Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1971)
- Date
- 1971-09-01
- Page
- Seite 25 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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SEPTIEMBRE 1971 BOLETIN INFORMATIVO 25 WIZO Einen angeregten Spielnachmittag verbrachen wir vor kurzem im Hause von Frau Edith Krauss, die uns ihr sehoenes Heim und reichhaltige Bewirtung zur Verfuegung gestellt hatte, und der wir auch an dieser Stelle dafuer nochmals herzilchst danken moechten. Es nahmen 44 Chaveroth an diesem Zusammensein teil, es herrschte gute Stimmung, und wir hoffen, dass diese gesellige Veranstaltung allen Teilnehmerinnen neuen Antrieb auch fuer unsere ernste Arbeit gegeben hat. Innerhalb der Federación Wizo veranstaltete die “Grupo de Profesionales” im Círculo Israelita einen “Té pro Damnificados”. Auch die von uns fuer die von den Naturgewalten so schwer betroffenen Menschen in Valle Hermoso eingesammelten Spenden, hauptsaechlich m Form von Lebensmitteln, Kleidung und Waesche, wurden mit grossem Dank entgegengenommen. Mit einem gemeinsamen Mittagessen verabschiedete die Wizo die Gattin des Israelischen Botschafters, Frau Mina Sattath. Es ist Ihnen wohl bekannt, dass wir mit dem neu gegründeten Kinderheim der Wizo in Ramat Eschkol in reger Verbindung stehen. Der Bau dieser neuen Tageskrippe wird mit grosser Sorgfalt durchgefuehrt, und das Haus wird mit allen erforderlichen modernen Einrichtungen versehen werden. von dem leider noch immer erforderlichen Luftschutzkeller bis zur Zentralheizung. Aus Anlass der Feiertage wuenschen wir allen Chaverim. und Chaveroth von Herzen ein Schanah Tovah! Wir haben die feste Absicht, unsere Arbeit mit der gleichen Energie forzusetzen, und wir sind sicher, dass unsere Aufgabe urtd Ziele im Kreise unserer Mitglieder auch in Zukunft volles Verstaendnis finden werden. Alle Veranstaltungen der einzelnen Gruppen werden zu gegebener Zeit durch Telefondienst bekannt gegeben werden. Israels Schuljugend “Adoptiert99 Unter gangene Diaspora- Gemeinden Es begann damit, dass der Lehrer Dov Aloni in einer Tel- Aviver Volksschule einer Klasse von der Geschichte seiner Heimatgemeinde Kaminitz erzaehlte. Die Kinder fanden Interesse an dem, was ihnen da berichtet wurde, und nach mehreren Unterrichtsstunden veranstaltete die Schule eine Feier unter Beteiligung hier lebender ehemaliger Gemeindemitglieder von Kaminitz. Die Schueler hoerten eifrig zu und schrieben dann Aufsaetze ueber das, was sie erfahren hatten. Ihr Handwerkslehrer baute mit ihnen ein Modell der von den Jungen nie gesehenen Stadt. Seither ergriff das Feuer erwachenden Interesses an dem Schicksal der durch die Nazis vernichteten Zentren juedischen Lebens in Europa hunderte israelischer Volksschulen. Einige Grossgemeinden Osteuropas wurden bereits von mehreren Schulen in ihr Lernprogramm auf genommen. Volksschulen mit vorwiegend orientalischen Kindern ahmten das Vorbild nach und beschaeftigen sich beispielsweise mit dem Schicksal der Gemeinden des Jemen oder Salonikis. Nunmehr hat Yad Washem einen Sonderfonds fuer sieben bestimmte Landesbezirke zur Verfuegung gestellt, der den Lehrern ermoeglicht, die notwendigen Materialien zu beschaffen. Auf diese Weise koennen an vielen Schulen eigens gewaehlte Gemeinden in den Geschichtsunterricht einbezogen werden. Aloni berichtete, dass er vielerorts schon deshalb williges Gehoer bei Direktoren und Lehrern fand, weil es unter ihnen nicht wenige gab, die darunter gelitten hatten, dass ihre Heimatgemeinden, in denen sie zahlreiche Familienangehoerige verloren haben, so gaenzlich in Vergessenheit geraten waren. Mit Unterstuetzung von Yad Washem sind bereits ueber 100 Schueler-Broschueren zur Geschichte der von ihnen derart “adoptierten” untergegangenen Diasporagemeinden herausgekommen. Wenn bisher vorliegende Presseberichte ein zutreffendes Bild dieser erfreulichen Aktion ergeben, so