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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-09-01 · 9 (Septiembre, 1971) · p. Seite 24

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
9 (Septiembre, 1971)
Date
1971-09-01
Page
Seite 24 (sequence 26)
Language
German
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24 BOLETIN INFORMATIVO SEPTIEMBRE 1971 Praesident Richard M. Nixon hat Dr. Albert B. Sabin, dem Praesidenten des Weizmann - Instituts, die hoechste amerikanische Auszeichnung fuer Wissenschaft (National Medal of Science) ueberreicht. Sie wurde Dr. Sabin zuerkannt fuer “zahlreiche fundamentale Beitragsleistungen auf dem Gebiet der Mikrobiologie und der durch Viren hervorgerufenen Krankheiten. Arbeiten, die in der Entwicklung von Vakzinen giptelten, mit denen eine erfolgreiche Schutzimpfung gegen Kinderlaehmung moeglich ist”. Kurz darauf wurde Dr. Sabin vom Personal des Weizmann-Instituts in Rehovot durch Ueberreichung einer aus dem 3 oder 4. Jahrhundert stammenden Vase eine Ehrung zuteil. Die Vase, ein kostbares Erzeugnis frueher Glasblaeserkunst, wurde in einer alten Felsengrabstaette unweit von Jerusalem gefunden. In der kleinen Stadt Melun, 40 km. suedoestlich von Paris, ist nach einer Unterbrechung von f>50 Jahren wieder juedisches Gemeindeleben erstanden. In Anwesenheit des franzoesischen Oberrabbiners Dr. Jacob Kaplan und des Praesidenten des Consistoire Central, Baron Alain de Rothschild, ist eine neue Synagoge eingeweiht worden. Ueber hundert Familien aus Melun und dessen Umgebung haben an der Zeremonie teilgenommen. Melun war waehrend des Mittelalters Sitz juedischer Gelehrsamkeit, bis im Jahre 1306 die Juden aus dieser Gegend vertrieben wurden. Ramat Gan wird jetzt als Diamantenhauptstadt der Welt bezeichnet. In den ersten fuenf Monaten dieses Jahres stieg der Diamantenexport um 22 Prozent gegenueber der gleichen Zeit des Vorjahres. Man rechnet mit einer Jahresausfuhr fuer 230 Millionen Dollar. Die zweitgroesste japanische Autofabrik, Nissan Co., hat sich entschlossen, ihre Autos in Israel anzubieten, nachdem es eine Zeitlang sich dem arabischen Boykott angeschlossen hatte. Das japanische Unternehmen hat Vertraege mit der Firma Eisenberg und der Histradrut abgeschlossen. Im Mai besuchten 44.000 Touristen das Land, ein Drittel mehr als im Jahre 1970. Die Rabbiner von Bne Brak haben sich zu Anwaelten des Kampfes gegen verschwenderische grosse Hochzeiten und Barmizwa-Feiern mit Hunderten von Gaesten gemacht. Nach neuen Anordnungen der Rabbiner von Bne Brak sollen zu Feiern dieser Art hoechstens 150 Gaeste eingeladen werden. Ferner werden Schalent und teuere Mehlspeisen als besonderer “Luxus” gestempelt, auf den man unbedingt verzichten soll. Die Rabbiner von Bne Brak sind bei allem sehr geschichstbewusst. Sie stuetzen sich bei ihren Anordnungen auf Bestimmungen, die einst im Mittelalter in Polen der “Rat der vier Laender” (Waad arba arazot) erlassen hatte. Die beruehmte Synagoge von Toledo, eines der groessten Kunstwerke Spaniens, die im Jahre 1365 auf Veranlassung von Samuel Levy, dem Schatzmeister des Koenigs Pedro I. von Aragon errichtet wurde, ist jetzt in ein sefardisches Museum umgewandelt worden. Das Museum wurde vor Unterstaatssekretaer des Erziehungsministeriums, Ricardo Diaz Hochleitner, in Gegenwart des Praesidenten der Sefardischen Weltorganisation, Elie Nahmias, und des sefardischen Grossrabbiners von England, Dr. Salomon Gaon, eroeffnet. Dr. Gaon erinnerte daran, dass zu jener Zeit als die Synagoge errichtet wurde, in Toledo ein friedliches Zusammenleben zwischen Christen, Juden und Mohammendanern herrschte. Dieses freundschaftliche Zusammenleben von damals moege ein Vorbild