Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1971)
- Date
- 1971-12-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 BOLETIN INFORMATIVO DICIEMBRE Aus dem Studenienleben in Israel: Der Studienkollege Mahmud Ich studiere schon das zweite Jahr am Arabic Department der Haifaer Umversitaet. Man möchte meinen, dass dies der ideale Ort sei, um das friedliche Zusammenleben von Arabern und Juden zu fördern. Leider ist das nicht so. “Ich verreise ins Ausland”, sagt mir eines Tages einer meiner arabischen Mitschüler. “Wanderst Du aus?”, frage ich. “Was faellt Dir ein?” entgegnete er entrüstet, “ich bin doch hier zu Hause, meine Familie lebt schon seit Generationen hier!” Das Unausgesprochene im Satz war natürlich dahingehend zu verstehen, dass er wohl, ich aber nicht hierher gehöre. Die arabischen Freunde sagen ja in solchen Gespraechen mit uns selten, was sie wirklich meinen. Mir war aber sein Standpunkt klar und ich wollte, dass er auch meinen begreife. Es ging nicht um das Streitigmachen seines Rechtes, sondern lediglich darum, ihn zu überzeugen, dass mein Anspruch auf das Land genau so berechtigt ist wie der seine. Ich sprach über die russischen Juden und deren Wunsch, nach Israel, ins Land ihrer Vaeter heimzukehren. Irgendwie fühlte ich, ich müsste ihm den mystischen Zusammenhang zwischen den Juden und Israel begreiflich machen. “Unsinn!”, sagte er, “all dieses Geschwaetz über die russischen Juden ist nichts als Politik!” Und damit war das Thema abgetan, denn “Politik” galt als tabu zwischen uns. Ich gab es also auf, aus Mahmud einen Zionisten zu machen. Waehrend des Unterrichts sitzen meist die Juden auf der einen, die Araber auf der andern Seite des Klassenzimmers. Nicht absichtlich, es ergibt sich einfach so. “Wo ist David?”, fragte der Lehrer. “Er ist für 20 Tage zum Reservedienst eingerückt”, tönts von der “jüdischen” Seite her. Der Lehrer nickt. Er selbst wird seinen Reservedienst (40 Tage, denn er ist Offizier) naechsten Monat antreten. “Und wo ist Achmed?”, erkundigt er sich weiter. Ein Laecheln spielt auf den Lippen der jüdischen Schüler. Der unausgesprochene bittere Scherz ist schon alt: “Achmed? Der tut Reservedienst bei seiner Terroristenorganisation”. Allzu viele arabische Studenten in Jerusalem wurden der Zusammenarbeit mit den Terroristen überführt, als dass man sich taeuschen lassen dürfte. Hinter einem nichtssagenden Gesichtsausdruck verbirgt sich oft Hass und Groll. Unzaehlige Kleinigkeiten des Alltags führen uns das Problem der arabischen Minderheit staendig vor Augen. Es faengt schon frühmorgens an, wenn ich zusammen mit einem arabischen Schulkollegen das Universitaetsgelaende betrete. Seit dem Bombenanschlag arabischer Studenten auf die Cafeteria der Hebraeischen Universitaet werden wir beim Eintreten durchsucht. Die Wache durchwühlt förmlich die Handtasche des Arabers, untersucht dagegen meine nur oberflaechlich. Es liegt doch klar auf der Hand, dass ich, selbst wenn ich gelegentlich wie ein Rohrspatz auf die elende Kost in der Mensa schimpfe, diese deshalb noch nicht in die Luft zu sprengen gedenke. Auch die meisten der arabischen Studenten hegen keine solchen Plaene, aber “man kann nie wissen”, und so haelt man sie alle für potentielle Terroristen. Um meinen Bericht nicht in diesem pessimistischen Ton