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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-07-01 · 7 (Julio, 1971) · p. Seite 16

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
7 (Julio, 1971)
Date
1971-07-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 BOLETIN INFORMATIVO JULIO 1971 35 JAHRE “JUEDISCHER WELTKONGRESS (Zum historischien 8. August 1936) Der Tag, an welchem sich vor jetzt 35 Jahren der “Juedische Weltkongress” konstituierte,, verdient im Gedaechtnis des juedischen Volkes seinen festen Platz zu behalten. Mit ihm, aehnlich wie mit dem 1. Zionistenkongress von 1897, begann ein neues Kapitel in der modernen juedischen Volksgeschichte. Wie ist es zu dieser Gruendung von so weitreichender Bedeutung gekommen? Drei vorbereitende Weltkonferenzen der Jahre 1913, 32 und 33 waren vorangegangen, und man darf in gewissem Sinne auch die beruehmte Marienbader “1. Juedische Welthilfskonferenz” von 1922 miteinbeziehen, wenn man an die dringende Loesung von Minderheits-und sozialen Fragen denkt, welche fuer uns Juden immer brennender wurden. Vertritt der Zionistenkongress in mehr oder weniger kurzen Zwischenraeumen die Probleme der zionistsichen Bewegung und die Stellungnahme der Parteien hierzu, so erreichte der ins Leben gerufene “Juedische Weltkongress”, dass die gesamtjuedischen Gemeinschaften der freien Laender in die Lage kamen, fortan ihre Stimme zu erheben im Namen des gesamten juedischen Volkes. Der Staat Israel, gewiss von entscheidender Wichtigkeit fuer die juedische Gegenwart und Zukunft, bildet in diesem Rahmen nur eine einzige der rund 80 Stimmen in diesem grossen juedischen Gesamtpanorama. Die immer kritischer werdende Lage der Juden in Polen, Rumaenien etc., die sich, z. T., im Zusammenhänge mit der Weltwirtschaftskrise seit 1929/30 mehr und mehr fuehlbar machte und gebieterisch erheischte, an die Stelle so vieler Notabeln-Comités verantwortliche juedische Vertretungen zu schaffen, legte in jener Epoche ein ungeheures Mass von Zeit- und Kraftaufwendung auf Maenner wie Rabbi Stephen Wise, Dr. Nahum Goldmann, Leo Motzkin u.a. Dieser letztgenannte, Praesident des “Comité der Délégations Juive” in Paris, war seit langem mit den Problemen des Minderheitenschutzes vertraut sowie mit der Notlage weiter juedischer Massen in Ost-Suedosteuropa und vor allem Nordafrika. Schon 1919, auf der Pariser Friedenskonferenz, gab es lebhafte Beratungen zu diesem Thema. Nun, 1933, war eine Katastrophe hereingebrochen, die dem juedischen Volke vieler Laender furchbare Opfer an Gut und Blut auferlegen sollte. VORARBEITEN Bereits unmittelbar nach dem verhängnisvollen 30. Januar 1933 hielt Dr. Nahum Goldmann, zugleich Mitglied der Zionistischen Exekutive, eine dringende Beratung fuer erforderlich, die am 15. Febraur 33 in Berlin stattfand. Es folgte kurz darauf die Beratung der Oberschlesien-Frage, die insofern gut geloest werden konnte, als das “Dritte Reich” nachgab und die Juden dieses Gebietes vor den Nazirassengesetzen noch bis 1937 verschont blieben. (Abstimmungsgebiet!) Die Weltoeffentlichkeit war jedoch hierdurch auf die Gefahren fuer die Juden aufmerksam geworden, und der 18. Zionistenkongress, der im Sommer des Jahres 1933 zusammentrat, behandelte in Prag gruendlich das Fluechtlingsproblem mit dem deutlichen Hinweis auf die Lebensfrage fuer die Weltjudenheit, welche" der Fall der deutschen Juden hervor gerufen hatte. Kurz darauf wurde auf einer Dringlichkeitssitzung in Genf die Boykotterklaerung gegen die Nazimachthaber, wofuer sich Dr. Wise mit ungeheurem Elan eingesetzt