Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 3 (3.1972)
- Date
- 1972-03-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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MARZO 1972 BOLETIN INFORMATIVO 13 UM EINEN „EHRENVOLLEN FRIEDEN" IN VIETNAM. Nixon Enthuellt Geheime Verhandlungen DER PARISER TRIUMPH »» BATSHEWA - TANZ¬ GRUPPE Dreissig Monate fanden mit dem de facto Auswaertigen Amt, welches im Keller des Weisses Hauses residiert, und verantwortlic h e n Maennern von Nordvietnam in Paris „geh e i m e Verhandlungen“ . statt, von denen niemand etwas wusste, niemand etwas erfuhr: eine Leistung, wenn man an die Enthuellungen der Pentagon Papiere und einer Unzahl anderer geheimer Dokumente bezueglich des Indien - Pakistan Konfli k t e s durch den Kolumnisten Jack Anderson denkt. Unser „Aussenminister“ Dr. Henry Kissinger traf seinen Partner 14 Mal und es kam, wie wir nun von der anderen Seite wissen, zu Vorschlaegen Hanois am 26. Juni 1971 und Gegenvorschlaegen der Vereinigten Staaten im Oktober 1971. Es ist sehr ungewoehnlich und wohl noch nie dagewesen, dass eine Regierung einseitig derartige Geheimverhandlungen enthuellt. Praesident Nixon oder auch „Quarterback“ in den Geheimverhandlungen genannt, ueberraschte den Feind, die Weltoeffentlichkeit, das amerikanische Volk und last not least einen grossen Teil seiner „engen Vertrauten“. Diese Verhandlungen, wie viele andere (Reise nach China) beweisen, dass die Aussenpolitik de facto im Weissen Haus gemacht wird und William Rogers nur den Namen des Aussenministers traegt, aber der Immigrant aus Fuerth (Bayern), Dr. Henry Kissinger, ' der wirkliche Aussenminister und Geheimrat Holstein in einer Person ist. In diesen Wochen und Monaten, da die Regierung gegen Professor David Ellsberg und Dr. Russo den Prozess wegen der Enthuellungen der Pentagon Papiere, die Material bis 1968 enthalten, mit aller Intensitaet vorbereitet, gibt der Praesident streng geheimes Material preis und raeumt damit ein Argument der Regierung fuer den Ellsberg Prozess fort: wenn fortgesetzt solche Dokumente und Protokolle ueber Besprechungen veroeffentlicht werden, wird es fuer die Regierung der USA immer schwieriger werden, geheime diplomatische Verhandlungen mit den verschiedenen Laendern zu fuehren. Um wieviel schwieriger muss es werden, wenn der Praesident einseitig solche Verhandlungen preisgibt. Die Frage entsteht also: warum wurde Nixon sein eigener David Ellsberg? Die Ziele des Praesidenten waren die folgenden: 1.) Der Versuch eines Wahlmanoevers mit dem Ziel, den demokratisc h e n Praesidentschaftskandidaten ihre Vietnamtruempfe aus der Hand zu reissen. Zur gleichen Zeit hoffte der Praesident, damit zu erzielen, dass er die Mehrheit des amerikanischen Volkes nunmehr hinter seine guten Absichten bringen wuerde, denn durch die Enthuellungen hat Nixon bewiesen, dass er unter allen Umstaenden den „ehrenvollen Frieden“ will. 2. ) Mit den Enthuellungen wollte der Praesident die Schuld fuer den Stillstand der Friedensverhandlungen in Paris unmissverstaendlich auf die Gegenseite abwaelzen, da diese nie Nixons acht Vorschlaege, mit Rueckzug der amerikanischen Truppen innerhalb von sechs Monaten, der Befreiung der Kriegsgefangenen und unschuldiger Zivilisten, die Ausschreibung von Neuwahlen fuer die Praesidentschaft in Suedvietnam (Thieu und sein Vizepresident wuerden einen Monat vor den Neuwahlen zuruecktreten), die Wahlen wuerden unter internationaler Kontrolle stattfinden und schliesslich sind die Vereinigten Staaten bereit, fuer den Wiederaufbau des seit mehr als 25 Jahren durch Krieg gemarterten Mord- und Suedvietnams $ 7,5 Mrd. zur Verfuegung zu stellen, beantwortet habe. Die letzte fuer den 20. November 1971 vorgesehene Zusammenkunft wurde seitens der USA abgesagt. 