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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-06-01 · 6 (Junio, 1971) · p. Seite 14

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
6 (Junio, 1971)
Date
1971-06-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 fcOLËTÎN ÎNFOÈMATIVO JUNIO 1971 MINDERHEITENPROBLEME DER SOWJETUNION IN ZUR GESCHICHTE DER: Etwa 45 Prozent der Bevoelkerung der Sowjetunion gehoeren den nichtrussischen Minoritaeten an, die einer konsequenten Politik der Russifizierung ausgesetzt sind. Man liest von Zeit zu Zeit von Bestrebungen von Ukraniern, Krimtataren und baltischen Gruppen, wenn gegen sie vom sowjetischen Staatsapp a r a t eingeschritten wird. Die juedische Bevoelkerungsgruppe stellt insofern einen Sonderfall dar, als sie sowohl eine anerkannte nationale Minoritaet — die einzige ohne eine echte territoriale Basis — als auch eine religioese Minderheit ist und offenbar eine erhebliche Zahl ihrer Angehoerigen auswandern wollen. Die juedischen Gemeinschaften in aller Welt treten selbstverstaendlich fuer das Sowjetjudentum ein, aber dessen besondere Problematik kann nicht isoliert von den vielschichti gen Minderheitsproblemen verstanden werden. In diesem Zusammenhang ist eine sachkundige Studie, “Religious Minorities in the Soviet Union (1960— 1970)”, von Belang, die vor einigen Monaten von der “Minority Rights Group” in London veroeffentlicht wurde. Diese Stelle befasst sich mit der Untersuchung der Lage verfolgter und benachteiligter Juedische Frage kann nicht isoliert gesehen werden Strafmassnahmen gegen Diskriminierung von Staatsbürgern wegen ihrer Religionszugehoerigkeit im Bereich des Arbeits- und Erziehungswesens vor. In der Studie wird darauf verwiesen, dass zwischen den veroeffentlichten Gesetzen und der Praxis ein weiter Abgrund klafft. Ausserdem erfolgt Regelung und Kontrolle des religioesen Lebens in der Sowjetunion zum Grossteil auf Grund nichtveroeffentlichter genereller Anordnungen. Dies sollte bei allen Appellen bedacht werden, die sich auf Instrumente der nationalen und internationalen Rechtsordnung berufen. Ohne das hierfuer eine Rechtsgrundlage bestuende, sind beispielsweise die Zeugen Jehovas in der Sowjetunion verboten, wurden eine Reihe von Sekten gezwungen, sich an die Baptisten anzuschliessen und erfolgen zwangsweise Schliessungen von Kirchen und anderen Andachtsstaetten. Sehr bedeutsam -und im Ausland zu wenig beachtet ist die gesetzliche Vepflichtung, dass den Behoerden Mitgliedslisten religioeser Gemeinschaften zur Verfuegung gestellt werden muessen, abgesehen davon, dass fuer sie ein gener e 11 e r Registrierungszwang besteht. Die Registrierung kann ohne Angabe von WIR FEIERN AVDOLO “DER UNBEKANNTE HERZL” M!U ■ HM« ■ IICHRIUER Samstag, 3. Juli 1971, 18,SO Uhr iE! GEDECK E° 40.- Karten bis zum 1. Juli im Gemeindebüro FALASCHAS Am kommenden 23. Juni waere der grosse Falascha- Erforscher, Dr. Jacob Faitlowitsch 90 Jahre alt. Orthodoxe, Altglaeubige, Baptisten, Mohammendaner und Baptisten besitzen hingegen derartige Dachorganisationen. Alle Gemeinschaften sind gegenueber Angriffen in der Presse voellig wehrlos, da ihnen nicht das Recht auf Entgegnung zusteht. Im Ausland sind vor allem die Verfolgungsmassnahmen gegen Baptisten bekannt geworden, die sich nicht behoerdlichen Anordn u n g e n fuegten und fuer ihren Widerstand mit Gefaengnishaft und Anhaltung in Zwangsarbeitslagern buessten, wo sich ihre Glaubensstaerke oft in eindrucksvoller Weise bewaehrte. Angehoerige der illegalen Zeugen Jehovas hatten ein gleiches Schicksal. Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass trotz Zwangsmassnahmen, Manipulationen, mit denen den Behoerden ergebne Personen in religioesen Gemeinschaften massgeblichen Einfluss besitzen, und einer unablaessigen glaubensfeindlichen Propaganda das religioese Bewusstsein und Beduefnis in weiten Kreisen der Bevoelkerung keineswegs erloschen ist. Verfolgung und Diskriminierung haben zweifellos die Zahl der sich zu einer Religionsgemeinschaft offen Bekennenden erheblich verringert. Umso intensiver ist Falaschas in Gondar, Abessinien. Minderheiten, um durch Information der oeffentlichen Weltmeinung eine Verbesserung der Situation von Minoritaeten zu erzielen. Die Darlegungen ueber die Juden als religioese Minderheit enthalten kaum der juedischen Allgemeinheit Unbekanntes, moegen aber auf weitere Kreise staerker wirken als von juedischer Seite stammende Information und Propaganda. Es ergibt sich aus dem totalitaeren Charakter des Sowjetregimes und seiner grundsaetzlich atheistischen Einstellung, dass es gegenueber allen religioesen Bestrebungen eine negative Haltung einnimmt. Anderseits sieht die Gesetzgebung