Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1971)
- Date
- 1971-11-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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NOVIEMBRE 1971 BOLETIN INFORMATIVO 13 m Deu tschprach ¡¿er Teil des INFORMATIVO WALTE* SCHEEL in ISRAEL Bundesaussenminisier Scheel (Milte) in Jerusalem. Rechts: Gideon Hausner, seinerzeit Anklaeger im Eichmann-Prozess. jiMillif mn Als der Deutsche Aussenminister Walter Scheel kuerzlich zu einem offiziellen Besuch nach Israel kam, besuchte er zuerst den Jad Waschern. Er wurde von Dr. Gideon Hausner begruesst der u.a. ausfuehrte: Sie sind nicht der erste deutsche Besucher in Yad Washem. Aber ich kann mich an keinen erinnern, der vor Ihnen in seiner offiziellen Eigenschaft, waehrend er noch im Amt war, gekommen waere. So ist dies wirklich eine besondere Gelegenheit. Wir setzen das Erbe jener fort, die zugrunde gingen, in moralischer und in gewissem Sinne auch in biologischer Hinsicht. Uns verpflichtet ihr letzter Wille und ihr Testament, das in dem Wunsch bestand, zu leben. Sie Herr Minister, repraesentieren eine Nation, die zwar in moralischer Hinsicht einen Bruch mit den entsetzlichen Taten der Vergangenheit vollzogen hat. Aber biologisch gesehen kommen Sie von dorther, wo es geschah, und Sie gehoeren der Nation an, in deren Haenden wir jenes Schreckliche und Unvergessbare gelitten haben. Wir erziehen unsere Kinder nicht im Geist des Hasses, wir erziehen sie dazu, die Lektion zu lernen. Und die Lektion ist, dass wir alles in unserer Macht stehende tun muessen, damit nichts Vergleichbares je wieder moeglich wird, nirgendwo auf der Welt. Dies ist einer der Gruende, warum wir von Deutschland erwarten, dass es das Bemuehen um Selbstreinigung, das sich in den Kriegsverbrecher- Prozessen ausdrueckt, fortsetzt. Es war vor einiger Zeit schwer fuer uns zu verstehen, als zur Debatte stand, ob Deutschland sie fortsetzen solle oder nicht. Wir sehen mit Befriedigung, dass sie fortgefuehrt werden. Wir wissen, dass Ludwigsburg und viele der Anklagebehoerden in den deutschen Bundeslae n d e r n diese Aufgabe mit Erfolg weiterfuehren, die, wie ich glaube, in vielen Faellen sogar unser historisches Wissen durch das, was in diesen Prozessen ans Licht gekommen ist, bereichert hat. Ich glaube, dass Sie keine engere Beziehung zu unserem Land und unseren Problemen finden koennen, ohne sich dieser Tragoedie des 20. Jahrhunderts bewusst zu sein. Sie ist in unserem Denken stets gegenwaertig. Dies war im Herzen Europas — nicht in einer abgelegenen Urwaldecke — und im 20. Jahrhundert — nicht in irgendeiner praehistorischen Zeit moeglich: ein Urteil auf Voelkermord, auf Ausrottung einer ganzen Nation zu faellen. Selbst heute, wo andere Nationen ihre Kriegs wunden geheilt und ihre Kriegsverluste aufgeholt haben, haben wir es noch nicht. Sie haben heute, glaube ich, etwa 15 bis 18 Millionen mehr Deutsche als 1939. Es gibt 13 Millionen mehr Japaner. Es gibt etwa 40 Millionen mehr Russen. Es gibt keine Nation auf der Welt, die ihre Verluste nicht aufgeholt haette. Die einzige Nation, die in Europa noch “invalide” ist, die immer noch nachhinkt, selbst zahlenmaessig, sind die Juden. Wir werden natuerlich niemals alle jene schoepferischen und befruchtenden Zentren in Europa wiederbekommen, die zerstoert wurden. Das ist fuer immer dahin. Das