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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-08-01 · 8 (Agosto, 1971) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
8 (Agosto, 1971)
Date
1971-08-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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AGOSTO 1971 BOLETIN INFORMATIVO 15 WIR REREN DURCH DIE ZEIT Am Donnerstag, kur* vor Mitternacht, Hat keiner von uns ein Auge zugemacht. Ich glaube, ein jeder hat gedacht: Was ist der Mensch, wenn es wackelt und kracht? Wie hilflos sind wir. ob gross oder klein. Wir behauen nach oben, denkt ER auch noch mein? Die Kinder schreien, die Allen schwanken und wanken Und alle machen sich erschreckte Gedanken. Als das Beben dann endlich zog davon. Gab es kein Radio, kein Licht und kein Telefon. Jeder freute sich, dass er das ueberlebt, dass die Vase und die Uhr auf dem Tisch nicht mehr bebt. Dann spuerie man noch einige Sioesse hinterher Und am naechsten Tag las man darueber mehr: In vielen Orlen sind fast alle Haeuser erledigt, Wasserrohre und Bruecken sehr stark beschaedigl. Kleine Doerfer haben am meisten abbekommen. Vier Provinzen des Landes sind stark mitgenommen. Viele Millionen Dollar, der Schaden ist ueberaus gross: Und manch einer fragt sich: Wie ueberlebt Chile das bloss? So merken wir, dass wir von einem Erdstoss zum andern. Die letzten dreissig Jahre durchwandern. Im Januar 39 bekamen viele von uns den ersten Stoss, Erdbeben in Chillan, der erste Schreck war maechtig gross. Geschaukelt hat's uns auch im Anhaenger der Elektrischen, Um zehn centavos zu sparen fuer Kauf von Sluehlen und (Tischen. Nach der Ankunft waren wir alle zufrieden. Hier waren wir gerettet und lebten in Frieden. Jeder von uns wusste in Geographie gut Bescheid, Denn wir verfolgten den Krieg und klagten sein Leid. Wer von uns ist damals am Sonntag nicht sammeln gewesen, Fuer "Judennot in der Welt" haben wir pesos aufgelesen. Als endlich am 8. Mai die Nazis am Boden lagen. Hatte ich schon eine Parnosse von Kinderwagen; Je mehr der Wagen 'schaukelte, umso teurer er war. Das juedische Handwerk war noch nicht so rar. Die A.T.I. ward gegruendet mit einem Buegeleisen, Die pesos steckte man rein fuer Vergnuegungsreisen. In alten micros wackelte man gemuetlich zur playa, Ass saure Suppe und trank Bilz und Papaya. Barmitzwoih und Chassenes waren damals einfach und (schlicht. Ein Estadio Israelita gab's da noch nicht. Mit jedem koscheren Essen waren noch alle zufrieden, Kartoffelsalat und Wuerstchen waren allen beschieden. An dem Leben des Landes haben interessiert teilgenommen die meisten, die in Chile zu Wohlstand gekommen. Wir wurden zu Spiessbuergern wie nie zuvor Und bebten nur noch vor'm Steuerinspektor. Seit jenen Zeiten sind wir gewoehnt schon ans Beben Und Seither begleitet es ganz unser Leben. Viele von der A.T.I. waren damals zum Ausflug in Florida, Die gesamte Chawrusse, alegre y unida. Doch bevor die empanadas wurden serviert, wackelte es maechtig, es kracht und es klirrt. Das war eines der grossen Beben in dieser Zeit Und wir waren von unseren Haeusern sehr weit. Am 4. September war'n v/ir auch erschuettert, Eb hat damals ja ganz schoen gewittert. Viele hatten Angst: Was wird wohl jetzt kommen? So sind wir von einer Welle zur andern geschwommen Und haben das Land trotz Beben lieb gewonnen. Denn dort wo ich Wolle habe, wird mein Garn gesponnen. Wir haben das Glueck, 32 Jahre in Chile zu leben Und sind hier heimisch trotz Kaelte und Beben, Wir haben uns schnell an alles Gute gewoehnt. Man hat uns wie einen teuren Sohn verwoehnt. Wir wuenschen deshalb von des Herzens Grund: Lasst unt> hier weilerlcben, nur zu gesund. Es gibt keinen sicherem Platz auf der Welt, Keine feste Waehrung, selbst der Dollar faellt. Die Welt aendert sich taeglich, wie nie zuvor. Die ganz linken Stuermer schiessen manches Tor, Die Baelle sind wir Menschen auf diesem Feld Und des Schiedsrichters Spruch uns nicht immer gefaellt. Wir, das Publikum, koennen nur