabfolgt. Dann macht einer der Priester den Fuehrer und geleitet seine Gaeste auf dem ausgedehnten Plateau des maechtigen Berges zu allen Staetten geheiligter Erinnerung: An Tempelruinen aus der Roemerzeit vorbei zu einem Laferplatz, wo zu Jehoschuas eiten die Stiftshuette aufgestellt gewese nsei, hernach zu der Feuergrube, die noch heute dem Braten der Pessach-Laemmer dient, und dem Altäre, der ebenfalls an der Staette des einst von Jehoschua (des Nachfolgers Mose) erbauten sich befinden soll. Zwischendurch werden in den Steinlagen eines Mauerueberrestes die zwoelf Denksteine gezeigt, die Jehoschua zum Gedaechtnis der wunderbaren Flussueberfahrt aus dem Jordan heben liess, und am oest- Iichen Rande, von wo der Blick bis weit in das ostjordanische Bergland hinueberschweifen kann, bezeichnet eine Mulde die Staette der Bindung Jizchaks durch Abraham, denn: Der Berg Moria, den die Thora als Ort der “Opferung Isaaks” nennt, ist nicht der Jerusalemer Tempelberg, wie wir anderen Juden glauben, sondern eben dieser Garizim, der “Bergdes Segens”, gewesen. (An diesem Glauben halten die Samaritaner fest). Ihre groesste Kostbarkeit ist die alte Thorarolle, nach ihrer Ueberlieferung von einem Urenkel Aharons, des Hohepriesters (Bruder des Mose) geschrieben, und die sie fuer die Tage des Festes mit auf den Berg hinaufgenommen haben. Sich selbst bezeichnen sie als den letzten Rest der Staemme Ephrajim, Menasche und Lewi. Die dem Priesterstamme Angehoerigen lassen kein Schermesser auf ihr Haupt kommen und tragen das lange Haar zusammengerollt unter Turban oder Fez. Dem Betrachter zeigt sich trotz der geringen Seelenzahl, eine Fuelle von Typen, die geradezu verschiedenen Rassen angehoeren koennten. Die aeussere Angleichung an die. Araber in Tracht, Beruf und Umgangssprache ist seit langem vollzogen; die religioese Besonderheit scheidet sie von jenen noch mehr als von den Juden. In juengster Zeit beginnen die gebildeten Samaritaner mit Anteilnahme die Fortschritte des juedisch-nationalen Aufbauwerkes in Erez Jisrael zu verfolgen und sich vielfach die moderne hebraeische Sprache anzueignen. Die erste Veranstaltung des GOLDEN AGE in diesem Jahre findet am 10'. April um 4,30 Uhr, Portugal 810, bei guter once und interessantem Programm statt. Carl Alperl, Halla: LATINISIERUNG DES ALPHABETS? Ein weitgehender Vorschlag Es ist eine bedauerliche Tatsache, dass Zehntausende von in den letzten Jahren in Israel Eingewanderten, die gelernt haben, fliessend Hebraeisch zu sprechen, keine Tageszeitung lesen können und nie ein hebraeisches Buch lesen. Die schöne Sprache, mjt ihrem Reichtum an Ausdruck und biblischen und historischen Berührungspunkten, steht infolge der archaischen Buchstaben des alten hebraeischen Alphabets und der Weglassung der Vokale ausserhalb des vollen Erfassungsvermögens der Olim. Millionen von Stunden sind von Kindern und Erwachsenen in Hebraeischkurseh in der ganzen Welt aufgewendet worden — mit geringem Erfolg. Die Schwierigkeiten, das beschwerliche Alphabet zu meistern, haben eine Grosszahl von Lernwilligen entmutigt, ihre Studien weiterzufuehren. Nur eines wird Erfolg haben: eine radikale Entscheidung, die alten, auf phönizischer Grundlage basierenden Lettern aufzugeben und ein Hebraeisch im roemischen Abec zu schaffen, das den meisten Sprachen der westlichen Welt gemeinsam ist. Wenn man