Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-06-01 · 6 (Junio, 1971) · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
6 (Junio, 1971)
Date
1971-06-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8553624-8554971-9195258--5969-8555050
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

JUNIO 1971 BOLETIN INFORMATIVO 15 WASHINGTON CHINA Ende Maerz 1950 beschuldigte der verstorbene Senator Joseph Mc. Carthy den Professor Owen Lattimore, einen ausserordentlichen Kenner des Fernen Ostens, der damals an der John Hopkins Universitaet in Maryland lehrte, dass er “der Spitzenagent (Spion) der Sowjetunion” sei. Mit dem Fall Lattimore begann die China Lobby Chian-kai-chek unter Fuehrung eines gewissen Alfred Kohlberg, Frieda Utley u.a. ihre Triumphe zu feiern. In Wirklichkeit handelte es sich damals darum, ob die Vereinigten Staaten verpflichtet seien, sich von einem bankrotten Kuomintang System abzuwenden und im Interesse Amerikas zu begreifen, dass in China eine entscheidende Wendung in seiner Geschichte erfolgt war. Der Kampf war bitter und die China Lobby scheute sich nicht vor Verleumdungen aller jener, die zum mindesten den Wandel im Fernen Osten begriffen, gleichgueltig ob es Professor Owen Lattimore, John Service, verantwortlich fuer die Politik im State Department oder gar General Marshall war. “Verrat”, “Verraeter” wurden diese Maenner beschimpft. Zwanzig Jahre nach diesen Ereignissen besuchte eine Ping - Pong - Mannschaft das bisher den Amerikanern verschlossene China. Fernsehmannschaften und Journalisten begleiteten sie, die “New York Times” veroeffentlichte taeglich Artikel ihres Fernost- Korrespondenten, der ein Visum fuer dreissig Tage erhalten hat, dieses Riesenland zu besuchen, und in dem grossen Photomagazine “Life” liest man einen Bericht von dessen Korrespondenten ueber ein Land des Fleisses, der Arbeitsintensitaet, ein Land ohne sichtliche Not, ohne Bettler und vor allem ein Land mit einem Volk eines gemeinsamen Willens und Zieles. Als Nebenprodukt wird Ping- Pong Tennis das grosse Modespiel. ENTSPANNUNG DURCH PING-PONG Als Begleitmusik dieses s i c h 11 i chen Stimmungsumschwungs teilt der Praesident mit, dass einem Gegenbesuch einer chinesischen Ping-Pong Mannschaft nichts im Wege stehe, dass Berichterstatter nach China reisen koennten, man beginnen wuerde, gewisse Handelsgueter China zu verkaufen, Besuchsvisen zu geben. Kurzum am chinesischamerikanischen dunklen Himmel brechen die ersten schuechternen Sonnenstrahlen durch. Es sind offenkundig die ersten Schritte der Entspannung, obwohl das Ende des Krieges in Vietnam, an dem China aus vielen Gruenden nicht uninteressiert sein kann, noch nicht in Sicht ist. Zwei Konsequenzen aber scheint man aus den gegenseitigen Annaeherungsversuchen ziehen zu koennen: 1. China duerfte nicht, wie noch vor einigen Wochen befuerchtet, direkt in den Vietnamkonflikt eingreifen. Hat die Nixon- Regierung den Chinesen Versichrungen des endgueltigen Rueckzuges gegeben, die der Praesident in seiner letzten Pressekonferenz sich weigerte, oeffentlich bekannt zu machen? Waehrend nach der letzten Gallup-Umfrage 70 Proz. der amerikanischen Bevoelkerung den Versicherungen und Aussagen ihres Praesidenten keinen Glauben schenkt, scheinen die Chinesen von dem baldigen Abzug der Amerikaner aus ihrer geogra- ' phischen Interessensphaere ueberzeugt zu sein. 2. Die zweite Konsequenz ist, dass China keine Gefahr von Taiwan aus mit Hilfe der amerikanischen Flotte bedroht. Mit Washingtnos Entscheidung