Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1971)
- Date
- 1971-09-01
- Page
- Seite 26 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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26 BOLETIN INFORMATIVO SEPTIEMBRE 1971 Ein Kapitel Juedischer Geschichte: 70 Jahre Keren Kaverne th L eisrael Die Londoner Konferenz vom Jahre 1920. Von Herberl Freeden Es begann im Jahre 1901 in Basel. Eine feierliche Stille herrschte in der Nachmittagssitzung des 5. Zionistenkongress an einem Sonntag im Dezember des Jahres 1901 als die von Professor Zwi Hermann Schapira, Rabbiner und Mathematiker, vorgeschlagene Resolution angenommen wurde. “Der Juedische Nationalfonds soll das ‘unveraeusserliche’ Eigentum des juedischen Volkes sein, seine Aufgabe ist Landerwerb in Palaestina” . .. Der groesste Teil der Boeden, die der Fonds lange vor Staatswerdung erwarb, — Sumpf, Wueste und verkarsteten Bergboden — war unbebaut und als unbebaubar klassifiziert. Muehselige Landgewinnungsarbeiten, von juedischen Pionieren ausgefuehrt, machten ihn erst geeignet, unter den Pflug gebracht zu werden. Dadurch wurden keine Menschen heitmatlos, keine Bauern landvertrieben. Im Gegenteil — die arabischen Landeigentümer, die ihre Latifundien zu Preisen weit ueber ihrem realen Wert verkauften, verwendeten den Erloes, die ihnen noch gebliebenen Laendereien zu entwikkeln. Aber in vielen Faellen handelte es sich um Eigentuemer, die in Paris oder Beirut wohnten, und deren Boeden brach lagen. Wenn arabische Bauern ueberhaupt betroffen worden sind, dann nur zu ihrem Vorteil, denn sie lernten die modernen Farmmethoden ihrer juedischen Nachbarn kennen, und fanden auch einen erweiterten Absatz fuer ihre landwirtschaftlichen Produkte. Aber bevor der Juedische Nationalfonds seine Taetigkeit voll entfalten konnte, brach der erste Weltkrieg aus. Waehrend die Grossmaechte noch in einen verheerenden Krieg verwickelt waren, begannen sich allmaehlich die Wolken zu lichten, die ueber der Zukunft des juedischen Volkes lagen. Am 2. November 1917 wurde in der Balfour Deklaration sein historisches Recht auf eine nationale Heimstaette in Palaestina anerkannt. Aus einem Lande, in das alte Juden fuhren, um zu sterben, wurde Palaestina zu einem Lande, in das junge Juden kamen, um zu leben. Die Londoner Konferenz vom Jahre 1920, erklaerte den Juedischen Nationalfonds zum “Instrument der staedtischen und laendlichen Bodenpolitik des jued i s c h e n Volkes”, ein Schritt, der der juedischen Siedlung im Lande einen entscheidenden Auftrieb gab. Damals wurde der Bodenkauf in Palaestina ein politisches Mittel, um das Prinzip der Balfour Deklaration zu implementieren, wenn auch gegen den Widerstand der Britischen Mandatsbehoerden und arabischer nationalistischer Kreise. Die Anfaenge der Keren Kayemeth Taetigkeit haben alle Merkmale eines grossen menschlichen Dramas. Bodenerwerb war lediglich der erste Schritt. Dann folgte die Landnahme, meistens in einer Umgebung von feindlich gesinnten Arabern, die die Siedler misstrauisch beobachteten, bereit, jede Schwaeche der Neuankoemmlinge auszunutzen, um sie zu verscheuchen, und sich dann in den Besitz ihres Eigentums zu setzen. Jedes Fleckchen Land wurde nicht nur durch teures Geld erloest, sondern noch mehr durch Blut und Schweiss der jungen Siedler. Wasserquellen mussten gefunden werden, Brunnen gebohrt, Werkzeuge angeschafft, Menschen fuer ihr neues Leben vorbereitet, Experimente gemacht, Richtlinien erprobt, Plaene ausgearbeitet werden. DER ERSTE BODENKAUF Seit dem Jahre 1891 hatte Jehoschua Hankin, einer der grossen Landerloeser, mit einer reichen arabischen Familie verhandelt, der die meisten Boeden im Jesreeltal gehoerten. Erst 1910 gelang es ihm, den Boden in Merhavia fuer den Keren Kayemeth zu erwerben. Hankin verpflichtete sich, fuenfzigtausend Dunam zu einem Preis von 3 — 6V2 Pfund pro Dunam zu