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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-02-01 · 2 (2.1972) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
2 (2.1972)
Date
1972-02-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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FEBRERO 1972 BOLETIN INFORMATIVO 13 “ICH BIN EIN ISRAELI” EPHRAIM KISHON IN DUESSELDORF Ephraim Kishon, der auf der Frankfurter Buchmesse sein neues Buch “Der Blaumilchkanal” vorstellte, kam auf einer seiner Autogrammreisen auch nach Düsseldorf, um den Liebhabern israelischer Satire die neuesten Kishonbücher zu signieren und dem Fernsehen, Journalisten und zahlreichen Bewunderern Rede und Antwort zu stehen. “Ich bin ein Israeli, nichts anderes!” betont der meistpublizierte Humorist der Welt immer wieder. Gleichzeitig empfindet er sich als “politischen Menschen”, wobei er die Satire für eines der besten Mittel haelt, als Schriftsteller Politik zu machen “Eine grössere Wirkung hat nur der Film, wie Lenin schon erkannt hat”, sagt er, “der Film und natürlich das Fernsehen”. Bittet man ihn allerdings um Stellungnahme zu direkten politischen Fragen, wird er ungeduldig und weicht aus. “Ein wenig ist Israel dem inoffiziellen Frieden naehergerückt, aber es haengen doch alle Entscheidungen von den Russen ab”. Und nach seiner Einstellung zur jüdij sehen Gemeinschaft in Deutschland befragt meint er: “Ich kenne sie nicht, aber ich glaube, die Juden in Deutschland lieben Israel sehr. Und darum liebe ich sie auch”. Je laenger man ihm zuhört, desto deutlicher wird, was er selbst auch immer wieder betont: dass er kein fröhlicher oder komischer Mensch ist, wie es viele annehmen. Viele, die “nur einen Kishon zu lesen” brauchen, um eine trübe Stimmung zu vergessen. Der Mann, der mit seinem liebevollen Humor Unzaehlige zum Lachen bringt, bezeichnet sich selbst als “enttaeuschend normal”, ja, betont, dass er “fortdauernd laechelnd ein deprimierter Mensch” sei. Daran aendert auch der Erfolg nichts — 30 Bücher wurden in Israel, zehn in Deutschland publiziert —, im Gegenteil, “wenn man einmal Erfolg hat, ist man um seine Seelenruhe gebracht”, wie er es formuliert. “Wenn man bereits soviele Bücher veröffentlicht hat, ist es echwer, noch etwas neues oder gar besseres zu schreiben. Ich versuche mich in letzter Zeit haeufig als Regisseur oder schreibe Fernsehstücke”. Auch das Autogrammegeben, das ihm anfangs grosse Freude bereitet habe, mache ihn nicht mehr so glücklich. "Nicht ganz so glücklich”, wie er mit einem Blick auf seine Anhaenger verbessert. Trotzdem ist er froh, in dieser Zeit zu leben, in einer Zeit, in der es wieder einen Staat Israel gibt. “Eine wunderbare Zeit! Nach zweitausendjaehriger Zerstörung wurde Israel wiederaufgebaut, und ich darf es erleben!” DARF DAS WAHR SEIN? ' üd n . i” GRUENDET EINEN TRADITIONSVERBANDI Die Mörder von Oradour waren unter sich. Sie schwelgten in Strömen von Bier in sentimentalen Erinnerungen an die “guten alten Zeiten”, sich den gewohnten Gruss “Heil Hitler!” zurufend, und skandierten in militaerischem Takt die Begrüssung ihres alten Vorgesetzten: “Lang lebe Generaloberst Paul Hausser!”. 500 ehemalige SS-Maenner der berüchtigten Division “Das Reich” kamen am 16. und 17. Oktober im kleinen deutschen Staedtchen Rosenheim in Oberbayern zusammen, um einen Traditionsverband ihrer Einheit zu gründen. Mit Abscheu muss dieses Treffen gerade derjenigen SS-Divisiön registriert werden, die für das schreckliche Massaker im französischen Oradour-sur-Glane verantwortlich ist, wo am 10. Juni 1944 über 600 Einwohner als Rache für einen von Widerstandskaempfern getöteten SS-Offizier niedergemacht worden waren. Die 190 Maenner von Oradour hatte man in Scheunen eingepfercht, die angezündet wurden, waehrend die 245 Frauen und 207 Kinder in der Kirche mit Maschinengewehren niedergemaeht wurden. Anschliessend machten die SS-Helden das ganze Dorf dem Erdboden gleich. Die zustaendigen Behörden sahen offenbar leider keine Veranlassung, diese erste Zusammenkunft der Schlaechter von der SS-Division “Das Reich” zu verhindern. Das Treffen war vom Schwager Martin Bormanns und Adjutanten Heinrich Himmlers, Hermann Buch, einberufen worden. Dieser erklaerte hierzu: “Unser Ziel ist kein politisches, wir wollen nur die Traditionen der Division “Das