ist unser Atlantis, das im Ozean versank und nie wiederkehren wird. Aber selbst zahlenmaessig haben wir heute auf der ganzen Welt einschliesslich Amerikas, Sowjetrusslands und Israels 15,5 Millionen Juden, verglichen mit 17,5 Millionen bei Kriegsbeginn. Das bedeutet, dass heute neben jedem dritten Juden ein leerer Platz ist. Dies war eine so dramatische Erfahrung, wie wir Juden •— und wir koennen unsere geschichtliche Existenz auf dieser schoenen Erde 3.000 Jahre zurueckverfolgen — sie nie zuvor erlebt haben. Und keine andere Nation hat Vergleichbares erlebt. BERICHTIGUNG Bei der Angabe der neuen Telefonnummer des Gemeindebüros in unserer Oktober-Ausgabe ist ein Druckf e h 1 e r unterlaufen. Die Nummer lautet: 2 2 2 9 7 3 IN SEINER ANTWORT ERKLAERTE DER MINISTER SCHEEL: Unsere beiden Voelker haben heute das, was man normale, ja gute politische und diplomatische Beziehu n g e n nennt, und sie sind sich auch eines zukuenftigen gemeinsamen Schicksals bewusst, dass sie Zusammenarbeiten muessen. Aber diese Zusammenarbeit kann sich nicht loesen von der Geschichte, aus der wir kommen. Ich glaube, es gibt keinen Deutschen, der sich von dieser Geschichte loesen kann, wie wenig er persoenlich an all dem Schrecklichen mitgewirkt haben mag. das da geschehen ist. Die Bundesrepublik Deutschland ist keine Grossmacht. Sie ist ein mittlerer Staat. Aber sie hat wegen ihrer geographischen Lage, wegen ihres Potentials an Menschen und Wirtschaftskraft eine bestimmte Bedeutung in der Politik, und sie muss ihre Verantwortung tragen. Wir tragen sie im Kreise der westeuropaeischen Laender, mit. denen wir eine Integration suchen. Wir tragen sie, indem wir versuchen, zwischen Westeuropa und Osteuropa eine Entspann u n g herbeizufuehren, damit in Europa Frieden herrsche. Und wir glauben, dass das eine der ersten Voraussetzungen auch hier im Vorderen Orient ist. Wir bemuehen uns, dafuer zu sorgen, dass hier endlich Frieden ist, der dem israelischen Volk sein Lebensrecht und die Sicherheit seines Staatsgebietes gibt, in dem es leben muss und leben will. Das kann ich Zusagen, dass sich das sicher in unseren Zeiten nicht aendern wird, und dass dabei das besondere Gefuehl, miteinander, wenn auch auf tragische Weise, verbunden zu sein, immer eine Rolle spielen wird. VOR 25 JAHREIN; LATRUN Wenn man heute ueber die neue Autostrasse von Tel Aviv nach Jerusalem faehrt, passiert man ein einsames Gebiet, auf dem zwei Schornsteine emporragen. Hier sind die Ueberreste des einstigen Gefangenenlagers von Latrun. Man erinnert sich dann an jene Tage um die Juni/Juli-Wende 1946, als die Atmosphaere in Palaestina aufs aeusserste gespannt war, nachdem alle konstruktiven Bemuehungen um Verstaendigung zwischen Mandatsregierung und Jewish Agency sich zerschlagen hatten, als die letzten Hoffnungen, die Fluechtlinge, den Rest der Katastrophe, ins Land zu bringen, am Widerstand der Mandatsmacht gescheitert waren, zumal diese ueber ganz Europa einen Geheimdienst erstellt hatte, der versuchte, die Abfahrt der Fluechtlingsschiffe zu erfahren, ihre Treibstoff Versorgung zu unterbinden und die Organisationen der “illegalen” Einwanderung, Mossad und Bricha, in ihrer Taetigkeit zu behindern. Um den Widerstand zu brechen, unternahm die Mandatsregierung einen Schritt, der in dramatischer Weise den Zustand verdeutlichte, in den die