hatte, einmuetig angenommen. Damit hatte das juedische Volk in den freien Laendern den ungleichen Kampf gegen das “Dritte Reich” aufgenommen. Inzwischen hatte eine Spezialkommission des Voelkerbundsrates unter Teilnahme hervorragender nichtjuedischer Politiker die neue Situation studiert; fortan stand man auf juedischer Seite in staendiger Verbindung mit den Grossmaechten, auf die es letztlich ankan. So wurde Nahum Goldmann ein enger Mitarbeiter von James G. MacDonald, dem “Hohen Kommissar fuer das Fluechtlingswesen”, der ein eifriger Befuerworte der juedischen Sache blieb. Das ganze Jahr 34 stand im Zeichen intensivster Arbeit, an der auch ein Emigrant aus Deutschland, der fruehere soziaildemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Oskar Cohn, bedeutenden Anteil hatte. Doch waehrend man auf diesen Sitzungen fuer die Rettung der deutschen Juden zugleich die sich gefaehrlich zuspitzende Lage in Ost—und Suedosteuropa zu berücksichtigen hatte, wusste man mit Sicherheit, dass ein wirklich hohes Ziel fuer die Zusammenfassung aller freien Kraefte nur durch einen repraesentatativen “Juedischen Weltkongress” erreicht werden koennte; endlich, im August 1936, realisierte sich das Projekt. ALFOMBRAS WIENER S.A. ALFOMBRAS SERVICIO De LIMPIEZA SISTEMA NDRTEAMEMCAM Ventó F. viVACETA IIVO Titi. 3><0ÍS Recepción I«meicra- Fl Mc'i n-.i ,1/6' DER ERSTE WELTKONGRESS Es waren 250 Vertreter aus 35 Laendern am 8. August 1936 in Genf zusammengetreten, die mehr als ein Drittel der Weltjudenheit bildeten. Unter den Erschienenen und unter denen, die den Kongress aus der Ferne begruessten, befanden sich Menschen aus der Welt der Literatur wie Schalom Asch, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel, Emil Ludwig, Georg Bernrard und André Spire, die in ihren juedischen Auffassungen verschiedene Richtungen vertraten, aber saemtlich von der Groesse der Aufgabe erfasst worden waren. Die Resonanz der 8-taegigen Verhandlungen in der nicht juedischen Oeffentlichkeit war stark. Staatsmaenner wie Lord Robert Cecil, Dr. Eduard Benesch, Léon Jouraux u.a. hatten herzliche Sympathiekundgebungen gesandt. Dieses universelle Weltinteresse war in erster Linie der enormen Aufklaerungsarbeit durch Stephen Wise und Nahum Goldmann zu verdanken. Als der letztgenannte auf der Eroeffnungssitzung sein grossangelegtes Referat ueber die “Lage der Juden in der Welt” hielt, versuchte er zugleich, die Rolle dés Antisemitismus in diesem Zusammenhänge klarzustellen. Goldmann sagte u.a.: “Die eigentliche unfassbare Tragoedie, in der wir uns befinden, und die eine erschreckende Tendenz zur rapiden Verschlechterung auf weist, einer Verschlechterung, die Millionen von Juden und ganzen juedischen Landsmannschaften die elementarsten Moeglichkeiten physischer Existenz erschwert oder ganz beraubt, sie hat erst eingesetzt in dem Augenblicke, da der allgemeine Zeitcharakter als negativer Faktor in Erscheinung trat. Ein ueberhitzter Nationalismus und eine grenzenlose Staatsanbetung sind im Begriffe, alle anderen Werte menschlicher Kultur, reichere und hoehere, als sie der Staat jemals repraesentieren kann, brutai zu unterdruecken und sich das Recht anzumassen, in seinem Namen alles zu unterjochen, was seiner Allmacht und seinem Totalitaetsanspruch im Wege stert”. Emil Ludwig sagte spaeter, dass Goldmanns Rede das Grossartigste gewesen sei, was auf der internationalen Tribuene seit den Tagen von Briand (Genf-Voelkerbund) zu hoeren war. Der beruehmte Schriftsteller, 1922 zum Judentum zurueckgekehrt, begruesste den “Juedischen Weltkongress” mit folgenden