Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 2 (2.1972)
- Date
- 1972-02-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8553624-8555182-9195513--6134-8555207- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
FEBRERO 1972 BOLETIN INFORMATIVO 9 Deutschprachiéer Teil des INFORMATIVO & ESTHER In Unseren Tagen (EIN PURIM-GELEITWORT) Wiederum steht die koenigliche Gestalt Esthers vor unseren Augen. Was sie und ihr Pflegevater Mordechai niedergeschrieben haben, wird niemals in der jüdischen Geschichte vergessen werden, denn in diesem Buche, das den Gottesnamen verschweigt, erblicken wir, zwischen den Zeilen, das unsichtbare Walten einer hoe’neren Macht, das Wirken des himmlischen Richters, der Sein Volk immer wieder harten Pruefungen unterzieht, es aber nie gaenzlich den Feinden preisgibt. Man war in frueheren Zeiten, bei uns in der westlichen Welt insbesondere, ausserhalb der traditionellen Kreise, der Estherrolle nicht gut gesinnt. Man sprach von einem “persischen Roman”, der “uns Juden” nichts gaebe, von einem “Produkt der Galut” als Folge der “Galut-bedingten Assimilation”, der selbst die Besten des jüdischen Volkes verfallen waeren. Esther und Mordechai seien keine stolzen und aufrechten Juden gewesen, so sagte man vielfach. Minderstens seit 1933, aber wahrscheinlich schon lange zuvor, entstand ein Umdenken. Man begann, zu erkennen, dass die uns geschilderten judenfeindlichen Methoden und Argumente eines Haman keineswegs ueberholt waeren, und dass es finstere Maechte gaebe, auch noch im zivilisierten 20. Jahrhundert, die nicht nur diesen oder jenen unsympathischen Juden, sondern alle Juden aus dem oeffentlichen Leben im Staate ausgeschaltet oder, wenn dies ginge, gaenzlich vertrieben oder vernichtet sehen wuerden. Doch Esther und Mordechai erkannten, dass ein Haman nicht rechtbehalten duerfe. Das Wort der juedischen Koenigin von Persien “So geh denn und versammle alle Juden”, wurde zum Mahnworte in jeder kritischen, gefahrvollen Situation fuer uns Juden. Ueber Zerrissenheit und Uneinigkeit in juedischen Fragen hinwegzukommen, zur “Sammlung aller Kraefte” zu gelangen, ist seit fast vierzig Jahren auch fuer den modernen Westjuden kein so fremder Begriff mehr. Vor jetzt genau vier Jahrzehnten, Purim 1932, in jenen Maerztagen, hatten die Juden im damaligen Deutschland noch einen kleinen Rest von Zukunftshoffnung: Bei der Reichspraesidenten-Wiederwahl siegte der alte Hindenburg ueber den Verderber, der ein Jahr danach zur Macht gelangen sollte. Wir Juden, und mit uns alle freiheitlichen Kraefte vom Zentrum bis zur Sozialdemokratie, waehlten, wie wir sagten, “das kleinere Uebel”. Es wurde kein “Purimwunder”; wir hatten nur einen begreiflichen, kurzen Aufschub, ehe der moderne Haman sein Vernichtungswerk begann. Seit der Staatsgruendung Israels kann man von einem Triumpf des Ueberlebensgedankeris sprechen. Das Wort der Esther-Megilla “Bei den Juden gab es Licht, Freude, Jubel und Wuerde” hat einen ganz neuen, wundersamen, Sinn erhalten. Juden als Volk, als Gesamtheit, wissen besser als je zuvor, wo wir unsere Feinde zu suchen, und wo wir unsere Freunde zu finden haben. Keine Verleumdung, von wo diese auch kommen mag, aus Moskau oder Kairo, aus Peking oder Bagdad, wird den Bestand Israels und des juedischen Weltvolkes gefaehrden koennen, wenn diese beiden Teile Zusammenhalten in jeder Lage, die entstehen koennte. Megillat Esther ist noch heute Mahnung und Warnung zugleich! Curt Wilk Wir beraten Sie unverbindlich bei der Zusammenstellung Ihrer Reisen im In- und Ausland. Hotel Reserven»Ansflnege-Passagen Guestige Zahlungsbedingungen SPORTSTOUR Teatinos 304, Tels. 68832-83058-63100 .