Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 7 (Julio, 1971)
- Date
- 1971-07-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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JULIO 1971 BOLETIN INFORMATIVO 17 Im Namen Der Einheit Von Schalom Ben-Chorin Der bekannte israelische Schriftsteller kritisiert an Hand von absurden Einzelfaellen das im Lande herrschende Diktat der religioesen Minderheit über die machtlose Mehrheit. Im Namen der Einheit des Volkes übt die orthodoxe Minderheit im Staate eine Diktatur aus, die immer heftigere Formen annimmt. Schulamith Aloni hat auf die permanente Gefahr, die in dieser Entwicklung beschlossen liegt, in ihrem kürzlich erschienenen Buche “Hahesder” (Das Arrangement) hingewiesen, das den Untertitel traegt: Vom Rechtsstaat zur Theokratie “Memedinath Hachok le-Medinath Hahalacha”. David Ben-Gurion antwortete der Autorin, dass wir heute zwar noch in einem Rechtsstaate leben, aber auf dem Wege zur Theokratie sind, was Israels aeltester Staatsmann für eine gefaehrliche Fehlentwicklung haelt. Würde die Mehrzahl der Bevölkerung nach dem Religionsgesetz im Sinne der Orthodoxie leben, so liesse sich über diese Entwicklung noch reden. Das ist aber nicht der Fall; vielmehr sind es nur und ausschliesslich koalitionspolitische Rücksichten, die das Diktat der Minderheit über die Mehrheit, der Theokratie über die Demokratie festigen. Das hat sich in allerletzter Zeit wiederum am Falle der sogenannten Mamserin (Bastarde) gezeigt, die in Israel nicht heiraten können. Kinder, die im Ehebruch gezeugt sind, können als Bastarde nur wiederum Bastarde heiraten. Der Fall, um den es gegenwaertig geht, ist besonders tragiscn, da hier zwei religionsgesetzliche Aspekte das Lebensglück jun'ger Menschen vereiteln. Eine Frau, die in Polen mit einem Mann verheiratet war, der zum Judentum übertrat, wanderte nach Kriegsende ohne ihn in Israel ein und heiratete wieder ohne religionsgesetzlich geschieden zu sein. (Die Ehegatten hatten sich im Laufe der Wirren des Krieges aus den Augen verloren.) Die Kinder aus der zweiten Ehe wuchsen heran, ihr Vater starb. Niemand ahnte, welch schreckliches Geschick ■ sich über den Haeuptern von Bruder und Schwester zusammenzog;— bis der Gatte aus erster Ehe plötzlich in Israel auftauchte. Auch er war eingewandert. Nunmehr galten die Kinder als Mamserin, als Bestarde, im Ehebruch gezeugt. Waere der erste Gatte aber nicht zum Judentum übergetreten, dann haftete den Kindern aus der zweiten Ehe dieser Makel nicht an, denn Ehe mit einem Nichtjuden hat keine religionsgesetzliche Bedeutung, gilt nicht als Ehe. Nun könnte der Mann natürlich erklaeren, dass sein Uebertritt in Warschau vor dem zweiten Weltkriege nur fiktiv war. Dann waeren die jungen Menschen vom Makel der Mamseruth be freit und könnten, wie andere Menschen heiraten. Der Mann hütet sich aber eine solche Erklaerung abzugeben, da er allen Grund hat 2u fürchten, dass er dann im Todesfälle am Friedhofsrand verscharrt werden würde. Der Fall seines in Israel eingewanderten Landsmanns Kowalski, der sich in Israel sogar noch beschneiden liess, aber kein jüdisches Begraebnis finden konnte, steht ihm als Schreckgespenst vor Augen. Religionsminister D o c t o r Wahrhaftig musste diesen beschaemenden Sachverhalt in der Knesseth zugeben und stellte einen Sonderfriedhof für derartige Faelle in Aussicht. THEORIE UND PRAXIS Halachische Gründe als Ehehindernis und als Hindernis für ein ehrliches Begraebnis — und das alles in einem Rechtsstaat, der die Deklaration der Menschenwürde unterschrieben hat. Bezüglich