der Annaeherung und Entspannung ist der wahrscheinlich Unrealistische Traum von der Moeglichkeit der Eroberung des Festlandes fuer alle Zeiten zerronnen. ZWEI - CHINA - POLITIK Die USA haben gegenueber Taiwan mit Chian-kai-chek eine Buendnispflicht, und dort pocht man auf den Kontrakt wie der Kaufmann von Venedig auf sein Pfund Fleisch. Taiwan ist der Pferdefuss in dem Annaeherungsversuch, den beide Laender unternommen haben. Keiner weiss es besser als der Praesident, der auf seiner letzten Pressekonferenz am 29. April gleich Odysseus den Versuch machte, zwischen Scylla und Charybdis seine neue Chinapolitik zu einem fernen Ufer zu steuern. Eine von Nixon eingesetzte Kommission unter dem Vorsitz von Henry Cabot «lOlél Mao Tse-Tung erobert Peking — Januar 1949, i mm POLITIK DEUTSCHE POLITIKER VERWENDEN SICH FUER JUDEN IN ARABISCHEN Vo» Kurt R. Grossman«!» laendern Lodge, sein Vizepraesident- Kandidat im Jahre 1960, erklaerte sich fuer eine Politik der “Zwei Chinas”. Darueber in der Pressekonferenz befragt, erklaerte Nixon, dass es notwendig sei, das China- Problem in die richtige Perspektive zu stellen, zumal zu viele Spekulationen nach dem Besuch der Ping-Pong Mannschaft veroeffentlicht worden seien. Dann sagte der Praesident: “Wir erstreben eine Normalisierung unserer Beziehungen mit dem Festland China und der Beendigung seiner Isolierung von den anderen Nationen der Welt. Das ist unser Ziel auf lange Sicht”. In dieser Richtung haben wir einige Fortschritte gemacht: Reisen, Handel und in Kuerze wuerde eine Liste von Waren bekannt gegeben werden, die nach Festland China exportiert werden koennen. Dann aber fuegte Nixon einschraenkend hinzu: Die Frage der Anerkennung und Aufnahme in die Vereinten Nationen ist noch nicht reif diskutiert zu werden. Alle diese Probleme werden untersucht, und wenn es soweit ist, wird die Entscheidung bekannt gegeben werden. Da es sich um ein sehr sensitives Gebiet handelt, hilft man dem Fortschritt nicht durch Spekulationen, aber “ich hoffe, einen Beitrag zu einer Politik zu leisten, die eine neue Beziehung zum Festland China schafft”. Praesident Nixon erklaerte an anderer Stelle, dass sich die neue China-Politik keineswegs gegen Russland wende; denn ein Konflikt zwischen diesen grossen Maechten wuerde die USA, ob sie es wolle oder nicht, hineinziehen. Was sind also die wichtigsten Abschnitte der neuen USA- Politik gegenueber China, dis in Peking ein Echo gefunden hat? Das Letztere geht aus dem Interview hervor, das Edgar Snow der Mao-Tse- Tung seit 1936 kennt, im “Life” Magazine veroeffentlicht. In diesem Interview, welches am 18. Dezember 1970 stattfand, sprach bereits der chinesische Fuehrer von der moeglichen Zulassung von Amerikaneen - der Rechten, Mitte und Linken -, um China zu besuchen. Was die komplexen Probleme zwischen China und den Vereinigten Staaten anbetrifft, so muessten sie mit Nixon ausgehandelt werden, und Mao fuegte hinzu, dass er sehr froh sein wuerde, ihn “als Touristen oder Praesidenten” zu empfangen. VORSICHTIGE ANNAEHERUNG In der bereits erwaehrten Pressekonferenz erklaerte der Praesident, er hoffe, “in irgendeiner Funktion” China zu besuchen. Diese Aeusserung war die Antwort auf die indirekte Einladung Maos. Aber bis dahin wird sich die Chinapolitik der USA wie folgt entwickeln: 1. Gegenseitige kontrollierte Oeffnung der Tueren: Journalisten, Sports - Delegationen, moeglicherweise kultureller Austausch. 2. Wachsender Handel mit China in nicht strategischen Guetern. 