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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-12-01 · 12 (Diciembre, 1971) · p. Seite 16

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
12 (Diciembre, 1971)
Date
1971-12-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 BOLETIN INFORMATIVO DICIEMBRE Nobelpreisiraegerin Nelly Sachs waere 80 Jahre DIE DICHTERIN DES JUEDISCHEN NATIONALSCHMERZES Nelly Sachs, der Nobelpreistraegerin für Literatur von 1966, war es leider nicht vergönnt, den 80. Geburtstag zu erreichen, den sie jetzt, am 10. Dezember, haette feiern können. Die grosse Schriftstellerin starb am 12. Mai 1969 zu Stockholm, ihrem staendigen Wohnsitz seit 1940. Den Erzaehler Samuel Agnon, mit dem sie sich den Nobelpreis hatte teilen duerfen, überlebte sie nur um wenige Monate. Am 10. Dezember 1891 zu Berlin geboren, war Nelly Sachs vor dem Schicksalsjahr 1933 nur selten hervorgetreten. Erst im Jahre 1941, ein Jahr etwa, nachdem sie mit ihrer Mutter, fast im letzten Augenblick, dank der Intervention der schwedischen Dichterin Selma Lagerloef (gestorben 1943) Deutschland hatte verlassen und in Schweden hatte Zuflucht finden können, erschien ein grösserer Gedichtband dem dann weitere, 1949 in Amsterdam, 1957 in Hamburg, folgten. Anlaesslich ihres 70. Geburtstages, 1961, erschien eine Gesamtausgabe ihres lyrischen Schaffens und ein Jahr danach eine solche der Bühnenwerke. Alle Publikationen erfuhren wiederholt neue Auflagen. Da sich Nelly Sachs auch durch die Uebertragung schwedischer Lyrik ins Deutsche hervorgetan hatte, erfreute sie sich im neuen Lande zunehmender Beliebtheit. 1957 empfing sie eine erste Auszeichnung, weicher drei Jahre spaeter der “Droste-Preis” der Stadt Merseburg folgte. 1961, nach der Uraufführung ihres Dramas "Eli" wurde ihr der von der Stadt Dortmund gestiftete “Nelly Sachs-Preis” verliehen. Dieser Ehrung schloss sich 1965 der “Friedenspreis des deutschen Buch¬ Nelly Sachs, Nobelpreis 1966. handeis” an und dann, wie bereits erwaehnt, überreichte ihr König Gustav Adolf VI von Schweden in der traditionell-feierlichen Form den Nobelpreis und geleitete die rührend-bescheidene, zarte alte Dame Arm in Arm zur königlichen Festtafel. Nelly Sachs hatte die schlimmste Leidenszeit der jüdischen Geschichte nicht nur bewusst miterlebt, sondern dem wesentlichsten Teile ihrer literarischen Schöpfungen die jüdische Tragödie zu Grunde gelegt. Ihre Gedichte seit Beginn der Naziepoche sind Hymnen an eine dem Untergang geweihte jüdische Gemeinschaft in Mittel-und Osteuropa und bringen die Trauer um die millionenfachen Opfer des jüdischen Volkes in ergreifender Weise und edler dichterischer Sprache zum Ausdruck. Ihr Mysterienspiel “Eli” war zwischen 1943 und 44 entstanden, in jener besonders kritischen Epoche. Doch der Schmerz, den sie so aufwühlend wiederzugeben vermochte, ging über das jüdische Leid insofern noch hinaus, als der dichterische Aufschrei zu einer einzigen, maechtigen Anklage wurde, zum grossen Ruf an die Menschheit, sich einen Rest von Anstand und Moral zu bewahren. So darf Nelly Sachs als die Vertreterin des Erbes der grossen altisraelitisch-jüdischen Propheten, als Mahnerin zur Besinnung bezeichnet werden. Die Verleihung des Nobelpreises an sie und Agnon war deshalb auch von einem sehr grossen Teil der Weltöffentlichkeit als Ehrung für das gesamte jüdische Kulturschaffen aufgefasst worden. Curl Wilk Israels Binaienflugverkehr “Der Himmel ist unsere Grenze”, meinte stolz ein junger israelischer Pilot, der vor kurzem seinen Dienst bei der 1 .uftwaffe Israels quittierte und nach Verlassen der Armee Beschaeftigung bei einer der kleinen Binnenfluggesellschaften fand. Wie er wurden seit dem Sechstagekrieg eine betraechtliche Anzahl von ehemaligen Luftwaffenoffizieren von verschiedenen