kaufen. Die Kaufsumme kam dem damaligen Jahreseinkommen des Keren Kayemeth gleich. Er wandte sich an Menachem Ussishkin und Arthur Ruppin und beide Maenner glaubten, dass ein Kaufvertrag unverzueglich unterschrieben werden muesste, wenn auch noch keine Genehmigung des Direktoriums des Fonds vorlag. Ussishkin sagte damals: “Boden ist teuer, doch noch teurer ist Zeit”. Der zwoelfte Zionistische Kongress genehmigte den Kauf. Emek Jesreel ist nun die Kornkammer Israels, Emek Hefer eine Kette von Gaerten und Feldern mit 60 Doerfern; Emek Zebuion bildet das grosse Hinterland fuer Haifa; und Emek Beth Sehen wurde ein dichtbesiedelter Grenzbezirk. Im April 1936 begannen die Araber in Jaffa mit Ausschreitungen, die sich blitzschnell im ganzen Lande ausbreiteten und sich zu einem Angriff auf das gesamte juedische Siedlungswerk entwickelten - hauptsaechlich auf landwirtschaftliche Doerfer. Eine neue Siedlungsform - “Turm und Mauer” entstand. Unter dem Schutze der Dunkelheipflegte eine Gruppe junger Menschen die dem neuen Punkt am naechsten gelegene juedische Siedlung zu verlassen, im Lastwagen, beladen mit einem schon vorher konstruierten Wachtturm und mit Fertighuetten, und dann an einem vorbestimmten Platz, die provisorischen Bauten aufzustellen. Das kostete Blut, Menschen fielen, es gab kein Wasser, die Befestigungen waren unzureichend, der Nachschub wurde oft abgeschnitten, aber Wille und Mut Hessen die wenigen gegen die vielen standhalten. Die Krise kam im Jahre 1939. Das im Mai erschienene Britische Weissbuch und seine Bodenverordnungen, die im Februar 1940 Gesetz wurden, verboten jeglichen juedischen Landerwerb in 60% des westlichen Palaestina, beschaenkten ihn drastisch in 35% und erlaubten ihn nur in 5% des Landes. Wege und Mittel mussten gefunden werden, um sich aus diesem Wuergegriff zu befreien, und der Keren Kayemeth konzentrierte alle seine Arbeit auf Bodenerwerb gerade in den Gegenden, die der juedischen Siedlung versperrt werden sollten. So geschah es, dass das Gesetz, das die Juden vom groessten Teil des Landes ausschliessen sollte, den Fonds anspornte, den juedischen Bodenbesitz um eine halbe Million Dunam zu vergroessern und bei der Errichtung von 139 Doerfern zu helfen, hauptsaechlich Grenzsiedlungen, die dann spaeter, im israelischen Befreiungskrieg, als Verteidigungsposcen dienten und zur Befreiung von Galilaea und vom Negev beitrugen. KAMPF UM DEN NEGUEV Das Kriegsende brachte nicht die lang ersehnte Aenderung in der britischen Palaestina-Politik. Die politische Zukunft des Landes war ungewiss. Was immer sie bringen wuerde, die Briten waren entschlossen, den Negev zu halten, denn er war füer sie die Landbruecke zwischen ihrer Basis am Suez und ihrem Protektorat Transjordan i e n. Die Juden dagegen sahen den Negev, der die Haelfte des Landes ausmachte, als ihre wichtigste Bodenreserve an. Ein kuenftiger juedis eher Staat war ohne ihn nicht denkbar. Der Kampf um den Negev begann. Am Morgan nach dem Versoehnungstag des Jahres 1946 zogen hunderte junger Leute, unterstuetzt von alteingesessenen Siedlern nach dem Sueden. Die Aktion kam als voellige Ueberraschung fuer die Briten und Araber. Elf Siedlungen wurden in einer Nacht mit Hilfe des KKL auf seinem Boden errichtet. Wie richtig diese Siedlungspolitik war, stellte sich erst im Jahre 1947 heraus, als die Vereinten Nalienen bei dem Teilungsplan die Grenze des juedischen Staates fast genau nach dem Bodenbesitz des Keren Kayemeth zogen und dabei den Negev eiiiocalossen. Als der Staat Israel gegruendet wurde, verschob sich das Gewicht der Taetigkeit des Fonds vom Landerwerb auf Landgewinnung. Nur ein Fuenftel der damaligen israelischen Bodenflaeche wurde bestellt, der uebrige Teil des Landes war als unkultivierbar ab geschrieben. Mit den Boeden, die der Mandatorbehoerde gehoerten und in den Besitz des Staates uebergingen, kamen ueber sC % des