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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-09-01 · 9 (Septiembre, 1971) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
9 (Septiembre, 1971)
Date
1971-09-01
Page
Seite 19 (sequence 21)
Language
German
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t SEPTIEMBRE 1971 BOLETIN INFORMATIVO 19 DIE ARABISCHE WELT Die juengsten turbulenten Vorgaenge in der arabischen Welt, haben deutlich gemacht, dass in dem Raum zwischen dem Persischen Golf und dem Indischen Ozean drei grosse Staatengruppen bzw. Stroemungen bestehen. Die Koenige Hassan von Marokko, Hussein von Jordanien und Feisal von Saudi-Arabien werden als Reaktionaere angesehen. Demgegenueber gelten die Staaten Aegypten, Syrien und Libyen, die zusammen eine Foederation bilden wollen, als “progressiv-sozialistisch”. Ausserhalb dieser grossen Aufgliederung der arabischen Welt steht der Irak, dessen Fuehrer noch radikaler sind, jedoch nicht ohne weiteres als Kommunisten eingestuft werden koennen. Der Sudan zaehlt sich im Prinzip zu den “progressiv-sozialis tischen” Staaten, er konnte sich jedoch wegen der starken kommunistischen Minderheit im Lande am Oberen Nil bisher der Foederation nicht anschliessen. Bemerkenswert ist, dass innerhalb der Foederation nicht etwa der aegyptische Praesident Sadat als Chef des groessten und maechtigsten arabischen Staates den Ton angibt. Wesentlichen Einfluss hat sich der junge vorwaerts stuermende Revolutionaer Colonel Gadafi von Libyen sichern koennen. Es ist bereits so weit gekommen, dass er darueber bestimmt, wer als reaktionaer, wer als progressiv oder als Kommunist in der arabischen Welt anzusehen ist. Colonel Gadafi, der wenig diplomatische Ruecksich ten kennt, hat Koenig Hassan nach dem missglueckten Putschversuch in Rabat ohne weiteres als Reaktionaer verurteilt und die diplomatischen Beziehungen zu Marokko abgebrochen. Aehnlich verhielt er sich gegenueber Koenig Hussein, dem er schon laengst die seit 1967 bewilligten finanziellen Subventionen gestrichen und sie stattdessen den Untergrundverbaenden der Palaestinenser zugeleitet hatte. Auf der letzten “kleinen Spitzenkonferenz” der Foederation hatte Gadafi durchgesetzt, dass auch Aegypten und Syrien Koenig Hassan und Hussein scharf verurteilten. Von einem Votum gegen Feisal von Saudi- Arabien sah man auf dringenden Wunsch des Praesidenten Sadat ab, der erst kurz vorher mit Feisal zusammengetroffen war und dessen Land von den Subsidien des reichen Oelstaates in erheblichem Masse abhaengig ist. Praesident Gadhafi von Libyen. ZWISCHEN ISLAM UND KOMMUNISMUS Sadat und Kosygin - Gemeinsame Interessen? MM POLITIK MIT DEM KORAN Colonel Gadafi ist nicht nur ein wuetender Feind der "reaktionaeren” Koenige, sondern er lehnt mit gleicher Schaerfe kommunistis c h e n Einfluss in der arabischen Welt ab. Der Sudan hatte sich der Foederation nicht anschliessen koennen, weil Gadafi vom sudanesischen Praesidenten Numeiri zuerst voellige Ausschaltung der Kommunisten verlangt hatte, die dank gut organisierter Gewerschaften im Sudan sehr stark sind. Colonel Gadafi sieht sich als “Sozialisten” an, aber er leitet seine sozialistische Einstellung voellig aus dem Koran ab. Er ist der Vorkaempfer eines neuen revolutionaeren Pan-Islamismus und hat seine Auffassungen in beredter Weise dem Korrespondenten der Pariser Zeitung “Le Monde”, Eric Roulau, dargelegt. Die