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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-02-01 · 2 (2.1972) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
2 (2.1972)
Date
1972-02-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 BOLETIN INFORMATIVO FEBRERO 1972 EINER DER UNBESUNGENEN HELDEN Dll Mi 1Y MET OSCAR SCHINDLERS DANKRARE “KINDER” Noch immer nennt er sie “seine Kinder”, aber im Hebräischen hat das Wort doppelten Sinn und heisst auch Baumeister. Die in New York und New Jersey leben, kamen am 6. Januar aui Einladung der American Friends of the Hebrew University zusammen, denn sie wollten nicht nur Oscar Schindler grüssen, der sie vor dem Gas oder der Kugel der Nazis in jenen dunklen Naechten Deutschlands 1940 bis 1945 gerettet hatte, sondern, trotz des Zeitablaufs, aller Veränderungen, des Antritts einer neuen Generation wollten sie ihm Dank sagen. Seit Jahren gilt Schindlers Interesse der Hebrew University in Jerusalem und in der Bundesrepublik ist er deren ehrenamtlicher Vertreter geworden. Seine nach Amerika gekommenen “Kinder” beschlossen, $ 125.000 aufzubringen, damit über der Truman Library auf dem Mt. Scopus mit dem Blick auf Jerusalem ein Oscar Schindler Recreation Saal aufgestockt werden kann. Die ersten $ 21,000 wurden an diesem Abend von den “grossen Spendern” gegeben und bis zum Mai soll die Hälfte der Summe unter den von Oscar Schindler geretteten 1100 Juden aufgebracht werden. Es war nach vielen Richtungen ein bewegender Abend. Schon vor einigen Tagen waren 50 Schindler-Freunde, Gerettete, zusammengekommen und bewiesen, dess Juden das Wort Dankbarkeit nicht aus ihrem Lexikon gestrichen haben. Diese erste Zusammenkunft fand im Hause der Rosners in Queens statt, die mich 1967 das erste Mal auf d ie s e n ausserordentlichen Mann aufmerksam gemacht haben. Damals kamen drei Frauen zu mir in den Jüdischen Weltkongress und baten, man solle an Schindler Pakete schicken. Sie schoben mir seine Adresse auf den Schreibtisch, und in Erstaunen fragte ich sie: “Was? An einen Deutschen? Nach allem, was die Nazis getan haben!” Im Chor riefen die drei Frauen: “Oscar Schindler rettete unser Leben. Er rettete 1100 Juden. Jetzt müssen wir ihm helfen”. So lernte ich die Heldenepisode Oscar Schindlers kennen, als er von 1940 bis 1941 eine immer wachsende Zahl von Juden vor der Vernichtung rettete. Bis zum Jahre 1938 des unglückseligen Münchener Pakts schien es so, als ob Schindlers Leben als Sohn wohlhabender deutschkatholischer Eltern, die in Zwittau (Maehren) eine landwirtschaftliche Maschinenfabrik hatten, ereignislos und undramatisch verlaufen würde. Damals war er 28 Jahre alt, gross, stark und muskulös mit rotblondem Haar und blauen Augen. Die Besetzung der Tschechoslowakei durch Deutschland führte zu einer Serie von wichtigen Entscheidungen im Leben Schindlers. Statt ein Nazi zu werden, zog er den Intelligenzdienst der Armee als Zivilist vor. Das führte zu einer Reihe von Freundschaften mit Berufsoffizieren, die keine Sympathie für Hitler hatten, und Schindler teilte deren Ansichten. MUT ZUR MENSCHLICHKEIT Als der Kreig ausbrach, wurde Schindler vor die Wahl gestellt: entweder Berufssoldat zu werden oder seine Produktionskenntnisse in Polen, wo taeglich Fabriken mit jüdischen Inhabern in Konkurs getrieben wurden, der deutschen Verwaltung zur Verfügung zu stellen. Diesen letzteren Weg waehlte er und erwarb eine kleine Fabrik mit 21 polnischen und 7 jüdischen Arbeitern, die Küchengeraete produzierte. Hier begann Schindlers segensreiche Taetigkeit, denn zunaechst waren die Juden geschützt, die arbeiteten, und wenn immer sie sich an den Chef Schindler