Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1971)
- Date
- 1971-09-01
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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SEPTIEMBRE 1971 BOLETIN INFORMATIVO 21 UEBER DEM 'enaci Zum 8. Bibeliag der Weli-Wizo Als das meistgelesene und am weitesten verbreitete Buch der gesamten Weltliteratur hat die Bibel, in unzaehlige Sprachen und Dialekte uebersetzt, auf die Gestaltung und Formung des menschlichen Denkens den tiefsten Einfluss ausgeuebt. Die umfassende Bedeutung, die dem Buch beigemessen wurde, geht schon aus dem Namen hervor. Er stammt aus dem griechischen ta biblia, was die Buecher, naemlich die heiligen Buecher, bezeichnete, und daraus entwickelte sich, da man dieses Wort wohl infolge der Endung als einen Einzahlbegriff ansah, das Wort “die Bibel”, mit dem wir das fundamentale Werk der 24 Buecher der Heiligen Schrift benennen. Im juedischen Sprachgebrauch spricht man ebenso haeufig wie von der Bibel von der Heiligen Schrift oder einfach der Schrift, mitunter aber auch vom Alten Testament, was nicht richtig ist. Diese Bezeichnung hat nur dort ihre Berechtigung, wo dem Alten Testament ein neues folgt, und wo der Alte Bund durch einen neuen ergaenzt oder gar ersetzt worden ist. Fuer uns Juden aber besteht nach wie vor der uralte ewige Gottesbund, der seit Jahrtausenden Israel mit seinem himmlischen Vater verbindet, ohne dass sich der auf der Erwaehlung beruhende und den ethischen Monotheismus verwendende Bund in seiner Grundgestalt veraendert haette. Er besteht noch immer, durch das Buch und durch das Schicksal. Von diesem Bund, der Offenbarung Gottes an seine treuesten Diener, vom Reden Gottes zu den Menschen, vom Sprechen der von Gott begeisteten Kuender zu ihren Bruedern, von den Geschicken des Gottesvolkes im Rahmen der altorientalischen Welt, berichten die Buecher der Heiligen Schrift. Durch alle Zeiten haben sie das juedische Volk als Dokument von Gottes Auftrag und Erwaehlung begleitet, durch die gluecklichen, um den Weg zur Vertiefung der Sendung zu weisen, und durch die ungluecklichen, um dem Schicksal Sinn zu geben, das durch die Pruefung offenbar werden liess, dass die Erwaehlung in der Verpflichtung gipfelt. Die Vielseitigkeit des biblischen Schrifttums laesst sich aus der in der juedischen Umgangssprache gebraeuehlichen Abkuerzung “Tenach” erkennen, die aus den Anfangsbuchstaben der drei Hauptteile Tora, Newiim, Ketuwim zusammengesetzt ist. Der erste Teil, Tora, umfasst die fuenf Buecher Moses, den Pentateuch, und fuehrt vom Urbeginn bis zum Tod des grossen Meisters. Die erhabensten sittlichen Gebote und eine Fuelle lebensregelnder Vorschriften finden sich darin. Die zweite Gruppe, Newiim, Prophetenschrift, zerfaellt in zwei Teile, deren erster vier historische Buecher enthaelt, die das Werden der Nation auf dem Boden des Heiligen Landes und die Geschichte des Koenigtums und der beiden Reiche Israels und Juda bis zum Untergang beschreiben. Es sind dies: Josua, Richter, Samuel und Koenige. Die zweite Vierergruppe beinhaltet dann die eigentlichen prophetischen Buecher, diejenigen der Schriftpropheten, waehrend die Propheten, die in den historischen Buechern erwaehnt werden, wie Elia und Elisa, keine Reden aufgeschrieben haben. Drei Propheten, von denen viel Text ueberliefert worden ist, haben je ein Buch fuer sich: Jesaja, der Klassiker des Glaubens, Jeremia, eine der ergreifendsten menschlichen Gestalten ueberhaupt, und Ezechiel, dessen Wirksamkeit sich bereits in Babylonien abspielt. In einem vierten Buch, dem Zwoelfprophetenbuch, sind Reden von Propheten gesammelt, von denen nur wenige Kapitel mm V /'¡ff. v Abrigos PIEL Siniéiica ¡Exclusivos! Ultima Moda en Europa Modas HAN.Y CATEDRAL 1063 — LOCAL 1074 — FONO: 63302 auf uns gekommen sind. Aber das beeintraechtigt den grossen Eindruck nicht, den Maenner wie Arnos, Hosea, Micha, Habakuk u. a. hinterlassen haben. Ein literarisches Kleinod bildet mitten im Zwoelfprophetenbuch die Geschichte von Jona, keine Prophetie, sondern eine Erzaehlung, die in mehrender Form Gottes Liebe und die daraus folgende erhabene Toleranz am Beispiel Jonas, in seiner Groesse und in seiner Kleinheit, vor Augen fuehrt. Die Prophetie muss als die