Nachrichten aus China glauben kann, sind auch dort Bestrebungen im Gange, die lateinischen Buchstaben einzufuehren, so wie es auch die Tuerkei vor einem halben Jahrhundert getan hat. Selbst hartnaeckige Befürworter des alten Alphabets benutzen arabische Ziffern für ihre mathematischen Berechnungen, da es ja unmoeglich ist, “alef bet” mit “gimel dalet” zu multiplizieren. Und gleichwohl werden die arabischen Ziffern in einem hebraeischen Text von links nach rechts gelesen, im Gegensinne des Hebraeischen. Telephonnummern, algebraische Formeln, Statistiken und selbst Daten laufen entgegen dem hebraeischen Text. Versuche einmal, dies auf einer hebraeischen Schreibmaschine, deren Wagen in nur einer Richtung laeuft, durchzuspielen! Es wurde ein gewendet, dass ein Auf geben des traditionellen Alphabets das moderne Israel von seinen alten Quellen isolieren würde. Was aber jetzt geschieht, ist schlimmer. Israel wird sich von der Weltjudenheit isolieren wegen der Schwierigkeiten, eine gemeinsame Sprache zu beherrschen. Selbst die Klassiker geben zu, dass die heutige Situation einer sprachlichen Anarchie äehnelt. Drei einfache Buchstaben des Alphabets, wie gewöhnlich ohne Vokale geschrieben, können in einem halben Dutzend Arten ausgesprochen werden, mit ebenso vielen Bedeutungen. Die Anregung, das hebraeische Alphabet zu latinisieren, ist nicht neu. Wladimir Jabotinsky, ein Meister der hebraeischen Prosa, schrieb viele seiner Briefe und privaten Notizen in lateinischer Schrift. Er war Verfasser eines populaeren Buches zum Studium des Hebraeischen, in dem er das Abc anwandte. In Paris kam ein Gebetbuch für Jom Kip'ir in lateinischen Buchstaben heraus. Eine grosse Zahl von Juden liest das Kadisch in der Synagoge von einem umgeschriebenen Text ab. Vor Jahren hatte der inzwischen verstorbene Ittamar Ben Avi. Sohn des Schöpfers des modernen Hebraeisch, Elieser Ben Jehuda, eine Zeitung für Palaestina in lateinischen Buchstaben herausgegeben. Keine dieser Bemühungen hatte aber tatsaechlich irgendeinen Einfluss. Doch was nicht durch Logik und gesunden Menschenverstand erreicht werden kann, wird dennoch im Laufe der Zeit Tatsache werden. Schon jetzt ist man es in Israel gewoehnt, hebraeische Bezeichnungen, Plakate und Inserate in den Buchstaben zu sehen, die sie sowohl fuer Touristen wie neue Immigranten leserlich machen. Wenn ich in Haifa die Strassenbezeichnung “Rechov Yefe Nof” sehe, so weiss ich, dass ein Fortschritt zu verzeichnen ist. Ich denke, dass eine wirkliche Aenderung nicht vollzogen werden kann, ohne dass man eine organisierte Bewegung schafft, geführt von einer Gruppe von Begeisterten, die die hebraeische Sprache so sehr lieben, um sie sowohl Juden wie Nichtjuden leicht zugaenglich zu machen. (Isr. Wochenblatt, Zuerich) W.I.Z.O. Die Ferienzeit ist zu Ende, und wir hoffen, dass alle unsere Chaveroth gut erholt zurückgekehrt sind und sich auch waehrend der Ferien an die W.I.Z.O. und ihre Arbeit erinnert haben. Wie jedes Jahr nehmen wir unsere Arbeit im Maerz wieder auf. Als erstes findet am 15. Maerz eine Vorstandssitzung statt, bei der unser Arbeitsprogramm für das kommende Jahr in grossen Zügen festgelegt werden soll. Wir haben die Absicht, unsere Arbeit in der gewohnten Weise fortzuführen. Es sind bereits verschiedene kulturelle Veranstaltungen geplant, und es freut uns, berichten zu