basiert das Schul-Adoptionswerk vorlaeufig im wesentlichen auf der Zufallsfrage, ob sich an bestimmten Orten oder Schulen ein Lehrer oder auch Ueber lebende alter Gemeinden finden, die an der Verewigung dieser frueheren Heimatorte interessiert sind. Auffaellig ist, wenn man von den erwaehnten orientalischen Ausnahmen absieht, dass bisher anscheinend ausschliesslich osteuropaeische Gemeinden in dies Werk einbezogen wurden. Es liesse sich fragen, ob israelische Synagogengemeinden und gewisse Logen des Bnei Brith-Ordens angegangen wurden, sich an dem schoenen Werk zu beteiligen. Da diese Institutionen bekanntlich zahlreiche landsmannschaftliche Verbindungen darstellen, sollte es nicht schwer sein, auch die westeuropaeischen Gemeinden einzubeziehen. Es darf ja wohl in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass Gemeinden wie Koeln, Worms, Mainz, Speyer und Regensburg eine weit aeltere Geschichte haben, als die juedischen Niederlassungen in Osteuropa. Und schliesslich erlitten sie in der Gegenwart das gleiche Schicksal. Unsere Schulkinder haben wohl alle Tschernichowskis “Baruch miMagenza” zu lernen. Hat sich bei der Gelegenheit einmal eine Klasse dafuer interessiert, was sich in diesem Magenza/Mainz im Zusammenhang mit den Juden alles zugetragen hat? Und wenn sie gewiss etwas ueber Gerschom “Meor haGolah” hoerten, erfahren sie auch, dass er aus Metz stammte und in eben diesem Mainz gelehrt hat? E. R. "M. B." Tel Aviv GAZA-DAS EWIGE DILEMMA von Herbert Freeden (Jerusalem) In zehntausenden von Flugblaettern versuchte die israelische Militaerverwaltung im Gazastreifen die Terroristen zu ueberreden, sich gegen gute Behandlung zu ergeben — keiner hat sich gemeldet; gegenueber einer Abordnung von Buergermeistern und Notablen erklaerte sich Militaergouverneur Jichzak Pundak bereit, die Evakuierung der Fluechtlingslaeger einzustellen, wenn sie die Verantwortung fuer den Stop der Terrorakte uebernehmen wuerden — niemand hat zugestimmt. Gaza ist und bleibt der grosse Fehlschlag in der israelischen Befriedungspoli t i k vis-a-vis den Arabern der besetzten Gebiete. Waehrend in den ehemals jordanischen Territorien Freizuegigkeit herrscht der Handel blueht und die Bevoelkerung sich kooperativ zeigt, ist Gaza zum El Dorado der Terroristen geworden, selbst nachdem sie in Jordanien besiegt worden sind. Durch Handgranaten, Minen und Scharfschuetzen sind dort bis heute 208 Araber und 43 Israelis ums Leben gekommen, und 1284 Araber und 336 Israelis verwundet worden. Als “Kollaborateur” gilt bereits, wer Arbeit in Israel annimmt; man sucht ihn auf dem Wege zur Arbeitsstaette umzulegen oder dringt nachts in sein Haus ein - seine Leiche kann dann morgens auf der Strasse aufgelesen werden, als “Warnung” fuer andere. Von den 400.000 Einwohnern des Gaza-Gebietes leben etwa die Haelfte in Fluechtlingslaegern, zusammengepfercht in zehntausenden von Lehmhuetten, die nur durch schmale Pfade getrennt sind — ideale Schlupfwinkel fuer Terroristen, Saboteure und Schmuggler. Als im Januar dieses Jahres die englische Familie Aroyo von einem Ausflug in den Negev ueber den Gazastreifen nach Tel Aviv zurueckkehren wollte, warf ein 15 jaehriger Junge eine Handgranate in ihr Auto, toetete die beiden 4 und 7 jaehrigen Kinder und zerschmetterte das Rueckgrat ihrer Mutter. Der Junge hatte von Hintermaennern 15 Dollar Bezahlung fuer diese Tat bekommen. Was auch immer die Israelis in Gaza initiierten, war kein Erfolg. 1968 wollten sie die Fluechtlinge auf das fruchtbare, duenn bevoelkerte Westufer des Jordanflusses umsiedeln; der Plan scheiterte an den arabischen Bauern des Westufers, an den Guerillas und an den Fluechtlingen selber. 