Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 1 (1.1972)
- Date
- 1972-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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ENERO 1972 BOLETIN INFORMATIVO 13 ZUR “DEUTSCHEN KULTURWOCHE” IN ISRAEL SOLIDARISCHE DDR Am 6. November wurde die „Deutsche Kulturwoche“ in Tel Aviv eroeffnet, Der deutsche Botschafter Jesco von Puttkamer sollte im Mann-Auditorium vor dem Eroeffnungskonzert des Israelischen Philharmonischen Orchesters anlaesslich des Beginns der „Deutschen Kulturwoche“ die offizielle Begruessungsr e d e halten. Doch haben der Botschafter, sowie der Bürgermeister von Tel Aviv, J, Rabinowitz, Abstand von der Teilnahme an diesem Konzert genommen, da die Partisanen-Verbaende drohten, eine Demonstration zu veranstalten. Ihre Fuehrung erklaerte, dass sie gegen enge kulturelle Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik sei. Wir glauben anzunehmen, dass dieser bedauerliche Zwischenfall im Zusammenhang mit der nicht gerade sehr geschickten Erklaerung Ebans, er habe kein Interesse an der Prozessierung von Kriegsverbrechern, stand. Denn die Erklaerung Ebans hat bei den ehemaligen Partisanen grosse Entruestung hervorgeru f e n und dadurch entstand in der israelisc h e n Oeffentlichkeit von neuem eine Polemik ueber die Greueltaten, die die Nazis an den Juden begangen haben. Nachdem Botschafter von Puttkammer zur Beruhigung der Gemueter auf seine Begruessungsworte verzichtete, richtete er an die israelische Oeffentlichkeit ein Schreiben, das wir im Wortlaut wiedergeben. In dem Brief heisst es: „Im Interesse eines reibungslosen und stoeru n g s freien Ablaufs der deutschen Kulturwoche, habe ich mich im Einvernehmen mit dem Buergermeister von Tel Aviv entschlossen, auf eine offizielle Begruessungsansprache vor dem Eroeffnungskonzert des Israelischen Philharmonischen Orchesters im Mann-Auditorium am 6. November zu verzichten. Gleichwohl habe ich den Wunsch, zu der Diskussion, die in der israelischen Oeffentlich k e i t ueber die deutsche Kulturwoche entbrannt ist, wie folgt Stellung zu nehmen: RUDI JELCN Feine Goldschmiede Arbeiten Moderne Aendertmgen Uhren Reparaturen Staendige Auswahl von Schmucksaehen Barmizwahgeschenke Edil. 'Pza. de Ar mas Local 136, (entrepiso) Eingang MONJITAS 87S Teléfono 384865 Die deutsche Kulturwoche kommt nicht als ein ploetzliches Ereignis, sondern wird von uns vielmehr als die Fortfuehrung eines sich staendig progressiv entwickelnden gegenseitigen Kulturaustausches betrachtet. Die erste Israel' Woche in Deutschland fand bereits im Maerz 1969 statt. Hier im Lande sind bedeutende deutsche kulturelle Darbietungen mit Erfolg absolviert worden. Dies ist aber nicht die Hauptfrage. Wenn es hierzulande Menschen gibt, die grundsaetzlich nichts mehr von deutscher Kultur wissen wollen, weil eine Erinnerung an unmenschliches Geschehen ihnen dies verbietet, so kann ich diesen Menschen nur sagen, dass wir ihre Empfindungen mit tiefem Respekt zur Kenntnis nehmen. Sie sind ein Teil der Realitaet in den Beziehungen zwischen unseren beiden Voelkern, mit der wir Deutschen des demokratischen Deutschland jetzt und in Zukunft zu leben haben. Dies ist ein Faktum. Das andere ist unser Wunsch, auch bei den heute Protestierenden Verstaendnis fuer das andere Deutschland zu wecken, das um der Festigung der deutschisraelischen Beziehungen willen sich selbst, seine Kultur und ihre tiefgreifenden Wurzeln vestaendlich mac h e n will. Ich haben den Eindruck, dass eine staendig wachsende Zahl von Menschen hierzulande das versteht und auch gutheisst. Bei der Eroeffnung der „Deutschen Kulturwoche“ mit einem Konzert der israelischen Philharmoniker und der Solistin Gina Bachauer fand eine Demonstration der Betar- Jugendorganisation statt. Einige Hundert Jugendliche protestierten gegen die Veranstaltung und trugen Plakate mit der Aufschrift: Die deutsche Kultur wurde in Auschwitz begraben“. Auch im Mann-Auditorium kam es zu einigen Zwischenfaellen. Als der Dirigent Eliahu Inbai den Taktstock erhob, stellten sich zwei Jugendliche neben Inbai und begannen unter, allgemeiner