Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1971)
- Date
- 1971-09-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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18 BOLETIN INFORMATIVO SEPTIEMBRE 1971 Das Gleichnis DES Lufthansa la única línea europea que lo lleva directo a Nueva York Lunes LH 495 Miércoles LH 497 Jueves LH 491 Sábado LH 493 Domingo LH 499 SANTIAGO S 07.45 07.45 07.45 LA PAZ LL 10.20 LIMA S 09.15 11.15 LL 10 00 10.00 12.00 10.00 S 10.50 10.50 13.00 10.50 12.30 GUAYAQUIL LL 12 35 12.35 14.15 S 13.15 13.15 15.00 BOGOTA LL 13.40 S 14.25 KINGSTON LL 16:10 16.35 S 17.00 17.20 NUEVA YORK LL 21.50 21.50 21.40 22.10 22.10 S 23.15 2315 23.15 23.15 23.15 FRANCFORT LL 11.45 11.45 11.45 11.45 11.45 Vale la pena recordarlo: como siempre vale la pena volar LUFTHANSA. Consulte a su agente de Viajes o a “ULTRAMAR!' Agentes Generales de Lufthansa para Chile, Santiago, Agustinas 1080. Valparaíso, Blanco 853. Official Aafina München W72 999 Lufthansa V ertrauensperson zur Vertretung des Inhabers eines Importgeschaeftes gesucht. 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Doch eines Tages zog er sich seinen Schabbatrock an und begab sich in das Haus des Rabbis. Dort klopfte er an die Tuere, die ihm der Rabbi selbst bereitwillig oeffnete, und aengstlich betrat er das Studierzimmer des Gelehrten. Auf dem Tisch lagen Folianten der Heiligen Schrift, in der der Rabbi gerade gelesen hatte, und auch Schriftrollen waren aufgelegt, die mit neuen Kommentaren versehen werden sollten. Der Rabbi wies dem aengstlich Naehertretenden einen Sessel an, und er setzte sich in den Lehnstuhl ihm gegenueber. “Was ist dein Begehr?” fragte leise der Rabbi und strich seinen weissen Bart. Zaudernd begann unser Schuster: “Friede sei mit Dir, verehrter Rabbi! Ich komme zu Dir, weil ich in letzter Zeit Probleme habe, die ich nicht allein loesen kann. Gedanken bestuermen mich und machen mich irr und wirr. Entschuldige, wenn ich es wage, deine Zeit in Anspruch zu nehmen, die sicher kostbar ist und wichtigeren Dingen sich zu wendet als dem, was ich auf dem Herzen habe”. Begueltigend hob der Rabbi die Hand und sprach: “Nichts ist so wichtig im Leben wie die Troestung und Aufklaerung bedraengter Menschen. Unsere Weisen lehren uns, dass das Leben den Vorrang vor allen Vorschriften und Geboten hat. Erzaehle mir also, was dich bedrueckt, und ich hoffe zu Gott, dass er mir die Kraft gibt, dir zu raten und zu helfen”. So ermuntert, begann der Schuhmacher seine Erzaehlung: “Ich verdiene mit meinem Handwerk das, was ich zum Leben brauche, und ich war mit dem zufrieden, was mir von Gott beschieden war. Jedoch vor einiger Zeit kamen mir Gedanken und Hessen mich nicht los. Immer wieder verfolgt te mich der Gedanke, warum mein Leben bisher so glanzlos verlaufen ist und warum es mir nicht bestimmt war, ein Arzt oder ein Gelehrter zu werden. In der Schule und im Cheder habe ich gut gelernt und habe es doch nur zum Schuster gebracht. Warum kann ein Mensch das Hoechste erreichen, und ein anderer, der die gleichen Faehigkeiten besitzt, muss verzichten und ein unscheinbares Leben fuehren?” “Deine Fragen sind nicht leicht zu beantworten”, sprach der Rabbi, der aufmerksam zugehoert hatte. “Die Bestimmung eines Menschen liegt nicht in unserer Hand. Alles, was Gott geschaffen hat, ob hoch oder tief, hat seine Bestimmung. Gott allein weiss, was er mit uns macht. Wir sind nur die Auszehrenden. Wenn wir nicht Seinen Weg gehen, erfuellen wir unsere Lebensaufgabe nicht in Seinem Sinne. Damit du aber die tiefere Bedeutung erkennst, die Gott an den Lebenden stellt, will ich dir ein Gleichnis erzaehlen: Ein riesiger Felsblock war von einem Stern abgesplittert und sauste durch den Aether, um am Ende seiner Bahn irgendwo aufzuprallen und in Tausende von Splittern zu zerschellen. Ein Engel im Himmel sah das und flog schnell zum lieben Gott, um Fuersprache fuer den Felsblock zu halten, denn der Felsblock war gerade der Ort, wo der Engel oft Rast auf seinen Himmelsfluegen gemacht hatte. Er sprach zu Gott: “Las diesen mir liebgewordenen Stein kein so unruehmliches Ende finden und erbarme Dich in Deiner grossen Gnade auch dieses Steines, der Du Dich doch ueber alles erbarmst, was Du geschaffen hast!” Gott erhoerte die Worte des Engels. Der Felsblock stuerzte immer schneller und schneller zur Erde und vergluehte, bevor er auf unsere Erde herabfiel. In einem kleinen Haus sass ein kleines Maedchen am Fenster, um die Pracht der Sterne zu betrachten. Da rief es entzueckt: “Schau, Mama! Dort oben fliegt ein schoener feuriger Ball mit einem leuchtenden Schweif”. Die Mutter des Kindes blickte zum Himmel und sagte: “Ja, Kind. Das ist ein schoener Meteor. In wenigen Sekunden wird er verglueht sein”. Da fing das Kind zu weinen an und sagte: “Wie schade, dass der wunderschoene Stern nicht immer zu sehen ist. Ich habe ihn so liebgewommen”. Waehrend die Mutter ihr Kind troestete, jubelte ein Englein im Himmer auf, denn sein Wunsch war von Gott erfuellt worden, dass der tote Stein, wenn auch fuer Sekunden, ein leuchtender Stern geworden war, den ein Menschenkind liebgewonnen hatte”. So endete der Rabbi seine Erzaehlung und fuegte noch bei: “Darum bete, vielleicht erfuellt Gott auch Dir, wenn auch fuer Sekunden, deinen Wunsch”. Der Schuster hatte verstanden. Was waren er und seine Wuensche im grossen Weltgeschehen, in der eine Sekunde wie eine Ewigkeit ist? Er verneigte sich tief vor dem Rabbi und ging zufrieden von dannen. (Isr. Wochenblatt, Zuerich). Wir wuenschen allen unseren Freunden und Bekannten ein Glueckliches Neues Jahr FAMILIE EMANLEL HERZRERG