Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 1 (1.1972)
- Date
- 1972-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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ENERO 1972 BOLETIN INFORMATIVO 11 BBEBBABB. DB. SCHWER S. 1 Am 30.. November wurde der Grossrabbiner der “Congregación Israelita de la República Argentina” (Libertad - Tempel), Dr. Guillermo Schlesinger, nach laengerem Leiden, dennoch unerwartet, abberufen. Mit ihm hat der gesamte argentinische Jisehuw eine seiner repraesentativen religioesen Persoenlichkeiten verloren. Aus einem Rabbinerhause stammend —sein Vater war viele Jahre Rabbiner der Gemeinde St. Gallen (Schweiz)— hatte Dr. Schlesinger am “Juedisch-Theologischen-Seminar” in Breslau studiert, danach an der Universitaet von Zuerich, und im Jahre 1937 die Rabbinerberufung nach Buenos Aires angenommen. Was er im Laufe von mehr als 30 Jahren aus einer damals noch wenig bedeutungsvollen Kehilla (obwohl sie bereits seit acht Jahrzehnten bestand), gemacht hatte, kann nur beurteilen, wer das um 1937 schwache religioese und juedisch-kulturelle Leben beobachten konnte. Unter Rabb. Schlesingers Leitung entstand eine Religionsschule, wurden neuzeitliche Gemeindeeinrichtungen geschaffen, die Bat-Mitzwa eingefuehrt: schliesslich entstand im Jahre 1944 auf seine Initiative hin das “Machón”, das “Hoehere Juedische Lehrerseminar”, von dem spaeter Absolventen auf das Lateinamerikanische Rabbinerseminar uebergingen. Oberrabb. Schlesinger foerderte die intensive Mitarbeit der “Congregación” am “Weltverband fuer Konservatives Judentum” (“United Synagogue”), die Taetigkeit unserer “Centra” und bereitete die Schaffung des Rabbinerseminars vor. Im Sinne der mitteleuropaeischen Tradition raeumte er der Predigt in der Landessprache den ihr gebuehrenden Platz ein und bemuehte sich — leider blieb ihm zuweilen der ersehnte Erfolg versagt— um eine Vertiefung des juedisch-geistigen Lebens; der oft zu Tage tretenden Verflachung und Veraeusserlichung hierzulande vermochte er nicht immer tatkraeftig genug entgegenzuwirken, obwohl er es nie an intensiven Bemuehungen fehlen liess. Vor nunmehr 10 Jahren, 1961, verlieh ihm das konservative “Jued. Theologische Seminar von New- York.” das Ehrendoktorat, 'um deutlich zu machen, dass Rabb. Schlesinger eine wichtige Rolle im juedischen Gesamtdasein auf dem lateinamerikanischen Kontinent spielte. Sehr ruehrig war auch sein Eintreten fuer die ueberkonfessionelle Verstaendigung, was die nicht juedischen Geistlichen, mit denen er oft zu konferieren pflegte, dankbar anerkannten. Die Beisetzung des verewigten Oberhauptes der “Congregación” erfolgte am 2. Dezember vom Tempel Libertad aus nach dem Friedhof von Liniers. Unter den Trauergaesten bemerkte man den israelischen Botschafter in Argentinien, Elieser Dorón, die Mehrzahl unserer Rabbiner sowie den katholischen Priester Carlos Cuchetti, eine hochgeachtete Persoenlichkeit. Rabbiner Schlesinger waere am kommenden 7. Februar 69 Jahre alt geworden. Curi Wilk ISRAELS ATOMENERGIE FUER DEN FRIEDEN Auf dem diesjaehrigen Bankett des Amerikanischen Komitees fuer das Weizmann-Institut sagte der Nobelpreistraeger fuer Physik und ehemalige Direktor der Amerikanischen Atombehoerde, Professor Glenn Seaborg, unter anderem: „Ich bin oefter gefragt worden, ob meiner Ansicht nach Israel eine Atommacht sei oder, weniger emphatisch ausgedrueckt, die Atombombe besaesse. Meine Antwort hierauf war