1970 wurden auf Veranlassung von Minister Shimon Peres 1 400 Haeuser in verschiedenen Gegenden des Gazastreifens gebaut und Werk staetten fuer leichte Industrien aufgestellt, um die Fluechtlinge zu bewegen, die Laeger zu verlassen. Sei es auf politischen Druck, sei es weil die Menschen nach 20 jaehrigem Muessigkeit keine Kraft fuer ein neues Leben fanden (UNRWA, die Wohlfahrtsorganisation der Vereinten Nationen sorgt fuer ihre Nahrung, medizinische Betreuung und Erziehung ihrer Kinder), die meisten Haeuser blieben leer, die Werkstaetten wurden niemals eroeffnet und das Dschungel der Fluechtlingslaeger blieb undurchdringlich. Israelische Miliiärwache nach einem Attentat arabischer Terroristen. Nachdem im Juni 22 Araber von Terroristen ermordet und 146 verwundet wurden (im Juli gab es “nur” 13 Tote und 22 Verletzte), begann die Militaerverwaltung mit einem neuen Kapitel: Strassen in zwei der grossen Lager zu legen, in Djebelija (35.000 Einwohner) und A-Schati (32.000). Um Platz fuer die Strassen zu chaffen, mussten etwa 250 Huetten niedergerissen und ihre Insassen umgesiedelt werden, in Djebelija 2.000 Personen und in A-Schati 700. Diese neue Politik hat auch in israelischen Kreisen Kritik hervorgerufen. Der Leiter der Siedlungsabteilung der Jewish Agency und Vorsitzende des Siedlungsforschungszentrum, Dr. Raanan Weitz, bezeichnete sie als dilettantisch. Erbittert erklaerte er in einer Pressekonferenz, dass sich nur die Militaers und keine Fachleute mit diesem Problem befassten. Es genuege nicht, einem Menschen Haus und Arbeit zur Verfuegung zu stellen, er muesse auch gesellschaftlich integriert werden. Ein Teil der Evakuierten, die nach El Arish — 100 km entfernt im noerdlichen Sinai — gebracht werden sollten, sind einfach verschwunden, in der Stadt Gaza oder in anderen Laegern. Inzwischen wurde zwar ihr Besitz saeuberlich aufgestapelt und katalogisiert, aber ihre Huetten mit einem Bulldozer dem Erdboden gleichgemacht. Die Opposition gegen die Umsiedlung hat nicht nur politische Motive. Die meisten Fluechtlinge haben irgendein Nebeneinkommen, das sie nicht verlieren moechten. Ausserdem ist es natuerlich, dass Menschen, die 20 Jahre und laenger in einem Lager gelebt haben, selbst in einer Lehmhuette, der sie noch ein Zimmer hinzufuegten, oder eine Huehnerstege oder einen Ziegenstall, manchmal sogar ein Gaertchen gepflanzt haben, ein paar Baeume oder Weinreben, diese Huette als ihr Heim ansehen. Hier haben sie ihre Nachbarn, ihre Freunde, ihre weitverzweigten Familien. Viele geben zu, unter dem Terror zu leiden, aber, so fragen sie, warum werden nicht die Terroristen umgesiedelt, sondern gerade sie, nur weil ihr Haus der Strassenziehung im Wege war? Wie unvorbereitet diese Aktion durchgefuehrt wurde, geht schon daraus hervor, dass erst jetzt ein Minister-Ausschuss gebildet werden ist mit der Aufgabe, die Orte auszuwaehlen, in denen die Fluechtlinge ein neues Heim finden sollen — und das, nachdem ihre Huetten bereits zerstoert sind. Gleichzeitig spricht man von einem Plan zur Integrierung der Gazastreifens in das israelische Wirtschaftsleben, der mit einem jaehrlichen Kostenaufwand von 30 Millionen Dollar die vollstaendige Aufloesung der Fluechtlingslager versieht. Inzwischen jedoch wurden die entwurzelten Menschen wiederum provisorisch untergebracht. Mosche D a y a n machte zwar klar, dass er mit dieser Massnahme nicht das Flueehtlingsprob lern loesen, sondern nur den Terrorismus einda e m m e n wolle, aber schliesslich, so erinnert das Tel Avier Blatt “Ha’aretz”. rekrutieren sich die Terroristen aus den Reihen der Fluechtlinge, und die wirksamste Bekaempfung des Terrorismus ist daher die Liquidierung des Fluechtlingsproblems. FARMACIA IBERIA Estado 190 Marcos, Salomón Muchnik y Familias desean a su distinguida clientela un Próspero y Feliz EESCHONO TAÜffO Santiago, Septiembre 1971. FOTO TIMAR NUEVA YORK 54 — Fono 64943 Retratos Artísticos —■ Reproducciones y Ampliaciones de todas clases para Diarios, Imprentas — Fotografías de Propaganda para Industrias — Trabajos para Aficionados - Albumes para Matrimonio* Fotocopias al instante con XEROX