Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 3 (3.1972)
- Date
- 1972-03-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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I 12 BOLETIN INFORMATIVO MARZO 1972 Zum 20. Todestage von Franz Molnar (1. APRIL 1952) Sein eigentlicher Name war Neumann. In Budapest, am 12. Januar 1878, kam er zur Welt, und er darf als einer der geistreichsten Dramatiker dieses Jahrhunderts bezeichnet werden. Molnär war 1940 in das amerikanische Exil gelangt; hier lebte er in stiller Zurueckgezogenheit, ein Einsamer inmitten des brausenden Weltstadtverkehrs der New Yorker City, und nur die Freunde seiner ungarischen Kuenstlerkolonie wussten, wo und wie sie ihn mit Sicherheit erreichen koennten. In allen europaeischen Kulturstaaten zu Hause, wo ihn die Triumpfe seiner Buehnenerfolge durch Jahrzehnte begleitet hatten, war es Franz Molnär, dem verwoehnten, kultivierten Weltbuerger vergoennt gewesen, in Amerika Zuflucht zu finden, ehe die Katastrophe groessten Ausmasses hereinbrechen sollte. Auch in New York ist er nochmals beruehmt geworden, als um 1949-50 seine Tragikomoedie “Bravo” herausgebracht wurde, in welcher das Dasein in einer ausgesprochenen Emigrantengegend Manhattans behandelt wird. In diesem Stuecke spielte, wie schon frueher haeufig in anderen Werken, seine bereits von ihm getrennt lebende Gattin, die ehemalige Reinhardt-Schauspielerin Lili Darvas, die Hauptrolle. Doch auch dieser Ruhm war kein Ersatz fuer die immer groesser werdende Einsamkeit dieses Dichters, der in USA nicht recht gluecklich werden konnte. Gewiss war der Nimbus seiner Welterfolge mit ihm gegangen: „Spiel im Schloss“, die Tragikomoedie „Liliom“ (auch verfilmt), „Der Teufel“, „Der Leibgardist“, „Das Wunder in den Bergen“; aus dfm Nachlass: „Gefaehrtin im Exil“. Geistvoll und sehr buehnenwirksam, mit feiner Verspottung menschlicher Schwaechen, repraesentieren sich Molnärs Dramen und Komoedien. Ganz besonders „Liliom“ (unvergesslich auch durch Hans Albers), eine „Vorstadtlegende“, wie der Autor sein Stueck nennt, hat nichts von der Frische eingebuesst. Man hat Molnär in New York einmal gefragt, ob er ein bewusster Jude waere. Und er hatte geantwortet: „Ganz und gar. Ich bin niemals etwas anderes gewesen und habe niemals etwas anderes sein wollen“. Franz Molnär, dessen wir am 20. Todestage gedenken, ist in die internationale Literaturgeschichte eingegangen. C. W. (Fortsetzung von Seite 11) derten; dazu kamen verschiedene Zusaetze, bis etwa zum 13. Jahrhundert. Damals bestand die allgemein gebraeuchliche Form des Textes bereits, sowie ein Sittenkodex, und wurde zum Inhalt eines besonderen Buches, das nicht zu den ueblichen Gebetbuechern gerechnet wurde, weil es wahrscheinlich ausschlisslich im Hause gelesen wurde: VÄlTanT CONFECCIONES STARK HNOS. S.A.C.I. Vicuña Mackemiñ 587 Fonos 384313 - 34504 Zwecks Anfertigung von Gardinen und Installationen von Leisten aller Art w&id&tïie men cuv © KlAlSGRlBEyOHIS* Miguel Claro 858 — Teléfon 4014b Gerne zeigen wir Ihnen auch Stoffe aus unserem reichhaltigen Lager. H0M0E0PATHISCHE APOTHEKE Central de Homeopatía Hahnemann Santiago, Sto. Domingo 1022 - Tel. 88290 VoUstaendlges Lager an Homoeopathlschen Medikamenten. Bracher neber Homoeopathic. Importierte und chilenische Heilkraeutar Franz Molnar BULGARIEN KEINE AUSWANDERUNG MEHR ZU ERWARTEN Der Praesident der Jüdischen Gemeinde in Sofia, Jizchak Mosskuna, hat einem Korrespondenten der Jewish Telegraphie Agency, der soeben Bulgarien besucht hat, Aufschluss über das jüdische Leben im Lande gegeben. Danach wohnen heute in Bulgarien noch zwischen 5000 und 6000 Juden — die Haelfte von ihnen in Sofia —, wovon die meisten sefardischer Abstammung sind. Der Grossteil der 50 000 Juden, die vor dem Kriege im Lande lebten, haben die Katastrophe glücklicherweise überstanden, und über 10 000 sind zwischen 1948 und 1955 nach Israel ausgewandert. Mosskuna wies darauf hin, dass die Mehrheit der bulgarischen Juden sehr wenig Verbindung zum Juden- * tum und zu Israel haetten. So kamen dieses Jahr zu den Hohen Feiertagen kaum 200 Personen zu den Gottesdiensten. Wie Mosskuna des weiteren erlaeutert hat, steht es den bulgarischen Juden frei, nach Israel überzusiedeln, sofern sie dies wünschen. Er fügte hinzu, dass alle diejenigen, die auf Alija gehen wollten, dies getan haetten, und die übrigen keine Absicht haetten, das Land zu verlassen. Trotz ihrer geringen Anzahl spielen Juden im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben eine aktive Rolle und nehmen in Regierung, Partei und Armee hohe Stellungen ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging man streng gegen antisemitische Auswüchse vor, und die Nationalversammlung erliess im Jahre 1947 ein Gesetz, das Diskrimination aus rassischen, nationalen oder religiösen Gründen ahndet. Alle Ausgaben der jüdischen Gemeinden, die Salaere und der Unterhalt der in schlechtem Zustand befindlichen Synagoge in Sofia, werden vom Staat getragen. Seit dem vor acht Jahren erfolgten Ableben des bulgarischen Oberrabbiners gibt es keinen Nachfolger, und die Gottesdienste werden durch einen Vorbeter geführt. Ein zweiwöchentlich erscheinendes Presseorgan wird vom Kultur- und Sozialrat der Gemeinden herausgegeben. HAGADOT ZEIGEN VOLKSKUNST Vom 13. Jahrhundert an unterschied man zwei bestimmte Typen von Hagadot, die aschkenasische (deutsche) und die sefardische (spaniolische). Die erste hatte um den Text gerankte Illustrationen, waehrend die letztere ganzseitige und verhaeltnismaessig wenige Illuminationen zeigte. Die aschkenasischen Hagadot zeigen vielfach auch Abbildungen der Sitten und Riten, wie sie am Pessach ueblich waren und die im Text des Exodus eingeflochten sind. Die Illuminationen sind von einer reizvollen, naiven und humorvollen Volkskunst, manchmal sind die Themen der Bibel entlehnt, wie zum Beispiel der Einzug der Gerechten ins Paradies oder die drei Patriarchen, wie sie von einem Engel ans Tor des Paradieses gefuehrt werden, das gotischen Baustil zeigt. Im uebrigen sind die Bilder mit ihren Wiedergaben der Gewaender, Haushaltsgegenstaenden, Einrichtungen und Strassen eine unersetzliche Quelle zum Studium des mittelalterlichen Lebens der juedischen Gemeinden. Es existieren in den grossen Bibliotheken der Welt beruehmte Hagadot, wie zum Beispiel diejenige von Sarajewo, genannt “Goldene Hagada”; sie ist in francospanischem Stil ausgefuehrt und scheint durch mehrere Kuenstler ausgefuehrt worden zu sein. Die Illuminationen zeigen uns Szenen aus dem Leben der Juden in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Eine andere beruehmte Hagada ist die aus Darmstadt, die Anfang des 15. Jahrhunderts entstand. Auch in der Pariser Nationalbibliothek befinden sich mehrere Hagadot. Vom 15. Jahrhundert an finden wir in den Hagadot lebhaft dargestellte Szenen der Pessachvorbereitungen und der Sedertafel, der Andacht und der versammelten Familie, und dieser Stil wurde beibehalten, bis die gedruckte Hagada aufkam. Auch die Hebraeische Universitaet Jerusalem besitzt eine schoene Hagada aus Venedig, die im Jahre 1609 entstand. Unter den Hagadot, die das Israel-Museaum in Jerusalem besitzt, finden wir die beruehmte “Hagada der Voegel”, in der die dargestellten Gestalten Vogelgesichter tragen. Sie entspricht dem aschkenasichen (deutschen) Ritus und ist, soweit bekannt, die frueheste illuminierte Hagada. Sie entstand zwischen den Jahren 1270 bis 1290 im Rheinland. Eine andere praechtige Ausgabe, die im Besitz des Israel- Museums ist, stammt aus Deutschland und entstand etwa um 1460. Sie zeigt in ihrer Anordnung Einfluesse der spanischen Hagada-Kunst frueherer Jahrhunderte. Dies scheint das Werk eines Kuenstlers zu sein, der bei den grossen spanischen Malern jener Zeit studiert hatte: manche Abbildungen verraten einen feinen Humor. Die Illuminationen sind begleitet durch gereimte Erlaeuterungen in hebraeischer Sprache, die mit jiddischen und deutschen Worten durchsetzt ist. Vermutlich stammen sie aus einem alten Volksepos, das eine Beziehung zur Hagada hat. Der aus vierzig Seiten bestehende Text ist mit leichten vom Kuenstler verfassten Versen bereichert, die, wie es damals wohl Sitte war, auf Baendern, die den Text umgeben, aufgezeichnet wurden. Es wird angenommen, dass diese Hagada aus einer Schule von Manuskriptschreibern und Illustratoren stammt, wie solche im Deuschland der damaligen Zeit bestanden. Heute ist der Druck der Hagadot aeusserst verbreitet; sie erscheinen in den verschiedensten Ausfuehrungen und Stilrichtungen. Manche sind von hoher kuenstlerischer Ausgestaltung. Dazu kommen stark abgewandelte und modernisierte Hagadot, wie sie in den Kibuzim Israels gebraeuchlich sind und die den Charakter des Pessachfestes als Natur-und Volksfest betonen. Hier mag Achad Haams Wort gelten: “Israel hat nicht so sehr seine Feste gehalten, als seine Feste Israel gehalten haben”. * 0 10 3 J, c oe.r rc( CO Véronique Filozoff. Manna. Aus: Hagada, Edition Morel. Paris 1965.