gesamte Politik eines islamischen Staates kann mit Hilfe des Koran betrieben werden, der ueber alles Auskunft gibt, von Sozialgesetzen bis zur Feindschaft gegen Juden und Zionismus, und Colonel Gadafi hatte gerade auf diesen Punkt in seinem Gespraech mit dem Pariser Korrespondenten sehr eindringlich hingewiesen. Colonel Gadafi ist ein Aktivist. Wuerde “Palaestina” nicht so weit von Libyen entfernt liegen, so waere er wahrscheinlich weit aggressiver als Aegypten gegen Israel aufgetreten. Als der sudanesische Praesident Numeiri durch den Putsch der links stehenden Offiziere unter der Fuehrung des Major el Atta ueberrumpelt wurde, gab es fuer ihn kein Halten mehr. Der gut funktionierende libysche Geheimdienst hatte herausbekommen, dass mehrere sudanesische Offiziere links-radikaler Praegung, die seit Monaten in London im Exil lebten, nach dem Sudan zurueckkehren wollten, um sich der Regierung unter Fuehrung des Major el Atta anzuschliessen. Libyen fing unter Verletzung saemtlicher Regeln des Voelkerrechts das nach dem Sudan unterwegs befindliche britische Flugzeug der Gesellschaft BOAC ab, holte die Offiziere heraus, die nach Khartum unterwegs waren und nahm sie fest. Inzwischen hatte — wiederum auf Veranlassung Libyens — die Gegenrevolution in Khartum funktioniert, und General Numeiri wurde von ihm ergebenen Truppen, die auf dem Luftwege aus Aegypten herbeibeordert waren, aus der Haft befreit. Der links-radikale Major Atta hatte Numeiri nur in Haft genommen und ihm nichts angetan. General Numeiri ging dagegen mit Major Atta wie auch mit den anderen inzwischen von Libyen ausgelieferten Offizieren alles andere als zimperlich um. Innerhalb von 48 Stunden wurden sie alle hingerichtet. Ausser ihnen wurden auch der Generalsekretaer der Gewerkscheften des Sudan, der in der kommunistischen Gewerkschaftsbewegung bekannt und Vize-Praesident des linken Welt - Gewerkschaftsbundes ist, hingerichtet, der Generalsekretaer der sudanesischen kommunistischen Partei, Abdel Halek Mahjoub, wurde nach Verfolgungsjagd ergriffen und ebenfalls ins Jenseits befoerdert. König Feisal mit dem türkischen Premier Demire. DER EINFLUSS GADAFIS Ohne Ruecksicht auf die bisherige Freundschaft mit Russland und auf die enge Zusammenarbeit des Foederationspartners Aegypten mit Moskau setzte eine grosse Kommunistenjagd im Sudan ein, um zu sichern, dass dieser Staat eine Faerbung gemaess den Wuenschen des libyschen Praesidenten Gadafi erhaelt. Sowohl General Numeiri als auch Praesident Sadat konnten sich darauf verlassen, dass Moskau ihnen keine uebermaessigen Schwierigkeiten machen wird, da schon zu Zeiten Chruschtschows Russland mit Nasser eng zusammengearbeitet hat- Von unserem Korrespondenten J. E. Palmon te, obwohl dieser die lokalen Kommunisten in seinem Staate drakonisch verfolgt hatte. Die Sowjets betreiben in dieser Beziehung eine ausgesprochen “doppelgeleisige” Politik. Russische Institutionen protestierten zwar gegen die Hinrichtungen im Sudan, weil es dieses Mal um bekannte kommunistische Funktionaere ging, aber eine Aenderung der russischen Haltung gegenueber den “anti-imperialistischen” arabischen Regierungen ist nicht zu erwarten. Die kommunistischen Funktionaere werden mit einigen Trauerworten und milden Warnungen vergessen werden, und die “islamischen Revolutionaere” werden weiter unterstuetzt werden. Dabei ist Gadafi den Sowjets unheimlich, die gern Sadat von diesem