Stille das Totengebet zu lesen. Andere Jugendliche, die Zwischenrufe machten, wurden von der Polizei, meistenteils von Polizistinnen, ohne Widerstand aus dem Saal gewiesen und die Veranstaltung verlief in aller Ruhe. Die Kulturwoche wurde von der Botschaft der Bundesrepublik und den Staedten Tel Aviv, Haifa und Jerusalem veranstaltet. Im Rahmen der Kulturwoche fanden u. a. Auffuehrungen des Berliner Schiller - Theaters statt. (Semanario Israelita, Buenos Aires) BLUSAS Protestierende Israelis. * * US? mm Protest-Flugblatt. Theaterprogramm - »; UNBESCHOLTEN. . Auf einer Kantorenkonferenz in London wurden kürzlich von einem Redner vier wünschenswerte Eigenschaften aufgezeigt, deren sich ein guter Chasan befleissigen sollte. Diese “Vier Punkte für Vorbeter”, die auf Darlegungen von Rabbi Moses Mintz (16, Jahrhundert) zurückgehen, lauten: 1. Ein Kantor ist eine angenehme Persönlichkeit, er ist freundlich und bei der Gemeinde populaer. 2. Er hat eine angenehme Stimme und traegt die Gebete in klarer Ausdrucksweise vor. 3. Er ist faehig, den Sinn der Gebete zu verstehen und zu erklaeren, und er ist auch ein wenig mit Talmud und Midrasch vertraut. 4. Ein Kantor ist stets demütig und ist im höchsten Grade unbescholten. Metalúrgica Winfcer Caupolicán 815 — Fono 237615 Termos Eléctricos de Acero y de Cobre. Termos a Gas de Cañería y Gas Licuado. Calderas a Gas, Petróleo y Parafina. Consulte Ud. cualquier problema técnico. Eine Militaerdelegation aus der Deutschen Demokratischen Republik unter Leitung von Verteidigungsmini stsr Heinz Hoffmann, die kuerzlich Kairo besuchte, wurde bei dieser Gelegenheit vom aegyptischen Praesidenten Sadat mit hohen aegyptischen Orden ausgezeichnet. Der DDR-Minister erklaerte informierten Kreisen zufolge bei seinem Gespraech mit dem aegyptischen Praesidenten, dass die Buerger der DDR solidarisch seien mit der Bevoelkerung der arabischen Welt und Sympathie empfaenden fuer ihren gerechten Kampf gegen die „imperialistisch - israelische Aggression“. Hoffman wuerdigte ferner den „hohen persoenlichen Einsatz Sadats fuer eine gerechte politische Loesung des Nahostkonflikts“ und aeusserte die Gewissheit, dass „die arabischen Voelker in ihrem legitimen Kampf um die Beseitigung der Folgen der Aggression von 1967 siegen werden“. „ERLOESERK1RCHE" NEU GEWEIHT Mit einem Gottesdienst in drei Sprachen — Deutsch, Arabisch und Englisch — wurde die deutsche „Erloeserkirche“ in Jerusalem nach einem Umbau neu geweiht. Gleichzeitig fuehrte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof D. Hermann Dietzfelbinger, den Pfarrer Helmut Glatte als neuen Propst feierlich in sein Amt ein. Als Ehrengaeste waren Vertreter aller im Heiligen Land bestehenden christlichen Kirchen sowie juedische Repraesentanten anwesend. In seiner Festpredirp umriss Landesbischof Dieb i elbinger die Aufgaben des neuen Propstes, zu denen „gegebenenfalls“ auch die Betreuung dei* evangelischen Gemeinden in Jordanien gehoere. Propst Glatte forderte in seiner Predigt zu einer „neuen und unbefangenen Interpretation des Reformationsgedankens“ auf. Er bat um „Frieden und Wohlfahrt fuer Jerusalem, der grossen Stadt des Judentums, des Islams und des Christentums“, und um einen „neuen, interreligioesen Dialog im Geiste groesserer Toleranz“. Die „Erloeserkirche“ steht auf dem Grundstueck eines aus der Kreuzfahrerzeit stammenden Johanniterhospizes in der Naehe der Grabeskirche. Es wurde 1869 vom damaligen Sultan dem preussischen Staat geschenkt. Die Einweihung der Kirche im Jahre 1898 durch Kaiser Wilhelm II. war der Hoehepunkt seiner damaligen Orientreise. (Juedische Wochenzeitung Duesseldorf) ANDREI GROMYKO Aussenminister der Sowietunion, sagte am 14. Mai 1947 vor den Vereinten Nationen, als sowjetischer Chefdelegier-, ter, unter anderem: “Die Tatsache, dass kein e i n z i g er westeuropaeischer Staat in der Lage gewesen ist, die elementaren Rechte des jüdischen Volkes zu verteidigen, erklaert die Aspirationen der Juden auf einen eigenen Staat. Es würde ungerecht sein, dem jüdischen Volk das Recht abzustreiten, diese Aspirationen zu verwirklichen”.