fuer die heutige Zeit sein, denn nur dies koenne den Frieden im Nahen Orient und in der Welt sichern Dr. Gaon hielt seine Rede in Spanisch und Ladino. Der Gouverneur von Toledo sagte in seiner Ansprache u. a., dass er zum ersten Mal in seinem Leben Ladino gehoert habe. (Semanario Israelita, Buenos Aires) ELRY - FAJAS Ropa Interior Fina MONEDA 858 - FONO 716163 wuenscht herzlich Leshono Tanvo LION FEUCHTW ANGERS NACHLASS Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur publiziert Werke der Exilierten Jenes Interesse an Exil-Literatur, wie es sich in zahlreichen literarischen Zeitschriften der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zeigte und in den fuenfziger Jahren sogar eine gewisse Bluete erlebte, ist zurueckgegangen. Damit erscheint die Herausgabe mancher “Verschollener und Vergessener” weniger reizvoll. In dieser Situation erwerben sich die Stockholmer Forschungsstelle, die Deutsche Bibliothek in Frankfurt am Main, das Marbacher Deutsche Literatur- Archiv und die Hamburger Arbeitsstelle fuer Probleme der deutschen Exil-Literatur grosse Verdienste. Waehrend sich diese und andere Stellen mehr der Sammlung con Exil-Literatur zuwenden, ist es das Verdienst der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz sowie der Darmstaedter Akademie fuer Sprache und Dichtung, Werke deutscher Emigranten durch kontinuierliche Publikation oder Foerderung neu oder wieder ins Bewusstsein der Oeffentlichkeit zu bringen. Juengst hat die Mainzer Akademie — zu deren Sektionschefs Alfred Döblin gehoerte — einen Lion-Feuchtwanger - Gedaechtnisraum in Anwesenheit der in Kalifornien lebenden Witwe eingeweiht. Damit soll auf die eigene Arbeit der Akademie und auf das Werk eines einst ebenso erfolgreichen wie heute in der Bundesrepublik wenig gelesenen Schriftstellers hingewiesen werden, dessen historische Romane heute eher in den Vereinigten Staaten ihr Publikum haben. (In Moskau und Ostberlin wurde eine Feuchtwanger-Gesamtausgabe ediert, deren Vertrieb vom Verlag in der Bundesrepublik untersagt ist). Die Mainzer Akademie hofft in Zusammenarbeit mit Feuchtwangers Witwe manche Rechte zu erhalten, um — wie Generalsekretaer Dr. Brenner im Gespraech erlaeuterte — etwa den Briefwechsel B e r t o lt Brechts mit Feuchtwanger zu publizieren. Auch dieses Projekt waere einzuordnen in die Reihe der wissenschaftlich edierten Werke: Seit 1951 erschienen unter anderem Texte und Studien ueber Else Lasker-Schueler, Hans Schiebelhut, Alfred Mombert, Max Hermann-Neisse, Alfred Wolfenstein und Carl Einstein. Fuer die naechsten Jahre sind geplant: die Edition des Briefwechsels zwischen Annette Kolb und René Schickele, herausgegeben von Akademie- Mitglied Hans Bender, die ersten beiden Baende der wissenschaftlich - kritischen Gesamtausgabe der Werke von Alfred Wolfenstein, die Dr. Walther Huder (Akademie der Kuenste, Westberlin) betreut. Ausserdem ist die historischkritische Gesamtausgabe der Werke von Ivan und Claire Goll vorgesehen. Noch im Laufe dieses Jahres soll der Roman “Die Klasse” von Hermann Ungar in einer kritischen Ausgabe veroeffentlicht werden. Lion Feuchtwanger, dessen Name in Mainz beispielhaft genannt wird, ist in den Regalen zunaechst nur mit einigen Werken vertreten sowie einigen Kopien von Briefen, aus denen etwa seine Stimmung im Amerika unter Joseph R. McCarthy abzulesen ist; ausserdem finden sich einige Uebersetzungen erfolgreicher Romane, darunter der 1925 erschienene “Jud Suess”‘ Er brachte dem Verfasser Weltruhm, spaeter musste er es erleben, dass Nationalsozialisten den Stoff zu einem judenfeindli c h e n Hetzfilm verfaelschten. In seinem Roman “Erfolg” und spaeter in dem Zyklus “Der Wartesaal” hatte er die zwanziger Jahre