3. Diplomatische Anerkennung des Festlandes China in ein bis zwei Jahren. 4. Aufnahme Chinas in die Vereinten Nationen, moeglichst unter Aufrechterhaltung der von Lodge vorgeschlagenen Zwei-Chinas-Politik. Diese Chance wird aber fuer nicht aussichtsreich angesehen. Der Finne Max Jakobson, der sein Land zur Zeit am East River vertritt und als Nachfolger U Thants als Generalsekretaer der Vereinten Nationen gilt, erklaerte, dass die Zulassung Chinas in die Vereinten Nationen in diesem Jahr “eine reale Moeglichkeit” sei. Dagegen glaube er nicht, dass beide Chinas in den Vereinten Nationen vertreten sein koennten. Um die Universalitaet der Vereinten Nationen zu erreichen, muessten China, und auch die beiden Deutschlands, aufgenommen werden. Die UN-Vollversammlung hat im letzten Jahr China eine einfache Mehrheit fuer seine Aufnahme gegeben, aber nicht die von den Vereinigten Staaten durchgesetzte Zweidrittelmehrheit. Wenn die naechste Vollversammlung, gerade im Hinblick auf die Entspannung zwischen Washington und Peking, die Notwendigkeit einer qualifizierten Mehheit ablehnt, dann wuerde in der Tat die chinesische Volksrepublik Mitglied der Vereinten Nationen werden und Taiwan muesste seinen Sitz im Sicherheitsrat, den er groteskerweise innehat, aufgeben. Schon die naechsten Monate werden zeigen, ob die von Nixon geruehmten Spekulationen der neuen Chinapolitik der USA sich bewahrheiten. Die alte Chinalobby, mit Geldmitteln von Taiwan gespeist, ist geschwunden und keiner wird Nixon oder Rogers des “Verrats” beschuldigen, wenn sie in nicht zu ferner Zukunft dem amerika nischen Volke bekannt geben, dass der langerwartete Schritt der Anerkennung der Chinesischen Volksrepublik erfolgt ist und die USA, um ihre internationale Isolierung zu eliminieren, fuer die Aufnahme Chinas in die Vereinten Nationen stimmen werde. Ich hoffe, dass man an diesem Tage der Lattimores in Dankbarkeit und Respekt gedenkt, die das Schicksal vieler Propreten “im eigenen Lande” teilten. Die westdeutschen Parlamentarier Dr. Franz Josef Bach (CDU), Wilhelm Bonn IFDP) und Martin Hirsch (SPD) sowie Probst Dr. Heinrich Grüber von der evangelischen Landeskirche haben die Regierungen der arabischen Laender aufgefordert, der Diskriminierung ihrer juedischen Buerger ein Ende zu setzen. In gleichlautenden Telegrammen an die Staatspraesidenten von Syrien, Irak und Aegypten betonten sie ausdruecklich, dass die Wiederherstellung einer verfassungsmaessigen Behandlung der Juden dringend notwendig sei. Sie verlangen von den arabischen Fuehrern auch, den Juden, die auswandern wollen, gemaess den Artikeln 13 und 14 der Uno-Deklaration der Menschenrechte die Genehmigung hierfuer zu erteilen. JUNGE KANDIDATEN IN DEN WAHLEN ZUM FRANKFURTER GEMEINDEVORSTAND ERFOLGREICH Fuenf von 15 in den Vorstand der Juedischen Gemeinde Frank furt gewaehlten Kandidaten sind junge Leute, die soeben ihr Studium abgeschlossen haben, darunter der Praesident des Verbandes juedischer Studenten in der BRD. Diese Neugewaehlten vertreten die aktivsten und konstruktivsten Elemente in der Gemeinde, ohne aber radikalen Tendenzen zu huldigen. Es ist das erste Mal seit Kriegsende, dass in einer deutschen Gemeinde ein starkes Kontingent von Kandidaten im studentischen Alter an Wahlen teilgenommen hat und erfolgreich war. Die Frankfurter Gemeinde zaehlt knapp 500 Mitglieder. Lámparas El surtido más grando on todos los estilos Ferreluz Merced 555 Tel. 1*1505 t&TVOX Calzado Fino para Caballeros Ahumada 146

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.