Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 8 (Agosto, 1971)
- Date
- 1971-08-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 BOLETIN INFORMATIVO AGOSTO 1971 DIE BUDDENBROOKS EROBERTEN Von Erich Goligeireu, Jerusalem Zehntausende von Israelis verfolgten in den letzten Wochen jeden Freitagabend die wechselvolle Geschichte der Familie Buddenbrook vorm Bildschirm. Es war die BBC- Fassung von Thomas Manns vor sieben Jahrzehnten geschaffenem Roman, die, mit britischen Schauspielern erheblichen Koennens, als Serie vom Jerusalemer Fernsehsender ausgestrahlt wurde — wobei dessen eigner Beitrag der war, das am Fusse der Bilder die hebraeische Übersetzung des englisch gesprochenen Textes mitlief. Die 3BC-Buddenbrooks konnten hier um so eher mit einer Rekcrdzahl von Zuschauern rechnen, als in Israel am Vorabend des Schabbatruhetages alle Kinos, Theater und Cafehaeuser geschlossen sind und das Fernsehen im Familien oder Kib buzkreise am Wochenende zu seinem vollsten Recht kommt. Wie zu erwarten war, ist auch “das Buch zum Fernsehfilm” zur rechten Zeit erschienen. Nachdem die erste hebraeische Ueber?otzung der “Buddenbrooks” 1941 von einem Tel Aviver Verleger herausgebracht worden war, hat nunmehr ein anderer Verleger eine neue Uebersetzung anfertigen lassen und in Taschenbuchfortsetsungen auf den Buechermarkt und in die Supermaerkte gebracht, mit einem lila getoanten Umschlag, wobei der Titel in schreiend gelben Lockbuchstaben aufgedruckc ist, als waer’s ein Stueck besserer oder eigentlich schlechter Kolportage. Aber die Uebersetzung liest sich gut, und niemand wird behaupten, dass M. Tomkin, der sie bsorgte, mit dem im Original hier und da auftauchenden Luebecker Platt eine leichte Aufgabe hatte. Wenn’s gar nicht weiterging, holte er einen archaischen Ausdruck aus dem Aramaeischen heran, wie er vor etwa 2.000 Jahren in Palaestina die Volkssprache war und sich zum Hebraeischen etwa so verhalten haben duerfte wie heute Plattdeutsch zum Hochdeutsch. Viele Gelehrte nehmen sogar an, das Jesus, der ans breite Volk appelliert hat, in Aramaeisch gepredigt hat. Dass Thomas Mann im Anschluss an eine Nilfahrt zu Beginn 1930 auch im damals englisch verwalteten Palaestina gewesen ist, wurde bei Gelegenheit der israelischen Buddenbrook-Renaissance ins Gedaechtnis gerufen. Die Mittelostreise Thomas Manns diente dem Schriftsteller fuer Zwecke der “Stimmungssammlung” fuer den vierbaendigen Roman “Joseph und seine Brueder”, an dem er damals und noch weitere zwoelf Jahre lang schrieb. Leider musste er jedoch — ebenso wie seine Frau Katja — den groessten Teil seines palaestinensischen Aufenthalts im Jerusalemer Deutschen Diakonissinnenhospital verbringen, da beide vorher in Aegypten von einer Darmkrankheit befallen worden waren; er berichtete darueber in einem Brief vom 1. April 1930 an seinen Freund Ernst Bertram. Nach der Genesung reichte die Zeit jedoch noch zu einer kurzen Rundfahrt durch Palaestina, auf der Thomas Mann SM ANDENKEN AN DR. MAX SMXARZ (S. L.) Unsere Gemeinde erhielt von Frau Hilde Sklarz eine wertvolle Schenkung mit dem nachstehenden Schreiben: Santiago, 19.7.1971. Sociedad Cultural Israelita "B'ne. JisroeT' Santiago Ich bitte Sia den beifolgenden Kidduschbecher und den Hawdolohkerzenhalfer mit Psominbuechse im Andeken an meinen gel. Mann er.igagenzunehmen, der mit so viel Liebe und Verstaendnis an dieser juedischen Gemeinde gehangen hat, der er viele Stunden mit Hingabe und Eifer gewidmet hat, von der ersten Stunde seines Hierseins bis zu seinem letzten Atemzug, soweit es seine berufliche Taetigkeit gestaltet hat. In diesem Sinne moechte ich mich heute von