Fluggesellschaften angeworben. Solange Israel an den gegenwaertigen Grenzen steht und die wirtschaftliche Betaetigung innerhalb der etwa 80.000 Quadratkilometer besetzter Gebiete weitergeht, bieten sich dem Binnenflugverkehr fast unbegrenzte Entv/icklungsmoeg lichkeiten. Mehrere kleinere Gesellschaften machen Luftaufnahmen fuer kartographische Institute, fuehren magnetische Messungen fuer geologische Forschungsarbeiten durch und werden fuer Sonderfluege verpflichtet, u. a. auch, um in Gebieten oder auf Feldern zu landen, die fuer die groesseren Maschinen der regulaeren Luftfahrtgesellschaften nicht anfliegbar sind. Ausserdem hat sich der Passagierflug im Lande und das in Amerika beliebte System dos „Air-Taxis“ auch in Israel eingefuehrt. In den Grenzen des frueheren Kernlandes waren kaum Moeglichkeiten fuer die Betaetigung von kleinen Fluggesellschaften gegeben. Fluggesellschaften koennen deshalb nur rentabel bleiben, wenn sie einen Dienst auf relativ laengeren Strecken versehen, so dass die einzigen lohnenden Kursfluege von der gi oes s t e n Binnenfluggesellschaft Arkia durchgefuehrt wurden und zwar nach Rosch Pina (Machanaim) und Elath. Die vermehrte Zahl der Flugziele fuehrte zur Gruendung von fast einem Dutzend kleiner Fluggesellschaften, die sich besonders auf Sonderfluege spezialisiert haben. Die groesste dieser Gesellschaften Yaaf hat im vergangenen Jahr 10.000 Passagiere befoerdert und hofft, diese Zahl im laufenden Jahr auf 25.000 erhoehen zu koennen. Fuer diesen Zweck verfuegt sie ueber zehn Flugzeuge, darunter ein Mini-Jumbo mit 20 Plaetzen, drei Isländer mit je 10 Plaetzen und drei Cessna mit Platz fuer je drei Passagiere. Auch die anderen kleineren Fluggesellschaften haben ihre Taetigkeit wesentlich erweitert und einen betraechtlichen Erfolg mit den Air-Taxis gehabt, bei denen meistens Cessna - Maschinen eingesetzt werden. Gleichzeitig vermieten die kleinen Gesellschaften auch ihre Flugzeuge an Besitzer von privaten Fluglizenzen, oder bilden neue Piloten aus, wobei solche Piloten bisher noch keine Beschaeftigung bei Flugunternehmen im Lande fanden, deren fliegendes und technisches Personal fast ausschliesslich aus ehemaligen Luftwaffenpiloten besteht. Der Dienst der Flugzeuge fuer die israelische Landwirtschaft, — u. a. bei der Berieselung im Kampf gegen Schaedlinge —, wurde in den letzten Jahren bedeutend verstaerkt und gegenwaertig sind auch auf diesem Gebiet drei Gesellschaften taetig, die ueber insgesamt etwa 45 Flugzeuge und ein halbes Dutzend Hubschrauber verfuegen. WERNER SCHNITZLER S. CONTADOR COLEGIADO N<? 4000 Conlabilidad - Leyes Sociales - Leyes Tribuiarias RIO JACHAL 1454 — TEL. 371755 DER WELTFRIEDENSPREIS Der Friedenspreis wurde von Alfred Nobel aus einei skeptischen Erkenntnis heraus geschaffen. Ursprünglich glaubte er daran, dass seine Erfindung, der Sprengstoff Dynamit, Kriege grösseren Ausmasses unmöglich machen würde, weil die Sprengwirkung der neuen Waffen so gross waere, dass die Staaten das Risiko gegenseitiger Vernichtung nicht auf sich nehmen könnten. Die Pazifistin Bertha von Suttner, Tochter eines Generals, und wohl auch eigene Erfahrungen liessen Nobel an diesem Automatismus der naturwissenschaftlichen Entwicklung zweifeln. Er sah ein, dass grosse politische Anstrengungen erforderlich sein würden, um der Menschheit das wertvolle Gut des Friedens zu sichern. Er schuf den Friedenspreis, der weniger konkreten Ergebnissen als einem zum Ausdruck gebrachten Streben gewidmet war. Die Theorie vom Gleichgewicht des Schreckens unserer Tage entsprach der dynamitaeren Aufhebung des Kriegsvorsatzes aus Eigeninteresse. Mit politischen und geisteswissenschaftlichen Methoden, mit völkerrechtlichen Instrumenten, sollte erreicht werden, was der moralisch indifferenten Technik und der vorbehaltlosen Naturwissenschaft