britisch-juedischen Beziehungen geraten waren: sie liess nicht nur die den dissidenten Widerstandsgruppen angehoerenden Kaempfer verhaften, sondern versuchte, die Hagana zu entwaffnen, und inhaftierte am Samstag, 29. Juni, Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency, den alten Raw Maimon, den man Schabbat in ein Auto zwang, Dr. Dov Joseph, David Remez, Jizchak Grünbaum, David Hacohen und den stets fuer eine Partnerschaft mit den Briten eintretenden Mosche Scheriok (spaeter Scharett), der sich so sehr fuer die Idee eines freiwilligen Dienstes in der britischen Armee eingesetzt hatte. Ben Gurion, gerade in Paris, und Aba Chuschi entgingen der Haft. Ueber das Land wurde ein Ausgehverbot verhaengt. Der Tag der Verhaftung der Fuehrer des Jischuw, mit dem die Mandatsregierung hoffte, diesen ins Mark zu treffen, wird als der “Schwarze Schabbat” bezeichnet. Hatten sich bis dahin die Gemaessigten, die auf friedliche Weise ihre Ziele zu verwirklichen suchten, deutlich von den Extremen, den Aktivisten unterschieden, so wuchs durch diese Massnahmen die Zahl derer, die nicht mehr daran glaubten, ohne Waffen, ohne Kampf gegen die Mandatsmacht auszukommen. Keineswegs erreichten die Englaender das Ziel, eine neue Jewish Agency einzusetzen, die ihnen willfaehrig war. Man fand einen Weg, sich mit den internierten Fuehrern durch einen Code zu verstaendigen; sie erhielten Berichte und erteilten Anweisungen. Bis zu ihrer Freilassung nach vier Monaten funktionierte dieser Kontakt, waehrend alle Beziehungen zur Mandatsregierung fallengelassen waren. Golda Meir, Seew Scheref und die ausser Landes weilenden Ben Gurion und Eliezer Kaplan betreuten die Agency. Trotz des Einflusses der Gemaessigten setzten die Widerstandsgruppen ihre Taetigkeit fort. In diese Zeit fiel die von Irgun ausgefuehrte Sprengung eines Fluegels des King David Hotels, in dem sich das Hauptquartier der britischen Regierung befand, mit vielen Toten und Verwundeten, Briten, Juden und Arabern. Zorn und Verwirrung herrschten im Jischuw, Sorge und Angst. Diese wurden noch bestaerkt, als waehrend der Haft der Fuehrer die britischen Behoerden damit begannen, die Fluechtlinge abzuschieben. Damals kam es zu weiteren Zusammenstoessen, die auch nach der Entlassung fortdauerten bis zum Ende des Mandates, anderthalb Jahre spaeter. C. W.-M. WIZ0 Das Ableben von Frau Else Gans bedeutet für uns einen schweren Verlust und erfüllt uns mit tiefer Trauer. Waehrend vieler Jahre stand uns Frau Gans treu zur Seite, immer bereit, unsere Zusammenkünfte durch ihre wertvolle kulturelle Mitarbeit zu bereichern. Der neue Botschafter Israels, Herr Moshe Tov, ist inzwischen in Chile eingetroffen. Seine Frau, ein langjaehriges Mitglied der Wizo, empfing eine Abordnung der Wizo und stellte uns bei diesem Besuch spontan die Raeume und den Garten der Botschaft für Feste zur Verfügung. Wir möchten schon jetzt auf eine Modenschau hinweisen, die Ende November an der Piscina des Estadio Israelita stattfinden wird. Naeheres wird noch bekannt gegeben werden, und wie üblich werden die Programme aller Gruppen den Chaveroth telefonisch mitgeteilt. j Wir beraten Sie unverbindlich bei der Zusam-! |! menstellung Ihrer Reisen im In- und Ausland. 1j! Hotel Reserven-Ausf luege-Passagen! |! Guestige Zahlungsbedingungen! | SPORTSTOUR | Teatinos 304, Tels. 68832-83058-63100 j j