3. ) Nixon wollte erreichen, im eigenen Lande und in der Welt ein Klima dafuer zu schaffen, dass eine Aufstokkung des Krieges nach Ablehnung dieser Friedensvorschlaege verständen werden wird. 4. ) Im Hinblick auf Nixons Besuch Chinas Ende Februar wollte er seine Friedensbereitschaft unter Beweis stellen. Fuer die Chinesen sollte diese Erklaerung ein Alibi bedeuten, dass sie sehr tvohl mit dem „friedenswilligen“ Praesidenten der Vereinigten Staaten sprechen sollen. SEIN EIGENER DAVID ELLSBERG Haben sich Nixons Spekulationen erfuellt? Diese Frage muss man verneinen. Es hat sich bereits seit Jahren herausgestellt, dass der Praesident immer eine groessere Gabe entwickelt, sich mit der Politik seiner Probleme auseinanderzusetzen denn mit den Problemen selbst. Der Mann auf der Strasse wuerde sagen: gerissene Politik, aber kein Frieden. Die Polarisierung des amerikanischen Volkes hat sich nach der Nixon Erklaerung nicht geaendert. Immer noch besteht ein „Glaubwuerdigkeitsabgr u n d“ gegenu e b e r dem Weissen Haus, und nach der letzten Meinungsumfrage hat der maechtige Mann im Weissen Haus nur 43% der Waehler hinter sich, aber Edmund S. Muskie aus Maine bereits 42%. Was die Beschuldigung fuer den Stillstand der Friedens,- verhandlungen anbelangt, so mag der Praesident heute bereits bedauern, „sein eigener David Ellsberg“ gewesen zu sein. In Paris haben die Nordvietnamesen bekanntlich ihre den Amerikanern am 26. Mai 1971 unterbreiteten Friedensvorschlaege veroeffentli c h t, von denen der Praesident in seiner Rede nicht ein Wort von Kurt R. Grossmann sagte und die sich sehr wesentlich von dem Acht-Punkte-Programm Nixons unterscheiden. Waehrend das Letztere immer noch versucht, das beinahe faschistische Thieu Regime zu retten, machten die Vorschlaege von Nordvietnam es kristallklar, dass an Stelle dieses wirklich korrupten Regimes eine Verwaltung eingesetzt werden solle, deren Ziel „Frieden, Unabhaengigk e i t, Neutralitaet und Demokratie“ ist. Die Einsetzung einer solchen Regierung betrachten die Nordvietnamesen als eine innere Angelegenheit Suedvietnams. Viele der anderen Vorschlaege, wie z.B. Befreiung der Gefan g e n e n, Rueckzug der Truppen, Waffenstillstand usw., sind keine ernsthafte Huerde fuer eine Verstaendigung. Es geht um den Kardinalpunkt, ob die Vereinigten Staaten fuer das antidemokratische Regime Thieu den Krieg weiterfuehren wollen. VORSCHLAEGE „UNREALISTISCH" Nach Nixons sensationeller Rede erklaerte u. a. Senator Alan Cranston von Kalifornien, dass der Praesident „das amerikanische Volk fuer eine Aufstockung des Krieges vorbereite“. Andere Senatoren, wie John W. Fulbright und Edward M. Kennedy, nannten die Vorschlaege Nixons „nicht realistisch“. Angesichts der juengsten Reise Gen e r a 1 s Westmoreland nach Vietnam rechnet man mit einer erheblichen Aufstockung des Krieges, weil die Nixon Verwaltung den Neun-Punkte-Vorschlag Nordvietnams nicht annehmen wird. Diese Aufstokkung kann innenpolitisch unguenstige Folgen fuer Nixon haben, denn er weiss, wie jeder andere, dass das amerikanische Volk diesen Krieg beendet wissen will, und neue Bombardements, neue Kaempfe trotz der wesentlichen Reduzierunz unserer Truppen in Suedvietnam muessen sich fuer Nixon als Kandidaten unguenstig > auswirken. Durch die Enthuellung versuchte er, die Stimmung fuer sich einzufangen, aber bisher ist nicht erkennbar, dass ihm dieser Propagandacoup gelungen ist. Senator Frank Church, ein Demokrat, bemerkte juengst am Fernsehschirm, dj.ss Nixon verpflichtet sei, diesen Krieg zu beenden und alle Truppen zurueckzuziehen, die nie in dieses ferne Land haetten entsandt werden sollen. Vietnam ist nicht nur ein amerikanisches Dilemma, es ist eine amerikanische Tragoedie. Nixon hat den Krieg nicht beendet, wie er versprach, und seine Enthuellungen der Geheimverhandlungen bedeuten keinen Fortschritt zum Frieden, sondern eine Rueckkehr zu neuem Blutvergie s s