Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1971)
- Date
- 1971-12-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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DICIEMBRE BOLETIN INFORMATIVO 15 EIN N EG ERPROB LEM IN ISRAEL: DIE “SCHWAZEN HEBRAEER” VON DIMONA von Herbert Freeden (Jerusalem) §Sp •asA-.Ss*85 Schwarze "Juden" in Israel. Zu allen Problemen, von denen Israel geplagt wird, ist ein neues gekommen, das bestimmt niemand erwartet hat: das Negerproblem. Es fing ganz harmlos an. Im Dezember 1969 stiegen aus einer Maschine im internationales Flughafen Lod zehn Familien amerikanischer Neger, die sich die „Urspruenglichen Hebraeer“ nannten, aus. Sie waren von Chikago nach Libérien ausgewandert, aber dort wollte man sie nicht haben, und so kamen sie nach Israel, ihrer „eigentlichen Heimat“. Obwohl sie keine Juden sind, bezeichnen sie sich als die echten Israeliten, denn sie glauben, Nachfahren der zehn verlorenen Staemme zu sem. Die Beamten im Flughafen wussten nicht, was tun: diese Menschen waren weder Touristen, da sie sich im Lande niederlassen wollten, noch stand ihnen das „Rueckehrergesetz“ als Einwanderer offen, da sie keine Juden sind. Aus Jerusalem kam telefonisch der Bescheid, den Status dieser Touristen technisch nicht zu (Schluss von Seite 14) FUER DIE TRENNUNG DER GEWALTEN Mit Recht hat Amnon Rubinstein in einem Zeitungsartikel darauf hingewiesen, dass die Institution des Oberrabbinates als solches keiner juedischen Tradition entspraeche. Die grossen rabbinischen Autoritaeten von Maimonides bis Raschi, Joseph Caro und in unserer Zeit Chafez Chajim und Chason Isch waren keine Oberrabbiner, sondern unabhaengige Schriftgelehrte, die durch die Macht ihres Wissens und ihrer Persoenlichkeit eine Autoritaet ausuebten, die nicht von einer Versammlung von Unwissenden und Unglaeubigen jeweils um drei Monate verlaengert werden musste. Die Institution des Oberrabbinates in Israel ist eine tuerkisch-englische Gruend u n g mit dem Sinn der Representation des Judentums in Palaestina gegenueber den nichtjuedischen Behoerden. Diese Situation ist heute nicht mehr gegeben und damit besteht nicht mehr die geringste Notwendigkeit fuer ein Oberrabbinat als staatlich subventionierte administrative Einrichtung. Es ist unethisch und unsachlich, das Oberrabbinat staendig zu Aenderungen der Halacha aufzufordern, ja unter massiven Druck zu setzen; und es ist andererseits unethich und unsinnig, Juden in Israel aus halachischen Gruenden, die sie gewissensmaessig nicht empfinden, an dem menschlichen Grundrecht der Eheschliessung zu verhindern. Es gibt daher nur eine Trennung der Gewalten. Diesen Vorschlag machte bereits Minister Kol, aber im Sinne einer Drohung: Wenn das Oberrabbinat sich nicht elastischer zeige, dann muesse ein weltliches Standesamt und dann muesse eine weltliche Scheidungsbehoerde im Staate Israel eingesetzt werden. aendern, aber sie praktisch als Einwanderer zu behandeln, naemlich sie hach der Stadt Dimona im Ne^ew zu bringen, ihnen Wohnungen zur Verfuegung zu stellen und Arbeitserlaubnis zu erteilen. Dimonas Bevoelkerung von 30.000 setzt sich aus Juden aller Laender zusammen, und in diesem Schmelztiegel spielt die Hautfarbe eines Menschen keine Rolle. Die Stadt nahm die „Schwarzen Hebraeer“ mit Waerme auf. Der Rotary Club verschaffte den Maennern und Frauen Arbeit und half den Kindern bei der Einschulung. Bald gehoerten die Neuankoemmlinge in ihren afrikanischen Gewaendern und bunten Turbans zum gewohnten Stadtbild. Die Nachbarn luden sie zum Tee ein, und als sie nach einer Weile keine Gegeneinladung