können, dass Frau Tov, die Gattin unseres Botschafters, in liebenswürdiger Weise die Zusage gegeben hat, an einem dieser Nachmittage einen Vortrag bei uns zu halten. Auch die Englisch— und Bridgekurse sollen weiter stattfinden, und wahrscheinlich werden sich in dieser Richtung noch weitere, neue Plaene verwirklichen. Wir sind sicher, dass alle Frauen sich ihrer Pflicht der W.I.Z.O. gegenüber heute mehr denn je bewusst sind und hoffen, in diesem Jahr auf die taetige Mitarbeit aller Chaveroth vertrauen zu können. Verhaftungen in Oesterreich In Klagenfurt (Oesterreich) ist der ehemalige Stabschef der ...Organisation Reinhard“, der 60 Jahre alte Ernst Lerch, wegen Verdachts der Beihilfe zum Mord an 1,8 Millionen Juden verhaftet worden. Die Organisation war fuer die Durchfuehrung der „Endloesung“ im besetzten Polen verantwortlich. Die Ermittlungen gegen Lerch liefen schon seit laengerer Zeit. Die Anklage gegen ihn stuetzt sich im wesentlichen auf Zeugenaussagen aus der deutschen Bundesrepublik. Lerch war waehrend des Krieges unter anderem SS-Offizier in Treblinka. Er soll nicht nur direkt an Morden beteiligt gewe s e n sein, sondern auch an Selektionen teilgenommen haben. In Linz (Oberoesterreich) wurde kuerzlich der 48 Jahre alte Hans Gogl verhaftet, der als ehemaliger Aufseher im Konzentrationslager Mauthausen mehrere Haeftlinge erschossen haben soll. DIE „NEUE AMERIKANISCHE LINIE" Hermann L. Weisman, Praesident der Allgemeinen Zionistischen Organisation von Amerika, verlangte in seiner Eroeffnungsansp rache vor dem 74. Kongress der Zionistischen Vereinigung in Pittsburgh, dass die Regierung Nixon auf schnellstem Wege ihre Nahostpolitik aendern solle. Vor den rund 1000 Delegierten erklaerte er, dass die „neue amerikanische Linie“ folgende Vorschlaege enthalten muesse: Direkte Besprechungen zwischen Israel und den arabischen Laendern; sofortige Verhandlungen mit der Sowjetunion, Waffen und Flugzeuglieferungen an Aegypten einzustellen und das sowjetische Militaerpersonal aus diesem Land zu ziehen; ein fester Standpunkt der USA innerhalb der UNO in der Frage der Resolution vom 22. November 1967, die die Richtlinien fuer eine Regelung der Nahostkrise enthaelt. GEGEN DIE VERTEIDIGUNGSLIGA Prof. Dr. Michael Zand, der erst kuerzlich aus der Sowjetunion auswandern durfte, . sprach als Gast vor dem Kongress der AZO und wandte sich in aller Schaerfe gegen die Radau- und Terroraktionen der juedischen Verteidigungsliga. Mit fast allen russischen Intellektuellen sei er der Meinung, dass diese Unternehmungen den sowjetischen Juden nur schaden und in keiner Weise nuetzen koennten. Prof. Dr. Zand organisierte vor seiner Auswanderung Sitzstreiks in den Raeumen der KPdSU, wurde mehrmals verhaftet und verlor schliesslich seinen Posten als Lehrer. Jetzt lebt er mit seiner Familie in Jerusalem, wo er an der Universitaet lehrt. 'TM LICHTE DER TORA" Zum erstenmal seit Ende des Weltkrieges erschien in Rumaenien ein jüdisches Buch. Das von Oberrabbiner Dr. Moses Rosen verfasste Werk hat eine Auflage von 5000 Exemplaren in einer ausgezeichneten graphischen Gestaltung. Es beschaeftigt sich mit den hauptsächlichsten Problemen des Judentums und dessen Gemeinden in Rumaenien. Die Publikation dieses Werkes bedeutet einen Markstein im Leben der rumaenischen Juden. 815302

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