wandten, um für bedrohte Verwandte Arbeitsplaetze zu finden, war seine Antwort: “Schicke sie zu mir”. Ende 1941 waren seine jüedischen Angestellten bereits auf 790 gewachsen. Dann, im Jahre 1942, setzte die Endlösung ein, und Schindlers Gewissen revoltierte gegen diese Barbarei. Die Rettungsarbeit wurde vergrössert: Beracken wurden gebaut für die 190 bereits angestellten Juden und 410 weitere jüdische “Sklavenarbeiter”. Von Jahr zu Jahr wuchs die Zahl der Angestellten; Ende 1942 600, 1943 auf 800, 1944 900 und 1945 1100. Nicht alle von ihnen waren bona fide Arbeiter, manche von ihnen waren eingesch muggelte Frauen oder Eltern, die im Falle der SS-Inspektion versteckt werden mussten. Schindler bestach mit Alkohol und Geld viele SS-Offiziere, und manches Menschenleben wurde für eine Flasche Kognak oder Wodka gerettet. Heute ist Oscar Schindler 64 Jahre alt. Vor seiner sentimentalen Reise nach New York hatte er gerade eine schwere Krankhesit überstanden, und er spricht kaum von seinem eigenen Heldenepos, welches ich in meinem Buche “Die unbesungenen Helden” eingehender beschrieben habe. Als Krakau-Plaszow geraeumt werden musste, wurde die Fabrik nach Brünlitz in der Tschechoslowakei verlegt. Die dreihundert Frauen jedoch waren nach Auschwitz zur Vernichtung geschickt worden. Oscar Schindler fuhr nach Berlin und mit Hilfe der Armee setzte er im Reichssicherheitshauptamt durch, dass diese dem Tode bestimmten Frauen, weil diese angeblich für die auf Kriegsproduktion umgestellte Fabrik “so wichtig” waren, von Auschwitz nach Brünlitz geschickt wurden — ein einmaliger Vorgang. Brünlitz nahm noch weitere 200 Juden auf, darunter den jüngeren Bruder Rosner, heute ein erfolgreicher Klaviertechniker, dessen Leben Schindler noch in Brünlitz kurz vor dem Zusammenbruch rettete, als zwei SS- Maenner ihn “zur endgültigen Liquidation” abführten. Rosner erklaerte mir, dass er wie alle anderen Geretteten, die noch leben, wie auch die zweite Generation nie vergessen werden, was Schindler für sie geten hat. Daunendecken Neabezlehen and Ausbeuern sewie alle Federarbeiten In beeter Ausfuehranc uebernlmmt Frau Ilse Philipp LINCOYAN 862, Altos Ecke Ar. 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Krankheit zehrte an ihm, aber seine “Kinder” hielten zu ihm und, wie er mir sagte, er “existiert”. VERDIENTE EHRUNG Oscar Schindler ist aber nicht nur ein Lebensretter, sondern auch ein Gentleman. Den Respekt, den er seinen Freunden von damals entgegenbringt, ist echt. Er will nichts für sich haben, sondern hat sich vollkommen der Sache Israels und der Staette des Lernens, der Hebrew University, verschrieben. In der grausamen Zeit, da er mit List und Tücke, mit Mut bfs zur Gefahr und Irrtum den lauerden Mördern ihre Opfer entriss, hat er begriffen, wie sehr das jüdische Volk ein Volk des Buches ist. Das hat ihn mitbeeinflusst, und nun versucht er, weil er an die Macht des Wissens glaubt, den Israelis und damit der ganzen Judenheit zu helfen. Das ist ihm wichtiger als seine eigene ökonomische Sicherheit, und für ihn bedeutet es viel, dass jene Erholungsstaette über der Truman Bibliothek seinen Namen tragen soll. “Das habe ich mir nicht traeumen lassen”. In verschiedenen Teiler New Jerseys z.B. in South Plainfield und anderen Orten gibt es einen Schindler Drive oder Schindler Place; denn hier arbeiten drei der Geretteten, die Schindler nicht vergessen haben. Sie sind notabene die Initiatoren der Aktion der kleinen Gruppe Ueberlebender, zu Ehren Oscar Schindlers einen Betrag von E° 125,000 aufzübringen. In der Mitte dieser Oscar Schindler Staette auf dem Mt. Scopus wird ein Buch liegen mit all den Namen jener, die