der Eheschliessung heisst es in diesem von Israel anerkannten Dokument vom 10. Desember 1948: “Artikel 16 (1): Heiratsfaehige Maenner und Frauen haben ohne Beschraenkung durch Rasse, Staatsbürgerschaft oder Religion, das Recht, eine Ehe zu schliessen und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der Eheschliessung, waehrend der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte”. Diese humanen, demokratischen Grundsaetze stehen in krassem Widerspruch zu den Verhaeltnissen in Israel. Andererseits aber beruft sich gerade Israel in der letzten Zeit, in bezug auf die russischen Juden, auf Artikel 13 derselben Deklaration der Menschenrechte: “Jeder Mensch hat das Recht jedes Land einschliessich seines eigenen zu verlassen sowie in sein Land zurückzukehren”. Man kann aber die Deklaration der Menschenrechte nicht wie eine Speisekarte benutzen und sich dabei nur das aussuchen, was einem schmeckt. Selbst wenn aufrichtige Freunde Israels ins Land kommen und sich voll mit Ernsthafte Eroerterungen — Der israelische Staatspraesident Salman Schasar (rechts) besprach sich anlaesslich seines kürz- Iichen Aufenthaltes in New York mit dem Lubawitscher Rebben, Rabbi Menachem Schneerson, waehrend sechs Stunden. ihm identifizieren, werden sie zurückgestossen und verbittert. So schreibt mir ein Freund aus einem Kibbuz, dass dort vor einigen Jahren eine junge Engläenderin als Freiwillige mitarbeitete. Sie war in London bei einer Reformgemeinde zum Judentum übergetreten und hatte gute Kenntnisse des Judentums. Vor einem halben Jahr kehrte die junge Frau in den Kibbuz zurück, nunmehr um in Israel zu bleiben. Sie wurde herzlich aufgenommen, und man half ihr, bei den Behörden die Einbürgerung zu erlangen. Vergeblich. Das Rabbinat erklaerte, dass der Uebertritt bei einer Reformgemeinde keine Bedeutung habe. Man kann sich die Enttaeuschung des Maedchens vorstellen; trotzdem stellte sie den Antrag auf eine zweite Konversion. Darauf bekam sie überhaupt keine Antwort mehr, und im Innenministerium war ihre Akte einfach verschwunden. Nach umfangreichen Recherchen stellte es sich heraus, dass die Akte an das Religionsministerium w'eitergeleitet worden war, wo sie in einem Aktenschrank verstaubte. Beleidigt und verbittert reiste die Dame inzwischen ab. So sieht die Praxis aus, nachdem immer wieder lauthals erklaert wird, dass wir Konversionen von Einwanderern erleichtern und beschleunigen. Das ist nur Theorie, in der Praxis herrschen weiter Verschleppung, Verödung und das heisst: Vertreibung. Wer hat nun recht? Rabbiner A. Keller in Naharia oder die offiziellen Stellen, die von der Erleichterung der Konversionen sprechen? Rabbiner Keller erklaerte dem Vertreter einer . protestantischen Gruppe in Naharia, dass er auf das von dieser Gruppe geplante soziale Hilfswerk dankend verzichte, da es einen missionarischen Aspekt haben könnte. Er begründete das mit der so oft gebrauchten Behauptung: Da die Juden keine Proselyten machen, lehnen sie auch jede Mission unter Juden ab. Kann man das heute noch im Staate Israel sagen? In Israel wird alles getan, um gewisse Kreise (Einwanderer aus Ostblockstaaten usw.) zum Uebertritt zum Judentum zu veranlassen. Es handelt sich hierbei aber nicht um Ueberzeugungsfaelle, sondern um Familienangehörige. Ernste Ueberzeugungsfaelle, wie der hier angeführte, werden stillschweigend abgelehnt. Es geht also nach der alten Weise: “Wer ein Jud’ ist, bestimm’ ich.” Bei allen diesen Annahmen und Ablehnungen sind nicht religiöse Gesichtspunkte ausschlaggebend, son dern: die Einheit des Volkes. Im Namen der Einheit