erhielten, schoben sie das auf die Wohnungsverhaeltnisse der grossen Familien. Aber es war kein Zufall. Mehr und mehr sonderten sie sich ab, blieben hinter verschlossenen Tueren, und als im Maerz 1970 das juedische „Purim“-Fest sich naeherte, an dem die Rettung der Juden im alten Persien durch die Koenigin Esther mit Mummenschanz und Musik gefeiert wird, verboten die „Schwarzen Hebraeer“ ihren Kindern mitzumachen: es waere nicht ihr Fest. Das scheint der Wendepunkt in ihren Beziehungen zu den Juden von Dimona gewesen zu sein. Nach einiger Zeit kam noch eine zweite Gruppe aus Amerika, 12 Familien, denen im selben Haeuserblock Wohnungen eingeraeumt wurden, aber diesmal versuchte man nicht mehr, sie gesellschaftlich und beruflich zu integrieren, und ihre Kinder, die im Alter von 15 — 16 Jahren waren, schulten sich nicht ein. Inzwischen trafen immer mehr Neger ein, niemand weiss, wieviele. Die Zahlen wurden von ihnen geheim gehalten, aber man schaetzt ihre Zahl in Domina auf etwa 250, die in 22 Wohnungen leben. Die Naechte bringen viele von ihnen in oeffentlic h e n Luftschutzkellern zu. Ausserdem gibt es noch 11 Negerfamilien in der Negewstadt Mizpeh Ramon, und vier Familien in Arad. URIEL UND DIE EHRLICHKEIT Was sich nun wirklich in Dimona zutrug, und wie es zu den Spannungen kam, die heute die Atmosphaere der Stadt vergiften, laesst sich nicht mehr feststellen, denn jede Seite schiebt der anderen die Schuld zu. Die Neger sind verbittert und sehen in jedem Fremden einen Feind; die Buerger von Dimona sind aufgebracht und drohen, das Recht in ihre eigene Hand zu nehmen, wenn die Behoerden nicht einschreiten. „Gestern nannte man einen von uns einen Dieb“, beklagt sich der Neger Uriel — die meisten von ihnen haben biblische Namen — „morgen werden sie uns Moerder schimpfen“. Die Geschaeftsleute behaupten, dass die „Schwarzen Hebraeer“ immer in Gruppen einkaufen, und waehrend der eine bedient wird, stiehlt ein anderer. „Ihr werdet uns nicht vorschreiben, wie wir uns zu benehmen haben“, antwortete Gabriel, als sich die Nachbarn ueber den Laerm beschwerten — jeden Abend wird bis spaet in die Nacht hinein gesungen und getanzt. Zu haesslichen Szenen kam es, als sie zwei leerstehende Wohnungen besetzten, Barakken ohne Baugenehmigung aufstellten und einen Sitzstreik im Amt des Bürgermeisters veranstalteten. Der Geschaeftsfuehrer des „Supermarket“ musste die Polizei rufen, weil die farbigen Kaeufer nicht zahlen wollten-sie kaufen immer nur „auf Kredit“, sagten sie. Viele der Frauen mit Kindern haben keine Maenner. Ein Beamter des Erziehungsministeri ums erzaehlt, dass eine Negerin zu ihm kam, um ihren Sohn in der Schule registrieren zu lassen. Er bat um die Paesse, und es stellte sich heraus, dass die Frau und das Kind verschiedene Namen hatten. Als er um eine Erklaerung bat, stuerzte die Frau wuetend aus dem Buero. „Wie koennt Ihr erklaeren“, beklagt sich einer der „Schwarzen Hebraeer“, dass unsere Kinder aus der Schule vertrieben wurden und unsere Brueder aus den Arbeitsstellen? Ich habe nur eine Erklaerung dafuer, aber ich ziehe vor, sie nicht laut zu sagen“. Jizchak Perez, Buer germeister von Dimona, bestreitet, dass die Kinder aus der Schule gewiesen wurden und die Maenner und Frauen ihre Arbeitsplaetze verloren haben. „Wir sind ihnen entgegengekommen, wo wir nur konnten, sie wollen sich nicht einordnen. 