ausklingen zu lassen, möchte ich noch eine Begebenheit erzaehlen. Eine Gruppe von arabischen und jüdischen Maedchen in Miniröckchen ging an einem orthodox-jüdischen Studenten und einem die traditionelle Kopfbedeckung tragenden islamischen Studenten vorbei. Die beiden Maenner massen die Maedchen mit einem entrüsteten Blick. “Einfach abscheulich!” — bemerkten sie übereinstimmend und wandten sich zusammen entsetzt ab. Ich war selbst eine von der Gruppe und reagierte zunaechst auf die Empörung der beiden Orthodoxen recht abfaellig. “Was willst Du”, sagte ich zu meiner arabischen Kameradin, “es gibt eben Juden und Araber, die nichts von Damenmode verstehen”. Rückblickend geht mir aber ein Licht auf. Ich begreife plötzlich, dass die nationalen Barrieren in dem Augenblick verschwunden sind, als der orthodoxe Jude mit dem orthodoxen Muselman mehr Gemeinsames hatte als der orthodoxe Moslem mit dem arabischen Maedchem im Minirock. Als Anfang waere auch so etwas nicht zu verwerfen! Ruth Alpert, Haifa (Isr. Wochenblatt, Zürich) PENSION GARTENHAUS Vina del Mar, 5 Norte 741, fono 883842 Vorzügliches Essen, koscher, auch Mittagstisch, Zimmer mit eigenem Bad. Information: Santiago, Arturo Prat 578, fono 397828 Ab 4. 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Die Bestrebungen des Museums, dessen erster Vorsitzender Adolf Hahn wurde, waren vor allem auf die Erhaltung wertvoller ritualer Gegenstaende aus den liquidierten Synagogen gerichtet, die der von der Stadtverwaltung beschlossenen Assanierung des ehemaligen juedischen Ghettos zum Opfer gefallen waren. In der Zeit der Nazi-Verfolgungen musste das Museum als eine Institution der Nazibesatzung dienen. Nach dem Sieg ueber fast ganz Europa wollte das Hitlerregime dort ein der antijuedischen Propaganda gewidmetes und als Panoptikum eingerichtetes Museum aufziehen, um kuenftigen Nazigenerationen die „Unkultur der uptergegangenen juedischen Rasse“ vor Augen zu fuehren. Im Juni 1946 wurde das Museum, das damals die Prager Juedische Gemeinde verwaltete, von den Auswuechsen der Hitlerbesetzung gesaeubert und wiedereroeffnet. Nach den furchtbaren Jahren der Verfolgung, nach „Liquidierung“ von etwa 90% der juedischen Bevoelkerung, kommt ein Augenblick der Wiederbelebung, in dem das Museum in einer festlichen Atmosphaere wieder seine Tueren oeffnet. Aber die Prager Juedische Gemeinde war zu sehr damit beschaeftigt, die Rueckkehrer aus den Konzentrationslagern zu unterstuetzen und die Wiedererrichtung der Kultus-Institutionen vorzunehmen, und so wur-. de das Museum im Jahre 1949 dem Tschechslowakischen Staat als Geschenk angeboten und seit 1950 existiert es als staatliches Institut. Das Jubilaeum der vor 25 Jahren erfolgten Wieder - eroeffnung faellt in eine Zeit vielfacher Aktivitaeten: Vor allem war eine umfassende Renovierung des Mahnmales in der Pinkas-Synagoge fuer die 77.297 Opfer der Naziverfolgung notwendig. Ein wichtiger Teil der Museumstaetigkeit ist die regelmaessige Veranstaltung von Vortragszyklen. Weiters wird eine umfassende Forschungsarbeit geleistet, die sich auf die juedische Geschichte bis zum Ende des 2. Weltkrieges bezieht. Das Museum begann auch eine grosse Aktion zur Sammlung und Konservierung von Judaica und Hebraica, die sich bisher in verschiedenen anderen Museen befanden und