immer, dass Israel das „know how“ besaesse, um die Bombe bauen zu koennen, wenn es wollte. Auf weitere Diskussionen habe ich mich nicht eingelassen. Zurueckblickend tut cs mir leid, dass ich nicht gesagt habe: ,Ja, Israel ist eine Nuklearmacht; seine Atomlaboratorien sind mit weit fortgeschrittenen Forschungen auf den meisten nuklearen Gebieten beschaeftigt. Sie verwenden Radioisotopen auf den Gebieten der Medizin, der Landwirtschaft und der Konservierung von Lebensmitteln, in der Industrie und auf anderen Forschungsgebieten. Seine Professoren fuer Nuklearwissenschaft sind ausgezeichnet, die Studenten enthusiastisch und aufgeweckt. Natuerlich ist Israel eine Nuklearmacht — so wie es mehrere Nationen sein sollten. Auch der aussenpolitische Redakteur der franzoesischen Zeitung „Le Monde“, Andró Fontaine, der kuerzlich Israel besucht hat, behauptet, dass Israel in Kuerze die sechste Atommacht der Welt sein wird. Wir beraten Sie unverbindlich bei der Zusami[ menstellung Ihrer Reisen im In- und Ausland. ¡¡ Hotel Rcseirveii-Aiisfliiege-Passagen ¡¡ Guestige Zahlungsbedingungen i| SPORTSTOUR jj Teatinos 304, Tels. 68832-83058-63100 ¡ j DAS JAHR DER MENSCHENRECHTE UND DIE SYRISCHEN JUDEN Jeder Mensch hat Anspruch auf Gleichheit vor dem Gesetz und auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Jeder Mensch ohne Unterschied der Rasse, der Farbe oder der ethnischen Herkunft hat Anspruch auf den Schutz seiner Person und auf den Schutz des Staates gegen Beleidigungen und Misshandlungen, denen er seitens der Regierungsbeamten oder Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen ausgesetzt sein koennte. (Erklaerung der Vereinten Nationen ueber die Beseitigung jeglicher Form von Rassendiskriminierung, Artikel 7). Es ist bei den United Nations zur Gewohnheit geworden, bestimmte Jahre zu „ernennen“, wie zum Beispiel Weltfluechtlingsjahr, Jahr der internationalen Zusammenarbeit. Das Jahr 1971 ist zum internationalen Jahr gegen den Rassenkampf und Rassendiskriminierung erklaert worden. In diesem Zusammenhang sei an die furchtbaren Leiden, denen die syrischen Juden ausgesetzt sind, erinnert. Eine weltweite Aktion zu Gunsten der syrischen Juden ist unter dem Patronat des Vorsitzenden des franzoesischen Senats Alain Poher angelaufen. Sie ist verbunden mit der Aufforderung an die Weltoeffentlichkeit nach Befreiung der 5000 noch in Syrien lebenden Juden. Die Weltoeffentlichkeit soll auf die Leiden der syrischen Juden aufmerksam gemacht werden. Diese leben in einem Ghetto, von dem sie sich nicht mehr als 3 km entfernen duerfen. In ihrer Umgebung sind Palaestinenser untergebracht. Alle Hinterlassenschaften von Juden wurden zu Gunsten der Palaestinenser beschlagnahmt, und wahllos werden Menschen von syrischen Behoerden unter dem Vorwand der Spionage zu Gunsten Israels eingekerkert. Die Tagung des Governing Council of the World Jewish Congress verabschiedete folgende Resolution: „Die Tagung des Governing Council of the World Jewish Congress ist zutiefst beunruhigt ueber die brutale Herausforderung und systematische Verletzung der Menschenrechte der in den arabischen Laendern lebenden Juden und insbesondere der syrischen Juden. Anlass hierzu sind die kuerzlich willkuerlich erfolgten Festnahmen, die Einkerkerung von Menschen, ohne dem Gericht vorgefuehrt zu werden, sowie die Anschuldigung gegen zwoelf Juden, die angeblich den Versuch unternommen haetten, Syrien auf illegale Weise zu