gewisse Garantien fuer die Religionsausuebung und Grueniäen durch die Behoerden verweigert werden. Registrierte Gemeinsch a f t e n duerfen ausschliesslich Gottesdienste abhalten , obwohl tatsaechlich fallweise die Herstellung religioeser Literatur gestattet wird. Einzelnen Gruppen, darunter den Orthodoxen, den Roemisch-Katholiken und den Mohammedanern, ist die Aufrechterhaltung einiger theologischer Lehranstalten erlaubt; Lutheraner und Baptisten duerfen religioese Erziehung durch Korrespondenzkurse betreiben. Der juedischen Gemeinschaft ist die Schaffung einer umfassen den Repraesentivkoerperschaft versagt; sie teilt in dieser Hinsicht das Schicksal der Roemisch-Katholiken. wohl die Religionsitaet bei Minderheiten, die vor physischem und moralischen Druck nicht kapitulieren. flb (ISRAELISTISCHES WOCHENBLATT. ZUERICH) PERSONALPROBLEM Die juedische Gemeinde in Daenemark ist in Personalschwierigkeiten geraten. Nach dem Tod von Oberrabbiner Dr. Marcus Melchior hat dessen Sohn, Bent Melchior, dieses Amt uebernommen, kann aber keinen weiteren Rabbiner bekommen, der ihn in seiner bisherigen Taetigkeit ersetzen koennte. Dringend gesucht wird auch ein Ober- Im Alter von 74 Jahren war in Israel, am 12. Oktober 1955, Dr. Jacob Faitlowitsch gestorben, ein Gelehrter, dessen Leben und Wirken aufs Engste verbunden war mit der Erforschung jenes merkwuerdigen juedischen Volksstammes in Abessinien, der “Falaschas”, deren allmaehliche Uebersiedlung nach Israel ziemlich zuende gefuehrt sein duerfte. Faitlowitsch, dessen Wiege in Lodz stand, wo er 1881 zur Welt kam, ist ein Schueler des beruehmten Orientalisten Joseph Halevy gewesen, der sich 1868 im Aufträge der “Alliance Israélite Universelle” nach Abessinien begeben hatte, um die Falaschas zu erforschen. Sein Werk wurde von Dr. Faitlowitsch fortgesetzt, der sich seit dem Jahre 1904 dieser Aufgabe widmete. Dieser Gelehrte, in Paris lebend, unterbrach spaeterhin seine Genfer Universitaetstaeti g k e i t haeufig, um ins ferne Aethiopien zu reisen und die Lebensgewohnheiten der Falaschas kennenzulernen, und man darf sagen, dass er diese rund fuenf Jahrzehnte hindurch wie eigene Kinder betreute. Die Falaschas zaehlen zu jenen “Versprengten unseres Volkes”, die waehrend des 2000-jaehrigen Exils am Judentum festgehalten haben. Faitlowitsch hatte nach seiner ersten Studienreise zu ihnen, 1904, auf die Gefahr hingewiesen, die ihnen von Seiten christli eher Missionsgesellschaften drohen koennte. Die Gruendung des von ihm angeregten “Pro-Falaschas-Comité” fand einen besonderen Man glaubt, dass von etwa Goenner in dem verstorbenen Oberrabbiner von Florenz, Dr. Margulies. Das Comité errichtete im Jahre 1913 in der italienischen Kolonie Erythraea ein Lehrerseminar fuer junge Falaschas, die sich kuenftighin in besonderen Schulklassen mit dem. Unterricht ihrer engen Stammesgenossen beschaeftigen sollten. Seit 1923 befindet sich die Zentrale dieses Schulwesens in der abessinischen Hauptstadt Addis Abeba. Bis auf das Jahr 500 etwa (vor der uebl. Zeitrechnung) datieren die Falaschas ihre Auswanderung aus Erez Israel zurueck. Sie duerften sich im Sueden Aegyptens und auch noch weiter suedlich, im heutigen Sudan, urspruenglich angesiedelt haben. Zweifellos wird es auch Vermischungen mit der dortigen Urbevoelkerung gegeben haben, doch umso erstaunlicher und bewundernswerter ist das Festhalten der Falaschas am ererbten Judentum, zumal sie die biblischen Schriften nicht im Urtext, sondern in der abessinischen Landesprache besitzen. Von den juedischen Erinnerungstagen der nachbabylonischen Exilsepoche, z.B. Chanukka und Purim, dagegen wissen sie nichts; auch das grandioese Werk der muendlichen Lehre, des Talmud, ist ihnen unbekannt, waehrend Schabat, Feste und vor allem die Berit-Mila allezeit als heilig und unantastbar galten. 100.000 Falaschas, wie man schaetzte, rund 60.000 dem Judentum erhalten werden konnten, was der Aufklaerungsarbeit von Dr. Faitlowitsch, der das Land 6 Male bereiste, ein schoenes Zeugnis austeilt. Als er selbst schon in Erez Israel lebte, bemuehte er sich, den nach und nach ankommenden Kindern eine gute hebraeische und berufliche Ausbildung angedeihen zu lassen. Diese, ihrerseits blickten zu dem gelehrten Doktor als zu ihrem Vater auf. Curt Wilk schammasch fuer die Synagoge in Kopenwagen wie auch ein Chorleiter und mehrere Saenger fuer den Synagogen- Chor. Ein bis zwei Schochet- Stellen waeren zu vergeben. Die juedische Tagesschule in Kopenhagen ist viel zu klein, um auch noch die hinzugekommenen mehr als fuenfzig polnischen Fluechtlingskinder aufzunehmen. Fuer den Bau einer neuen Tagesschule fehlt das Geld.

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