nicht gelingen konnte. Die Zuerkennung des Preises an Bundeskanzler Willy Brandt unterstreicht mehr die Tendenz, den absoluten Willen zu Frieden und Verstaendigung als das konkrete Ergebnis. Nobel wollte ermutigen, und Personen, die Zeichen setzen, dazu auffordern, auf diesem Wege fortzuschreiten. In diesem Sinne ist auch die Preisvergabe des Jahres 1971 zu verstehen. Es erfüllt mit Genugtuung, dass ein ehemaliger Emigrant und Gegner des NS-Regimes eine internationale Anerkennung erfaehrt, die nicht nur für ihn, sondern für die Bundesrepublik im ganzen von eminenter Bedeutung ist. Wir können nur hoffen, dass die Deutschen diesen Friedensnobelpreistraeger besser behandeln und höher bewerten werden als seine Vorgaenger. Von Ossietzky starb an den Folgen der KZ-Haft. Der Pazifist Quidde konnte sich mit seinen Ideen niemals durchsetzen. Reichsaussenminister Gustav Stresemann erhielt gemeinsam mit Aristide Briand die hohe Ehrung für das Vertragswerk von Locarno. Das war im Jahre 1926. Nach wenigen Jahren waren die Ergebnisse dieser Leistung nicht nur vergessen, sondern in das Gegenteil verkehrt. Der von Rechtsextremisten 1922 ermordete Reichsaussenminister Walther Rathenau hatte die Verstaendigung mit dem Westen und dem Osten vorbereitet. Der Vertrag von Rapallo kann nicht verstanden werden, wenn man nicht die europaeischen und nach Westen gerichteten Bemühungen von Walther Rathenau erkennt. Auch sein Bestreben ging dahin. Deutschland aus der Isolierung des Hasses herauszuführen. Der grosse englische Staatsmann David Lloyd George hat die europaeische Bedeutung von Rathenau nach seiner Ermordung entsprechend gewürdigt. Für die Deutschen zaehlt im algemeinen eine Anerkennung, die von aussen kommt, nur wenig, und gerade hier hat der Satz, dass der Prophet in seinem Lande nichts gilt, eine besondere Bedeutung. Ganz unabhaengig von der Beurteilung konkreter Abkommen sollte aber die Tendenz, der Alfred Nobel einen Preis gewidmet hat, nicht nur allgemeine Anerkennung, sondern reale Konsequenzen finden. Auch geht es nicht um Westen oder Osten, um Norden oder Süden, sondern um die Unteilbarkeit des Friedens und die Universalitaet menschlicher Friedfertigkeit. V. D. (Juedischer Presse - Dienst) U THANT UND DIE JUDEN IN DER SOWJETUNION UNO - Generalsekretaer U Thant hat in einer Rede in New Yerk erkennen lassen, dass er sich in den letzten zwei Jahren für 800 sowjetische Juden eingesetzt habe, die sich an ihn mit der Bitte gewandt hatten, ihnen bei der Ausreise aus der Sowjetunion behilflich zu sein. 400 von ihnen seien inzwischen in Israel eingetroffen. Er habe zunaechst nicht vor dem Ende seiner Amtsperiode darüber sprechen wollen, sagte U Thant bei einem Essen für die UNO-Botschafter. Es habe jedoch die falsche Auffassung bestanden, dass die Vereinten Nationen sich nicht um das Problem der sowjetischen Juden kümmerten. Waehrend einer Pressekonferenz, die sich mit dem Schicksal der Juden in der UdSSR befasste, wich der Generalsekretaer der UNO vom Gegenstand der Diskussion ab. Auf eine Frage, was er, der Generalsekretaer, unternommen habe, als sich 1.000 Juden in der Sowjetunion an ihn mit der Bitte um Hilfe wandten, ihnen bei der Ausreise aus der Sowjetunion behilflich zu sein, meinte U Thant: “In einer idealen Gesellschaft, so glaube ich, würden sowjetische Bürger jüdischen Glaubens, die das Land verlassen möchten, die Ausreisegenehmigung erhalten; aber die Sowjetunion ist keine ideale Gesellschaft. Den Palaestina-Flüchtlingen, die das Land vor nun mehr als 20 Jahren varlassen mussten, sollte die Rückkehr in ihre Heimat gestattet werden. Doch Israel ist keine ideale Gesellschaft”. (Jüdischer Presse-Dienst) Lámparas El surtido más frandi tn todos los estilos Ferreluz Merced 55S TeL 19*905

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