reinste Schoepfung des israelitischjuedischen Religionsgeistes bezeichnet werden. Unbeugsames Gottvertrauen verleiht der Kuenderrede ihre unbestechliche Kuehnheit. Von Gott zum Sprechen berufen, haben die Propheten dem in den Tag lebenden Volk Gottes Willen anzusagen und seinen Weg zu weisen, der nur ueber Recht, Gerechtigkeit, Sittlichkeit und Liebe fuehren kann. Hier wird die innere Religiositaet zur tragenden Idee. Die Ankuendigung des Verderbens geschieht in der Hoffnung, dass das Volk Umkehr uebe, damit das Boese nicht ein trete; denn Gott will das Leben, das Gute und den Frieden. In dieser gottinnigen Schau nimmt die Forderung des Allvaters an den Menschen universalistischen Charakter an, und aus der klassischen Prophetie spricht daher ein unmittelbares Streben nach einer versittlichten Weltordnung, wie es ausgepraegter nie dargeboten worden ist. Am Anfang der dritten Gruppe, Ketuwim, Hagiographen, die elf Buecher umfasst, stehen drei poetische Schriften: Die Psalmen, Sprueche, Hiob. In fuenf Buechern angeordnet, wie die Tora, sind die Psalmen, mit ihrem jubelnden Ausruf: Haleluja — Lobet Ihn!, fuer alle Glaeubigen zum Ausdruck der Gottesfreude geworden. Neben nationalen Dank- und religioesen Tempelliedern wird die individuelle Froemmigkeit durch heisses Gebet, innigen Dank, ergreifende Bitten und Kampf um seelische Reinheit in feingefuehlter Lyrik festgehalten. Die Sprueche gehoeren der im Orient verbreiteten Weisheitsliteratur an, die den Menschen erziehen und auf den rechten Pfad lenken will. Das philosophisch am tiefsten eindringende Buch Hiob befasst sich in der Form eines dramatischen Lehrgedichts, angeschlossen an eine populaere Figur, mit dem schweren Problem der Theodizee, der Rechtfertigung Gottes, um aus dem Fuer und Wider um Gott schliesslich zu einer Verherrlichung zu fuehren. Das Mittelstueck von Ketuwim bilden fuenf Rollen, Megillot, die Eingang in den Gottesdienst gefunden haben: Das Hohelied, Ruth, die Klagelieder, Kohelet (der Versammlungsredner) und Esther. Am Abschluss stehen geschichtliche Buecher der nachexilischen Zeit: Daniel und Esra-Nehemia, sowie die Chronik, eine theokratisch ueberarbeitete Fassung der Volksgeschichte, die ins rein Religionsgeschichtliche umgedeutet wird. Wann ist das alles entstanden? Ein Jahrtausend hat an diesem gigantischen Werk geformt. Von der Offenbarung an Moses bis in die Zeit der Makkabaeer wuchs das Weilt. Auf den Truemmern des Volkes war in Babylon die Gemeinde Gottes entstanden, und in der festgefuegten Form erlosch der frei wirkende prophetische Geist. Wenige Jahrhunderte spaeter haben die Gelehrten festgelegt, welche Schriften in den Kanon Aufnahme finden und welche zu den Apokryphen verwiesen werden sollten. Die Reihenfolge war urspruenglich anders, aber an der Zahl der Buecher wurde nichts mehr geaendert. Der masoretische, durch die Ueberlieferung festgestellte Text wurde mit allen Schreibfehlern bis heute erhalten, und in zahlreichen Uebersetzungen schoepfen die an einen einzigen Gott glaubenden Menschen Belehrung, Vertiefung, Trost und Hoffnung aus dem Buch, “das tausend Jahre wuchs”, um die Jahrtausende zu ueberdauern, und das geeignet ist, sie im Geiste Gottes zu formen. L. R. (Isr. Wochenblatt, Zuerich). Miniaturen aus einer hebräischen Bibelhandschrift vom Jahre 1288, Britisches Museum. 4* /; V '*> c ■* ' I PERFUMERIA ROSE ITOA. Monjiias 873 — Local 561 — Fono 381448 Max Wetzstein & Sohn AT. U. Montt MH Fono 4117t Msub*slsh«n und Umarbeitungen Modarnst* importiert* Beingiilofie.n. Inletli Pirkas Acolchadas da Nylon Sehlafsatcka Komm* einmal im UomI nach VI ft* u. nahm* Auikttf* *ntc*c*m. Daunendecken Neubeziehen und Ausbessern sewie alle Federarbeiten in bester Ausfuehrung uebernimmt Frau Ilse Philipp LINCOYAN 862, altos Ecke Av. Italia & Yrarräzaval Yrarräzaval Hoehe 700 Importierte Stoffe und Inlett fuer Daunendecken am Lager TELEFON 498322 Bettwaesche-Aussteuer PARAGUAS “COSMOS” (SU FIEL AMIGO) En ARTURO PRAT 26 Sucursal, Cosmos Boutique Providencia 2682 esq. Tobalaba. Stefan Laskowitz Joyero Ahumada 254 - Local 10 Fono 69464 ELISA •Uta groessU Auswahl i» UNIFORMEN (u«r Damen und Harren sowie elegante Damen-Unterwaeaehe lam Antenle U LESCHONO TAUVO ANZEIGENSCHLUSS am 30.