Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1971)
- Date
- 1971-11-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 BOLETIN INFORMATIVO NOVIEMBRE 1971 FOEDERATION DER AW DEM ONISHUICEL ZWERGE H. C. — Die politischen Landkarten beduerfen einer Korrektur: Am Persischen Golf entstand an der Seeraeuberkueste ein neuer Staat aus sechs Scheichtuemern, deren Namen ausserhalb der arabischen Welt nur wenigen bekannt sind. Abu Dhabi, Dubai, Scharja, Fudschaira, Adschman und Umm al-Kaiwain wollen kuenftig in einer Foederation Zusammenleben und ihre Aussen- und Verteidigungspolitik gemeinsam gestalten. Der neuen Kleinstaat hat eine Ausdehnung von rund 80.000 Quadratkilometern und eine Bevoelkerung von 154.000 Menschen, von denen die meisten Beduinen sind und in der Abgeschiedenheit der Wueste vielleicht erst in ein paar Wochen erfahren werden, dass eine Foederation beschlossen wurde. ZWEI REICHE... In Abu Dhabi sprudeln seit ein paar Jahren kraeftig die Erdoelquellen und bringen dem Landesherrn Scheich Said bin Sultan al Nahjan viele Dollarmillionen. Die Staatskasse des kleinen Emiraten ist so gut gefuellt, dass der Herrscher vor zwei Jahren beschloss, 160 Kilometer landeinwaerts eine Stadt mitten in der menschenleeren Wueste errichten zu lassen. Sie soll seinen Namen Said tragen und Bibliotheken, Hotels, Regierungsgebaeude und, zum Schutz gegen die Hitze, ueberdachte Fussgaengerstrassen haben. Diese Bewaehrungsprobe besteht in der Art und Weise, wie Abu Dhabi und die uebrigen fuenf Foederationsmitglieder mit der neuen Situation fertig werden. Abu Dhabi ist aufgrund des Schwarzen Goldes reich. In einigem Abstand folgt Dubai, wo erst seit zwei Jahren die Erdoelquellen sprudeln. Ausserdem ist das Emirat ein Goldhandelsplatz. Die vierzehn Banken des Ministaates importierten im vorigen Jahr Gold im Werte von ueber einer Million Mark. Eingeweihte wissen, was mit den kostbaren Barren geschieht: Sie werden nach Indien verschifft — auf kleinen, schnellen Dhaus, die Neu Delhis Zollbehoerden dauernd ein Schnippchen schlagen. In Dubai spricht man von Goldhandel, in Indien jedoch von Goldschmuggel. Ausserdem ist der internationale Hafen ein Umschlagplatz fuer Gueter aus aller Welt. Die Behoerden fragen nicht viel, sie kassieren nur ihre Gebuehren — fuer die Staatsschatulle des Herrschers. .. .UND VIER ARME Mit neidvollem Blick sehen die arabischen Fuersten der uebrigen vier Emirate auf diese beiden Nachbarn. Sie selbst haben keine so traechtige Pfruende. Sie leben in Lehmpalaesten wie ihre Vorfahren. In der Kasse herrscht staendig Ebbe, denn sie haben nichts zu verkaufen. Mit Ausnahme von Scharja, das in den vergangenen Jahren den Briten ein Flugfeld fuer die Luftwaffe zur Verfuegung stellte und dafuer Miete kassiert. Die anderen haben so gut wie keine Einkommensquellen und sind quasi auf Almosen und Gelegenheitsgeschaefte angewiesen, nach denen niemand fragt. Fuer Scharja droht Ende dieses Jahres auch die britische Geldquelle zu versiegen, wenn die Briten ihre Ankuendigung wahrmachen und ihre militaerischen Einheiten von der Piratenkueste abziehen. Diese Ankuendigung war der Grund, weshalb sich die Scheichs zusammensetzten und ueber eine gemeinsame Zukunft sprachen. Das Palaver begann schon vor zweieinhalb Jahren, nachdem der damalige britische Premierminister Harold Wilson angekuendigt hatte, London werde bis Ende 1971 seine militaerische Praesenz “oestlich von Suez” und somit auch an der Piratenkueste abgebaut haben. Sofort meldete sich der Iran als kuenftige Ordnungsmacht am Persischen Golf an — sehr zum Missbehagen der Scheichtuemer, denen die Gebietsansprueche Teherans wohl bekannt sind. SEPARATISTISCHE FOEDERATION Zum Gespraech ueber eine Foederation setzten sich denn auch die uebrigen Scheichs auf den Verhandlungsteppich. Doch die Herrscher von Katar und Bahrain wollten ihre reichen Scheichtuemer nicht in eine Reihe mit den armen stellen, ebenso wie sich die stolzen, aber mittellosen Potentaten nicht