80% von ihnen arbeiten nicht. Von 20 Arbeitern in der Textilfabrik sind nur ein 60 jaehriger Mann und zwei Frauen geblieben. Der Manager hat ihnen gut zugeredet, aber sie wollten nicht bleiben. Sie ziehen vor, zuhause billigen Schmuck zu fabrizieren und ihn auf der Strasse zu verkaufen“. Ihr Sprecher, Ben-Ami, beschreibt ihre Haltung: „Der Staat Israel gehoert uns mehr als Euch, denn wir sind die richtigen .Kinder Israels1, nicht Ihr. Ihr stammt nur von Juda ab, wir aber von allen anderen Staemmen. Jedes Staatsgesetz, das unseren Prinzipien widerspricht, wird von uns nicht anerkannt. Ihr habt kein Recht, uns von diesem Land fernzuhalten. Wir kommen, ob Ihr es wollt oder nicht“. TOURISTEN MIT SIEBEN DOLLAR Das Innenministerium hat lange gezoegert, gerade farbigen Amerikanern die Einreise zu verweigern, denn die Sprecher dieser Gruppe drohen unumwunden, an die farbige Bevoelkerung Amerikas und an die Afrikaner zu appellieren. Was sich der Negerstaat Liberien leisten kann ■— ihre Ausweisung — wuerde man Israel schwer veruebeln. „Aber wo in der Welt ist es ueblich, Touristen Wohnungen zu geben und Arbeitsbewilligungen“, fragt das Tel Avivir Blatt „Yedioth Chadashot“. Tatsaechlich hat man in Lod damit begonnen, neu eintreffende „Schwarze Hebraeer“ im selben Flugzeug nach Amerika zurueckzuschicken — und zwar eine Familie, die nur sieben Dollar in ihrem Besitz hatte, mit der Begruendung, dass sie der Oeffentlichkeit zur Last fallen wuerde; und juengstens eine Gruppe von 18 Farbigen, die sich im Lande „auf Befehl Gottes“ niederlassen wollten. In Zukunft werden sie nur zugelassen, wenn sie echte Touristen sind, eine Rueckfahrkarte und ausreichende Mittel haben. Eine solche Praxis sei auch in anderen Laendern ueblich und stelle keine Diskriminierung dar. Die Regierungsstellen bemerkten, es gebe keine eigentliche Sekte der Hebraeer in den Vereinigten Staaten. Alle diese Gruppen werden anscheinend von Israel-feindlichen Kreisen hergeschickt, um einen Keil zwischen Israel und die afrikanischen Staaten zu treiben. „Wir kehren in das Land unserer Vorvaeter zurueck“, sagte einer von ihnen, der sich nur als „Kind Gottes“ identifizierte. „Keine Macht der Erde kann uns davon abhalten, nach Israel zu kommen und hier zu leben. Wir kommen auf Befehl Gottes. Er hat mit mir persoenlich gesprochen“. Israelische Erfindungen Fast eine Sensation rief das Referat von Prof. Pantier auf der Session der Chemischen Woche in Tel Aviv hervor. Prof. Pantier berichtete über die Benutzung von Mikro-Raketen, die nicht grösser als Streichhölzer sind. Diese Mikro-Raketen können zur Beseitigung von Abweichungen von Raketen des Typ “Telstar” benutzt werden. Sie können ferner für zivile und nicht zivile Zwecke verwendet werden wobei Prof. Pantier sich nicht über Einzelheiten aeusserte. Die Erfindung der Mikro- Raketen war bisher geheimgehalten worden, Prof. Pantier hatte von einer chemischen Gesellschaft in Haifa Sondererlaubnis erhalten, zum ersten Male über diese Raketen auf der Chemischen Woche in Tel Aviv zu berichten. Zum ersten Mal ist eine israelische umwaelzende technologische Erfindung unter den hundert besten Apparaten der Welt von einer führenden amerikanischen wissenschaftlichen Industriezeitschrift genannt und ausgezeichnet worden. Es handelt sich um eine komplizierte Apparatur, die mittels eines Elektrohirns und Nuklearstrahlen die qualitative und quantitative Zusammensetzung jedes Materials mit 1/1000 - prozentiger Genauigkeit überprüfen kann. Mit diesem Apparat, einem Erzeugnis der Haifaer Elsint Gesellschaft, eines Tochterunternehmens der Elrom-Gesellschaft, können unter anderem Bilder und Banknoten, Münzen, etc. auf ihre Echtheit untersucht werden. Der Apparat wird in Kürze in den USA und in Israel zum Preis von 10.000 Dollar verkauft werden. 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