Bündnispartner getrennt haetten. Aegypten ist jedoch finanziell auf Libyen angewiesen. Ausserdem fuehlt Sadat im Grunde seines Herzens sich dem “panislamisehen” Radikalismus Gadafis verbunden, da er selbst geistig aus der Gegend der “Moslemischen Brueder” kommt. In Israel nahm man jedenfalls die turbulenten Ereignisse der arabischen Welt, die blutigen Revolutionen ohne Achtung vor Menschenleben und Grundregeln des Voelkerrechts als neuen Beweis dafuer, dass die arabische Welt nicht stabil ist und dass es in ihr keine Regime gibt, mit denen man rechnen kann. Dieses Argument musste sich auch der amerikanische Unterstaatssekretaer Sisco anhoeren, der nach Jerusalem gekommen war, um erneut ueber eine Teilloesung am Suezkanal zu verhandeln. Die Neigung zu Uebereinkuenften mit den Arabern und zu Rueckzugsbewegungen ist bei den Israelis nach den letzten Ereignissen noch geringer als frueher geworden, und mehrere Minister erklaerten: “Mit wem sollen wir Vertraege abschliessen, da wir ja nicht wissen, wer morgen in einer arabischen Hauptstadt am Ruder sein wird”. Unter diesen Umstaenden machte auch das neue Ultimatum des Praesidenten Sadat, der bis zum Jahresende eine Entscheidung im Orient—Konflikt entweder im Sinne des Friedens oder des Krieges herbeigefuehrt sehen will, auf die Israelis wenig Eindruck. Die blutigen Revolutionen in den arabischen Staaten haben die Moeglichkeit zu einer Loesung des Konflikts mit Israel zweifellos in weitere Ferne gerueckt. CISROCO ALTERSHEIM LIGA RE DAMAS Es wird erzaehlt, zu einem reichen aber hartherzigen Manne kam' einst ein Vorsteher der Gemeinde wegen einer Spende fuer eine wohltaetige Einrichtung. “Gott ist es, der ueber die Wohltaten entscheidet”, antwortete der schlaue Mann, “und wenn Gott es will, wird es den Armen und Hilfsbeduerftigen schon besser gehen; was mich betrifft, ich mische mich nicht in diese Angelegenheit”. Damit beschloss er die Unterredung. Der abgewiesene Fuersorger, nach Tagen des Nachdenkens, besuchte von neuem seinen Mann, und besser vorbereitet als das erste Mal, sprach er: “Wohl ist es, wie Du sagst, dass Gott ueber Wohl und Wehe der Menschen entscheidet, aber die Menschen sind es, die seine Entscheidungen zur Ausfuehrung bringen muessen. Gott kann mir keine Spende machen. Nun, lieber Freund, Du sollst uns helfen”. Aber wiederum antwortete der Mann abweisend, indem er sein erstes Gespraech wiederholte und nur hinzufuegte, dass er noch keine Anweisung von Gott erhalten habe, mitzuwirken. Hierauf erwiderte aber der Besucher: “Wie willst Du je erfahren, ob es im Sinne Gottes liegt, zu geben, wenn Du doch nie den Versuch machst; erst wenn Du einmal gegeben hast, vermagst Du zu fuehlen, ob es im Sinne Gottes war oder nicht”. Es wird gesagt, dass diese Argumentation den Hartherzigen umzustimmen vermochte. Das Nahen der hohen Feiertage erfordert von uns ein Nachdenken ueber unsere Pflichten den Mitmenschen gegenueber. Darum rufen wir jetzt alle Mitglieder unserer Gemeinde und unsere Freunde auf, mit vollen Haenden unsere Hilfseinrichtungen erneut zu unterstuetzen, um den verantwortlichen Leitern derselben die Moeglichkeit zu geben, manchem Unheil vorzubeugen und schmerzende Wunden zu lindern. Wir danken Ihnen im Voraus. CISROCO ALTERSHEIM LIGA DE DAMAS Ein gesundes Neues Jahr wuenscht Panadería “Victoria” Levy y Loewenthal CRUZ 1342 —FONO 373774

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