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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-09-01 · 9 (Septiembre, 1971) · p. Seite 23

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
9 (Septiembre, 1971)
Date
1971-09-01
Page
Seite 23 (sequence 25)
Language
German
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SEPTIEMBRE 1971 BOLETIN INFORMATIVO 23 Brief aus USA: NEUER PRAESIDENT DES KEREN DIE DOLLARKRISE HAT JOHN V. LINDSAY EINE CHANCE? Beinahe inmitten der seit Wochen vorausgesagten Dollarkrise hat der Buergermeister von New York, John V. Lindsay, kein Harvard Mann, sondern einer von Yale, seinen immer wieder angedeuteten Parteiwechsel vorgenommen. Lindsay hat die Republikanische Partei verlassen und ist Mitglied der Demokratischen Partei geworden, die damit in der Stadt New York de facto einen Fuehrer erhaelt, der Posten vergeben kann, wozu die Partei seit Wagners Abtritt vor sechs Jahren nicht mehr faehig war. Es ist keine Frage, dass Lindsays Uebertritt der Demokratischen Partei in New York auser ordentlich hilft: es ist die Injektion, die Dr. Politicus der Partei seit langem verschrieben hat. Lindsays erwartete Entscheidung — sie wurde vor Monaten fuer August 1971 vorausgesagt — faellt zufaellig mit dem Hoehepunkt der Dollarkrise zusammen, die sich seit Jahren entwickelt hat. Kurz vor dem Ausscheiden Dwight D. Eisenhowers als Praesident hat dieser das amerikanische Volk in einer sehr nuechternen Rede davor gewarnt, “Opfer der Verschwendungssucht des militaerisch-industriellen Komplexes” zu werden. Die Republikaner haben diese Warnung immer wieder anders interpretiert als sie Eisenhower ausgesprochen hat. Aber Tatsache ist, dass die USA seit 1893 das erste Mal eine passive Handelsbilanz haben, die Regier u n g von steigenden Schulden lebt, die heute ueber 400 Milliarden betragen, und dieses geborgte Geld zu 60 bis 70 Prozent unproduktiv ausgegeben wird, entweder fuer Ruestungen, die ungeheure Zinsenlast fuer das Borgen des Geldes oder die Bezahlung des mehrta usendfachen Beamtenapparates fuer die Verwaltung. Wenn der Schreiber dieses Artikels juengst die Frage aufwarf, ob sich die Vereinigten Staaten das sicherlich interessante Raumschiffprogramm, die Entdekkung des Mondes leisten koennen, so war diese im Lichte dessen, was Nixon dem amerikanischen Volke erklaerte, wohl berechtigt. Die getroffenen Massnahmen einer nun von der Regierung kontrollierten und beeinflus s t e n Wirtschaft erfuellen zwar die seit Jahren vorgetragenen Forderungen der Demokraten, Preise und Loehne zu stabilisieren, wenn auch zunaechst nur fuer neunzig Tage, und die 10%ige Importsteuer fuer 50 Prozent bestimmter Produkte mag zwar die amerikanische Handelsbilanz wieder aktiv gestalten, aber bedeutet eine handelspolitische Kriegserklaerung gegenueber Laendern, die nach USA exportieren. Deutsche Produkte werden sich auf dem amerikanischen Markt um insgesamt 26 Proz. verteuern. Was aber vielleicht noch wichtiger ist: dringend notwendige Sozialmassna h me n. wie z.B. Nixons “revolutionaeres Wohlfahrtsgesetz” mit einem garantierten Minimumeinkommen fuer eine Wohlfahrtsfamilie muss verschoben werden — und das bedeutet auch eine Verschiebung der Plaene fuer eine sozial gerechtere Gesundheitsversicherung und vor allem der Hilfe fuer die Grosstaedte, die durch das Wachsen der Ghettos dem Verfall entgegengehen. Schon seit langem ist John V. Lindsay hier der Hauptwortfuehrer der Buergermeister von Staedten wie Boston, Newark, Philadelphia, Bittsburgh, Chicago, Cleveland, Detroit, Los Angeles, San Francisco und viele andere mehr geworden. Lindsay hatte den Mut, nicht nur die Prioritaet fuer eine Staedtereform zu fordern, sondern lehnte mit begeisterter Zustimmung von hunderttausenden Studenten den Vietnamkrieg ab. Wenn man fragt, wo seine Hauptstuetze liegt, dann gewiss in der staedtischen Bevoelkerung. Um Lindsays Uebertritt zur Demokratischen Partei zu verstehen, muss daran erinnert werden, dass Parteidisziplin in USA nicht der, wie wir sie in Europa kennen, gleichzusetzen ist. Bevor Eisenhower Praesidentschafts kandidat wurde, umwarben ihn die Demokraten genau wie die Republikaner, fuer welch letztere er sich entschied. Der von Deutschen abstammende Wendeil L. Wilkie, der 1940 gegen Franklin D. Roosevelt lief, war nur kurze Zeit vorher noch ein braver Demokrat. Theodore Roosevelt, ein enragierter Republikaner, lief 1912 als Unabhaengiger, und der Republikaner William Taft wurde geschlagen und Woodrow Wilson gewaehlt. Solche Beispiele lassen sich verhundertfachen, ganz abgesehen davon dass weder im Haus noch im Senat ein Fraktionszwang existiert. Lindsay, heute 50, gut aussehend, gebildet, unweigerlich mit Charisma versehen, kann auf erstaunliche Wahlerfolge zurueckblicken. Als z.B. Lyndon B. Johnson in der Stadt New York 1964 in allen Bezirken betraechtliche Mehrheiten erzielte, siegte der damalige Republikaner Lindsay im 18. Distrikt mit einer Stimmenmehrheit von 72.000 gegen den Demokratischen Kandidaten, der nicht in der Lage war, von Johnson mitgerissen zu werden. Noch erstaunlicher war sein Wahlsieg als Buergermeister (das 2. Mal, 1969), als er trotz aller gegenteiligen Vorau s s a g e n sich seine eigene Koalition schuf, mit der er als “Unabhaengiger”, da er in den revon Kurt R. Grosemann publikanischen Vorw a h 1 e n verloren hatte, den demokratischen Kandidaten Procaccino und den Republikaner Marchi besiegte. 