verlassen oder irgendwie an einer Flucht sich mitschuldig gemacht zu haben. Ebenfalls gebe zur Sorge Anlass die Verhaftungen von juedischen Persoenlichkeiten sowie die Lage der noch in Syrien lebenden 5000 Juden, denen nicht gestattet ist, in Frieden zu leben, noch in Wuerde zu sterben. Der Juedische Weltkongress appelliert hiermit an die UNO, an saemtliche Regierungen, an alle Organisationen sowie an alle Maenner und Frauen der Welt, alles moegliche zu veranlassen, damit die Eingekerkerten in Freiheit gesetzt werden, sowie alle menschlichen Unterschiede und demuetigende Diskriminierung den Juden gegenueber zu unterbinden. Gleichzeitig ersucht er, dass allen Juden, die den Wunsch haben, das Land zu verlassen, eine Ausreise ohne Behinderung gestattet wird. Die Namen von zwoelf inhaftierten syrischen Juden: 1. Azur Blanga 27 Jahre 2. seine Frau 24 Jahre 3. sein Sohn, Jack Blanga 4 Jahre 4. Isaac Hamra 24 Jahre 5. seine Schwester, Charlotte Hamra 20 Jahre 6. Badia Dibbo 19 Jahre 7. Fortuna Boukai 18 Jahre 8. Rosette Yachar 17 Jahre 9. Obdo Saadia 19 Jahre 10. Nissim Bissou 18 Jahre 11. Sabah Ariel 22 Jahre 12. Eli Mougrabi 22 Jahre Juedischer Presss-Dienst Zwecks Anfertigung von Gardinen und Installationen von Leisten aller Art Kluis Grube y o* ue* Miguel Claro 858 — Telefon 4014b Gerne zeigen wir Ihnen auch Stoffe aus unserem reichhaltigen Lager. eut ivendmSie mm £</'>: Der Aron Hakodesch in der alten Synagoge in Worms. WIEDER GOTTESDIENSTE IN DER AELTESTEN SYNAGOGE In der im Jahre 1034 erbauten und 1938 von den Nationalsozialisten zers t o e r t e n Wormser Synagoge wurden erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder die Gottesdienste an den hohen juedischen Feiertagen vom 19. bis 29. September gehalten. Die Mitglieder der juedischen Gemeinde im amerikanischen Hauptquartier Tascom (Worms) begehen die Gottesdienste zusammen mit den Mitgliedern der kleinen juedischen Gemeinde zu Worms. Nach dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Synagoge hauptsaechlich als Heiligenschrein. Nur selten waren in ihr Gottesdienste oder Trauungen vollzogen worden. “Unertraeglich” „Es ist nach meinem Empfinden unertraeglich. dass einige Buerger, die in hohem Verdacht stehen, waehrend der Nazizeit Verbrechen begangen zu haben, der deutschen Gerichtsbarkeit entzogen sind“, erklaerte der Parlamentarische Staatssekretaer im Bundesjustizministerium, Dr. Alfons Bayerl, in einer Sendung des Westdeutschen Rundfunks zum Stand des deutsch-franzoesischen Rahmenabkommens. Durch dieses Abkommen, das am 2. Februar 1971 von den beiden Regierungen unterzeichnet worden ist, soll es den deutschen Strafverfolgungsbehoerden ermoeglicht werden, auch gegen die Verdaechtigen vorzugehen, die bereits von franzoesischen Gerichten wegen NS-Gewaltverbrechen in Abwesenheit verurteilt woden sind, ihre Strafe aber nie angetreten haben. Das ist zur Zeit auf Grund des deutsch-franzoesischen Ueberleitungsvertrages vom Maerz 1955 nicht moeglich. Bayerl sagte weiter: „Ich begruesse dieses Abkommen sehr und hoffe, dass der Deutsche Bundestag dieses Abkommen verabschiedet“. Aus unterrichten Kreisen aus Bonn verlautete, dass in Kreisen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion geplant werde, aus der Ratifizierungseine grosse Grundsatzdebatte zu machen. Ausserdem sei keineswegs sicherbestellt, dass alle FDP-Abgeordneten dem Abkommen zustimmen werden. Der Bundesrat hat es bereits ratifiziert.