e n, neuen Opfern und moeglicherweise ungesuehnten Mylais. Bleibt Vietnam ein Schrecken ohne Ende, dann moegen die amerikanischen Waehler mit gesundem Menschenverstand im November eine entscheidende Kursaenderung vornehmen. Die Schiedsrichter des 9. Internationalen Pariser Tanzfestivals haben von fünf Preisen nicht weniger als drei der israelischen “Batshewa Tanzgruppe” und ihren Mitgliedern zugesprochen. Sie bezeichneten die Truppe als die beste dieser Veranstaltung, Ehud Ben David als besten Taenzer, Rina Schenfeld und Rachamin Ron als bestes Paar. — Gelegentlich einer ersten europaeischen Gastspielreise hatte sich dieses Ballett bereits im Mai 1968 in Versailles vorgestellt. Infolge der damals dure hgeführten politischen Protest- und Streikaktionen hatte dieses erste Auftreten nicht den verdienten Widerhall gefunden und musste vorzeitig abgebrochen werden. Volle Genugtuung wurde den Künstlern nun im Théâtre des Champs Elysées gegeben. In langen Berichten beschaeftigte sich die Presse mit den Leistungen aller Beteiligten. Die einstimmig ertönenden Lobeshymnen bestaetigen die Reaktionen des Publikums. Es sei daran erinnert, dass Bethsabe de Rothschild (Batshewa ist die hebraeische Form des Vornamens) in alle Windrichtungen zerstreuten israelischen Künstlern die Möglichkeit gab, in ihr Land zurückzukehren. weil ihnen endlich ein sie befriedigendes und ausbaufaehiges Taetigkeitsfeld geboten wurde. Bethsabe de Rothschild war Martha Graham, welche dem modernen Tanz in so entscheidender Weise den Weg bahnte, 1940 in den USA begegnet, hatte bei ihr studiert und sie mehr als zwölf Male nach Israel geführt, bis sie schliesslich 1964 die ihren Namen tragende Gruppe gründete und ihre Lehrmeisterin als künstlerische Beraterin gewann. In den Kibuzim wurden weitere Talente entdeckt und in die Tanzgemeinschaft aufgenommen. Das den Abend einleitende Ballet “Percussion concerto” von Norman Morrice mit der Musik von Leonard Salzedo vermittelte einen überzeugenden Begriff des Stils dieses Ensembles, das die klassische Technik in vollkommener Weise beherrschend und über Rina Schenfeld und Rachamin Ron in "Transilion". sie hinauswachsend sich aller modernen Ausdrucksmittel bedient. Mehr als einmal hatte man den Eindruck, sich lebendig gewordenen Skulpturen des französischen Meisters Aristide Haillol gegennüber zu befinden. — “Cave of the heart” (Abgründe . des Herzens), welches das altgriechische “Medea”-Drama mit Hilfe von nur vier Gestalten erschöpfend behandelt, war 1950 von zu konservativen Parisern ausgepfiffen worden, als Martha Graham es mit ihrer eigenen Truppe dargeboten hatte. 21 Jahre spaeter wurde das Ballett bereits als eine klassich gewordene amerikanische Psycho- und Mimo- Tanztragödie klassiert. — “Transition” von Mirali Charon gab dem oben genannten ausgezeichneten Paar Gelegenheit, mit Hilfe eines metallenen kleinen Brückenbogens das Fehlen der Gesetze der Schwerkraft im luftleeren Raum zu demonstrieren. — “Marthas Vineyard” (Marthas Weinberg) war vom künstlerischen Leiter der Truppe, Brian McDonald, als Ehrung der Methode von Martha Graham erdacht worden mit einem hinreissenden Schwung der Gruppen und den unglaublich anmutenden akrobatischen Leistungen von Rachamin Ron, der seinen Körper, seine Knie, seine Haende in weit groesserem Umfang einsetzte als seine Füsse. Edgar Schall, Paris (Isr. Wochenblatt, Zuerich) Metalúrgica Winter Caupolicán 815 — Fono 237615 Termos Eléctricos de Acero y de Cobre. Termos a Gas de Cañería y Gas Licuado. Calderas a Gas, Petróleo y Parafina. Consulte Ud. cualquier problema técnico. FOTO TIMAR NUEVA YORK 54 — Fono 64843 Retratos Artísticos — Reproducciones y Ampliaciones de todas clases para Diarios, Imprentas — Fotografías de Propaganda para Industrias — Trabajos para Aficionados - Albumes para Matrimonios Fotocopias al instante con XEROX