nicht hinreichend ausgenuetzt worden waren. Es veranstaltet Ausstellungen der Werke juedischer Kuenstler oder auch nichtjuedischer Kuenstler, soweit sie juedische Thematik aufweisen und gibt auch eine wissenschaftliche Zeitschrift „Judaica Bohemiae“ heraus. Der juengste und sehr bedeutsame Arbeitszweig des Museums ist das neu errichtete Dokumentationszentrum, das Material und Dokumente aus der tragischen Epoche der Hitlerbesetzung von Boehmen und Maehren sammelt, studiert und auswertet. Das Museum wird derzeit von Dr. Vilem Benda geleitet, dessen ausfuehrlicher Bericht ueber das Institut im „Informationsbulletin“ der Juedischen Gemeinden in der Tschechoslowakei, Nr. 2/71, erschienen ist. BLUSAS c * hV*' H0M0E0PATHISCHE APOTHEKE Central de Homeopatía Hahnemann Santiago, Sto. Domingo 1022 - Tel. 88290 Vollataendiges Lager an Homoeopathiachen Medlka- ■nUn. Baeeher ueber Hoaaooopathie. Importierte und cfailenijche Heilkraeuter NEUES AUS ISRAEL Jelzi schneller durch den Zoll Nach dem Beispiel anderer Weltflughaefen sind auf dem internationalen Flughafen Lod bei Tel Aviv die Zollformalitaeten erleichtert worden: Fluggaeste, die nichts zu verzollen haben, koennen die Ankunftshalle sofort durch einen gruen gekennzeichneten Ausgang verlassen, waehrend die uebrigen durch einen rot gekennzeichneten Ausgang zum Zoll gelangen. Jerusalem: Schutzengel fuer Touristen Als Schutzengel fuer Touristen, die sich in Jerusalem nicht zurechtfinden oder aus anderen Gruenden in Bedraengnis geraten, richtet die Jerusalemer Stadtverwaltung sogenannte „Touristen-Streifen“ ein, die auf den Hauptstrassen und im Bereich der bedeutends t e n Sehenswuerdigkeiten patroullieren sollen. Die „Touristen-Streifen“ werden aus Studenten gebildet, die auch eine besondere Uniform erhalten. Auf dem Wasser ist gut essen Ein schwimmendes Restaurant, das bis zu 700 Personen bekoestigen kann, ist auf dem See Generazeth vor dem „Strand der Ruhe“ vor Anker gegangen. Das klimatisierte Restaurant ist auf Fischgerichte spezialisiert und raeumt Gruppen von 16 Personen und mehr einen Preisnachlass ein. RABBI KAHANE BLEIBT IN ISRAEL Wie aus Tel Aviv berichtet wird, hat sich der Leiter der Jüdischen Verteidigungsliga in der USA in Israel niedergelassen. Der Rabbi, der antisowjetische Demonstrationen anführte und dessen Angehörige Bombenattentate gegen sowjetische Institutionen in New York durchführten, um die Oeffentlichkeit auf das Problem der jüdischen Auswanderung aus der Sowjetunion aufmerksam zu machen, erklaerte vor Pressevertretern, er beabsichtige nicht, sich in Israel politisch aktiv zu betaetigen. Wie er aussendem mitteilte, werde er in Abstaenden in die USA reisen, um dort für die j ii d i s che Verteidigungsliga weiterhin zu arbeiten. Er wolle auch in Zukunft beide Staatsbürgerschaften — die israelische und die amerikanische— behalten. Unzufriedene Rabbiner Eine Meinungsuntersuchung in den USA hat gezeigt, dass anteilmaessig mehr Rabbiner als Geistliche anderer Religionen mit ihrem Beruf unzufrieden sind. 43 Prozent der befragten Rabbiner, aber nur 33 Prozent der protestantischen und 22 Prozent der katholischen Priester, ervvaegen den Gedanken, ihren Beruf aufzugeben. In der Altersgruppe unter vierzig Jahren waren es sogar 58 Prozent der Rabbiner gegenueber 38 resp. 37 Prozent.