Schindler gerettet hat, und das Heldenepos, welches dazu geführt hat. So werden junge Menschen lernen, was wahres Heldentum ist und der einstige “unbesungene Held” Oscar Schindler wird ein besungener werden. RUDI JUU Fein« Goldschmied« Arbeiten Moderne Aendernngen Uhren Reparaturen Staendige Auswahl von Sehmucksaohen Banni xwahgeoehenke Edit 'Pz*. de Armas Local IM, (entrepiso) Eingang MONJITAB 979 Toléfana IS4MS Vemet in den französischen Pyrenaeen war ein Konzentrationslager, bereits vor dem Ausbruch des letzten Welt- Krieges. Hier vegetierten die Flüchtlinge der geschlagenen Armee der von Franco gemeuchelten legalen Staatsform und die heldenhaften Maenner der “Internationalen Brigaden”, die ihre Laender verlassen hatten, um der vom internationalen Faschismus überfallenen Republik beizustehen. Unter ihnen ein betraechtliches Kontingent von Emigranten aus Deutschland und Österreich, die danach dürsteten, den Kampf gegen die Pest der Diktatur fortzusetzen, den sie in ihrem eigenen Land aufgeben mussten. Diese nach einem tapferen Verzweiflungskampf unterlegenen Maenner hofften, im Lande der Freiheit, deren Devise “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!” war, ein sicheres Asyl unter Freunden zu finden. Man steckte sie, in aller Freundschaft, in die windschiefen Baracken dieses sinistren Lagers. Aber ein wirkliches Konzentrationslager, berüchtigt in der ganzen Welt, wurde Vernet erst, al3 Hitler im Mai 1940 mit seinen Truppen in Frankreich eindrang. Hunderte von Emigranten, keineswegs nur Kommunisten, sondern auch Sozialisten, die einwandfreie Demokraten waren, wurden nach Vernet deportiert. Mancher gute Freund von mir ist in diesem Schandlager, über das übrigens Arthur Köstler geschrieben hat, in der Nacht letzter Verzweiflung gestorben, nicht selten durch Freitod, weil dieses Leben einer gnadenlosen Verfemung nicht mehr zu ertragen war. Was mich heute veranlasst, von Vernet zu sprechen, ist die bestürzende Tatsache, dass die Opfer von Vernet, die toten Maertyrer des KZ’s, heute selbst in ihrem Grabesfrieden gefaehrdet sind! Das Terrain, auf dem das Konzentrationslager stand, gehörte der Armee und wurde inzwischen an Private verkauft, an Landwirte, die den verwahrlosten Boden beackern und wieder profitabel machen wollen. Mitten im Gelaende, auf einem improvisierten, ungepflegten und verwahrlosten Friedhof, liegen die Opfer von Vernet. Man hat noch nicht einmal die Pietaet gehabt, den letzten Behausungen dieser Toten Namen zu geben. Sie sind anonym, sie tragen nur Nummern. Im Augenblick weiss man noch nicht, was von den Grabstaetten von Vernet übrigbleiben wird. Den Landwirten ist kein Vorwurf zu machen. Gewiss, Pietaet und Menschlichkeit sind schon seit langem Mangelware, und so mancher wird diesen tristen Epilog eines Dramas unter vielen und ungleich grösseren, als nebensaechlich, zumindest e n s zweitrangig ansehen. Aber: auch die Maenner von Vemet, die ihr Leben für uns in die Schanze schlugen, damit wir frei und als Menschen leben können, sollten das Recht auf Respekt und auf die Ruhe des Grabes haben! Selbst dann, wenn sie nur unter Nummern in der Erde liegen. Metalúrgica Winter Caupolicán 615 — Fono 237615 Termos Eléctricos de Acero y de Cobre. Termos a Gas de Cañería y Gas Licuado. Calderas a Gas, Petróleo y Parafina. Consulte Ud. cualquier problema técnico. PEDICURO "LUSTIG" CASA CENTRAL SANTIAGO Ru Antenle >19, Of. ZU, S* pise r«u um SUC. VINA DEL Fiase de Villa dal Of. 19, Entrepiso Edifie le El Fersrtsl Fene 9U99S 179 KINESIOLOOIA — ORTOPEDIA Manicure: Damas caballeree Depilación a la Oera Kurl Kaiser-Blülh

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