Reich” aufrechterhalten”. Als Praesidenten waehlten die SS-Leute den Obersten Wisliceny, Panzerkommandant und einer der meistdekorierten Offiziere der Naziarmee. Waehrend draussen vor dem Lokal junge Deutsche eine eindrückliche Gegendemonstration abhielten, reichten sich die SS-Maenner gegenseitig Photos und Dokumente aus der “heroischen Zeit” der Eroberung Europas. Und weiter floss waehrend zwei Tagen das Bier in Strömen, die vom Absingen forscher Kriegslieder ausgetrockneten Kehlen erlabend. PROTEST AUS ÖSTERREICH Die Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich, Landesorganisation Tirol, hat sich sofort mit einem Protestschreiben an die Regierung der Bundesrepublik gewandt, in dem u. a. geschrieben wurde: “Mit wachsender Sorge müssen wir feststellen, dass den Hitlerfaschisten in der BRD seitens der Behörden mit einer Passivitaet begegnet wird, die den Schluss aufdraengt, dass diese Art der Duldung bewusst geschieht... Die Gründung in Rosenheim ist keineswegs eine innerdeutsche Angelegenheit, denn unter dem SS-Terror litten die Patrioten und Juden ganz Europas”. ASHMEDAI Der Zürcher Rolf Liebermann, heute Generalintendant der Staatsoper an der Elbe und morgen Gesamtleiter der beiden Pariser Opernhaeuser (Grand Opera, Opera-Comique), hatte Josef Tal, Jerusalem, den Auftrag erteilt, ein Musikdrama zu komponieren, welches nun seine Premiere unter dem Titel “Ashmedai” (Asmodeus, der Teufel) hatte. Auch der Dirigent, Gary Bertini, wurde aus Tel Aviv dazu verpflichtet, und eine der gefeiertsten Saengerinnen unserer Zeit, die Luzernerin Inge Borkh, übernahm die weibliche Hauptpartie der Königin. Nicht genug damit: Leopold Lindtberg, Jahrzehnte hindurch dem Zürcher Schauspielhaus (zuletzt als Direktor zugehörend, inszenierte das Werk, dessen Bezüge zum Judentum nicht nur durch die Genannten mit Haenden zu greifen sind, sondern durch Text (des in Jerusalem geborenen Israel Eliraz), Thema und Komposition zum Standardwerk der israelischen Kunst werden dürfte. Liebermann hat dabei die Absicht, “Ashmedai” beim naechsten Israel - Festival Juli/August 1972 (voraussichtlich am 12. August) vorzuführen. Worum handelt es sich? Die auf einer talmudischen Legende beruhende Begebenheit ist kürzlich als Musical, “König Salomo und der Schulmacher”, im Tel Aviver Cameri-Theater zu sehen gewesen. Ein dem Fürsten Aehnlicher nimmt für kurze Zeit dessen Platz ein und stürzt alles um, was jener bisher geleistet hat. Das war im Musical humorvoll gestaltet und ist in der Oper grauenvoll und entsetzlich, ein Sinnbild nicht bloss der Hitler-Suggestion, sondern jeder Verführung durch das Böse. Satan persönlich tauscht mit dem Herrscher Tracht und Aussehen und verlockt raffiniert und schrecklich Volk und Hof, an dessen Spitze die Königin die erste Anpasserin wird. Die Menge, auf einmal verlarvt, folgt willenlos dem Ruf Ash- ISRAELISCHE OPERN- WELTURAUFFUHRUNG IN HAMBURG medais, dass alle Einaeugigen und Einohrigen Feinde des Staates waeren, und auch die nicht so Gekennzeichneten werden der Masse als solche eingeredet. Der Prinzensohn ist erst abwehrend und wird dann in den Trubel mithineingezogen. Unschuldigen wird ein Auge ausgestochen, ein Ohr abgeschnitten, und so werden sie zum Frondienst gezwungen. Als gar die Frage auftaucht, was denn folgen werde, wenn die zu Sklaven Gemachten aussterben würden, ist die natürliche Antwort: “Dann halten wir uns an die Rothaarigen, die Langnasigen...” Das Volk geht zugrunde, stürzt in den Abgrund des Krieges und glaubt nach Wiedereinsetzung des echten Monarchen diesem nichts mehr, sondern bringt ihn um. Hier wird die Warnung an unsere Welt so deutlich, dass nur die zu Ashmedei Schwörenden (sie gibt es ja heute auch noch) nichts vernehmen wollen! Dazu hat Tal, der Meister der elektronischen Musik, eine ganz unharmonische Partitur geschrieben, die eben dadurch die einzig richtige für diesen Stoff ist. Wie könnte Tonales, auch nur von Ferne schön Klingendes hierher passen! Das Grelle, Schlimme, Verderben Bringende ist in jedem Rhythmus, jeder charakteristischen Tonfaerbung verdeutlicht. Chor- und Massenszenen werden dazu von Lindtberg ins Infernalische vorgetrieben, so dass ein wahrer Höllentanz des Untergehens erfolgt. Wir brauchen nur 25 bis 30 Jahre zurückzudenken, um die Zusammenhaenge zu erfassen, und nur an manches der Gegenwart mit ihren