von der Gruppe der Wohlhabenden bevormunden lassen wollten. So blieb am Golf der Gedanke des Separatismus grundsaetzlich erhalten, wobei aber verschiedene Anstrengungen den guten Willen dokumentieren sollten. Die Herrscher der Emirate einigten sich sogar noch auf die Schaffung einer “Arabischen Foederationsarmee”, der alle Polizeieinheiten und Truppen unterstellt werden sollen. Britische Offiziere waren ausersehen, dieses seltsame Heer zu drillen und zu fuehren. Katar, Bahrain und das wirtschaftlich und politisch unbedeutende Scheichtum Ras al-Khaima sind der Foederation der uebrigen Emirate ferngeblieben. Zwar schien der Herrscher von Ras al-Khaima bis zuletzt interessiert und nahm sogar an der letzten Konferenz teil, aber er unterschrieb den Foederationsvertrag nicht. Sein Wuestenland ragt als Zipfel weit gegen die iranische Kueste; von hier aus ist der Seeweg zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf leicht zu kontrollieren. Sollte dieser Herrscher, der die Oberhoheit auf den von Teheran beanspruchten, strategisch interessanten Tomb-Insein ausuebt, inzwischen andere Interessen haben als die moegliche Einigkeit an der Piratenkueste, die die letzten hundert Jahre ihres friedlichen Daseins der britischen Praesenz verdankt? Zweifellos bringt die Zukunft am Golf nach dem Startschuss zur Gruendung eines neuen Staates noch manche Ueberraschung. (Juedische Wochenzeitung" Duesseldorf) Die Strasse nach Nahariyah fuehrt an einer leichten Anhoehe vorbei, dem sogenannten “Napoleonshuegel”, von dem man eine gute Sicht auf die Zinnen und Tuerme von Alt-Akko hat. Es war von hier, im April 1799, dass Napoleon die Belagerung von Akko lenkte, bis er einen Monat spaeter den Befehl zum Rueckzug gab. Nach der Eroberung von Jaffa im Maerz 1799 nahm Napoleon im Hause eines christlichen Griechen namens Antonio Daimani Wohnung, der als Konsul fuer Britannien diente und gleichzeitig als Repraesentant des Rabbinats von Konstantinopel, um juedischen Pilgern auf ihrem Wege nach Jerusalem behilflich zu sein. Eine Abordnung von Juden kam, um Napoleon ihre Ehrerbietung zu bezeigen. Ein wohlhabender italienisch sprechender Jude in Jaffa, Signor Azriel, wurde zum Dolmetscher Napoleons bestellt. Im “New Zealand Jewish Chronicle” vom November 1970 ist das Gespraech veroeffentlicht, das sich angeblich zwischen ihnen zutrug. Napoleon fragte seinen juedischen Dolmetsch nach seiner Meinung vom Lande. “Herrlich, Eure Exzellenz”, antwortete Azriel, “nur dass es ausserordentlich schlecht verwaltet ist”. Napoleon: “Tun die Tuerken wirklich nichts fuer das Land?” “Nicht das Geringste, Exzellenz”. “Nun, was wuerden Sie denn tun, um das Land zur Bluete zu bringen?” “Da gibt es eigentlich nur Eines, das ich tun wuerde: seine Verwaltung den Juden zu uebergeben, und ihnen gestatten, ueber die Muselmaenner zu regieren. Wir wuerden die Strassen pflastern, die Karawanen beschuetzen, Kontakt mit den Juden Italiens, Englands und Hollands aufnehmen. Wir wuerden den internationalen Handel herbringen und Syriens vier wichtigste Haefen zu Freihaefen machen”. “Sie haben recht, mein Freund”, sagte Napoleon, “wir werden sehen”. Napoleons Sieg am Berge Tabor, wo seine Reiterei 5.000 Tuerken vernichtete, aenderte nicht den Lauf der Ereignisse, auch nicht sein triumphaler Einzug in Nazareth, wo sein Kommen als das des “Zweiten Christus” begruesst wurde. Nach dem Fehlschlag der Belagerung Akkos — es gelang nicht, die Bollwerke der Festung zu stuermen — brach seine Armee die Zelte Daunendecken Neubeziehen und Auabesaern eewie »Ile Federarbelten ln bester Ausfuehrung «übernimmt Frau Ilse Philipp LINCOYAN 862, altos Ecke Av. Italla Sc Yrarrizaval Yrarrazaval Hoehe 700 Importierte Stoffe und Inlett fuer Daunendecken am Lager TELEFON 498322 Bettwaesche-Aussteuer Von Herbert Freedcn (Jerusalem) ab und Napoleons Versuch, den Spuren Alexander des Grossen zu folgen, war gescheitert. Noch einmal — zum letzten Male — durfte Signor Azriel ihn sehen. “Am 22. Mai