und den Nationalsozialismus dichterisch gedeutet. Ein Jahre vor seinem Tod erhielt Feuchtwanger den Kulturpreis der Stadt Muenchen; 1949 hatten ihm Wilhelm Pieck und Otto Grotewohlan geboten, nach Deutschland zurueckzukehren. Doch der “linksintel lektuelle” Schriftsteller Lion Feuchtwanger blieb in den Vereinigten Staaten, wo er 74 jaehrig in Los Angeles starb. In Mainz beginnt man damit, den amerikanischen Nachlass im Sinne einer wissenschaftlich-kritischen Ausgabe zu sichten. Auf Publicity ist man dabei nicht unbedingt angewiesen, denn die Akademie pflegt dort zu beginnen, wo Verlage aus wirtschaftlichen Ueberlegungen das Risiko scheuen. Joachim Hemmerle (Mannheimer Morgen) DEUTSCH-ISRAELISCHE PARLAMENTARGRUPPE Zur Gruendung einer deutsch-israelischen Parlamentargruppe in Bonn schrieb deren Vorsitzender, der SPD- Abgeordnete Guenther Metzger, im Pressedienst der Sozialdemokratischen Partei: “Die Gruendung der deutsch - israelischen Parlamentargruppe ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Ausbau und zur Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen beider Laender. Sie dient nicht nur der Fortsetzung der menschlichen Begegnung zwischen Mitgliedern beider Parlamente, die mit dem Besuch einer Delegation der Knesseth vor zwei Jahren ihren Anfang genommen hatte. Die angestrebten wechselseitigen Besuche, die Unterrichtung an “Ort und Stelle” und die offene Aussprache frei gewaehlter und dem demokratischen und sozialen Rechtsstaat verpflichteter Parlament arier werden auch das Verstaendnis fuer die besonderen Probleme des anderen Partners foerdern. Dazu gehoert die Deutschland - und Ostpolitik der Bundesregierung genauso wie die Nahostpolitik der israelischen Regierung”. SYNAGOGENBESUCHE CHRISTLICHER SCHULEN Es vergeht auch in Leipzig kaum ein Quartal, ohne dass Interessenten verschiedener Gruppierungen die Synagoge Keilstrasse besuchen. Zu einer solchen Besichtigung erschien Diakon Schnabel aus Markkleeberg-Ost mit weiteren Lehrkraeften und einer Anzahl Kinder. Diese Jugendlichen zeigten sich sehr interessiert und Hessen, aus. ihren lebhaften Fragen erkennen, dass ihnen im Unterricht'auch das Gedankengut des Alten Testamentes und dabei vorwiegend die biblischen Geschichten aus den Mosesbuechern nahegebracht werden. Oberkantor Sander hatte somit verstaendnisvolle Zuhoerer, als er die Zweckbestimmung der Synagoge mit ihren Einrichtungen, den Gottesdienst an Schabbaten und Festen und mancherlei aus dem juedischen Gemeinde- und Familienleben erklaerte. DALIAH LAVI WILL KRANKENHAUS IN ISRAEL BAUEN Die israelische Saengerin Daliah Lavi, die in den letzten Jahren in steigendem Masse in die erste Reihe der Fernsehstars in der Bundesrepublik Deutschland rueckte, hat in einem Interview mit der Zeitschrift “Praline” vom 10.3.1971 erklaert, dass si'e im Gedenken an ihren Vater ein Spital in Israel bauen wolle. Sie sagte woertlich: “Ich moechte im Gedenken an meinen Vater, der durch seine Krankheit so schwer leiden musste, ein Spital in Israel bauen — da sollen nur Menschen hinein, die kein Geld haben. Wenn alles gut geht, wird es naechstes Jahr gebaut!” BUNDESPRAESIDENT HEINEMANN EMPFING DR. NAHUM GOLDMANN Bundespraesident Gustav Heinemann empfing den Praesidenten des Juedischen Weltkongresses, Dr. Nahum Goldmann, zu einem Gespraech unter vier Augen. Es wurden kejne Einzelheiten ueber die Unterredung mitgeteilt; man nimmt jedoch in Bonn an, dass dabei auch Probleme der Wiedergutmachung zur Sprache kamen. Dr. CLAUDIO LEHMANN Innere Medisin Rheumatologie Sprechstunde von Montag bi* Freitag von 18 bi* 20 Uhr, nach vorheriger Anmeldung. Bonen Rivera 2354 Telephon: 43118

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