1971 und 1972 sind Krisenjahre. Lindsay hat als praesidentieller Kandidat Attraktion in vielen Staedten, von Augusta, Maine, bis San Francisco, Kalifornien. Aber im Sueden ist er als Liberaler und Buergerrechtler eine Belastung fuer die Partei. Die nun ein tretende Wirtschaf tskr i s e jedoch, in der Nixon gezwungen ist, vieles als richtig anzuerkennen, was Lindsay und andere potentielle Kandidaten gesagt haben, mag sich das Bild aendern. Die Kontrolle der Preise und Loehne ist sicherlich keine Massnahme, die die Massen auf lange Sicht wuenschen, obwohl die erste Reaktion guenstig zu sein scheint. Manches haengt davon ab, ob der Lebensstandard, an den der amerikanische Mittelstaendler gewohnt ist, erhalten werden kann. Das Faktum jedoch, dass die Fuersorgegesetze, Gesundheitsversicherung und anderes mehr ad calendas graecas verschoben wird, wird Nixons Position auf lange Sicht nicht guenstiger gestalten. Nun haben die Demokraten bereits eine Anzahl ausgezeichneter Kandidaten, die in das Weisse Haus einziehen wollen. Edmund Muskie, der 1968 mit Humphrey lief, hat immer noch die groessten Chancen, nachdem Edward Kennedy wohl ueberzeugend klargemacht hat, dass er sich 1972 nicht um die Kandidatur bewerben werde. Eine Kandidatenmann schaft Muskie- Lindsay wuerde die Herzen aller Liberalen staerken, aber aus den tragischen Erlebnissen der Konvention 1968 haben die Demokraten gelernt, dass sie den Versuch machen muessen, Kandidaten zu praesentieren, die auch fuer die gemaessigten Suedstaatler akzeptabel sind. Lindsay selbst hat beim Uebertritt in die Demokratische Partei erklaert, dass er sich “fest verpflichtet fuehle, im Jahre 1972 eine aktive Rolle in dem Bemuehen zu spielen, eine neue nationale Fuehrung zu erreichen”. Diese Worte koennen verschieden interpretiert werden, aber eins ist sicher: dass Lindsay 1972 den Versuch machen wird, eine geeinigte demokratische Delegation auf der Konvention zu fuehren. . Nixon will dem Lande “Frieden und Prosperitaet” bringen. Gelingt es ihm, dann ist die Dollarkrise eine unangenehme, aber das Land erweckende Episode. Gelingt es ihm nicht, dann stehen den Bewerbern um das Praesidentenamt, inklusive Lindsay, alle Moeglichkeiten offen. Docior Jonay Wenger K. MMica-Clrojaa* EaferaMdftdM i« Nlta MOHEL LIKA Ul D«pt*. A hu IM» Wie unsere Leser wissen, feierte Dr. Israel Goldstein, der langjaehrige Praesident des Weltdirektoriums des Keren Hajessod in Jerusalem, seinen 75. Geburtstag. Wir wuerdigten bei dieser Gelegenheit die Persoenlichkeit von Dr. Goldstein, der von Beruf Rabbiner ist. Dr. Goldstein vertrat die Ansicht, dass, nachdem er sein 75. Lebensjahr erreichte, er einem Juengeren seinen Posten abgeben musste. Dr. Allgemeine Zionistenrat hat mit Bedauern den Ruecktritt Goldsteins angenommen und einem neuen Praesidenten fuer die Zentrale des Keren Hajessod bestellt. Die Wahl fie auf Dr. Ezra Shapiro, einen bekannten zionistischen Fuehrer in den Vereinigten Staaten. Shapiro kam mit seinen Eltern als Kind aus Russland. Nach Absolvierung der Schule und der Universitaet schloss sich der junge Anwalt der zionistischen Bewegung an. Shapiro war in zahlreichen juedischen Organisationen aktiv taetig und war unter anderem 10 Jahre lang Vizepresident der Einheitskampagne in den Vereinigten Staaten. Sicherlich wird der neue dynamische Praesident des Keren Hajessod den wachsenden Anforderungen dieser so wichtigen Institution gerecht werden. Dr. Israel Goldstein DR. JOSE FROIMOVICH Especialista Vejes AvMlda Balnea 177 — Da». MS TelMene «717t La Casa de la Citroneta JOSE R. MANNHEIM Y CIA. LTDA. Importación Directa de Repuestos Exclusivamente Citroen 2 CV y AX 330 Surtido completo — Descuentos especiales para Mayoristas Diez de Julio 380, F. 380891 (Entre Lira y Portugal) Zwecks Anfertigung von Gardinen und Installationen von Leisten aller Art ivesidotfie ¿ten cuv UAUSGüllBEyOälPü Miguel Claro 858 — Telefon 4014b Gerne zeigen wir Ihnen auch Stoffe aus unserem reichhaltigen Lager. Relojería Star RUDI REINBERG RELOJERO AHUMADA 312 TELEFONO 65505 LOCAL 28 PASAJE AGUSTIN EDWARDS SANTIAGO Anzeigen Für Oktober is zum 30. 11.

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