dann gluecklich sein, wenn jeder wieder steht auf festem Bein. Handeln wir, wie in der Bibel steht geschrieben: Deinen Naechsten wie Dich selbst sollst Du lieben. Lasst uns leben in Freiheit ohne Schreckensgedanken: Moege die Erde sich festigen, ohne Beben und Wanken. JOAQUIN ROSENBERG [ Wir beraten Sie unverbindlich bei der Zusam-![ j menstellung Ihrer Reisen im In- und Ausland. \! | Hotel Reserven-Auefluege-Paasagen 11 | Guenstige Zahlungsbedingungen!; | SPORTSTOUR! j Teatinos 304. Tel. 68832-83058-63100 | Eine Anatomie der Fehlleistungen: DIE PENTAGON * STUDIE von Kurl R. Grossmann Die Veroeffentlichungen der umfasse n d e n dokumentarischen Artikel der Pentagon Studie in der New York Times, Washington Post, International Herald Tribune und vielen anderen Blaettern sind beendet, aber die Cause celebre ist es nicht. Obwohl die N. Y. Times und ihre befaehigten Analytiker unterstreichen, dass die Pentagon Papiere 2. nicht mehr als “Rohmaterial fuer die Geschichtsschreibung” dieser Periode darstellen, eine Reihe von Dokumenten, wie die des Weissen Hauses und des Aussenministeriums fehlen, muss mit aller Deutlichkeit gesagt werden, dass in keiner Periode Millionen Amerikaner mehr Gelegenheit hatten, in die Arbeitsapparatur ihrer Regierung zu blicken und die Schluesse zu ziehen, die sich aufdraengen. Niemals erklaerte z.B. die New York 3. Times, dass Lyndon B. Johnson “log”, als er im Wahlkampf gegen Barry Goldwater sagte: es sei in Vietnam ein asiatischer Krieg, den asiatische Soldaten auszufechten haetten. Diese Unwahrheit wurde von den Lesern aus den dargelegten Dokumenten als Schlussfolgerung gezogen. Die Pentagon Studie ist inzwischen als Taschenbuch vom Bantam Pocketbook Verlag herausgebracht worden, und die ersten 12.500 Exemplare hat die Regierung in Washington gekauft. Fuer Wochen und Monate wird also die 4. Pentagon Studie gelesen und analysiert werden, gleichgueltig ob das Justizministerium weitere Verfahren ausser dem gegen David Ellsberg einleitet. Die Nixon Verwaltung versucht mit allen Mitteln die Wiederholung einer solchen Veroeffentlichung durch Sicherheitsvorkehrungen zu verhindern. Inzwischen ergeben sich Auswirkungen und Lehren. Obwohl die Pentagon Studie vier fruehere Regierungen (Truman, Eisenhower, Kennedy und Johnson) kritisch behandelt, hat Nixons Volkstümlichkeit in der Zeit vom 25. — 28. Juni weitere 2 Proz. eingebuesst. Verglichen mit frueheren Praesidenten zur gleichen Periode: Johnson 57%, Kennedy 61%, Eisenhower 69%, Truman 55% hat Nixon 48%. Die politischen Perspektiven, dass die Veroef- 5. fentlichungen den Republikanern nutzen und den Demokraten schaden wuerden, haben sich zumindest bisher nicht verwirklicht. Was die Lehren anbelangt, so war das Ziel, dem “Verbuendeten” im Ferner Asien Buendnistreue zu beweisen und den kommunistischen Gegnern den “Sieg” streitig zu machen. Die Pentagon Papiere aber zeigen, dass mehr und mehr das Ziel sich dahin aenderte, eine “Niederlage und Demuetigung” fuer die maechtigen Vereinigten Staaten zu verhindern. Leslie H. 6. Gelb, der Chefredakteur der Studie, erklaerte: “Es war und ist eine griechische Tragoedie”. Die folgenden Punkte erscheinen als die wichtigsten: 1. Dieser Krieg wurde nicht nur von den zivilen Fuehrern der USA angeordnet, sondern von ihnen befehligt und beeinflusst. Im Anfang waren die Militaers zurueckhaltend und nicht von der strategischen Bedeutung Vietnams ueberzeugt. Der Einfluss General Mac Arthurs, der davor warnte, einen Landkrieg in Asien zu fuehren, uebte sicher seine Wirkung aus. In diesen Krieg stuertzten sich die Vereinigten Staaten nicht blindlings, etwa Schritt bei Schritt auf Grund falscher Intelligenzberichte oder gar militaerischer Ratschlaege, sondern die Analysen der Militaers ueber die Wirkung der Bombardements und deren Fehlleistung waren bekannt, und trotzdem wurde der Krieg von Monat zu Monat “aufgestockt”. Das militaerische Interesse ueberwog in jeder Phase die politischen Bedenken. Da man in Vietnam den militaerischen