der Gemeinde mit Wehmut erfuellt verabschieden, mit den besten Wuenschen fuer das Fortbestehen der Gemeinschaft, in der uns viele glueckliche Jahre beschieden waren. Mit besten Grucssen, HILDE SKLARZ Hierauf erging die folgende Danksagung: Santiago, 21, Juli 1971 Frau Hilda Sklarz Santiago Sehr geehrte Frau Sklarz: Namens meiner Gemeinde danke ich Ihnen verbindlichst fuer Ihr liebenswuerdiges Geschenk. Seien Sie ueberzeugt, dass wir die beiden Gegenslaende im Andanken an unser verehrtes Ehren-Milglled, Ihren verstorbenen Mann und meinen lieben, guten persoenlichen Freund Max, dem unsere Gemeinde so viel zu danken hat, stats in Ehren halten werden. Wir wuenschen Ihnen namens der Gemeinde und meiner Familie eine gute Aiiä und noch viele, schoene, gesunde Jahre zusammen mit Ihren Kindern im Lande unserer Vaeter. Mit nochmaligem herzlichsten Dank und den besten Gruessen, verbleibe ich Ihr 'sehr ergebener. Dr. HANS REICH Praesident THOMAS MANN die bekanntesten religioesen Staetten des Heiligen Landes sowie mehrere juedische landwirtschaftliche Kolonien be - suchte. Zu einem spaeteren Besuch im Heiligen Lande ist es nicht mehr gekommen, obschon Thomas Mann, der urspruenglich dem Zionismus eher skeptisch gegenueber gestanden hatte, fuer die Entwicklung des Staates Israel grosse Sympathie zeigte. Kurz vor seinem Tode am 12. August 1955 erfuhr er, dass aus Anlass seines 80. Geburtstages eine Gruppe aus Deutschland ausgewanderter Juden in der Naehe von Jerusalem einen Hain auf seinen Namen anpflanzen liess. Die Ehrung war ihm eine tiefe Freude. AEGYPTEN KRITISIERT DIE SCHWEIZ Die aegyptische Zeitung “Akhbar al-Joum” hat an der schweizerisc h e n Visapolitik gegenueber Arabern in der Schweiz Kritik geuebt. Sowohl das Politische Departement wie das Eidgenoessische Justiz - und Polizeidepartement in Bern haben auf Anfragen hin diese Anwuerfe als unbegruendet abgewiesen. Da erst eine kurze Agenturmeldung ueber den ganzseitigen Artikel jener Zeitung vorliege, werde sich das Politische Departement den Artikel vollstaendig uebersetzen lassen und sich dann anhand der authentischen Unterlagen mit der Sache befassen. Der Direktor der Eidgenoessischen Fremdenpolizei, Dr. Elmar Maeder, wies die Behauptungen zurueck, wonach ueber 90 Prozent aller arabischen Visagesuche fuer die Schweiz abgewiesen wuerden. Ein Sprecher des Justizdepartementes betonte, dass Ausweisungen von Arabern wegen Gefaehrdung der inneren »der aeu s s e r e n Sicherheit der Schweiz seit Jahren nicht vorgekommen seien. Die aegyptische Zeitung hatte die Visapraxis der Schweizer Behoerden gegenueber Arabern als aeusserst einschraenkend kritisiert und der Schweiz vorgeworfen, Araber ohne Grund ausgewiesen und Hausdurchsuchungen vorgenommen zu haben. Auch die scharfen Kontrollen an den Flughaefen waren in dem Artikel anvisiert worden, obwohl bekanntlich nicht nur Araber sich den seit dem Flugzeugabsturz von Wuerenlin gen verschaerften Kontrollen unterziehen muessen. DAS JIDDISCHE VOLKSLIED IVon SALCIA LANDMANN In Mittel- und Westeuropa lebten die Juden in der Neuzeit verstreut und vereinzelt. Anders im Osten. Dort waren sie ein Volk mit einer eigenen — der jiddischen — Sprache, kulturell den slawischen Bauern weit ueberlegen. Analphabeten gab es unter den Juden nicht. Manche von ihnen konnten weder cyrillische noch lateinische Buchstaben lesen — das hebraeische Alphabet kannten sie alle. In dieser semitischen Schrift waren nicht nur die hebraeischen Texte des religioesen Schrifttums festgehalten, sondern auch die jiddischen der Alltagssprache. Das Jiddische entwickelte sich aus dem Mittelhochdeutsch, das die deutschjuedischen