Lügengespinsten um die Juden und Israel zu denken, um das (leider immer) Aktuelle mit Haenden zu fassen. Darüber hinaus indes ist “Ashmedai” für alle Völker die Tragödie der Leichtglaeubigkeit, der niemand anheimfallen sollte — ganz gleich, wie der Verführer sich nennt. Eric Munk lidoir m\m Noch immer wird im britischen Parlament die Vorlage eines neuen Einwanderungsgesetzes debattiert. Im Laufe dieser Debatte erklaerte unlaengst Lord Jänner im Oberhause, ein betraechtlicher Teü der in der NS-Zeit durch die Verfolgungen umgekommenen Juden haette gerettet werden koennen, wenn verschiedene Laender, zu denen auch England gehoerte, damals mit groesserer Verantwortlichkeit gehandelt haetten. Woertlich sagte er: “Wir alle sollten ein schlechtes Gewissen haben, weil wir seiner Zeit keine Anstalten getroffen haben, eine weit groessere Anzahl (nach England) hereinzulassen, als wir tatsaechlich gerettet haben. Es ist natürlich wahr, dass unser Land manchen Flüchtlingen die Einwanderung gestattete, aber ihre Zahl haelt keinen Vergleich damit aus, was wir und andere Laender haetten tun müssen, um das fürchterliche Verhaengnis zu verhüten, das damals das jüdische Volk ereilte”. * SIMON WIESENTHAL UND DAS TELEFON Diese Anekdoten sind keine Erfindungen, denn sie wurden von Simon Wiesenthal selbst erzaehlt. Das Kabarett in Amsterdam, wo der sehr beliebte Komödiant und Komiker Max Tarjer auftritt, ist jeden Abend überfüllt. Zwei Freunde Simon Wiesenthals wurde der Eintritt verwehrt, weil es keinen einzigen freien Stuhl in dem Zuschauerraum gab. Da telefonierte der eine von ihnen das Kabarett an und verlangte dringend Herrn Simon Wiesenthal zu sprechen. Von der Bühne wurde bekanntgegeben: “Herr Wiesenthal zum Telephon!” Darauf verliess ein Teil der Kabarettbesucher das Haus. Sie wollten wegen ihrer Rolle bei der Nazibesetzung Hollands nicht von Wiesenthal gesehen werden. Die beiden Freunde hatten auf diese Weise sich Sitze verschafft. Wiesenthal jedoch befand sich in seinem Büro in Wien. Simon Wiesenthal bekommt viele anonyme Anrufe. Kürzlich bekam er zu hören: “Heil Hitler. Sie Krebsschaden an der deutschblütigen Rasse. Sie Ausgeburt der jüdischen Höile, Sie versehentlich Unvergaster...” Da unterbrach Wiesenthal den freundlichen Herrn und sagte: “Mein Telefon wird polizeilich überwacht. In fünf Minuten befindet sich die Funkstreife vor Ihrem Hauss, in weiteren drei Minuten sind Sie verhaftet. Gehen Sie sofort zur naechsten Polizeistation und melden Sie, dass alles, was Sie mir hier mitteilen, von Ihnen im Scherz gesagt wurde. Wenn Sie es nicht tun, werden Sie haessliche Unanehmlichkeiten haben”. Sechs Wochen spaeter traf Wiesenthal einen höheren Polizeibeamten, der erzaehlte ihm von einem Mann, der in einem Vorort von Wien auf die Polizei kam und dort zu Protokoll gab, er habe mit Wiesenthal ein scherzhaftes Telefongespraech geführt. Die Polizei wusste mit dieser Meldung, die oft von idiotischem Lachen unterbrochen wurde, nichts anzufangen, Wiesenthal wurde gefragt, ob er das Raetsel lösen könnte. Er erzaehlte dem Polizeioffizier den Vorgang, bat aber von einer Verfolgung abzusehen, weil der Mann so dumm sei, dass niemand ihn ernst nehmen könne. "AUFBAU" Die heutige jüdische Jugend bestünde aus Rebellen, die kein konkretes Ziel und keine feste Grundlage haetten, sagte neulich Rabbiner Jeremy Rosen, der neue Direktor des Carmel College, auf einer Jugendversammlung in London. Er meinte, sie sollten lieber zu Rebellen “für eine Sache” werden. Wie konnten sie überhaupt erwarten, so fragte er, in ihrem Aufstand gegen das sogenannte “Establishment” ernst genommen zu werden, wenn sowohl ihre religioesen Kenntnisse wie ihre religioese Lebensführung gleich null seien? Wie koennten sie berechtigterweise der aelteren Generation den Vorwurf machen, sie habe “versagt”, wenn sie selbst gar nicht wüssten, worin denn in der Praxis dieses Versagen lag? Die einzigmoegliche Loesung für dieses Dilemma sah der selbst noch jugendliche Rosen darin, dass die jungen Leute mehr über ihre eigene Religion “lernen” und sich ihr wieder naehern müssten. (Jüd. Wochenzeitung, Düsseldorf). Narcos Wisch S Irene Weissmann de Wisch KINESIOLOGOS Rehabilitación en general. Consulta: Las Achiras 2960 Pocuro - Amapolas Fonos: 253336 289679 MOHEDA 10371

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