Sieg erringen wollte, tolerierte man die korrupten Regierungen in Saigon. Es war General William C. Westmoreland, der der Versuchung nicht Widerstand leisten konnte, einen Sieg mit Infanteriekraeften zu erreichen, obwohl er wusste, dass der Feind genuegend Reserven hatte, um Verluste wettzumachen. Die Propagandaparole, dass die USA nichts weiter taeten, als dem belagerten Alliierten beizustehen, war niemals mehr als ein Schlagwort. Suedvietnam war wesentlich ein Erzeugnis der Vereinigten Staaten. Die amerikanischen Fuehrer, welche glaubten, Feuer mit Feuer zu bekaemp f e n, “engagierten” Agenten, Spione, Generaele und Praesidenten in Indochina, wo sie sie finden konnten. Sie wurden Schachfiguren in dem gefaehrlichen Kriegsspiel der USA. Dass diese Maenner mit ihrem Ehrgeiz, Hang zur Korruption, Desinteresse am Wohle des Volkes oft zu “unangenehmen Verbuendeten” wurden, bewiesen viele Affaeren. Das amerikanische Ziel in Vietnam, oft verschiedentlich beschrieben, blieb immer das gleiche. Sich von Suedvietnam zurueckzuziehen, wurde nie ernsthaft in Betracht gezogen, solange nicht eine separate, proamerikanische, nicht-kommunistische Regierung sicher in Saigon installiert war. An diesem Ziel hat sich unter Nixon, wie die Antwort auf die sieben Vorschlaege der Vietcong beweist, im Grunde nichts geaendert. Die amerikanischen Praesidenten, zwischen Scylla und Charybdis, naemlich auf der einen Seite die Furcht vor einem Weltkrieg mit der Sowjetunion oder China und auf der anderen demuetigende Niederlage aus den Haenden der Guerillakraefte, “zahlten den Preis”, und taten, “was immer notwendig war”. Mehr und mehr. Truppen gingen nach Suedvietnam und die Verlustliste stieg und stieg. 7. Die amerikanischen militaerischen und zivilen Buerokraten folgten dem “fixierten Kurs” und den vom Nationalsicherheitsrat proklamierten Dokt r i n e n: Vietnam war lebenswichtig fuer die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Darum fragten sie nicht, ob sie etwas tun sollten, sondern was der naechste Schritt sei, den sie zu ergreifen haetten. Natuergemaess waren noch andere Elemente in dieser griechischen Tragoedie massgebend, wie z.B. Woodrow Wilsons Misserfolg, als er von den Friedensverhandlungen in Versailles zurueckkehrte und das Land in die Isolation ging. Da man aber nicht auf die Dauer, um Abraham Lincoln zu zitieren, “das Volk immer wieder taeuschen kann”, so stimme ich mehr dem Senator Frank Church von Idaho zu, der richtig sagt, dass alle Praesidenten die Ueberzeugung hatten, dass nur sie die notwendige Kenntnis der Probleme, die Perspektive haetten, um gegenueber einer “feindlichen Welt” die nationalen Interessen zu schuetzen. Mit der Intervention in Vietnam, das beweisen die Pentagon Papiere deutlich, wollte man einen Vormarsch von China zurueckhalten und dachte dabei an Korea. John F. Kennedy war durch die Ereignisse in der Schweinebucht im April 1961 geplagt, als er nur drei Wochen spaeter den Befehl gab, gewisse geheime Operationen gegen Nord Vietnam vorzunehmen. Was Lyndon Baines Johnson anbelangt, so verdeutlichen die Pentagon Papiere, dass er in der Tat ein “verzweifelt besorgter Mann” war, der durch den Druck der Ereignisse immer tiefer und tiefer in den Sand ohne Boden hineingeriet. Johnson glaubte faelschlich, dass Amerikaner in der Mehrheit Falken und nicht Tauben seien, und wir koennen ihm sein Dilemma glauben, als er seiner Frau im Fruehling 1965 verzweifelnd sagte: “Ich kann nicht herausgehen. Mit dem, was ich zur Verfuegung habe, kann ich ihn nicht beenden. So um Himmels willen, was kann ich tun?” Was er und seine Vorgaenger nicht taten war, dem Lande von dem Dilemma Kenntnis zu geben und es aufzufordern, bei der Entscheidung zu helfen. RUDI JELIIU Feine Goldschmiede Arbeiten Moderne Aenderungen Uhren Reparaturen Staendige Auswahl von Schinucksachen Barmizwahgeechenke Edif. 'Pza. de Ar mas Local 136, (entrepiso) Eingang MONJITAS 871 Teléfono 384863

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