erkenntnisreichen Worten: “Zu lange beraubt, zu lange gepruegelt, vereint sich endlich die verfolgte Schar, verwandeln wir, was unserer Vaeter, war: Der alte Bund wird neu besiegelt”. FUER EINHEIT UND WUERDE Seit den Augusttagen von 1936, da sich der politische Himmel mehr und mehr verduesterte, zeichnete sich dem juedischen Volke eine neue Hoffnung am Horizont ab. Damals fehlten in Genf die Repraesentanten des deutschen und des russischen Judentums. (Diese letzteren werden noch heute gewaltsam von uns ferngeralten). Doch der “Weltkongress” hat selbst damals, als es leider nicht moeglich gewesen war, die Katastrophe fuer Millionen unserer Brueder und Schwestern aufzuhalten, die sich gestellte Aufgabe grundsaetzlich erfuellt: Er hat entscheidend dazu beigetragen, die Fortdauer des juedischen Volkes zu sichern, seine Einheit zu staerken und ueberall dort einzugreifen, wo juedische Ehre und juedische Wuerde angetastet werden. Auf sechs Welttagungen, auf zahlreichen kleineren und groesseren Beratungen der vier Exekutiven, Israel, Amerika, Europa und Lateinamerika, behandelte er alle Themen, in weitreichender Koordination mit der Regierung Israels und der Zionistischen Weltorganisation, alle das juedische Volk bewegenden Probleme, die in den Bereich eines Weltverbandes gehoeren. Die “Vereinten Nationen” erkannten ihn als einen der wenigen weltweiten Faktoren an, die keinen Staat repraesentieren. Jede juedische Gemeinschaft in der Welt, die dies technisch ermoeglichen kann, betrachtet sich als zu ihm zugehoerig. In seinem 2 Praesidenten (bis zum Ableben von Rabbi Wise im Jahre 1949 stand dieser an erster Stelle), in Dr. Nahum Goldmann, hat die juedische Welt, mindestens ausserhalb von Medinat Jisrael, die genialste juedische Fuehrungsgestalt unserer Zeit. Curt Wilk FOTO TIMAR NUEVA YORK 54 — Fono 64943 Retratos Artísticos — Reproducciones y Ampliaciones de todas clases para Diarios, Imprentas — Fotografías de Propaganda para Industrias — Trabajos para Aficionados - Albumes para Matrimonios Fotocopias al instante con XEROX ELRY- FAJAS Ropa interior fina Moneda 858 — Fono 716163 Stephen Wise mm Erster Praesident des "Weltkongresses DRAPKIN: "ISRAEL HAT SUCHE NACH NS-VERBRECHERN EINGESTELLT" Die israelische Regierung hat die Suche nach nationalsozialistischen Verbrechen aufgegeben, erklaerte | der Direktor des Instituts | fuer Kriminalogie an der Universitaet Jerus a 1 e m, Dr. Israel Drapkin, der frueher dieselbe Lehrkanzel an der Universidad de Chile innehatte (Anm. d. Red.), in einem Interviw der mexikanischen Tageszeitung “Novedades”. Die Suche, sagte er, sei nutzlos, zumal die Laender, in de nen sich solche Verbrecher aufhielten, nicht immer bereit seien, die Beschuldigten auszuliefern. Dr. Drapkin versicherte in dem Interview, dass sich der seit langem gesuchte KZ-Arzt Dr. Mengele in Suedamerika aufhalte. Dafuer gebe es dokumentarische Beweise: “Er lebt auf einer Hacienda in der Naehe der Iguazu-Wasserfaelle, wo Paraguay, Argentinien und Brasilien zusammenstossen”. Dies gestatte ihm, sich einer Festnahme durch schnelles Ueberschre i te n der Grenze zu entziehen. “Wir haben keinen Zweifel an seiner Existenz. Es fehlt jedoch an Zusammenarbeit der Polizei der drei Laender, um zu verhindern, dass er sich von einer Grenze zur anderen begibt”, sagte Dr. Drapkin. Lámparas El surtido más grand* en todos los estilos Ferreluz Merced 555 Tel. 391905 RICHARD WERNER SPIEGEL Avda. Irarrázaval 1232 Teléfono 494300 Cocktails, Barmilzwah, Casamientos, Recepciones.

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