des Volkes wird auch ein junger Offizier als Bastard erklaert, so dass der Sicherheitsminister Regierung, Rabbinat und Militaerrabbinat mobil machen muss, obwohl Fragen der Halacha kaum in das Ressort und Interessengebiet von Mosche Dajan fallen. BRIEFMARKEN zum Jom Haazmaul 3 Soeben sind am 13. April bereits die mehrl farbigen Briefmarken für den Jom Haaz- ] maut' erschienen, die aus vier Werten — 0.15, 0.18, 0.35 und 0.85 Agorot — bestehen, grossformatig sind und in eindrucksvoller Ausführung vier Tore Jerusalems darstellen: Jaffator, Neues Tor, Damaskustor und j Herodestor. Die vier anderen Tore bleiben , der naechstjaehrigen Jom Haazmaut-Au- ] sgabe Vorbehalten. Die Marken wurden ' gleichzeitig auch in einem Viererblock! herausgegeben. Zeichner: E. Weisshoff. Auf den gleichen Tag kam auch die Gedenkmarke für die gefallenen Helden, mit * dem Emblem der Armee vor dem Hintergrund eines Sackstoffmusters in Kurs (0.78 Agorot). Zeichner: D. Tel Vardi. — Drei neue Sportmarken im schmalen Hochformat, alle 0.50 Agorot, zum Anlass der kommenden internationalen Hapoel-Spiele, zeigen einen Laeufer, Basketbollspieler und einen Ringturner (Zeichner: D. Pessah, S. Ketter). GOLDEN AGE Wir treffen uns wieder wie ueblich am 2. August nachmittags um 16 Uhr, Portugal 810, bei guter once und interessantem Programm Die Konversion bei einer Reformgemeinde in London kann nicht anerkannt werden, aber der Rabbi von Lubawitsch, der es in den dreiundzwanzig Jahren des Bestehens des Staates Israel noch nicht für nötig befunden hat, das Land auch nur einmal zu besuchen, der aber andererseits von sicherem Hort in New York aus diktiert, dass Israel keinen Fussbreit Boden aufgeben darf, erfreut sich der hoechsten Anerkennung durch Israel. Der Rabbi hat dekretiert, dass israelische Soldaten am Suezkanal ihr Leben lassen mussten, weil die Regierung Reformkonversionen anerkennen wollte. Er weigerte sich, Innenminister Dr. Burg zu empfangen, weil die RNP nicht radikal genug ■ war. Alle diese Beleidigungen — leidtragender Eltern, eines Ministers und der ganzen Regierung - konnten den Staatspraesidenten Schasar nicht davon zurückhalten, dem Rabbi von Lubawitsch in New York zu Purim einen Besuch abzustatten, ihm ein Geschenk zu schicken und ein Geschenk von ihm entgegenzunehmen. Mit Recht hat ein empörter Bürger aus Tel Jizchak in einem offenen brief im “Haarez” (8. 3. 1971) erklaert, dass Rebb Salman Rubaschow den Rabbi von Lubawitsch jederzeit besuchen kann, aber wenn das der Praesident des Staates Israel, Salman Schasar, tut, ist das eine Beleidigung für jeden Staatsbürger. Es ist mehr als das. Es ist eine Gefahr, da durch diese Anerkennnung die moralische Position der Minoritaet bestaerkt wird, die der Majoritaet ihren Willen aufnötigt. Das geht bis in halbprivate Institutionen hinein. So führen die Bewohner eines Elternheims darüber Klage, dass sie am Schabbat .vom Fernsehen ausgeschlossen sind und, was noch wichtiger ist, den Fahrstuhl nicht benutzen dürfen; selbst die Gehbehinderten. Dabei sind 95 Prozent dieses Heimes nichtorthodox. Die Organisation, die das Heim leitet, hat nur wenige orthodoxe Mitglieder, aber ein orthodoxer Rabbiner hat das Recht (von wem eigentlich?) hier Entscheidungen zu treffen. Dieser Zustand hat bereits dazu geführt, dass Zahlungen an den Hilfsfonds für das Heim eingestellt wurden. Max Wetzstein de Sohn Ar. XC. Montt MH Fono 4117t Naubaiiahen und Umarbaitunfan Modanuta importlarta Btingitlofft u. Inlttti Parkas Acolchadas dt Nylon Schlalsatckt Komma ainmal im liooat auch Vlfia u. nahm« Auftraa«* antffagan.