wartete ich auf der Landstrasse, die von Akko nach Jaffa fuehrt, um ihn zu treffen”, berichtet er. “Ich wollte auf ihn zugehen, um von ihm ueber seine Plaene zu hoeren, — aber er winkte ab und schuettelte den Kopf. Da wusste ich, dass alles vorbei war, was Syrien anbelangt, und dass die Juden nicht ihr Heimatland wiedererhalten wuerden und dass es ihr Schicksal war, weiterhin Demuetigungen zu erleiden”. Waehrend er noch auf den Fall der tuerkischen Festung wartete, der ihm den Weg nach Jerusalem im Sueden und Konstantinopel im Norden geoeffnet haette, erliess er am 20. April 1799 jene beruehmte Proklamation an die Juden, unterzeichnet “Bonaparte, Oberster Befehlshaber der Armee der Franzoesischen Republik in Afrika und Asien”, und als Ort “Oberstes Hauptquartier, Jerusalem”, obwohl seine Truppen die Stadt niemals erreichten. Der eigentliche Wortlaut der Proklamation galt als verloren, bis der inzwischen verstorbene Dr. Franz Kobler im Sommer 1940 eine Kopie fand und sie in der Londoner Zeitschrift “The New Judea” vom 12. November 1940 publizierte. In seinem Aufruf fordert Napoleon die Juden auf, sich um ihn zu scharen, um ihre nationale Existenz wiederherzustellen. “Die Israeliten”, so heisst es im Text, “eine einzigartige Nation, sind seit Jahrtausenden ihres angestammten Landes beraubt, aber nicht ihres Namens und ihrer nationalen Identitaet. Aufmerksame Beobachter... haben schon laengst den schoenen und erhabenen Glauben der Profeten mitgefuehlt, die die Zerstoerung ihres Koenigreiches und ihrer Heimat voraussahen: “Die Erloesten des Herrn werden wieder kommen, und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird ueber ihrem Haupt sein, Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen” (Jesaja 35:10). “Dieses Volk ahndet nunmehr seine Schande, und die Schande all der zerstreuten Nationen, die schon laengst vergessen sind unter dem Joch der Knechtschaft... Obwohl Zeit und Umstaende durchaus unguenstig erscheinen, wird dem Volk Israel sein angestammter Besitz angeboten... La “Grande Nation, die nicht mit Menschen und Laendern Schacher treibt, wie jene, die Eure Ahnen an die Voelker verkauft haben (Joel 4:6) ruft RESlDENCIAL MICI MOLNAR empfiehlt ihren vollkommen renovierten Betrieb Av. Libertad 325, Fono 882634 Vifia del Mar Euch hiermit auf — nicht Euer Erbteil zu erobern, sondern Besitz zu ergreifen von dem, was bereits erobert worden ist, und unter Verantwortung und mit Hilfe der Grande Nation die Meister des Landes zu sein und es gegen alle Angreifer zu schuetzen... “Erhebt Euch! Zeigt, dass die erdrueckende Gewalt jener zuvor erwaehnten Feinde nicht den Mut der Nachkommen zu daempfen vermochte, jener Helden... die selbst Sparta und Rom Ehre eingebracht haetten... Eilt Euch! Jetzt ist der Augenblick gekommen, der fuer tausende von Jahren nicht wiederkehren wird, die Wiederherstellung Eurer Buergerrechte unter den Voelkern der Erde zu fordern... Eure politische Existenz als eine Nation unter den Nationen, und das natuerliche und unteilbare Recht, Euren Gott zu verehren nach Eurem Glauben, ohne Euch dabei zu verstecken, fuer immer”. DER 500 TAUSENDSTE TOURIST Frau Bluma Breibart und ihr Mann Emmanuel, aus Dallas (USA), die am 8. Oktober mit dem El Al-Flugzeug in Lod ankamen, erlebten bei der Ankunft eine Ueberraschung. Sie wurden vom Touristenminister Mosche Kol feierlich empfangen, der ihnen die Mitteilung machte, dass Frau Bluma Breitbart die 500.000. Touristin dieses Jahres sei. Er gratulierte dem Ehepaar und gab den Beiden bekannt, dass sie sich als Gaeste des Touristenministeriums drei Wochen lang in Israel aufhalten können. Das geehrte Ehepaar war gerührt und auch angenehm überrascht, dass es drei Wochen lang auf Kosten des israelischen Staates in Lsrael weilen konnte. Mosche Kol sprach die Erwartung aus, dass die Zahl der Touristen weiter zunehmen und im Jahre 1975 eine Million erreichen werde. Max Wetzstein 6c Sohn Ar. 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