Boa .ns des Landes in oeffentliche Haende. Da es wichtig war, zu einer einheitlichen Boden Politik zu gelangen, und administrative Ueberschneidungen zu vermeiden, wurde ein Vertrag zwischen der Regierung und dem Juedischen Nauonaifonds geschlossen. Demzufolge wurde einer Bodenbehoerde die Verwaltung aller Regierung- und KKL Boeden unterstellt, und einem Bodenentwicklungsamt alle Urbarmachung, Ameliorations- und Aufforstungsarbei t e n uebertragen. Beide Aemter arbeiten eng miteinander. Der Keren Kayemeth wurde somit im Staat das einzige Instrument fuer alle Aufgaben der Landentwicklung. Gleichzeitig wurde von Israels Parlament, der Knesset, ein Gesetz verabschiedet, das die Prinzipien des Keren Kayemeth — die Unverkaueflichkeit des Bodens und seine Nutzniessung in Form von Erbpacht — auf alle oeffentlichen Boeden ausdehnt. Damit hat das Werk des Keren Kayemeth seine schoenste Anerkennung gefunden. STRASSEN UND WAELDER Bis zum Jahre 1947 hatte der Keren Kayemeth 1,089,000 Dunam Boden erworben. 87% aller Siedlungen standen auf seinem Boden. Mit Staatswerdung konzentrierte der Fonds seine Anstrengungen auf grosse Urbarmachungsproj e k t e und bahnte so den Weg zur Einordnung von hunderttau senden von Einwanderern. Es ging um die “Eroberung” der Wueste. Von einem Areal von 22 Millionen Dunam waren bloss 4% Millionen Dunam angebaut. Die Frage war, ob das Oedland ueberhaupt produktiv gemacht werden konnte. Bald fand man die Antwort: Ein nicht unbetraechtlicher Teil konnte unter gewissen Voraussetzun gen restauriert werden. Innerhalb dieses Vorhabens kam der Aufforstung eine wichtige Rolle zu. Landstrecken, die auch unter den groessten Anstrengungen nicht in Acker- oder Weideland umgewandelt werden konnten, wurden fuer Waelder bestimmt. Heute macht die Zahl der gepflanzten Baumsetzlinge ueber 100 Millionen aus, und die Pflanzungen werden in einem Tempo von ungefaehr 5 Millionen Baeumen pro Jahr fortgesetzt. Der erste Schritt zur Erschliessung eines neuen Siedlungsgebietes ist gewoehnlich der Bau einer Strasse, oft die erste praktische Markierung der Grenze. Viele solcher Strassen forderten von den Ingenieuren kuehne Planung. Die juengste Bergstrasse ist die, die zum schneebedeckten Hermon fuehrt. 2.500 Kilometer solcher Strassen wurden vom KKL gebaut. Nicht zu unterschaetzen ist die Rolle, die der Keren Kayemeth auf dem Arbeitsmarkt spielt. Die Arbeitstage, die der Fonds fuer die Durchfuehrung von Landurbarmachung und Aufforstungsarbeiten vergeben hat, stiegen von 60,000 in 1948 /49 auf 295,000 in 1949/50 und 715,000 in 1950/51 und verblieben dann 500,000 Tage jaehrlich. Alles in allem, sind bis heute etwa 1 Million Dunam urbar gemacht worden. Im Mittelpunkt der gegenwaertigen Arbeit steht die Urbarmachung der Aravah, der Wueste zwischen dem Toten Meer und dem Roten Meer, wo mit Hilfe des Fonds bereits 9 Siedlungen errichtet wurden. Im Juli 1979 beschloss das Zionistische Aktionskomi t e e eine Trennung der Institutionen der Jewish Agency und der Zionistischen Weltorganisation. Im Hinblick auf die langjaehrige zionistische Tradition des Keren Kayemeth und dank seiner ideologischen Grundlage, vorblieb der Fonds im Rahmen der Zionistischen Organisation — eine Anerkennung seiner erzieherischen Funktion und seiner ideologischen Werte. KEREN KAYEHET LEIfRAEL SPEER IN HEBRAEISCH Albert Speer, Ruestungsminister Hitlers, stellte die Einnahmen seiner in Tel Aviv in hebraeischer Sprache erschienenen “Erinnerungen” der “Aktion Suehnenzeichen” zur Verfuegung. Die Memoiren des einstigen Vertrauten des Diktators haben in Deutschland eine Auflage von 260.000 Exemplaren erreicht. In den USA wurden sogar 400.000 Exemplare verkauft. Aus diesen Einnahmen unterstuetzt Speer bereits eine Reihe von gemeinnuetzigen Organisationen, die den internation a 1 e n Jugendaustausch pflegen. 0/8688 - Talleres Gráficos La Nación