¡Hü' Eran Laor ELAZARS MENSCHLICHE WORTE Waehrend die wildgewordenen arabischen Führer, mit Sadat an der Spitze, blutrünstige, von pathologischen Hass erfüllte Reden halten, hat der neue israelische Generalstabschef David Elazar, in seiner ersten Rede nach seiner Ernennung eine Ansprache gehalten, die dem traditionellen biblischen Geist unseres Volkes entspricht. Elazar sprach im Mann- Auditorium in Tel Aviv vor MARTIN TICHAUER S. A. Der frühere Kantor unserer Gemeinde, Herr Martin Tichauer, ist am 22. Dezember 1971 im Kibutz Ramot Menasche im 80. Lebensjahr gestorben. Die Beisetzung fand im selben Kibutz statt. Am Grabe sprach Frau Lotte Hirschberg, die Witwe unseres langjaehrigen Praesidenten Dr. Josef Hirschberg, die auch im Kibutz Ramot Menasche lebt. Sie schilderte Martin Tichauers Laufbann als Kantor, der nach der Ausbildung an einem Konservatorium in Deutschland seine wohlklingende Stimme in den Dienst der SCI B’ne Jisroel stellte und zur feierlichen Gestaltung der Gottesdienste viel beitrug. Kurz nach der Aliah seines Sohnes, im Dezember 1951, ging auch Martin Tichauer nach Israel. Im Kibutz, in dem er seither lebte, trat er durch Veranstaltung musikalischer Abende und als Saenger bei allen festlichen Gelegenheiten hervor. In seiner freien Zeit widmete er sich der Malerei, für die er viel Begabung besass. In ihrer Gedenkansprache sagte Frau Hirschberg:... “Niemand, der seine Gebete an den Hohen Feiertagen boerte, wird sie jemals vergessen”. Und sie schloss mit den Worten: “Bei vielen Gelegenheiten sangst Du für andere dass “El male rachamim”. Hier im Kibutz koennen wir das nicht und so gedenken wir deiner, schweigend...” In der in Frankfurt a. M. stattgefundenen Sitzung der URO —United Restitution Organization— wurde anstelle des kürzlich verstorbenen Professors Norman Bentwich Eran Laor, Generalbevollmaechtiger der Jewish Agency in Europa, zum Vorsitzenden der Organisation gewaehlt. Die URO, die im Jahre 1948 gegründet wurde, hatte zur Aufgabe die Behandlung der Wiedergutmachungsansprüche an Deutschland von hauptsaechlich unbemittelten jüdischen Naziopfern. Sie bearbeitete waehrend dieser Jahre 450.000 Ansprüche und erzielte die Auszahlung eines Betrags von über 800 Millionen Dollar für ihre Mandanten. Der Organisation stehen noch weitere Aufgaben bevor, und zwar die Endabwicklung von über 50.000 noch ausstehenden Ansprüchen und moeglicherweise Neuaufnahme von früher abgelehnten Antraegen, die aufgrund kürzlich ergangener Urteile des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe wieder eingereicht werden koennen. den dort versammelten Angehörigen der im und nach dem 6-Tage-Krieg gefallenen Soldaten. In Gegenwart Dajans und Bar Lews wurde den Familien der Gefallenen in einer eindrucksvollen Feier der dritte Band des Gedenkbuches mit den Namen der Armeeangehörigen überreicht, die ihr junges Leben für Israel geopfert haben. In seiner Ansprache sagte Elazar unter anclerem: "Ich kenne kein anderes Volk, das so wie wir die Namen aller seiner Gefallenen in einem Buch verewigt. Ich kenne auch keine andere Armee, die so wie wir das Andenken ihrer Gefallenen ehrt". David Elazar (rechts) mit Dayan y Bar-Lew. in un imita bi GEMEINDE . SEDER MITTWOCH, 29. MAERZ 1972, 20.30 UHR (ERSTER PESSACH-ABEND) UNTER LEITUNG VON HERRN Kantor Prof. Shlomo Birnbaum ANMELDUNGEN IM GEMEINDEBÜRO (TEL. 222973) BIS FREITAG, DEN 24. MAERZ 19277873