Fluechtlinge seinerzeit in den Osten mitbrachten. Schon zu Hause in Deutschland hatten sie ihre ¡Sprache mit hebraeischen und aramaeischen Begriffen aus dem kultischen und juristischen Bereich durchmischt, hier im Osten kamen noch slawische Elemente hinzu. Vor alilem aber gewann das alte Judendeutsch hier slawische Gefuehlswaerme. Die Juden brachten aus Deutschland auch das alte deutsche Volkslied mit — hier entwickelte es sich j allmaehlich zu echter jiddischer Folklore. Die Texte, be- | sonders jene der Liebeslieder, blieben deutsch beeinflusst, 5 die Melodien waren ukrainisch und rumaenisch, oft auch von synagogalen Klangfolgen durchflochten. Ueberall sonst stirbt das Volkslied, genau wie das Volksmaerchen, mit dem Analphabetismus zusammen ab. Den gab es bei den Juden seit Jahrtausenden nicht mehr — trotzdem bluehte das Volkslied. Ja, es erreichte sogar im 20. Jahrhundert, kurz vor der Vernichtung der Ostjuden in den Hitlerlagern, seine vollste Bluete. Erst jetzt begannen sie, beeinflusst von der Neuromantik in Deutschland, ihr Volkslied ernst zu nehmen, zu sammeln, zu pflegen, bewusst weiterzuformen. Sie hatten es vorher trotz seinei zauberhaften Schoenheit kaum beachtet. Um das zu verstehen, muss man folgendes wissen: Seit ihrem Exil waren die Juden, um als Volk ueber - stehen zu koennen, auf eine eigene geistige Fuehrung angewiesen. Sie bauten daher in planmaessiger Heiratspolitik alle profilierten geistigen Begabungen in die Oberschicht ein. Liebesehen könnte es da nicht geben. Und da man Soehne und Toechter sehr jung verehelichte, konnte auch vorher keine Liebe keimen. Die Liebe, ein Hauptthema des Volksliedes, fiel daher bei der sozialen Prominenz der Juden als Liedinhalt dahin. Und auch den kriegerischen Mut konnten sie im Lied nicht verherrlichen, §enn seit sie keinen eigenen Staat mehr hatten, waren siein Kriegen nur noch die Opfer und nicht mehr die Helden. So blieben fuer die gehobenen Staende nur die religioesen Gesaenge. Die Hochgebildeten sangen hebraeisch in synagogalen Melodien, die etwas weniger Gebildeten — vor allem die Anhaenger der volkstuemlich-mystischen Sekte des Chassidismus — sangen auch jiddisch in slawischen Klangfolgen. Oft sangen sie auch in ekstatischer Gottesfreude ganz ohne Worte. Das religioese Lied blieb aber den Maennern Vorbehalten. Die “vornehmen” Frauen sangen ueberhaupt nicht. Liebeslieder gab es zwar nach wie vor, aber nur in jenen sozial tief stehenden Kreisen, die von der geistigen Zuchtwahl und folglich Zwangsehe ausgeschlossen waren: bei armen Handwerkern und Maegden. Und eben deshalb blieb die jiddische Liedfolklore im eigenen Volk so lange unbeachtet, erwies man ihr erst so spaet — fast zu spaet! — die ihr gebuehrende Reverenz. ABSCHIED VON ENRIQUE GRUENBAUM In der letzten Sitzung des Repraesentantenkollegiums unserer Gemeinde, die am 20. Juli stattfand, verabschiedete sich das Mitglied dieses Kollegiums, Herr Enrique Grünbaum, mit bewegten Worten von seinen Kollegen, mit denen er lange Jahre zusammen gearbeitet hatte. Herr Grünbaum ist der Sohn des frueheren langjaehrigen Gemeinde-Sekretaers, Herrn Max Grünbaum, und Schwiegersohn des Herrn Dr. Max Sklarz, der viele Jahre lang der Gemeinde treue und selbstlose Diens*te geleistet hat. Die Familie Grünbaum trat Ende Juli in Begleitung von Frau Hilde Sklarz ihre Aliä an und war aus diesem Grunde Mittelpunkt herzlicher Bekundungen von Freundschaft und Sympathie in weiten Kreisen der Gemeindemitglieder. M¡enmona FABRICA DE IMPERMEABLES, PARKAS, ROPA DE CUERO Víctor Krauskopf y Cía. Llda. SAN DIEGO 1817 — FONO 54188 — SANTIAGO FABRICA EN VALDIVIA: CALLE PICARTE 333